Kulinarisches von Argentinien bis Miami

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Was: Flüssiges Grundnahrungsmittel (Bier)
Wo: Argentinien
Fazit: Etwas für den grossen Durst (nur 1L-Flaschen erhältlich)
Was: Hot Dog
Wo: Osterinsel
Fazit: Dank den zahlreichen Flöhen unglaublich proteinhaltig, leider aber mit pelzigem Nachgeschmack
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Was: Empañadas (gefüllte Teigtaschen)
Wo: Überall in Südamerika
Fazit: Die gute Alternative für den kleinen Hunger
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Was: Quinoa-Bier
Wo: Bolivien
Fazit: (Fast) alkoholfreie Brühe
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Was: Pisco-Sour (ein Longdrink aus Pisco, Eiweiss, Zitronensaft und Zucker)
Wo: Chile
Fazit: Die etwas andere Form der Eiweissaufnahme
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Was: Früstücksbuffet “American-Style”
Wo: Miami
Fazit: Dank Pappgeschirr das pure Gegenteil von nachhaltig
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Was: Mate de Coca (Tee aus Kokablättern)
Wo: Chile, Peru, Bolivien
Fazit: Wenn Teetrinken high macht
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Was: Pisco-Sour
Wo: Peru
Fazit: Haben wir schon erwähnt, dass wir den mögen?
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Was: Cui (Meerschweinchen)
Wo: Peru
Fazit: Wieso Platz mit einem Käfig verschwenden, wenn man die Viecher auch essen kann?
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Was: Fast-Food à la Galapagos (Fisch mit Reis)
Wo: Galapagos
Fazit: Wenn McAss’ (australische Benennung von McDonalds’) das im Angebot hätte, würden wir regelmässig hinfahren
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Was: Leckere Torten
Wo: Galapagos
Fazit: Nicht nur tolle Viecher haben die hier, backen können die ja auch noch!
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Was: XXL-Margarita
Wo: Miami
Fazit: So gross, dass man den kaum mag. Nen Doggy-Bag sollte es geben
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Was: XXL-Drink im “Doggy-Cup”
Wo: Miami
Fazit: Na bitte, geht doch Smiley
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Was: Rüebli-Törtchen
Wo: das sieht man ja schon der abartigen Verpackungsmenge an oder?
Fazit: Könnte man gleich so in die Vitrine zu hause stellen
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Was: Custom-made Burger
Wo: Im Burgerland
Fazit: So was wollen wir in der Schweiz auch machen können (Burger selbst zusammenstellen)

Miami & Rückkehr in die Schweiz by Nicola: Die 3 M (Muckis, Möpse & Moneten)

Weil “richtige” Rucksacktouristen ihre Weltreise natürlich nicht im Luxushotel beenden, sind wir für die letzten vier Tage unseres Trips in Miami Beach “standesgemäss” in ein Hostel eingekehrt: sieben Quadratmeter, ein Etagenbett und eine kleine Klimaanlage. So geht das Smiley Da wir aber sowieso nur sehr wenig Zeit in unserer Unterkunft verbringen wollten, hat uns das Ganze aber nicht weiter gestört. Einziger Wehrmutstropfen war der Preis: für unsere Besenkammer in South Beach mussten wir einiges mehr hinblättern, als für unser Luxusapartment in Cabarete. Wirft man allerdings einen Blick aus dem Fenster oder flaniert die Strassen des hippsten Viertels von Miami entlang, wird einem aber schon bald klar, weshalb das so ist: das “günstigste” Auto, welches man während einer Viertelstunde sieht, ist ein Ferrari und auch vor den riesigen Wohnblöcken (richtig gelesen: WOHNBLÖCKE, nicht Villen!) stehen fast ausschliesslich Wagen aus limitierter italienischer oder britischer Produktion. Und wer wirklich etwas auf sich hält und das nötige Kleingeld dazu hat, der besitzt eine Villa auf einem der vorgelagerten Inselchen und hat sogar zwei Parkplätze, allerdings nicht für Autos, sondern für zwei mehrstöckige Jachten! Und wo investiert der durchschnittliche Einwohner von South Beach sein Geld, wenn er bereits eine Villa, mehrere Schiffe und eine Tiefgarage voll von Rolls Royce’ hat? Natürlich ins “Tuning” des eigenen Körpers, will heissen, dass viele Männer hier vor lauter Bauchmuskeln und Bizeps sich gar nicht mehr dir Mühe machen, sich auf die Suche nach einem passenden T-Shirt oder Hemd zu machen, sondern oben ohne durch die Strassen schlendern, während ihre Frauen / Gespielinnen aufgrund von überquellenden – zumeist künstlichen – Dekolletees die Tastatur ihres PC’s wahrscheinlich zum letzten Mal gesehen haben, bevor sie zum Chirurgen ihres Vertrauens gingen.

Treffpunkt Nummer eins dieser erlauchten Gesellschaft ist die Strandpromenade, wo den ganzen Tag Party herrscht und man bis lange nach Mitternacht den Herren der Schöpfung beim Training im “Openair-Fittnesscenter” zuschauen kann. Zwar hat die Promenade entsprechend einen ziemlich hohen Unterhaltungswert, allerdings aber auch ihren Preis, wie wir bei einem Treffen mit einer Freundin von Jenny schmerzlich feststellen mussten: zehn – wenn auch schön angerichtete – Ravioli gehen hier für den Preis von knapp 40 Dollar über den Tresen, ein Cocktail schlägt mit 45 Dollar zu buche! Kein Wunder, sind zumindest die Amis in Miami Beach alles andere als fett Smiley Um so beruhigter waren wir, als wir feststellten, dass die Preise für den Hauptgrund unseres Besuchs in Miami dieselben waren, wie in den restlichen nordamerikanischen Staaten: die USA bleiben aus unsere Sicht einfach das Land mit dem besten Preis-/Leistungsniveau für Shopping, wenn man sicher gehen will, keine Fälschungen zu kaufen. Und shoppen kann man in Miami zweifellos, egal ob an der sehr schön gemachten “Boutiquen-Strasse” in South Beach oder in den gewaltigen Malls von Downtown.

Abgesehen von einem ungeplanten Wechsel der Unterkunft – das erste Hostel war bei unserer Rückkehr am dritten Abend komplett in roten Plastik gehüllt und grosse Warnschilder mit Hinweisen auf Ungeziefer-Tilgungsgift rieten vom Betreten ab – verlief unser Kurzaufenthalt in der “lateinamerikanischsten Stadt der USA” (es sprechen hier mehr Einwohner Spanisch als Englisch) ganz nach Plan: essen, schlafen, shoppen und den Kulturschock der westlichen Welt verarbeiten. Auch haben sich die Staaten seit unserem letzten Besuch vor vier Jahren etwas zum Guten gemausert: heute existieren viel mehr Einkaufs- und Verpflegungsmöglichkeiten mit einem Angebot an Gemüse, Salaten, etc., die Menschen sind im Schnitt nicht mehr ganz so stark übergewichtig und auch die “amerikanischen Panzer” (SUVs und Jeeps) verschwinden immer mehr aus dem Strassenbild. Nur in einem Punkt ist der American way of life einfach unverbesserlich: Essen wird oft ausschliesslich in Pappgeschirr serviert, damit man sich den Abwasch ersparen kann… Abgesehen davon hat es gefallen und wir waren wohl nicht zum letzten Mal hier.

Entsprechend sind wir mit einem weinenden und einem lachenden Auge in das Flugzeug nach London gestiegen, von wo es nach Umsteigen weiter nach Basel ging. Dort erwartete uns ein Überraschungs-Empfangskomitee mit Kuhglocken, Nationaltrikots und einem riesigen Geschenkkorb mit Produkten aus der Heimat, gefolgt von einem wunderbaren Nachtessen im Kreis der engsten Familien. Vielen Dank! Ihr seid alle super!

Und nun sind wir also wieder in der Heimat. Einerseits ist es zwar schön, wieder zu Hause zu sein, Familie und Freunde nach so langer Zeit wiederzusehen, einen eigenen Kleiderschrank mit Auswahl zu haben, Schweizer Essen zu geniessen, nicht dauernd paranoid sein zu müssen und nicht alle paar Tage den Rucksack zu packen. Andererseits war es aber auch ein unvergessliches, abwechslungsreiches und spannendes Jahr mit vielen Entdeckungen und Bekanntschaften und Erlebnissen, von welchen wir noch ein Leben lang zu erzählen haben. Wir würden eine solche Reise sofort wieder machen und empfehlen es auch allen, die die Möglichkeit dazu haben. Wir sind dankbar, dass wir die Gelegenheit zu diesem wunderbaren Trip hatten. Wir möchten uns bei allen bedanken, welche uns immer unterstützt, motiviert und nicht vergessen haben und wir hoffen, dass auch ihr durch diesen Blog ein bisschen an unserer Reise teilhaben durftet.

PS: Irgendwann in nächster Zeit folgen noch die abschliessenden Beiträge zum Essen, die letzten Geschichten von Joggeli, sowie eine Budgetaufstellung, falls man selbst einen ähnlichen Trip plant. Also dranbleiben Smiley

Miami & Rückkehr in die Schweiz by Jenny: Durchgeknallt in allen Belangen

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Segways anstelle von Fahrrädern und eine Spritztour im grasgrünen Tuning-Auto

Party schon am Nachmittag

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Villas auf Inselchen mit Jachten anstelle von Autos

Sehen und gesehen werden am Miami Beach, mit Silikon, Sixpack und Brüsten

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Hostel oder Heimat für Ungeziefer? Unverhoffter Hostel-Wechsel Mitten in der Nacht

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Ankunft in Basel mit einem super Schweizer Empfangskomitee, vielen Dank euch allen Smiley

Cabarete by Nicola: Das tägliche Warten auf den Wind

Wegen einer Fehlbuchung unsererseits und einer sehr inkulanten chilenischen Fluggesellschaft, kamen wir nach unserem Galapagos-Aufenthalt beim Verlassen von Ecuador unfreiwillig in den Genuss eines “Campingerlebnisses” der etwas anderen Art: eigentlich war geplant, von den Galapagos-Inseln via Quito, Lima, Sao Paulo und Miami in die dominikanische Republik zu fliegen. Dummerweise haben wir aber den Flug von Quito nach Lima für das falsche Datum gebucht (einen Tag später), wodurch wir alle anderen Anschlussflüge verpasst hätten. Und obwohl die “richtige” Maschine eine Stunde vor Abflug noch mehrere dutzend freie Plätze gehabt hätte, hätten wir nur gegen Bezahlung eines klitzekleinen Aufpreises von 740 US-Dollar pro Person (die ursprüngliche Buchung dieses knapp 2-stündigen (!!!) Fluges hatte 130 Dollar pro Person gekostet) unser Ticket umschreiben lassen können! Für einen wesentlich kleineren Betrag konnten wir im Internet aber noch Billete für den nächsten Tag direkt nach Miami ergattern, wodurch uns mehrere unnötige Flüge erspart blieben. Der Nachteil: wir sassen eine Nacht in unserer ultimativen Lieblingsstadt in Südamerika fest, in welcher wir uns Nachts nicht aus dem Flughafen getrauten… Lösung: Man nehme den Schlafsack, rolle ihn in einer “gemütlichen” Position auf dem Boden vor dem Büro der Fluggesellschaft aus und schlafe mit dem Kopf auf seinen Wertsachen. Sorgt zwar garantiert für viele belustigte oder abwertende Blicke, bringt einem aber einige kostenlose, sichere (man wird am Flughafen bewacht) und verhältnismässig erholsame Stunden ein Smiley Liebe LAN, wir danken dir für das unvergleichliche Erlebnis…

Entsprechend froh waren wir, als wir nach 30-stündiger Wartezeit und einigen Stunden Flug in Cabarete – einem Ort an der Nordküste der dominikanischen Republik – angekommen sind. Die folgenden zwei Wochen standen dann ganz im Zeichen der Akklimatisierung an die westliche Welt: wir hatten ein weiches Bett, viel Platz im (sauberen) Hotelzimmer, eine Toilettenschüssel, welche auch wieder “papiertauglich” war, Restaurants, deren Gerichte auch tatsächlich alle bestellt werden konnten (speziell in Asien und Südamerika sind des Öfteren nur etwa ein Drittel bestellbar, weil die Zutaten gerade nicht vorhanden sind), Satellitenfernseher mit über 400 Kanälen aus der ganzen Welt … und natürlich das Meer, die Wellen und der Wind, welche alle eine zentrale Rolle spielten, wollten wir doch auch die auf der Reise verlorenen Muskeln mit viel Wassersport wieder aufpäppeln.

Jennys’ Wahl viel dabei auf das sogenannte “Stand-up Paddeling” (SUP), einer Kombination aus Rudern, Surfen und Wellenreiten, bei welchem viel Balance, Ausdauer und Kraft in den Armen gefragt sind. Nicola entschied sich für die windgetriebene Variante und schrieb sich für einen weiteren Kurs im Kite-Surfen ein: dabei steht man auf einer Art Snowboard und lässt sich von einem überdimensional grossen Drachen durch die Fluten ziehen. Und weil SUP eher ruhiges Wasser mit wenig Strömung, Kite-Surfen aber viel Wind und entsprechend auch Wellen erfordert, ging der Tag für Jenny früh los und artete am Nachmittag teilweise in ausdauerndes Warten auf den Wind für Nicola aus. Schlussendlich konnten wir aber beide unseren aufgestauten Bewegungsdrang ausleben und sind jetzt wider gut in Form.

Der einzige Ausflug weg von Cabarete führte uns ins benachbarte Sosua, früher einmal beliebter All-Inclusive-Urlaubsort, heute eher Sammelpot von älteren westlichen “Grüseln”, welche auf der Suche nach Paarungsmöglichkeiten mit jungen Dominikanerinnen sind. Und obwohl Hin- und Rückfahrt im “Gua-Gua” (einheimisches Sammeltaxi, welches mit bis zu 21 Personen vollgestopft wird; erlaubt wären 9) sehr abenteuerlich und interessant waren, sind wir nicht unglücklich gewesen, rasch wieder in unser grüselfreies Sporthotel zurückzukommen.

Cabarate by Jenny: Der Westen rückt näher

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Mein Bett für eine Nacht am Flughafen von Quito: der Gepäckwagen

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Anflug in die Karibik                                    2 Wochen unser schönes Zuhause

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Lang lang ist es her, seit das Bett so weich und das Zimmer so gross war

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Einfach geniessen auf hohem Standard

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Übung macht den Meister im Kite-Surfen

Und so sieht es nach einer Woche Übung aus

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Mit dem SUP (Stand-up Paddeling) die Küste entlang paddeln

Das ist denn ein Krampf mit diesem Gegenwind und den Wellen Smiley

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Und so vergingen die 2 Wochen viel zu schnell

Galapagos by Nicola: Unter Dinosauriern

Nach unseren schlechten Erfahrungen in der Hauptstadt von Ecuador, hiessen uns die Galapagos-Inseln mit ihrem herrlich warmen Klima, der angenehmen (Meeres-)Höhe, ihren freundlichen Menschen und dem verhältnismässig hohen Standard willkommen. Hätten wir es jedoch lediglich auf diese “normalen” Dinge abgesehen, hätten wir auch auf die Malediven fahren können. Was einen aber vor allem auf die jüngsten Fleckchen Erde der Welt zieht, ist die einzigartige Tierwelt, sowohl über, wie auch unter Wasser! Dank ihrem rein vulkanischen Ursprung, gewissen unvergleichlichen klimatischen Bedingungen und ihrer Abgeschiedenheit, sind die Inseln Heimat von Riesenschildkröten, Iguanas, sehr speziellen Vögeln und zahllosen Fischarten. Damit dies auch weiterhin so bleibt, ist der Zugang zum kleinen Paradies limitiert und streng kontrolliert, was sich natürlich auch entsprechend in den Kosten niederschlägt. So muss man alleine für den Flug mindestens etwa 400.- pro Person berappen und bei Ankunft am Flughafen werden weitere 110 US-Dollar an Eintrittsgebühren für den Nationalpark fällig.Allerdings gibt es für Rucksacktouristen auch gute Neuigkeiten: das Angebot an Hostels und Tagestouren auf und um die wichtigsten vier Inseln (Santa Cruz, San Cristobal, Santa Isabella und Floreana) wird stetig ausgebaut, sodass man nicht mehr von extrem teuren Kreuzfahrten abhängig ist, um die Vielfalt in vollen Zügen geniessen zu können!

Auch wir haben Galapagos mit einer Kombi aus Hostel und Tagestouren bereist und schon während der Gratisführung unseres amerikanischen Hostelbesitzers in Santa Cruz, bei welcher man am Fischerhafen praktisch schon über schwarze Meer-Iguanas (Leguane, welche aussehen, als wären sie direkt der Urzeit entsprungen), knallrote Krebse, Pelikane und Seelöwen stolpert, welche sich vor den Marktständen sonnen oder auf eine Gelegenheit warten, einen Fisch von der Theke zu stibitzen, wurde uns klar, dass Galapagos definitiv eine Reise wert ist!

Dieser Eindruck hat sich auch an unserem zweiten Tag noch verstärkt, als wir eine 9-stündige Schnorcheltour rund um San Crisotbal gebucht haben, bei welcher wir im Rahmen der drei (eisig kalten) Schnorchel-Stopps zahlreiche Meeresschildkröten, Seelöwen (insbesondere die jungen Exemplare sind sehr verspielt und lieben es, mit den Touristen im Wasser Schabernack zu treiben), Adlerrochen, Galapagos-Haie und sogar zwei seltene Hammerhaie sahen! Einfach nur sensationell!

Weil man in einem so vielfältigen Paradies natürlich keinen Tag “verschwenden” darf, gings auch an Tag drei entsprechend mit Programm weiter: ein Taxifahrer, welcher auch als (spanischsprachiger) Tourguide diente, fuhr uns zu den erloschenen Vulkankratern auf Santa Cruz, deren unterirdische Überbleibsel – “Lavatunnel” genannt – und hat bei der letzten Etappe – dem Besuch eines Bauernhofs, auf dessen Grund und Boden sich eine grosse Population der Galapagos-Riesenschildkröte niedergelassen hat – sogar den Fährtenleser gespielt und die behäbigen Riesenviecher im Busch für uns aufgespürt. Speziell diese gewaltigen Tiere haben bei uns einen bleibenden Eindruck hinterlassen: ein paar Zentimeter gross bei Geburt, wachsen die Schildkröten ein (über 200-jähriges) Leben lang und erreichen kurz vor ihrem Tod ein Gewicht von knapp 260 Kilogramm! Dass es bei diesem Gewicht und den kurzen Beinen alles andere als gestresst zugeht, ist wohl selbstredend Smiley

Nachdem wir immer nur herumchauffiert worden sind, waren wir ganz froh, dass der nächste Programmpunkt auf Santa Cruz mit einer kleinen Laufeinlage verbunden war. Und als wir schliesslich “Tortuga Bay” – einen perfekten, makellosen weissen Sandstrand – gesehen hatten, waren die Mühen erst recht vergessen! Einziger Wehrmutstropfen: an diesem Strand ist es aufgrund starker Strömungen verboten zu schwimmen. Aber wer will schon baden, wenn man überall im Sand schwarze Iguanas liegen sieht?!

Der nachfolgende Tag brachte die erste Enttäuschung: Wegen einer unfähigen Reiseagentur ging der gebuchte Ausflug auf die Insel “Las Plazas” und nicht wie geplant auf “Seymour Norte”: die berühmten Blaufuss-Tölpel (eine Vogelart mit blauen Füssen, welche angeblich in erster Linie einem Fortpflanzungsritual dienen), sowie die riesigen Fregatt-Vögel sahen wir deshalb (noch) nicht, dafür aber die goldenen/gelben Landiguanas, welche nur auf Las Plazas vorkommen. Und nach einer ordentlichen Schimpftriade beim Veranstalter gabs sogar die Hälfte des Geldes zurück…

Ein völlig unerwartetes Highlight bescherte uns Ann, eine Amerikanerin, welche wir auf der Schnorcheltour kennengelernt haben: als sie hörte, dass Jenny dieser Tage ihren Geburtstag mit einem grossen Sushi-Essen feiern würde, hat sie uns spontan auf eine Party auf einem Segelschiff eines Schweizer Pärchens, dessen weiblicher Part einen Tag später ebenfalls Geburtstag feierte, eingeladen. Da unsere Liebe zum Meer auch auf der Weltreise angewachsen ist und wir uns schon immer gewundert haben, wie es sich auf einer Jacht lebt, haben wir natürlich sofort zugesagt. Sabrina und Patrick – unsere beiden Gastgeber – sind seit über vier Jahren unterwegs und die Stories, welche sie zu erzählen hatten, waren sehr spannend und so völlig anders, als der gängige “Backpacker-Tenor”. Falls ihr beide dies hier lesen solltet: vielen Dank für den unvergesslichen Abend, kommt gut nach Polynesien und jederzeit gerne wieder (evtl. auch in der Schweiz?)!

Unvergesslich war der Abend übrigens auch in anderer Hinsicht: die Überfahrt von Santa Cruz nach Santa Isabella am nächsten Morgen war nämlich nicht nur wegen des starken Wellengangs eine Herausforderung für unsere Mägen Smiley Enstprechend froh waren wir, als wir auf der Insel ankamen und das Morgenessen immer noch da war, wo es hingehörte… Immerhin konnten wir uns die nächsten Tage herrlich entspannen, gibt es auf Isabella doch nicht allzu viele Ausflugsziele mit fixem Zeitplan, da die meisten Attraktionen der Insel individuell zu Fuss erkundet werden können: wir besuchten eine Aufzuchtstation für Riesenschildkröten, liefen die ewig langen Strände mit ihren grossen Iguana-Populationen ab und schauten Seelöwen und den Galapagos-Pinguingen (die weitest nördlich lebende Pinguin-Gattung) beim schwimmen zu. Der einzig geführte Ausflug während diesen vier Tagen brachte uns zu kleinen Lavafelsen dicht vor der Küste, welche von “stapelweisen” Iguanas (die Tiere liegen aus Gründen des verminderten Wärmeverlustes tatsächlich des öfteren in mehreren Lagen übereinander) bewohnt und von Weissspitzen-Riffhaien als Versteck vor grösseren Artgenossen genutzt wird. Dafür lassen sich die Raubfische bei Flut in eine flache Lagune spülen, welche bei Ebbe vom Ozean und damit vor den Feinden abgeschnitten ist. Und endlich, endlich gabs auch die heiss ersehnten Blaufuss-Tölpel aus nächster Nähe zu sehen. Mission erfüllt Smiley

Zusammenfassend bleibt zu sagen, dass man, sollte man die Möglichkeit dazu haben, die Galapagos-Inseln einmal im Leben gesehen haben muss! Für uns handelte es sich definitiv um eines der Reisehighlights!

Weniger schön gestaltet sich hingegen die Weiterreise: zuerst geht es per Boot zurück nach Santa Cruz, dann mit Taxi, Bus und Boot weiter zum Flughafen, wo wir eine erst gerade neu eingeführte Flughafentaxe berappen mussten (gibt es seit dem 18. Mail; toll Trauriges Smiley) und ausserdem festgestellt haben, dass wir den Anschluss von Quito nach Lima auf den falschen Tag gelegt haben. Tja und so kamen wir auch nach etwas mehr als einem Jahr Reisezeit noch in den Genuss einer unvergleichlich bequemen Übernachtung auf dem Fussboden des Flughafens in der schrecklichen Stadt Quito! In einigen Stunden haben wir die 30-stündige Wartezeit aber endlich hinter uns und dann heisst es: “Adiós Südamerika, Hóla Karibik!”

Galapagos by Jenny: Reich der aussergewöhnlichen Tiere

Isla Santa Cruz

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Städtchen und Hafen der Isla Santa Cruz

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Die drei Gefrässigen warten auf ein Stück Fisch am Fischmarkt

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200 Jahre alte und 250Kg schwere Riesenschildkröte

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Dagegen bin ich ja noch ein richtiger Jungspund Smiley

Mit Gemütlichkeit das Gras schmatzen

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Kaktusbaum (wächst nur auf Galapagos)

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Perfekter weisser Strand “Tortuga Bay”

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Erster grösserer Meeriguana                      Lustige Eidechse

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Geburtstagsgeschenk von Nicola, mmhhhh

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Party danach auf einer Segeljacht von einem Schweizer Pärchen und in der Disco

Isla San Cristobal (Schnorcheltour)

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Lebensraum für Wasserschildkröten und Seelöwen

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Gestrandete Wasserschildkröte, welche auf eine Welle wartet

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Gemütlich chillen und möglichst lange noch die Muttermilch trinken

Schneller Spurt des Babyseelöwen in das Meer

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Schnorchel-Spot um und durch den “Kicker Rock”

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Gemütliches Treiben

Verspielte Seelöwen

Isla Las Plazas

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Anfahrt auf die naturbelassene Isla Las Plazas

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Knallrote Krabben (je älter sie sind, desto röter)

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Auf der Insel Las Plazas

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Die Hauptinselbewohner, gelbe Landiguanas

Isla Santa Isabella

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Rote Lagune

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Auf dieser Insel gibt es eine grosse Anzahl an kleinen Dinos

Iguana-Spaziergang am Strand

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Fast kein Platz auf der Bank                      Erster Galapagos-Pinguin

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Füsse so blau wie diejenigen vom Blaufuss-Tölpel wären eine coole Sache

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Iguanas stapeln sich aufeinander gegen den Abend um sich warm zu geben

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So schnell sind die 8 fantastischen Tage auf Galapagos vorbei und die gute alte Schweiz rückt immer näher!

Quito by Nicola: Ausgenommen wie Weihnachtsgänse, behandelt wie Obdachlose

“Tourists are protected”. Exakt so beginnt die Broschüre des Tourismusbüros in Quito, welche jedem Ecuador-Besucher bei Ankunft ausgehändigt wird. Was klingt, als wären Touristen eine vom Aussterben bedrohte Spezies, welche unter Artenschutz steht, mag zu Beginn noch ganz lustig anmuten…spätestens nach einem Tag Quito wird einem aber klar, dass die Tipps auf den nachfolgenden Broschürenseiten – z.B. man solle nie in der Öffentlichkeit den Stadtplan betrachten, alle Wertsachen im Hotel lassen, von wichtigen Dokumenten nur Kopien auf sich tragen, nur mit dem Taxi unterwegs sein, etc. – bitterernst gemeint sind.

Bereits die Taxifahrt vom weit ausserhalb gelegenen Flughafen stimmt einen auf das ein, was zu erwarten ist: die Taxifahrer vor dem Flughafen reissen dem – wohlbemerkt von uns bestellten – Chauffeur des Hostels fast den Kopf ab, weil er uns abholt, ohne eine Taxilizenz zu haben. Als uns endlich die Flucht aus der Meute gelingt, folgt die nächste Überraschung. Statt nämlich auf dem direktesten Weg ins Zentrum zu fahren, nimmt unser Fahrer einen grossen Umweg durch das Villenviertel Quitos in Kauf…aus Sicherheitsgründen! Wenn man dort so die Häuser betrachtet, erstaunt einen dies aber auch nicht, sind sie doch sogar in diesen “sicheren” Gegenden von mindestens einer drei Meter hohen Mauer, deren Krone von einem elektrisch geladenen Stacheldraht geziert wird, umgeben und werden von schwerbewaffneten Security-Leuten bewacht! Auch die Gassen rund um unser sehr schönes Hostel im Kolonialstil sind Abends völlig ausgestorben und als weisser Hostelgast wird man gebeten, doch bitte spätestens um 18:30 zurück zu sein, da es ab dieser Uhrzeit nicht mehr sicher ist! Wie wir am letzten Abend unseres Aufenthalts festgestellt haben, gilt diese Regelung nur für Weisse: etwas dunklere Brasilianer “dürfen” bis um 21:00 raus Smiley

Um den Tag zu nutzen und trotzdem pünktlich zurück zu sein, sind wir am ersten Morgen entsprechend früh aufgestanden und haben uns auf die Suche nach etwas Essbarem gemacht. Wie wir erst später festgestellt haben, war Sonn- und Muttertag und praktisch alle Speiselokale hatten geschlossen! Immerhin ist die im kolonialstil erbaute Altstadt von Quito – eines der wenigen Highlights hier – von Öffnungszeiten weitgehend unabhängig. Nach einem entsprechend ausgiebigen Stadtbummel durch das historische Center wollten wir noch mit der “Teleferico” (Gondelbahn) auf den nahegelegenen Vulkan “Pichincha”. Blöderweise ist deren Talstation weit ausserhalb gelegen, weshalb wir uns für die “Taxioption” entschieden haben: zur Taxifahrt selbst kam es aber nie, halten viele Taxifahrer doch nicht für Ausländer an oder aber weigern sich das (obligatorische) Taxometer anzuschalten und verlangen zehnfache Preise! Nach diversen Busfahrten kreuz und quer durch die Stadt und einigen längeren Fussmärschen haben wirs dann doch noch zur Bahn geschafft. Doch die nächste Enttäuschung folgte unmittelbar, als die unfreundliche Kassiererin mehrere Noten unserer brandneuen und aus der Schweiz mitgebrachten US-Dollar (offizielle Währung in Ecuador) als Falschgeld bezeichnete, auf “genehme” Noten aber Rückgeld gab, welches aussah, als ob sie es gerade selbst mit dem Farbkopierer gedruckt hätte! Der Hügel selbst war dann auch nicht wirklich, was wir für den horrenden Eintrittspreis für Ausländer erwartet hatten und so zogen wir geknickt wieder von dannen, in der Hoffnung, ein anständiges Restaurant für das Nachtessen zu finden. Weil aber Ausländer in dieser Stadt nur Fast Food zu Wucherpreisen kriegen, wenn sie nicht Selbstversorger spielen, gabs nur ein Sandwich aus dem Subway! Was für ein Reinfall!

Neuer Tag, neues Glück, dachten wir uns am zweiten Morgen. Gut gelaunt standen wir wiederum früh auf und machten uns auf die gut eineinhalbstündige Busfahrt zum “Mitad del Mundo”, einer grossen Parkanlage, welche rund um die Äquatorlinie erbaut wurde. Aufgrund des unverschämten Eintrittspreises, den man im Wesentlichen dafür bezahlt, dass man in überteuerten Souvenirläden einkaufen darf, war das Gelände weitgehend menschenleer und die meisten “Gratis-Attraktionen”, wie bspw. ein Planetarium, hatten geschlossen. Weil wir aber schon einmal hier waren, wollten wir aber natürlich auch ins Hauptmuseum, welches angeblich exakt in der Mitte zwischen nördlicher und südlicher Hemisphäre steht. Selbstverständlich ist dessen Besuch nicht kostenfrei und so endeten wir ein weiteres Mal vor einer schlechtgelaunten Kassiererin. Diese wollte unser “Falschgeld” (auch dies brandneu aus der Schweiz) nicht nur nicht annehmen, nein, sie zerriss sogar die Note und gab uns die vier (!!!) Teile erst nach heftigem Insistieren zurück! Da wir uns so eine Frechheit nicht bieten lassen müssen, uns gleichzeitig aber nicht mit der korrupten ecuadorianischen Polizei anlegen wollten, sind wir unverrichteter Dinge wieder abgezogen und haben uns auf den eineinhalbstündigen Rückweg gemacht! Von so vielen Rückschlägen frustriert, sind wir an unserem letzten Tag in dieser schmutzigen, smoggeplagten Stadt im Hostel geblieben!

Fazit für Quito: Eine hässliche, verdreckte Stadt, mit einem so unterirdischen Standard, dass so manche indische Stadt daneben eine Schönheit ist, mit Einwohnern, welche Abzocker und Rassisten sind (wenn uns z.B. kleine Kinder angeguckt haben, wurde ihnen von den Müttern der Kopf weggedreht, Leute waren immer nur unfreundlich zu uns, etc.) und einem Preisniveau, welches zumindest für westliche Touristen das doppelte von Peru beträgt, muss man definitiv nicht besuchen! “Protect the tourist”? Wahrscheinlich eine berechtigte Aussage…allerdings müssten auf Worte auch Taten folgen.

Peru (Puno, Cusco & Huacachina) by Nicola: Mit dem Schiff die Berge erkunden, dem Inka ins Wohnzimmer trampeln und in der Wüste vom Snowboard fallen

Wo “normale” Leute in Europa höchstens Skifahren, Bergsteigen oder mit Fallschirmen ab Klippen oder aus Flugzeugen springen, machen wir Sightseeing und essen niedliche Haustiere. Häääääää??? Nun aber alles einmal der Reihe nach: Unser gut zweiwöchiger Peru-Trip beginnt auf über 3’800 Metern über Meer…und zwar nicht auf irgendeinem beliebigen Berggipfel – die sind in der Regel hier höher als 5’000 – sondern in der Stadt Puno am Ufer des Titicaca-Sees, welcher auch Hauptgrund unseres Besuchs hier war: auf diesem See, welcher Peru von Bolivien trennt und nebenbei noch das höchstgelegene navigierbare Gewässer der Welt ist, lebt das Volk der Uros. Von Steuern und sonstigen Abgaben befreit, leben diese Menschen auch heute noch in Familienverbänden auf ihren Inselchen. Was weiter nicht speziell klingen mag erhält eine ganz neue Dimension, wenn man weiss, dass alles hier aus Schilf besteht – ja, sogar die Inseln selbst. Weil dadurch sowohl die eigenen vier Wände, wie auch der – mehr oder weniger feste – Boden unter den Füssen langsam vergammeln, muss hier alles jährlich ersetzt werden. Ausserdem gibt es auf den “Wohnsinseln” nicht einmal Toiletten…wer dringend einmal muss, schwingt sich dafür auf eines der (Schilf-) Boote und fährt zu einer der dafür vorgesehenen Orte. Alles sehr interessant. Allerdings gibt es sicherlich einfachere Methoden, um sich vor Steuern zu drücken Smiley

Die zweite interessante Inselgruppe, welche man während einer Tour auf dem Titicaca-See besucht zeichnet sich zwar nicht dadurch aus, dass sie sich langsam selbst versenkt, dafür gibt es auf Taquile aber ein streng reglementiertes System zur Kennzeichnung des Beziehungsstatus eines jeden Einwohners: Knaben unter fünf Jahren tragen bunte Wollmützen in knalligen Farben. Diese wird später ersetzt durch das Zeichen für unverheiratete Männer: eine Mütze, deren untere Hälfte weiss, die obere in einem dunklen Rotton gehalten ist. Dabei noch besonders erwähnenswert: je qualitativ hochwertiger die Mütze, umso besser die Parte für die Frau… Männliche Individuen “unter der Haube” tragen schliesslich nur noch eine gemusterte Kappe in Rot. Qualität spielt dabei übrigens nur noch eine untergeordnete Rolle… Und wie siehts bei der Damenwelt aus? Vergleichsweise simpel: die Umhänge des schönen Geschlechts haben an den Rändern vielfarbige Puschel: sind diese hell gehalten, ist die Dame noch zu haben, bei dunkeln Farben sollte man dagegen die Finger davon lassen. Wer braucht da noch Partnerbörsen im Internet???

Die verbleibenden vier Tage in Puno wollten wir ursprünglich mit Besichtigungen auf eigene Faust ausfüllen. Leider ist dies aufgrund der angeblichen Gefahrenlage in der Stadt – Touristen, welche sich nicht im Zentrum aufhalten werden regelmässig Opfer von Überfällen – nur sehr begrenzt möglich. Entsprechend haben wir lediglich einen einzigen Aussichtspunkt bestiegen. Ganz unglücklich darüber waren wir aber nicht, haben wir mit jedem verstrichenen Tag doch immer mehr Auswirkungen der enormen Höhe gespürt: wenn selbst das Steigen einer kurzen Treppe zur körperlichen Höchstleistung wird, ist es eventuell besser, wenn man sich statt anzustrengen eher den kulinarischen Seiten der Region zuwendet. Natürlich konnten wir es uns auch nicht nehmen lassen, die Spezialität Perus zu kosten: das “Cuy”, zu Deutsch Meerschweinchen. Nicht besonders reich an Fleisch, hat es mit der richtigen Würze doch ganz ordentlich geschmeckt Smiley

Um Puno gebührend abzuschliessen und uns bereits möglichst optimal auf das königliche Cusco einzustimmen, haben wir die Strecke zwischen den beiden Städten mit dem “Andean Explorer”, einem Touristenzug im Stile des Orientexpress zurückgelegt. Während einem ein exquisites 3-Gänge-Menü und später der obligatorische “Afternoon-Tea” serviert werden, ziehen die wunderschönen Landschaften der peruanischen Anden vor dem Fenster vorbei. Zwischenzeitlich sorgen eine typisch peruanische Band und eine traditionelle Modenschau (natürlich mit Kaufoption) für Abwechslung. Und wenn einem trotz allem einmal langweilig werden sollte, kann man sich immer noch in den halboffenen Panoramawagen am Ende des Zuges begeben, um frische Luft zu schnappen: empfiehlt sich insbesondere bei der Durchquerung der Märkte in den Städten unterwegs: weil der Zug nur einmal täglich verkehrt, werden in der Regel auch die Schienen als Verkaufsfläche genutzt; bei Eintreffen der Eisenbahn werden die Waren dann auf den Geleisen einfach so verstaut, dass der Zug mühelos darüber hinwegfahren kann.

In der ehemaligen Hauptstadt der Inkas angekommen, zeigt sich ziemlich schnell, dass Cusco eine der touristischsten Städte unserer gesamten Weltreise ist: unzählige Hotels, Restaurants und Läden mit völlig überteuerten Produkten aus Lama Wolle reihen sich aneinander, während aufdringliche Taxifahrer und Schlepper versuchen, einem eine “incredibly cheap tour to Machu Picchu” zu verkaufen… Da man ausserdem vor jedem Bankomaten eine halbe Stunde warten muss, bis man an der Reihe ist, hält uns trotz der vergleichsweise schönen Plaza entsprechend nicht allzu viel hier. Ist aber nicht weiter schlimm, sind wir doch nur in der Stadt, um die legendäre Inkastätte “Machu Picchu” zu besuchen. Dieses – wenn auch teure – Vergnügen ist definitv Highlight einer jeden Südamerikareise: dazu geht es zuerst mit dem Sammeltaxi nach Olantaytambo, wo man in einen Touristenzug umsteigen muss (Tickets für die günstige “Einheimischen-Klasse” kann man als Nicht-Peruaner leider nicht kaufen…), welcher einen nach Aguas Calientes bringt. Die Übernachtung dort hat – zumindest in unserem Fall – hat diesen Namen nicht verdient, feiern die Einheimischen am Wochenende jeweils doch unter einem X-beliebigen Vorwand (bei uns “Santa Cruz” genannt) lautstark. Als die Party vorbei war, hiess es auch schon aufzustehen, um den Bus auf den Berg zu kriegen und noch vor den Tausenden Gleichgesinnten da zu sein. Wir habens geschafft und noch einige schöne Fotos schiessen können, bevor die grossen Tourgruppen mit ihren Guides (inklusive unserem) eingetroffen sind. Die Führung selbst war dann sehr interessant, erfährt man so doch viel über die Inkas: grosse Astronomen, hatten sie damals schon einen exakten Kalender und waren darüber hinaus exzellente Architekten, welche für die Ewigkeit gebaut haben! Am Nachmittag wollten wir dann noch den “Cerro Machu Picchu” – den Gipfel neben den Ruinen – erklimmen. Leider hat uns das sehr wechselhafte Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht, weshalb wir uns mit der Wanderung zum “Sonnentor” am Ende des Inka-Trecks begnügt und einigen Lamas beim Liebesspiel zugeschaut haben Smiley

Die – hoffentlich – letzte lange Busfahrt unserer Weltreise führte uns von Cusco in das ersehnte Tiefland, nach Huacachina. Dass wir dabei die teuerste Luxusklasse im Bus gebucht haben (inkl. “eigenem” Fernseher und WLAN), konnte nicht wesentlich über die katastrophalen Strassenverhältnisse mit so zahlreichen Kurven, dass selbst bei eingefleischten Busveteranen beim Anblick der servierten Mahlzeiten ein Brechreiz geweckt wurde, hinwegtäuschen. Zwar noch mit vollständigem Mageninhalt, dafür aber völlig entkräftet sind wir in der kleinen “Touri-Oase” Huacachina angekommen. Und obwohl “Oase” hier wörtlich zu nehmen ist – die Ortschaft ist umringt von gewaltigen Sanddünen – findet man hier definitiv keine Ruhe: bestehend aus billigen Hostels, Restaurants und Bars, zieht das Fleckchen vor allem junge, partywütige Singles aus der ganzen Welt an: Sex, Drugs & Techno in der Wüste… Der einzige Weg, dem Rummel kurzzeitig zu entfliehen, besteht darin, auf selbstgebauten Buggies mit halsbrecherischem Tempo durch die Dünen zu rasen und ab und zu eine ebensolche selbst mit dem Snowboard herunterzufahren. Einfach keine Kurven machen, ist seeeeehhhr ungesund…