Iquique & Grenzüberquerung nach Peru: Von Las Vegas nach Südamerika

Auch die schönsten Zeiten gehen irgendwann zu Ende gehen und so hiess es, Abschied zu nehmen von San Pedro de Atacama. Weil die Reise nach Puno – unserem Endziel der nächsten Etappe – vier Bus- und eine Sammeltaxifahrt mit insgesamt mehr als 20 Stunden reiner Fahrzeit entfernt liegt, haben wir beschlossen, die Strecke in zwei Teile aufzusplitten und einige Nächte in der chilenischen Küstenstadt Iquique zu verbringen. Dieser Entscheid hat sich definitiv gelohnt, haben wir doch unsere geliebte Atacama-Wüste ein weiteres Mal angetroffen – und das Ganze erst noch in einer sehr speziellen Konstellation, geht hier die Wüste doch direkt in den Pazifik über! Die Stadt mit ihren ewig langen Strandpromenaden und Openair(!!!)-Casinos erinnert in diesem Ambiente an eine Mischung aus Venice Beach in LA und Las Vegas, gewürzt mit dem gewohnt coolen chilenischen Lifestyle.

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Die herrliche Strandpromenade mit Openair-Casino vor den Dünen der Atacama-Wüste

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Der örtliche Tierpark klärt auf: endlich können wir die diversen “Spucktiere” unterscheiden

Leider ist Iquique immer noch ein gutes Stückchen von der chilenisch – peruanischen Grenze entfernt. Deshalb geht es am Tag der grossen Grenzüberquerung auch schon morgens um 02:00 los, damit wir den Bus nach Arica, der letzten Stadt in Chile erwischen. War aber nicht weiter tragisch, hat die Meute in unserem Hostel doch an diesem Abend eine zünftige Party gefeiert und wir noch kein Auge zugetan Smiley

Nach rund fünfstündiger Fahrt heisst es dann raus aus dem Bus und rein in das “internationale Terminal”. Was sich gut anhört, entpuppt sich als grosser, chaotischer Parkplatz, auf welchem Busse und Sammeltaxis auf Kundschaft warten. Weil wir im Internet zahlreiche üble Geschichten von dieser Grenzüberquerung gelesen haben (so wurden angeblich schon zahlreiche Touristen von Fahrern angehalten, eine nicht-existierende “Visagebühr” zu bezahlen), wollten wir das Abenteuer ursprünglich per Bus in Angriff nehmen. Nachdem wir aber den Zustand der Fahrzeuge und die kilometerlangen Menschenschlangen davor gesehen hatten, haben wir uns dann doch für eines der mysteriösen Sammeltaxis entschieden. Und sogleich ging der vermeintliche Horror los, hat uns der Fahrer doch als erstes unsere Pässe abgenommen. Entsprechend gross war unsere Erleichterung, als er nach ca. einer Viertelstunde wieder damit zurückkehrte und auch gerade noch die ausgefüllten Einreiseformulare für Peru mitbrachte. Das nennen wir Service! Bewaffnet mit Pass und Papieren fährt man dann als erstes zum chilenischen Zoll, wo man ausreist (dank gut vernetztem Taxifahrer wird man an den längsten Schlangen elegant vorbeigeschleust und muss nicht mit dem “Bus-Pöbel” anstehen). Anschliessend durchquert man ca. 10 Kilometer vermintes Niemandsland (wow, diese Länder scheinen sich nicht gerade zu mögen…), bevor man dasselbe Prozedere bei der Einreise in Peru noch einmal durchläuft. Und dann hatten wir es geschafft! Ganz ohne Probleme und Abzocke! Tschüss schönes Chile, hallo Peru!

Als erstes fällt einem sofort der Unterschied im Lebensstandard auf: wo Chile – nicht ganz zu Unrecht – den Übernamen “Schweiz von Südamerika” trägt, trifft man in Peru auf mehr ärmliche Bauten, schlechte Strassen und ärmere Menschen. Peru ist dabei viel mehr das, was wir uns unter einem südamerikanischen Land vorgestellt haben: weniger komfortabel, aber günstiger; aufgeschlossenere, offenere Menschen, aber nie ganz ungefährlich (in Arequipa, wo wir eine “Zwischenübernachtung” eingelegt haben, riet man uns zum ersten Mal aktiv davon ab, spät Abends noch raus zu gehen…). Mal schauen, wies wird…

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Pizzataxi? Nein, “Schnupftruckli” für Menschen

San Pedro de Atacama by Nicola: Pizzen und Lamafleisch, serviert auf dem Mond

Nach 24 Stunden “chillen” im breiten Sessel des Luxusbusses, sechs Science-Fiction-Filmen in Spanisch und drei “Diät-Mahlzeiten” (bestehend aus je einem kleinen, trockenen Sandwich, einem Getränk und Erdnüssen) sind wir endlich in San Pedro de Atacama angekommen. Dieses liebreizende Wüstendörfchen sollte für die nächsten Tage Ausgangsbasis für zahlreiche Exkursionen in die nahe Umgebung und nach Bolivien sein. Allerdings versprüht schon die Oase selbst einen so unwiderstehlichen Charme, dass aus den ursprünglich vier geplanten Tagen schlussendlich sechs geworden sind: denn wo sonst in Chile bzw. evtl. ganz Südamerika sieht man Eis-essende Lamas auf der Hauptstrasse, kriegt Pizzen, bei welchen sogar der Italiener vor Neid erblassen würde und kann dazu noch einen hervorragenden Rotwein geniessen? Ob all der wunderbaren Dinge könnte man glatt vergessen, dass man sich in einer der höchstgelegenen (San Pedro liegt auf 2’500 Metern) und trockensten Wüsten der Welt befindet, welche in der Umgebung so viel zu bieten hat, dass man eigentlich gar keine Zeit zum chillen haben sollte.

Und so lässt man dann schweren Herzens die hedonistischen Genüsse hinter sich und stürzt sich hinein in das vielfältige Angebot an Exkursionen. Und es lohnt sich sehr, ist doch fast keine Region der Welt landschaftlich so vielfältig, wie diese. Unsere erste Tour führte uns zur “Laguna Cejar” – einem Salzsee, dessen Salzgehalt ca. zehnmal höher ist, als bei einem Meer und man dadurch wunderbar im Wasser liegen kann, ohne unterzugehen –, zwei kleineren Seen, “Ojos del Salar” genannt und bei Sonnenuntergang noch zu einer ausgetrockneten Salzlagune: wir waren also Mitten in der Wüste, standen aber neben Gewässern und waren gleichzeitig umringt von (teilweise schneebedeckten) Bergen und aktiven oder erloschenen Vulkanen. Und als Krönung gabs dazu noch einen Pisco Sour Smiley

Von so vielen Eindrücken begeistert, haben wir am selben Abend sofort eine zweite Tour für den nächsten Morgen gebucht; Ziel: die “El Tatio – Geysire”. Haken an der Sache: will man zum Sonnenaufgang dort sein, muss man um 03:30 aufstehen und sich in die wärmsten Klamotten werfen, welche man dabei hat (bei Sonnenaufgang hatte es angeblich minus 12 Grad). Als Belohnung erhält man dafür die Gelegenheit, auf 5’000 Metern über Meer beeindruckende Dampf- und Wasserfontänen vulkanischen Ursprungs zu beobachten, begleitet natürlich von einem herrlichen Düftchen nach verfaulenden Eiern. Ganz wagemutigen/dummen Menschen hat der grösste der Geysire hier – genannt “el asesino” d.h. “der Mörder” – angeblich bereits den Tod gebracht bzw. sie verdampft. Wir haben glücklicherweise überlebt und sind so noch in den Genuss von umfangreichen Erklärungen zur Unterscheidung der verschiedenen “Spucktiere” (Lamas, Alpaccas, Vikunjas) inklusive einer Degustation derselben (Lamafleisch) gekommen. Schmeckt übrigens sehr gut…

Natürlich liess auch der dritte Ausflug nicht lange auf sich warten. Dieses Mal sollte es kurz vor Mitternacht zur privaten Sternwarte eines Franzosen gehen, wo uns umfassende Erklärungen zum Firmament, so wie die Möglichkeit der Betrachtung von weit entfernten Planeten und Galaxien erwarten sollten. Vom Sternengucken mittels elektronischen Teleskopen – man konnte z.B. Saturn inklusive Ring klar erkennen – waren wir begeistert, von der “Stand-up-Comedy” auf niedrigstem Niveau des Möchtegern-Tourguides (er war nicht einmal ausgebildeter Astronome) eher weniger: so getraue er sich zum Beispiel nicht mehr, den Namen des Planeten “Uranus” in Englisch korrekt auszusprechen, wenn Teenager dabei seien, da dies immer zu ewigen Lachorgien führen würde (ausgesprochen wird dies ja wie “your anus” / “dein Arschloch”). *hahaha*

Nachdem wir nun also den Mond gesehen und fotografiert haben, wollten wir ihm selbstverständlich auch direkt einen Besuch abstatten. Für 3’600 pro Person ist auch dies möglich in San Pedro: doch keine Angst, liebe Angehörigen. Beim Geld handelt es sich natürlich nur um chilenische Pesos und auch eine Rakete war nicht vonnöten Smiley Stattdessen haben wir uns ein Fahrrad gemietet und sind ins “Valle de la Luna” / “Tal des Mondes” gefahren, wo wir zuerst durch einen engen Canyon mit Höhlen gekrochen und dann pünktlich zu Sonnenuntergang auf die höchste Düne gestiegen sind.

Da die Mondlandung sehr anstrengend gewesen ist, wird vorübergehend aber wieder gechillt…

San Pedro de Atacama by Jenny: Ausflug auf den Mond, dort wo Lamas leben

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Das charmante Wüstendörfchen San Pedro de Atacama, wo Lamas Eis essen

Ausflug zur Laguna Cejar

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Laguna Cejar mit einem Vulkan im Hintergrund       Stein-, Sand-, Salzboden

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Floating in der Lagune mit 10 mal mehr Salzgehalt als im Meer

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Sonnenuntergang bei einem kleinen ausgetrockneten Salzsee mit Pisco Sour

Ausflug zu den Tatio – Geysiren

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Um 6 Uhr morgens auf 5000m Höhe mit –12 Grad bei den dampfenden Geysiren

Die Suppe ist am kochen

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Rückfahrt, vorbei an schneebedeckten Bergen           Andenfuchs

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Kleine Kirche inmitten der trockensten Wüste der Welt

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Vikunja                                                        Junges Lama

Ausflug zum Valle de la Luna

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Abflugort für die Reise zum Mond Smiley

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Startklar                                                                         Anflug auf den Mond

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Ausser Atem auf dem wunderschönen Mond angekommen

Pucon, Santiago & Valparaiso by Nicola: Schlange stehen einmal anders: am Vulkan, in der Metro und vor der Polizeisperre

Wieder mit festem Boden unter den Füssen und – gegen Erwartung – im Zeitplan (die Fähre von Puerto Natales nach Puerto Montt hat oft mehrtägige Verspätung), beschlossen wir, der hässlichen Hafenstadt Puerto Montt so rasch wie möglich den Rücken zu kehren und nach Pucon weiterzufahren. Die gehegte Hoffnung, dass es weiter nördlich doch bitte etwas wärmer wäre, erfüllte sich aber leider trotz 6-stündiger Busfahrt nicht: als wir im beliebten Touristenort Pucon nämlich unser Gefährt verliessen, wurden wir von so starkem Wind und strömendem Regen begrüsst, wie noch nie bisher auf unserer Weltreise. Dummerweise hatten wir im Voraus auch keine Unterkunft gebucht, weshalb als erstes eine lustige Hostelsuche anstand, welche uns  quer durch das ganze Dorf geführt hat – alles natürlich bei übelstem Wetter.

Als dann endlich eine genehme Herberge gefunden wurde, teilte uns die Hostelbesitzerin mit, dass das miese Hundewetter nun schon seit mehreren Tagen anhalten würde, für den nächsten Tag aber Aufhellungen und Sonnenschein angesagt seien. Was uns eigentlich hätte freuen sollen – und im ersten Augenblick auch gefreut hat – entpuppte sich später jedoch als grosser Stolperstein für unseren ursprünglichen Plan, den noch aktiven Vulkan Villaricca in der Umgebung von Pucon zu besteigen: da das Hügelchen nur an sehr schönen Tagen bezwungen werden kann und die Besteigung darüber hinaus auch bei der breiten Masse sehr beliebt ist, wollten am nächsten Tag mehr als 200 Gipfelstürmer hoch hinaus. Für uns – speziell im Hinblick auf die nicht allzu vielversprechende Unfallstatistik aufgrund von unzureichend ausgebildeten Bergführern – definitiv keine Option. Also ergaben wir uns unserem Schicksal und flanierten durch das hübsche, wenn auch sehr touristische Städtchen, frischten alte “Schiffsbekanntschaften” bei einem Pisco Sour auf und statteten einem der zahlreichen Thermalbäder einen mitternächtlichen Besuch ab. Letzteres war dabei zweifellos das Highlight unseres Pucon-Besuchs, da das Bad – abgesehen von einigen improvisierten Umkleidekabinen – weitgehend naturbelassen ist. Da die Temperatur des Nachts in Pucon um diese Jahreszeit (auf der südlichen Halbkugel ist Anfang Herbst) bereits empfindlich tief sinken können, die Nachbarn des Hostels regelmässig mitternächtliche Openair-Parties veranstalteten, das Baby der Besitzerin immer mal wieder lautstark geschrien hat und man des Morgens sogar manchmal vom Sirenenalarm, welcher von einer vulkanischen Eruption warnt, geweckt wurde, waren wir nicht allzu unglücklich, als es nach einigen Tagen nach Santiago weiterging.

Ganz im Gegensatz zu Pucon, hat uns die Hauptstadt Chiles sehr positiv überrascht. Obwohl mit einem massiven Smogproblem und gefüllt mit Millionen von Einwohnern, welche unserer Ansicht nach alle zur gleichen Zeit das völlig überlastete Metronetz der Stadt benutzen (selbstverständlich ist es die Uhrzeit, zu welcher auch wir am ersten Tag in Santiago angekommen sind Smiley), ist sie nicht der erwartete Moloch, sondern verhältnismässig sauber, modern und trotzdem mit einer erstaunlichen Anzahl an gut erhaltenen Kolonialbauten gesegnet. Da die wichtigsten Sehenswürdigkeiten alle ziemlich kompakt beieinander liegen, hat man darüber hinaus auch genügend Zeit, um auf die beiden Hügel (Cerro San Cristobal & Cerro Santa Lucia) mitten in der Stadt zu wandern. Von diesen Oasen der Ruhe (und teilweise auch Smogfreiheit) hat man nicht nur einen herrlichen Ausblick über grosse Teile der Stadt, sondern kann sich auch vor deren lebhaftem Alltag erholen oder vor demonstrierenden Studenten in Sicherheit bringen…

Aufgrund einer – im Nachhinein einmal wieder nicht so tollen – Empfehlung in unserem Reiseführer, haben wir auch einen eintägigen Abstecher nach Valparaiso unternommen. Die zwei Stunden von Santiago entfernte Hafenstadt ist angeblich bekannt für ihre charmanten, an Hügeln gelegenen Wohnquartieren mit farbigen Häusschen. Aus unserer Sicht ist Valparaiso aber eher eine hässliche Hafenstadt mit ein, zwei netten Nachbarschaften, welche zwar durchaus ihren Charme haben und mit uralten “Liften” (extrem steile Zahnradbahnen, welche vom flachen Teil der Stadt auf die Hügel führen) befahren werden können, darüber hinaus aber rein gar nichts spezielles zu bieten haben. Da auch an diesem Tag wieder fröhliches demonstrieren inklusiver Randale angesagt war, wurde aus dem geplanten Tagesausflug dann halt eben nur ein halber…

Zurück in Santiago war es dann wieder einmal soweit: das Haar musste ab! Trotz eher negativer Erfahrungen beim letzten Friseurbesuch in Singapur, haben wir unseren gesamten Mut zusammengenommen und sind zu einem einheimischen “Höörlifilzer” gefahren. Und obwohl unsere Spanischkenntnisse bis aufs äusserste strapaziert wurden, kann sich das Ganze aus unserer Sicht sehen lassen. Weiteres grosses Plus an der Sache: den Damenhaarschnitt gabs für umgerechnet 15.-, den für Herren für knapp 12.- ! Natürlich musste der neue Schnitt auch sofort präsentiert werden und so traf es sich doch ganz gut, dass wir am gleichen Abend noch zwei Bekanntschaften von der Navimag treffen und mit ihnen Bellavista, das coole Studentenviertel Santiagos, unsicher machen wollten (hallöchen Dani & Tina) Smiley

Da es irgendwann für uns nichts Interessantes mehr zu sehen gab und ausnahmsweise auch einmal nicht demonstriert wurde, sind wir ein weiteres Mal in den Bus gestiegen. Ziel: das 24 Stunden nördlich gelegene San Pedro de Atacama. Zum Glück gibts hier Luxusbusse mit extrabreiten Sitzen…

Pucon, Santiago & Valparaiso by Jenny: Wilkommen in den Hügelorten

Pucon

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Der Touristenvulkan Villaricca, da ist ein Evakuationsplan schon notwendig

Santiago

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Präsidentenpalast

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Cerro San Cristobal

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Kolonialbauten inmitten moderner Hochhäuser

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Das ist noch ein Service           Ab auf den Cerro Santa Lucia mit der Standseilbahn

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Oben angekommen: über der Smogwolke ziert Maria den obersten Punkt

Valparaiso

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Auf fast alle Hügel geht ein Bähnchen zu den farbigen Wellblechhäusschen

Patagonien by Nicola: Kalt kann auch schön sein

Wie so viele unserer geschätzten Leser in der Heimat, zog es auch uns im letzten Monat gen Süden. Im Gegensatz zu euch war unsere Motivation aber eher gegenteiliger Natur: wir wollten vom wärmeren Norden in den kälteren Süden. Verkehrte Welt? Keineswegs, denn wir wollten von der Welthauptstadt des Rindssteak zu einer der südlichsten Städte der Welt nach Patagonien reisen. Der von mir gewählte Titel ist also keineswegs in Anspielung auf Europa zu verstehen Smiley

Damit wir uns eine anstrengende, knapp 40 Stunden lange Busfahrt ersparen konnten, sind wir von Buenos Aires zuerst nach Rio Gallegos geflogen, dort in den Bus gestiegen und haben so schliesslich die argentinisch – chilenische Grenze überquert. Lief alles völlig problemlos…haben aber ja auch nichts anderes erwartet, nachdem Nicola doch noch kurzfristig davon überzeugt werden konnte, keine leckeren Steaks nach Chile einzuschmuggeln. Bei den strikten Lebensmittelkontrollen am Zoll wäre das sicherlich auch schief gegangen…

In Punta Arenas angekommen, bestätigte sich – zumindest für uns als Weltreisende, welche bisher nur in wärmeren Gefilden unterwegs waren – das erst Patagonien-Klischee: es ist verdammt kalt hier! Wir sprechen zwar von immer noch 5 Grad PLUS, aber nichtsdestotrotz: es ist kalt! Wahrscheinlich dachten das auch die Bankomaten der lokalen Banken, denn trotz genügend Mitteln auf dem Konto gab es erst einmal nichts. Unser Taxifahrer, welcher uns von Geldinstitut zu Geldinstitut gefahren hat, fand das Ganze zwar komischerweise lustig, ob er aber immer noch so locker drauf gewesen wäre, wenn wir auch am Ende keine Pesos gehabt hätten, lässt sich (glücklicherweise) nicht feststellen, da Bankomat Nummer fünf Mitleid mit uns hatte und den gewünschten Betrag anstandslos herausspuckte.

Punta Arenas selbst ist ein ganz cooles Städtchen und dies nicht nur in Bezug auf die Temperaturen: ein kleines, idyllisches Örtchen mit Häusern aus Holz und freundlichen aber eher zurückhaltenden Menschen und die beste heisse Schokolade der Welt. Und natürlich bietet die Stadt auch eine Sehenswürdigkeit, für die es sich lohnt, eine Reise an den Hintern unseres Globus zu machen: die Isla Magdalena, Sommerresidenz (ja, es ist momentan Sommer hier unten!) von angeblich 120’000 Magellan-Pinguinen. Ob es tatsächlich auch so viele waren oder ob wir um einen Teil unseres Eintrittsgeldes betrogen worden sind, wissen wir nicht. Aber es waren auf jeden Fall sehr, sehr viele Pinguine. Das Ganze schaut man sich im Rahmen einer geführten Bootstour an, welche aufgrund von starkem Wellengang in der Magellan-Strasse aber nur bei schönem Wetter stattfinden kann. Hat man – so wie wir – Glück mit dem Wetter, wird man für eine Stunde auf der Insel abgeladen und kann dort entlang von abgesperrten Gehwegen über die Insel flanieren und die Pinguine beobachten, welche rundherum ihre Nester haben. Einige wagemutige Exemplare getrauen sich sogar in die Nähe der Menschen und geben so noch viel bessere Fotomotive ab. Allerdings war keiner mutig genug, um sich “dem grossen Nicola” entgegenzustellen Smiley Wahrscheinlich sehe ich, eingepackt in warme Kleidung und Mütze (beides hier dringend nötig), aus Sicht eines Pinguins nach watschelndem Killerwal aus…

Nach nur zwei Tagen sind wir dann aber schon wieder in Richtung Norden aufgebrochen. Zwar immer noch in Patagonien aber doch schon etwas wärmer, ist auch Puerto Natales ein quirliges Örtchen mit Charme. Und obwohl hier unsere Unterkunft im Gegensatz zu Punta Arenas sogar Heizung hatte und gar gemütlich war, diente sie uns doch nur als Ausgangspunkt für den wahrscheinlich letzten grösseren Trek unserer Weltreise: das grosse “W” im Torres del Paine – Nationalpark, so genannt wegen der Form des empfohlenen Wanderwegs, wenn man ihn auf einer Landkarte betrachtet. Und so haben wir in Puerto Natales in erster Linie eingekauft, Camping-Utensilien organisiert (da am 31. März hier Saisonende und dieses Jahr gleichzeitig dummerweise auch noch Ostern ist, waren alle Unterkünfte entlang der Route entweder ausgebucht oder bereits geschlossen) und Informationen eingeholt.

Die viertägige Wanderung selbst war dank der guten Vorbereitung und dem unwahrscheinlichen Wetterglück, welches wir hatten – in vier Tagen gab es keinen Tropfen Regen! – zwar anstrengend (die Wege verlaufen eigentlich nie eben, weshalb man während den gesamten gut 50 Kilometern immer hoch und wieder runter marschiert, plus hatten wir die Campingausrüstung im Rucksack) aber auch schön, wobei uns – neben den abwechslungsreichen Wegen selbst, welche über zahllose Flüsse und halsbrecherische Brücken führen – insbesondere die Torres selbst (sehr markante und frei stehende “Felstürme”, welche bis auf 2’500 Meter aufragen), sowie der “Glaciar Grey” gefallen haben. Letzterer ist ein gewaltiger Gletscher, dessen Abbruchstelle in einem grösseren See liegt, wodurch man mit einer Bootstour ganz nahe heranfahren und die beeindruckenden blauen Eismassen (sind blau, weil der Sauerstoff im Eis über die Jahrhunderte komplett herausgepresst wurde) aus nächster Nähe bewundern kann. Für das besondere Erlebnis sorgt dabei zusätzlich die Schiffscrew, welche einem im richtigen Moment einen Pisco Sour mit herausgebrochenem Eis serviert (chilenischer Longdrink, bestehend aus Pisco – einem chilenischen Schnaps –, Limettensaft, Eiweiss und Zucker). Da insbesondere der mittlere Abschnitt des “W” Schweizer Bergtälern sehr stark ähnelt, haben wir dort die Strecke etwas abgekürzt und somit wohl eher das grosse “U” gewandert Smiley Leider ist die gesamte Wanderung mittlerweile ziemlich touristisch, weshalb man den Park nicht in der Höchstsaison besuchen sollte. Gehört man nicht zu der – hier teilweise anzutreffenden – Gattung der “Wandermaschinen”, kann sich keine Träger leisten (soll es wirklich geben) und hat keine Unterkünfte mehr buchen können, empfiehlt es sich ausserdem, neben einem Zelt auch warme Schlafsäcke mitzunehmen, weil die Nächte teilweise empfindlich kalt werden können. Uns haben hierbei sog. “Notfalldecken” aus Silberfolie gute Dienste geleistet: leicht zu transportieren, geben sie doch warm.

Da – wie bereits erwähnt – Patagonien für uns als Schweizer zwar schön ist, langfristig aber nicht allzu viel zu bieten hat, besteht das letzte Kapitel in diesem Teil Südamerikas aus einer dreitägigen “Kreuzfahrt” auf einem Frachtschiff, dessen findige Besitzer es teilweise für den Transport von Touristen umgebaut haben. Die Fahrt, welche einen von Puerto Natales ins 1’500 Kilometer entfernte Puerto Montt bringt, führt dabei durch beeindruckende Fjorde und ein kleines Stückchen offenen Pazifiks, wobei ersteres für Staunen, letzteres eher für Stunden auf der Toilette sorgt Smiley Da wir Glück hatten und wegen Überbuchung in eine bessere Kabinenkategorie upgegradte wurden, in welcher es ein Fenster und eine eigene Toilette gab, war beides für uns kein Problem. Ausserdem kamen wir am ersten Tag in den Genuss einer Walsichtung (Pottwal), was nicht unbedingt selbstverständlich ist. Da das Tierchen jedoch “leider” nur alle paar Minuten fürs Luftholen einmal auftauchen muss, gibts leider keine Fotos.

Weil wir uns erhofft hatten, weitere Gletscher oder zumindest ein paar abgebrochene Eisberge aus nächster Nähe zu sehen, was zu gewissen Jahreszeiten angeblich möglich sein soll, sind wir vom Panorama trotzdem etwas enttäuscht. Da spenden die zahlreichen Bekanntschaften, welche man an Bord macht, so wie der gut mundende Pisco Sour des Barkeepers doch gleich Trost. Prost!

Patagonien by Jenny: Kalt, kälter, am eisigsten

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Punta Arenas                           Mit dem Boot zur Isla Magdalena

Isla Magdalena mit tausenden Magellan-Pinguinen

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Papparazzi umgangen

Der Marsch der Pinguine

Schnell weg von Nicola

Nationalpark Torres del Paine (von Puerto Natales aus; 4 Tage)

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Aufstieg zu den Torres (freistehende, zackenförmige Felsen)

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Uff…, oben angekommen bei den Torres

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Ob die Hängebrücke noch lange hält?

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Letzte Blicke auf die Torres                         Sehr windiger Übernachtungsort

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Da ist ein warmes Bett genau richtig Smiley  verschönert mit einer modernen Silberfolie

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Am Morgen früh                                          Neben Silberfüchsen vorbeigewandert

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Die ersten abgebrochenen Gletscherstücke

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Der Gletscher “Glaciar Grey” vom Aussichtspunkt

Gletscher Bootsfahrt zum Abschluss nach 4 Tagen wandern

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Mit Nusschale abgeholt für auf das kleine Eisbrecher-Boot

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Direkt vor dem blauen Gletscher gab es Pisco Sour mit Gletschereis drin, mhh

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Auf dem Weg durch Eisbrocken zum zweiten Ort wo man den Gletscher gut sieht

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Dieser Teil war noch intensiver blau (das Eis im Inneren ist sehr sauerstoffarm)

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Todmüde nach den 4 Tagen, warteten wir an einem sonnigen Plätzchen auf den Bus

3 Tage auf der Navimag (Frachtschiff, welches zur Fähre umgebaut wurde)

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Von Puerto Natales nach Puerto Montt

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Nach der ersten Nacht

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Etwas Fracht an Bord, welche man manchmal sogar muhen hören kann

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Am ersten Tag war das Wetter noch richtig angenehm ruhig

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Am 2. Tag wirkten die Wellen und starken Winde wie eine 12 stündige Achterbahn

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Der Morgen danach mit Sonne und Bingo am letzten Abend auf der Navimag