Segeltörn Nordkroatien und Jesolo by Nicola: alle(s) immer dabei

Nach den allerersten Ferien für Alvin in Korsika im Sommer, stand pünktlich zum ersten Geburtstag ein weiteres Novum auf dem Programm: der erste Segeltörn. Gebucht hatten wir einen Katamaran für eine Woche ab Punat im Norden Kroatiens. Da wir ausserdem über einen auf Familientörns spezialisierten Anbieter gechartert hatten, sind wir davon ausgegangen, dass Schiff, Revier und Skipper auch kinderfreundlich sein würden. Und wir wurden nicht enttäuscht: nach einer langen, von Staus, Unfällen und Nicolas‘ Wutattacken bezgl. italienischem „Fahrstil“ begleiteten Reise über Italien und Slowenien, durften wir unseren Skipper Marko (https://www.deinskipper.at/) begrüssen und unser Boot für die nächste Woche übernehmen. Wobei der Begriff „Boot“ bei einem neuen Katamaran wohl etwas untertrieben ist… „Schwimmende Wohnung mit jedem Komfort“ würde es wohl besser treffen, wenn man neben der Standardausstattung auch einen Geschirrspühler, einen Kaffevollautomaten, Satelliten-TV in Salon und Kajüte (nicht, dass wir den gebraucht hätten), einen speziellen, schiffstauglichen Holzkohlegrill oder so etwas Dekadentes wie eine Eiswürfelmaschine dabei hatten. Ausserdem gab es so viel Platz, dass Alvin seine eigene Kajüte hatte. Damit er in seinen jungen Jahren nicht im Schlaf aus dem Bett fällt und sich am Morgen nicht durch das grosse Doppelbett erschreckt, haben wir sein Baby-Schlafzelt mitgenommen und dieses mit Spanngurten auf der Matratze befestigt. Als Sicherheitsmaterial für Babys haben sich ausserdem das Reisebett (umfunktioniert zum Laufgitter), das an jedem Tisch montierbare Kindersitzchen, sowie die Babyschwimmweste erwiesen. Trotz viel Auslauf auf dem Boot kam es so nie zu brenzligen Situationen und der Kleine konnte sich täglich genug bewegen.

Zum allgemeinen Wohlbefinden und der Erholung hat auch unser Skipper Marko wesentlich beigetragen: geduldig und mit viel Ausdauer hat er uns bezgl. Skills weitergebracht und uns praktisch alle Manöver unter seiner Aufsicht selbst ausführen lassen. Und auch Alvin war von seiner freundlichen und ruhigen Art sehr angetan. An dieser Stelle noch einmal ein herzliches Dankeschön an dich, Marko! Als Randnotiz / Anmerkung: einige der Fotos in Jennys‘ Beiträgen sind auch von Marko und wir dürfen diese mitverwenden.

Etwas Pech hatten wir mit dem Wetter: geregnet hat es zwar selten und grösstenteils schien sogar die Sonne, der liebe Wind aber tat alles andere, als was man für „richtiges“ Segeln gebraucht hätte: vier Tage praktische Windstille waren gefolgt von drei Tagen der gefürchteten Bura/Bora, einem kalten, aus Norden kommendem Fallwind mit Böen von bis zu 250 km/h… mit einem Katamaran oft unmöglich zu segeln. Und so mutierte unser Törn eher zu einem Motorboot-Trip, was dank der abwechslungsreichen Inseln, dem meist spiegelglatten und warmen Meer (wir gingen dreimal baden), der netten Küstenstädtchen und den „Stiegenwirten“ (besitzen ein Restaurant; um Kundschaft anzulocken wurden Bootsstege gebaut, welche man kostenlos über Nacht nutzen darf, wenn man im Lokal isst) aber nicht weiter schlimm war. Und als ob das Wetter unseren Wunsch nach Prüfung der Seetauglichkeit der gesamten Familie gehört hätte, gabs am letzten Tag noch ordentlich Wind (nicht segelbar) und höhere Wellen. Fazit: alle einschliesslich Alvin sind seetauglich, wobei er und Nicola durch das Geschwanke sogar sanft in einen Schlaf gewiegt wurden und einen Teil der Überfahrt verschlafen haben. „Seetaufe“ bestanden, wir segeln als Familie weiter.

Um den Rückweg in Etappen zu unterteilen und noch etwas mediterranes Landleben zu geniessen, haben wir nach dem Törn noch eine Woche Ferien in einem Appartment in Jesolo in der Lagune von Venedig angehängt. Da das Saisonende bereits nahe und das Wetter auch eher nicht mehr für das Baden geeignet war, haben wir die Annehmlichkeiten eines Touristenortes genutzt, Strandspaziergänge und Fahrradtouren gemacht, die zahlreichen Kinderspielplätze erkundet, das örtliche Aquarium besucht oder einfach nur das gute Essen und den Wein genossen. Dank Familienappartment mit getrenntem Schlafzimmer für Alvin und Wohnzimmer ist auch genügend Platz zum Spielen gewesen. Highlight der Woche war sicherlich der Tagesausflug nach Venedig: nimmt man den öffentlichen „Wasserbus“ von Punta Sabbioni aus, kommt man stressfrei direkt zum Markusplatz und fährt dabei erst noch von der schönen Seite der Lagune ein. Wir hatten uns geistig bereits auf die vielseits verwunschenen Touristenhorden in der Lagunenstadt eingestellt, insbesondere da sich an diesem Tag der Herbst von seiner schönsten Seite gezeigt hat. Doch was war denn das? Ja, es waren Leute da und ja, in einigen Gässchen konnte es etwas voller werden aber der Markusplatz selbst war eher spärlich „besiedelt“ und wir konnten sogar spontan den Dogenpalast besuchen, ohne uns anzustellen! Normalerweise soll man hier mehrere Stunden warten müssen. Bei soviel Glück hatten wir auch genug Zeit, um einen Kaffee an der Piazza zu trinken (teuer, dafür kriegt man Livemusik, livrierte Kellner und einen Ausblick auf den Platz geboten), Tauben zu jagen (Alvin), in den Gässchen zu flanieren und uns einen riesen Muskelkater einzufangen (Alvin mitsamt Wagen bei jeder Brücke und Treppe – und davon gibt es in Venedig unzählige – hoch und runter tragen).

Jesolo by Jenny: Tiere am Spiess oder als Spielkameraden

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Anfahrt nach Jesolo (Italien), unterwegs genossen wir in Slowenien Spanferkel

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Verschiedene Ausflüge in Jesolo: Fahrradtour entlang der Laguna, im Tropicarium mit extrem schönen Schmetterlingen oder auf diversen Spielplätzen am Strand. Alvin liebte es, die vielen blinkenden und fahrenden Bahnen zu erkundschaften und das italienische Essen war einfach hervorragend

In Venedig

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Einfahrt in Venedig mit dem Schiff von Jesolo kommend, da stand die grösste Segeljacht der Welt (“SY A”)

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Einfach super, dieses Wetter!

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Während dem Mittagsschlaf von Alvin besichtigten wir den Dogenpalast mit seinen gigantischen Malereien an Wänden und Decken

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Flanieren auf dem Markusplatz, mit Kaffee, Tauben und Livemusik

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Wir genosen die vielen kleinen Gässlein mit spannenden Begegnungen und so gingen unsere Ferien viel zu schnell zu Ende.

Segeltörn Nordkroatien by Jenny: Schwimmendes Hotel

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Ankunft auf der Halbinsel KRK in Nordkroatien in der Marina Punat

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Kennenlernen von unserem Skipper Marco (www.deinskipper.at) und Entgegennahme des tollen Katamarans “Idefix”

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Alvin vergnügte sich noch auf dem Spielplatz in der Marina, bis alles Gepäck auf dem Kat verräumt war

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Die Route ist geplant für morgen und wir genossen einen schönen Sonnenuntergang

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Abfahrt mit schönstem Wetter, nur leider kein Wind zum Segeln

Das Meer wahr so ruhig, wie ein See

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Ankunft beim Stiegenwirt (gratis Anlegeplatz, wenn man beim Wirt essen geht). Wir genossen das Baden und das gute Essen, das Wasser war in Richtung Land so flach, dass Alvin im Schwimmring umherspazieren konnte und Spass an den diversen farbigen Bojen hatte. 

Vogelperspektive vom Stiegenwirt aus gesehen

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Am nächsten Tag ging es genauso weiter mit dem super Wetter und wir konnten sogar für kurze Zeit segeln

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Marko hatte da einen super Tipp mit einer kleinen Bucht: dort vergnügten wir uns mit den 20 PS des Beibootes, dem Grill, dem Sonnenuntergang und einer kleinen Taucheinheit, weil der Kohlehalter des Grills ins Meer hüpfte Winking smile

Traumplätzchen

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Fahrt Richtung Mali Losinj, endlich hatte es Wind und 3 Meter hohe Wellen, nur war dieser leider sehr stark und für den Kat damit unsegelbar

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Cäptn Nicola fahrt in den Hafen von Mali Losinj ein

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Süsses Hafenstädtchen, mit vielen farbigen Häusern. So haben wir den Abend mit gutem Essen ausklingen lassen und werden den Törn mit der ganzen Familie in super Erinnerung behalten.

Korsika: Der Melonentiger

Zum ersten Mal seit Alvin auf der Welt ist, sind wir als Familie ausserhalb der Schweiz in die Ferien gefahren und auch zum ersten Mal länger als nur ein paar Tage. Weil wir mit dem Kleinen in seinem ersten Lebensjahr nicht fliegen wollen, haben wir lange Auto- und Fährfahrten in Kauf genommen. Der junge Mann hat sich aber sehr gut gehalten – sprich den grössten Teil der Fahrt verschlafen Smile

Am Ziel angekommen, musste natürlich sofort die grosse weite Welt und das “grosse neue Haus” entdeckt werden. Und so verbrachten wir den grössten Teil unserer Ferien mit Spielen, Baden, am Strand oder beim Essen der guten lokalen Speisen. Alvins Favorit: Melonen. Egal ob gross, klein, Honig- oder Wassermelone, er hätte sich wohl in den zwei Wochen am liebsten ausschliesslich von den süssen Früchten ernährt.

Und so haben wir die Erholung genossen und freuen uns, den nächsten Level an Familienferien bald in Angriff zu nehmen: einen Segeltörn. Und wer weiss, vielleicht bringt uns ein Schiff eines Tages ja nach Bonifacio, der wohl schönsten Stadt der Insel mit definitiv einem der schönsten Jachthäfen am Mittelmeer.

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Unsere Unterkunft auf Korsika mit direktem Strandblick und -zugang

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Ausflug in die Hafenstadt Bonifacio, eine der schönsten uns bekannten Hafenstädte und vielleicht auch eine, welche wir mit dem Segelboot anlaufen, sobald Alvin seetauglich ist

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Wir genossen alle zusammen den Strand. Alvin unternahm seine ersten Schwimmversuche in den Wellen und hatte viel Spass beim “Sändele”

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Vor der Rückfahrt nachhause erlebten wir einen sehr schönen Sonnenaufgang und wir freuen uns schon wieder auf unsere nächsten Ferien Smile

Balkanreise by Nicola: pure Emotionen

Wenn es in der Schweiz um das Thema „Balkan“ geht, scheiden sich die Geister und es werden aufgrund von eigenen Erfahrungen mit Auswanderern aus dieser Region bzw. deren (Schweizer) Kinder, (Räuber-)Geschichten anderer Personen, Klischees oder Medienberichten die kontroversesten Diskussionen losgetreten. Wir hatten viel von der Schönheit dieser Gegend gehört und wollten uns selbst davon überzeugen, was alles an dem dran ist. Und eines vorweg: so manches Klischee trifft zu, andere wiederum so gar nicht.

Da wir aufgrund von Jennys‘ fortgeschrittener Schwangerschaft vom ursprünglichen Plan, unseren Roadtrip mit einem weiteren Segeltörn zu verbinden, wieder abgekommen sind, haben wir uns für Podgorica als Ausgangspunkt für unsere knapp dreiwöchige Reise entschieden. Im Gegensatz zu den „einschlägigen“ Flughäfen der Region, wie Split oder Dubrovnik, ist der Flughafen der Hauptstadt von Montenegro eher beschaulich und mit knapp zwei Dutzend Flügen pro Tag nicht besonders stark frequentiert, bietet jedoch ausgesprochen günstige Direktflüge von und nach Zürich. Ausserdem würde unser abschliessender Strandurlaub auch in Montenegro stattfinden, wodurch wir schnell wieder beim Flughafen wären.

Da ein öffentliches Verkehrsnetz in den Ländern Ex-Jugoslawiens abgesehen vielleicht von den grossen Städten non-existent ist, haben wir bereits im Vorfeld einen Mietwagen gebucht. Obwohl extrem gut versichert (von den totalen Mietkosten haben Versicherungen mit etwa 70% zu Buche geschlagen), ist der Mitarbeiter am Schalter der Vermietungsfirma merklich erbleicht, als er auf seine Frage, ob wir gedenken, das nagelneue Auto (800 KM auf dem Tacho) in ein anderes Land zu nehmen, mit „Bosnien“ und „Kroatien“ geantwortet haben. Und natürlich hat er uns postwendend einen Zuschlag für „das Führen eines Mietwagens in Ländern in welchen dies gemäss AGB nicht erlaubt ist“ aufgedrückt und einen dubiosen Stempel in den Mietvertrag gestampft. „Das kann ja heiter werden“, haben wir uns gedacht und wären – trotz aller Vorsicht – beim Ausfahren aus dem Flughafengelände schon fast gerammt worden. Diese Rücksichtslosigkeit und den Egoismus im Strassenverkehr, welche die Einheimischen (übrigens sehr oft auch mit CH-Nummer und BMW oder Merz) hier an den Tag legen, sollte uns während der ganzen Reise begleiten und regelmässig dazu führen, dass Nicola fast einen Herzinfarkt gekriegt hätte. Klischee Nr. 1: leider bestätigt.

Die ersten beiden Tage haben wir in der Umgebung von Podgorica verbracht, um uns zu akklimatisieren und einen Abstecher zum Skadar-See zu machen. Der grösste See des Balkans und seine Umgebung stehen unter Naturschutz und können nur mit geführten Bootstouren und unter Bezahlung einer Eintrittsgebühr in das Reservat angeschaut werden. Das Ganze ist jedoch äusserst lohnenswert, da der See zu grossen Teilen von Seerosen überwachsen ist, welche während unseres Besuchs gerade in Blüte standen. Ausserdem wird auf der Rundfahrt auch ein Badestopp gemacht, welcher eine willkommene Abkühlung von den schwülen Temperaturen bietet (gemäss Guide kann es im Sommer bis zu 45 Grad heiss werden). Da unser junger Guide auch sehr gut Englisch gesprochen hat, haben wir von ihm viel Wissenswertes rund um Montenegro und dessen Geschichte erfahren, so zum Beispiel auch, dass sich das kleine Land in den ganzen Jugoslawienkriegen mehrheitlich rausgehalten hat, dass die Regierung heute gerne in die EU möchte, obwohl die Bevölkerung dem skeptisch gegenüber steht (sie befürchten insbesondere hohe Zölle auf den hier ach so wichtigen Tabak) oder dass das Nachbarland Albanien und insbesondere dessen Einwohner als verrückt angesehen werden (sollten wir immer wieder hören).

Unsere erste lange Fahrstrecke sollte uns in etwa drei Stunden zum zweiten Etappenziel bringen: nach Mostar in Bosnien & Herzegovina. Die Betonung liegt hier ganz klar auf „sollte“: schlechte Strassen, welche auch noch unvermittelt und ohne Vorankündigung gesperrt werden, enorm zeitraubende Grenzübertritte zwischen den Ländern, Tiere auf der Strasse (Nicola hat fast einen Truthahn überfahren), plötzliche, sintflutartige Regenfälle oder Stau wegen Motorüberhitzung oder Unfällen haben uns bereits am ersten Fahrtag gelehrt, dass vernünftige Zeitschätzungen beim Verkehr hier wohl nicht möglich sind. Und so sind wir dann nach viereinhalb Stunden in Mostar angekommen… Die Stadt selbst entlohnte uns mit ihrer wunderschönen Altstadt, der weltbekannten Brücke und dem exzellenten Essen mehr als nur für die Strapazen. Da es auch einige lohnenswerte Ausflüge in der Region gibt – z.B. die Kravice-Fälle – und man in den Kriegsmuseen sehr viel Wissenswertes rund um den tragischen Konflikt in Bosnien lernen kann, können wir die Gegend sehr empfehlen. Punkto Essen. Klischee Nr. 2 „man isst hier (fast) nur Cevapcici“ hat sich bisher (in einem sehr positiven Sinn) ebenfalls erfüllt: solche riesigen und wohlschmeckenden Fleischportionen wie hier, kriegt man fast nirgends auf der Welt. Und wenn die Portionengrösse wieder einmal völlig over the top war, kann man sich das Ganze einfach einpacken lassen und einem der zahlreichen Bettler vorbeibringen (die Stadt ist auch heute noch in vielerlei Hinsicht vom Krieg geprägt).

Auf der Fahrt von Mostar nach Split, wo wir auf eine Fähre zur Insel Vis einschiffen wollten, wird dann mit jedem Dutzend zurückgelegte Kilometer mehr ersichtlich, dass es Kroatien wirtschaftlich wesentlich besser geht und die Bedeutung des Tourismus weitestgehend erkannt wurde: gut ausgebaute Autobahnen, ein besserer Umgang mit der Natur (in Montenegro und Bosnien werden Abfälle einfach dort fallengelassen, wo man sich gerade befindet und kleine Katzen welche in Restaurants um Futter betteln werden von Kindern gestreichelt oder geschlagen, wie es gerade beliebt und die Eltern schauen einfach zu, etc.), aber auch ein merklich höheres Preisniveau stechen im Staat mit dem grössten Teil der Adria-Küste ins Auge. Da könnte man meinen, dass die Einschiffung in der grössten Stadt im Süden Kroatiens einigermassen gut organisiert wäre. Zum Glück hatten wir, gemäss Faustregel von unserer Reise nach Bosnien, bereits 20% Extra-Zeit eingerechnet und diese nicht für die Fahrt selbst gebraucht. So konnten wir auch den einstündigen (!!!) Stau auf den letzten zwei Kilometern zum Hafen verkraften, ohne die Fähre zu verpassen (Grund für den Stau war übrigens, dass alle Einheimischen auf der Gegenspur oder „Schleichwegen“ nach vorne fahren und dort einfach reinquetschen, ohne Rücksicht auf Verluste).

Vis selbst gilt als eine der ruhigsten Inseln vor Split, da nicht wirklich partytauglich (die Nachbarinseln Hvar und Brac werden in der Hochsaison von feierwütigen Jugendlichen förmlich überrannt). Und weil selbst die einzige Sehenswürdigkeit, welche wir uns fix eingeplant hatten, während der Saison von Tagestouristen überschwemmt wird und die Preise für eine sechsminütige Besichtigung inkl. Bootstransfer entsprechend exorbitant sind (die Kroaten haben ein sehr ausgeprägtes Gespür für Angebot und Nachfrage), haben wir die drei Tage/Nächte vor allem relaxed und einfach nichts getan.

Die so angesammelte Energie konnten wir gut für die folgende Reise nach Dubrovnik (eine Enklave von Kroatien, d.h. man reist aus Kroatien aus und nach Bosnien ein und dann wieder zurück nach Kroatien), sowie die Besichtigung dieser altehrwürdigen und in neuerer Zeit insbesondere aus Game of Thrones bekannten Stadt gebrauchen. Und obwohl Dubrovnik zweifellos DER Touristenmagnet in der Gegend ist, sollte man sich davon nicht abschrecken lassen und ein, zwei Tage in und um die wunderschöne Altstadt verbringen: „rein, schauen, raus“ oder so…

Nach drei Ländern und dem ganzen Sightseeing war für die Schwangeren Strandurlaub angesagt. Nur, wo zum Teufel gibt es hier „richtigen“ Strand, d.h. mit Sand und nicht Kies? Wir wussten das natürlich und haben bereits im Voraus ein Häuschen in der Region des absoluten Geheimtipps in Europa, was Strandferien anbelangt, gebucht: Ada Bojana, ein Naturschutzgebiet auf einer Insel, von einem Flussarm getrennt von Montenegro und von einem anderen von Albanien. Dort wo der Fluss ins Meer fliesst, erstreckt sich ein 18 Kilometer langer und bis zu 400 Meter breiter Sandstrand aus feinstem, schwarzem Sand. Was noch besser ist: man kann sich tolle „Wasserbungalows“ entlang des Flusses mieten, von deren Terrassen man direkt in das kühle Nass springen kann. Eine riesige Kite-Only-Zone mit 90% Windwahrscheinlichkeit im Sommer gibt es auch und an jeder Ecke steht ein tolles Restaurant mit herrlichem frischen Fisch. Wenn man am Wochenende nicht gerade lärmempfindlich ist (das junge Partyvolk von Montenegro lässt es dann gerne am Strand oder in dem Flusshüttchen krachen), der absolute Traum!

Entsprechend endet hier unser Beitrag auch mit Klischee Nr. 4 und 5: wir wurden von der Schönheit der Gegend nicht enttäuscht und können sie ebenfalls nur loben. Auch die Menschen hier sind in einem positiven Sinn sehr emotional: wenn nicht gerade gegen alle gewettert wird, obwohl man selbst als einziger Esel in eine offensichtliche Einbahnstrasse gefahren ist und alle anderen blockiert, es aber nicht so sehen will, sind die Leute sehr herzlich, zuvorkommend und kontaktfreudig. Und kochen können die! Wir haben nie schlecht gegessen.

Unser Gesamtfazit: hinfahren, geniessen und einfach vor jeder Autofahrt ein Valium schlucken.

Balkanreise by Jenny: Ein kleine Traumdestination “Ada Bojana”

Mostar (Bosnien)

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Guter bosnischer Kaffee direkt am Fluss Neretva

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Kravice Wasserfälle, ohne Touristen (gibt es nur morgens um 08 Uhr)

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Romantischer Blick auf die Stari Most (weltbekannte Brücke)

Insel Vis (Koratien)

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Die Seele baumeln lassen

Dubrovnik (Kroatien)

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Jeder Fan von Game of Thrones kennt “Kings Landing”, ääähh Dubrovnik, natürlich

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Die Kroaten haben den WM-Halbfinal gewonnen

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Gemütliches Kaffeetrinken mit den zwei lustigen Musikanten

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Ein etwas anderer Hamburger über den Dächern von Dubrovnik, mhhhhh

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Die Reise nach Montenegro mit einer Abkürzung über die Autofähre

Montenegro

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Ein super Tag auf dem Skadar-See

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Deltarundfahrt um Ada Bojana

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Der perfekte Kite Strand für Nicola

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Und so gingen unsere letzten Ferien zu zweit mit Sonne, Strand, Fluss, gutem Fisch und Sonnenuntergänge in Ada Bojana, wo wir in einem Flusshüttchen übernachteten, zu Ende.

 

Zusammenfassung Balkanreise 2018 Jenny & Nicola

Balearentörn & Menorca by Nicola: Segeln kann auch relaxter sein

Mit dem erfolgreichen Bestehen der theoretischen Hochseeprüfung Anfang April, steht dem Sammeln der verbleibenden 750 Seemeilen zum Erhalt des Scheins nichts mehr im Weg. Da wir bereits auf diesen Umstand spekuliert hatten, nutzten wir die Zeit mit den vielen Feier- und Brückentage rund um den ersten Mai und Auffahrt für unseren zweiten Törn. Als Destination hatten wir uns diesmal für die Balearen entschieden.

Nach einem verspäteten Flug (wird ja für uns schon fast zur Gewohnheit), haben wir unseren Skipper und den weiteren Mitsegler in der Marina El Arenal getroffen. Es folgten Einkauf, eine sehr umfassende Sicherheitseinweisung und generelle Einführung zu unserer Benetau Cyclades 50.5, sowie die Besprechung der Route. Weil gemäss Wettervorhersage für die ersten beiden Tage zwar starker, aber auf die Ostseite von Mallorca beschränkter Wind angekündigt wurde, haben wir uns entschieden, aus «Rund um Mallorca» ein «Rund um die Hälfte von Mallorca und Menorca» zu machen und insbesondere die Ostküste von «Malle», sowie West- und Südwestküste der kleinen Schwesterinsel anzusteuern. Als Abschluss sollte die «Isla Cabrera», ein Naturschutzgebiet südlich von Mallorca dienen.

Was im Vergleich zum letzten Törn auf den Kanaren doch schockierend anders war, war das Preisniveau für Anlegeplätze im Hafen: Teneriffa, etc. um Weihnachten (!!!): durchschnittlich 30 bis 35 Euro; Mallorca / Menorca im Frühling, kurz vor Saisonbeginn: 80 bis 130 Euro! Entsprechend kam es allen sehr gelegen, dass die beiden Inseln viele wunderschöne Buchten haben, in welchen kostenloses Ankern erlaubt ist. Wir haben uns deshalb auf drei Übernachtungen in Häfen beschränkt und stattdessen viermal in traumhaften Buchten geankert, was nicht nur klare Sternenbeobachtung in der Nacht ermöglichte, sondern auch zum einen oder anderen witzigen und unvorhergesehenen Ereignis führte, so z.B. dem Ertappen eines Pärchens inflagranti, welches sich frühmorgens vermeintlich unbeobachtet leidenschaftlich am Strand paarte

Da es nicht unser erster Törn war, gab es selbstverständlich auch viele bereits bekannte Dinge: Knoten repetieren und anwenden, bei Manövern tatkräftig unterstützen, aber auch am ersten Tag bei kräftigem Seegang die Fische mit halbverdautem Mageninhalt füttern Lag bei Jenny aber evtl. auch an der Tatsache, dass sie einen «blinden Passagier» mitträgt und sich dadurch auch bei der Mitarbeit auf dem Schiff sehr stark zurücknahm (und Ablenkung senkt ja bekanntlich die Wahrscheinlichkeit von Übelkeit auf See).

Der lehrreiche Spass war nach einer Woche und knapp 210 Seemeilen aber leider auch schon wieder vorbei. Nachhause ging es für uns aber noch nicht, da wir eine Verlängerungswoche auf Menorca eingeplant hatten. Diese stand ganz im Zeichen der Erholung, des Geniessens und einiger kurzer Ausflüge, z.B. nach Ciutadella, zweitgrösste Stadt der Insel und eine Art «Mini-Bonifacio». Höhepunkt war aber zweifellos die Tagesmiete eines sportlichen Motorboots, mit welchem wir die schönsten Buchten angefahren sind.

Wir freuen uns schon auf die verbleibenden 550 Seemeilen und natürlich auch auf die nächsten Ferien.