Buenos Aires by Nicola: Frisches und totes Fleisch

Wegen der massiven Verspätung der Maschine von der Osterinsel nach Santiago de Chile verpassten wir natürlich auch unseren Anschluss nach Buenos Aires…zwar war dies nicht allzu tragisch – die Fluggesellschaft buchte uns rasch auf den nächsten Flug um – die Müdigkeit wurde aber immer grösser. Der einzige Vorteil am Ganzen war, dass wir dank Tageslicht in den Genuss des majestätischen Anblicks der Anden kurz nach Sonnenaufgang kamen und ausserdem nicht Mitten in der Nacht in Buenos Aires landeten, wodurch uns eine vermeintlich gefährliche Situation erspart blieb (man hört immer wieder von Reisenden in Südamerika, dass sie des Nachts überfallen wurden).

Todmüde und völlig fertig kamen wir im gebuchten Hostel an und waren, nachdem wir uns nach Australien und Polynesien langsam mit dem Gedanken angefreundet hatten, dass es wohl keine guten und gleichzeitig günstigen Unterkünfte mehr geben würde, positiv überrascht: zentral in einem guten Viertel gelegen und mit grossen, sauberen Räumen ausgestattet, bot uns dieses Studentenwohnheim ein angenehmes Zuhause für die nächsten sieben Tage. Dies war uns umso willkommener, als dass wir immer noch unter den (hoffentlich) letzten Nachwirkungen einer Krankheit litten, welche uns seit Borneo immer wieder heimgesucht hat (zum letzen Mal auf der Osterinsel) und wir deswegen leider auch den geplanten Abstecher zu den Iguazu-Fällen im Norden des Landes zu Gunsten eines längeren Aufenthalts in Buenos Aires streichen mussten. Naja, immerhin können wir so eine weitere Destination auf unsere Liste zukünftiger Reiseziele hinzufügen Zwinkerndes Smiley

Die gute Lage in der unmittelbaren Nähe zu grösseren Shoppingmalls, öffentlichen Einrichtungen, der U-Bahn und zahlreichen Restaurants erlaubte uns darüber hinaus, noch so einige Dinge zu erledigen: so begaben wir uns wieder einmal auf die Suche nach einer Post, neuen Trekkingschuhen für Jenny, einer argentinischen SIM-Karte, USB-Sticks zur Sicherung der Photos, etc., wobei all diese Dinge in dieser Stadt eine unheimliche Menge an Zeit verschlingen, da sie sehr unübersichtlich und verhältnismässig chaotisch ist, Beamte hier extrem pingelig und bürokratisch sind (so darf ein Postpaket z.B. nur verschickt werden, nachdem es in spezielles Packpapier eingewickelt wurde, welches es aber natürlich nicht in der Post selbst zu kaufen gibt…) und südamerikanische Firmen und Institutionen den Hang dazu haben, bei der Selbstdarstellung zu übertreiben (um Antibiotika für die Behandlung unserer “Tropenkrankheit” zu erhalten, suchten wir einen Arzt im “deutschen Hospital” auf, welches sich im Internet als moderne Privatklinik mit deutsch- und englischsprachigen Ärzten ausgibt. Erstere sind in Realität gar nicht zu finden und sogar Englisch sprechen nur etwa 10%). Zum Glück hatten wir jetzt ja aber sieben Tage Zeit!

Zusätzlich kam uns die Tatsache zugute, dass die Hauptstadt Argentiniens hässlich ist! Punkt. Die Architektur des durchschnittlichen Viertels gleicht einem Plattenbau in der Sowjetunion und die Sehenswürdigkeiten sind auf einige wenige Gegenden beschränkt. Eine davon, der “Cementerio de la Recoleta”, hat uns aber trotzdem mit seiner imposanten Bauweise beeindruckt: es handelt sich dabei um den Friedhof der Schönen und Reichen, welche auch nach ihrem Ableben nicht auf einen luxuriösen “Lebensstandard” verzichten möchten und dafür tief in die Taschen greifen. Die aufwändigen und individuell ausgestalteten Familiengräber, oftmals mehrere Meter hoch und mit der Fläche einer kleinen Wohnung, suchen ihresgleichen.

Mindestens genau so viel Ehre gebührt einem anderen Stück Fleisch: ganz frisch und noch etwas blutig wird es einem in den zahlreichen Restaurants der Stadt serviert. Die Rede ist vom “Lomo”, dem weltbekannten argentinischen Steak. Ganz ohne Sauce und nur mit Beilagen aufgetischt, ist es trotzdem extrem geschmackvoll und speziell Nicola konnte nicht genug davon kriegen. Allerdings gilt es zu beachten, dass man sich gar nicht erst die Mühe macht, vor acht Uhr bei einem Restaurant aufzukreuzen. Die öffnen nämlich erst dann!

Auch die nächste “Sehenswürdigkeit” von Buenos Aires ist weltbekannt, muss aber hautnah erfahren werden, um sie vollständig zu begreifen und zu geniessen. Wir sprechen hier von Anmut, Emotionen und Erotik! Wer nun an Stripclubs oder dergleichen denkt, hat weit gefehlt. Wir erlebten Tango! Und dies gleich in mehrfacher Weise: erstens besuchten wir eine Tangoshow (gehört zum Standardprogramm eines Touristen), guckten den verschiedensten “Strassentänzern” zu (nicht mehr ganz so üblich) und…besuchten selbst einige Tangolektionen. Obwohl wir vom Gesehenen noch weit entfernt sind, wurden wir “bekehrt” und sind nun Fans des argentinischen Nationaltanzes (wer eventuell auch einmal in Buenos Aires weilt und dieselbe Erfahrung machen möchte, dem können wir Christian von Tango Piola http://www.tangopiola.com/ sehr empfehlen).

Am Tag vor unserer Weiterreise statteten wir dem Quartier “La Boca” einen Besuch ab. Dieses ist bekannt wegen seiner vielfarbigen Häuser und den zahlreichen Strassenartisten und –tänzern. Allerdings ist es von sehr armen Gegenden umgeben, von deren Durchquerung zu Fuss stark abgeraten wird, da immer wieder Touristen ausgeraubt werden. Natürlich konnten wir es trotzdem nicht lassen und haben uns die Kosten fürs Taxi gespart Smiley Allerdings nur auf dem Hinweg… Die passierten Viertel machten auf uns nämlich tatsächlich nicht den besten Eindruck und wir würden jedem raten, nach Einbruch der Dunkelheit ebenfalls das Taxi zu benutzen.

Und wenn wir schon einmal beim Thema Sicherheit sind: wie sieht es denn nun damit aus? Ist es tatsächlich so gefährlich, wie man immer wieder hört? Das erste einmal vornweg: Jede Grossstadt auf der Welt ist nicht ungefährlich. Ausserdem liegt es in jedermanns Hand, das Risiko eines Raubes erheblich zu vermindern, wenn man gesunden Menschenverstand walten lässt (keinen teuren Schmuck tragen, einige Brocken der einheimischen Sprache sprechen, damit man nicht sofort als “reicher” Tourist erkannt wird, schlechte Viertel meiden, vor allem nach Einbruch der Dunkelheit, etc.). Berücksichtigt man diese Regeln, ist Buenos Aires aus unserer Sicht weniger gefährlich als bspw. Delhi… Wenn man allerdings die Vorsichtsmassnahmen der Einheimischen anschaut – 24-Stunden-Security in fast jedem Haus, fast schon paranoide Verhaltensweisen beim U-Bahn-Fahren, Uhrengeschäfte, welche jeweils nur einen Kunden gleichzeitig hereinlassen, etc. – macht man sich schon seine Gedanken…

Buenos Aires by Jenny: Ein Tango hat selbst auf einem Grab Platz (Peter Rudel)

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Steckdose gefunden Smiley                             Flug über die Anden

Cementerio de la Recoleta

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Familiengräber der Reichen in prunkvollen Häuschen

Das Viertel “La boca”

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Viele farbige Häuser mit “Tango-Strassenartisten”

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Platz der vereinten Nationen                       Die ersten Tangoversuche

So sieht es heute aus

So soll es einmal aussehen

Osterinsel by Nicola: Steinreich, ansonsten aber eher arm

Der Ort des Geschehens – der Pazifik – blieb bei unserem nächsten Ziel derselbe; verändert hat sich nur die Sprache: “Buenos dias” statt “Bonjour”, “Gracias” statt “Merci”; Südamerika, wir sind da! Zwar ist die Osterinsel noch kein typisches Beispiel lateinamerikanischer Lebensart, einige – teilweise sehr prägnante – gibt es aber: erstens nimmt sich hier kein Beamter zu wichtig – der Zollbeamte am Flughafen trug ein Poloshirt und Pferdeschwanz und hatte auch nichts dagegen, dass wir das Einreiseformular erst bei ihm am Schalter ausfüllten, obwohl hinten ca. 50 Personen angestanden sind – zweitens steht hier keiner vor acht Uhr auf, drittens reitet man(n) hier hoch zu Ross in den Ausgang und viertens gibt es im kleinen Supermarkt nicht nur Dosenfutter zu kaufen! Alles sehr sympathische Unterschiede.

Von all den Konservierungsstoffen und dem polynesischen Vitaminmangel geschwächt, konnte auch das seit langem erste reichhaltige Abendessen nicht verhindern, dass wir den nächsten Tag mit leichtem Fieber im Bett verbrachten. Und so fand die geplante Mountainbike-Tour dann eben am Folgetag statt. Das war aber auch gut so, räumte die Osterinsel bei dieser Gelegenheit doch gerade mit einem weiteren Bild auf, welches wir bisher von pazifischen Inseln hatten: statt wie gewohnt locker mit einem alten Drahtesel bei hohem Tempo über eine weitgehend flache Strecke zu radeln, quälten wir uns – mit einem modernen Fahrrad wohlbemerkt – bergauf und –ab, durch tiefe Wasserlöcher (hier Pfützen genannt) und über Steine, welche fast so gross waren wie die Sehenswürdigkeiten selbst. Und wenn es dann ausnahmsweise einmal bergab ging, war der Gegenwind so enorm, dass wir den Hügel fast wieder rückwärts hochgeschoben wurden. Dafür entschädigt wurden wir mit dem Anblick der beeindruckenden Steilküste, dem klaustrophobischen Abstieg in eine Höhle mit “Fensterchen” aufs Meer und natürlich den ersten “Moais”, den weltbekannten “Steinköpfen”. Diese wurden vermutlich ungefähr 1400 errichtet und dienten höchstwahrscheinlich einem alten Totenkult. Allerdings sind sich auch Wissenschaftler darüber bis heute nicht einig.Von den ursprünglich mehr als 800 Statuen existieren heute nur noch ein paar wenige, da sie während wiederkehrender Unruhen stückchenweise zerstört und erst in jüngster Zeit wieder restauriert worden sind. Die besterhaltenen tragen eine Kopfbedeckung aus einem speziellen Vulkangestein (sog. “Pukao”), eine einzige Figur hat sogar “richtige” Augen.

Von so viel körperlicher Anstrengung und Kultur erschlagen, beschlossen wir, die Umrundung der Insel am nächsten Tag mit dem Motorroller zu absolvieren, statt wie ursprünglich geplant mit dem Fahrrad. Und so kam es, dass wir bei strömendem Regen und entsprechend schlammigen Strassenverhältnissen versuchten, einen Vulkan hochzufahren und dabei kläglich scheiterten. Entsprechend mehr Zeit blieb uns für die Besichtigung weiterer Steinhaufen am Wegesrand, wobei sich einige wohltuend von anderen abheben, z.B. aufgrund ihrer Anzahl oder ihrem Standort (direkt am Meer bzw. am einzigen Strand der Insel). Da wir ausserdem nicht dazu bereit waren, 60 Dollar pro Person an Eintrittsgelder zu bezahlen, blieb uns die “Geburtsstätte” der Moais mit mehr als 300 Exemplaren dieser heiligen Hinkelsteine erspart. Dafür fuhren wir am Ende der Tour dann aber doch noch auf einen Vulkan, wenn auch nicht den anfangs geplanten (dort wurden übrigens früher die “Pukaos” hergestellt; also auch dies ein Herstellungsort von Steinhaufen Smiley).

Fazit der Osterinsel: für Liebhaber antiker Steinansammlungen das Paradies (falls du zu diesen gehören solltest: es gibt sogar Moais unter Wasser, welche man auf speziellen Tauchgängen besichtigen kann), für alle Normalsterblichen eine durchaus interessante Episode und ein lohnenswerter Abstecher – wenn er denn nicht zu lang ist (maximal 3 – 4 Tage).

Umgekehrt scheint uns die Insel nicht  loslassen zu wollen. Anders können wir uns nicht erklären, wieso der geplante Weiterflug am nächsten Tag zuerst sechs Stunden Verspätung hatte, anschliessend die Wartenden gebeten wurden, einzusteigen, nur um sie zehn Minuten später aufgrund technischer Probleme für weitere sechs Stunden wieder auszuladen… Immerhin behalten wir so den unvergleichlichen Sonnenuntergang von Rapa Nui im Gedächtnis.

Osterinsel by Jenny: Ein Stein schleift den anderen

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Moais (Steinköpfe) im Pass und Knochenstücke überall; wo sind wir gelandet?

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Die ersten Moais (unerklärlich entstandene Statuen)    Einer mit Augen aus Korallen

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Mit dem Mountainbike vorbei an wilden Klippen

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Da bin ich ja richtig klein                                               Ein paar Moais am Strand

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Fenster in einer Höhle, durch welche wir durchgekrochen sind mit Taschenlampen

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Geburtsstätte der Moais: aus diesem Vulkan wurden sie gemeisselt

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Unerklärlich rund angeordnete Steine        Entstehungsort der Hüte der Moais

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In Reih und Glied                                Grandioser Sonnenuntergang auf dem Rollfeld

Fakarava by Nicola: Vergiss Bora Bora

Nach Rangiroa konnte es ja nur besser werden. Wie viel besser, haben wir uns aber nicht zu träumen gewagt. Bereits bei unserer Ankunft waren wurden wir von der gebuchten Unterkunft sehr positiv überrascht: die kleinen Bungalows im typisch polynesischen Baustil hatten eine eigene Terrasse, waren sehr sauber und zwar einfach aber durchdacht eingerichtet und gut belüftet. Die beiden Gastgeber – zwei ältere Herren deren grosse Leidenschaft höchstwahrscheinlich gutes Essen und Wein ist – waren sehr freundlich und hilfsbereit und immer für einen dummen Spruch zu haben (Müsterchen gefällig: “Wenn du Wale sehen willst, musst du keinen Tauchgang buchen, sondern durch die Strassen von Papeete (Hauptstadt) gehen. Die laufen dort überall frei herum”; gemeint sind damit übrigens die wohlgenährten polynesischen Frauen). Zusätzlich zum Bungalow waren im Übernachtungspreis auch Fahrräder inbegriffen, von welchen wir als Nicht-Taucher (ja, auch Fakarava ist ein Paradies für Tiefseejunkies) kräftig Gebrauch machten, um das Hauptmotu zu erkunden. Gefunden haben wir die schönsten Strände bisher: weisser Sand, geschwungene Palmen, blaustes Wasser (jaja, soweit alles nichts Neues Smiley) UND super gut erhaltene Korallbäume direkt am Ufer! Schnorchler, auch ihr seit hier willkommen!

Ein ganz besonderes Juwel ist ein weit abgelegener Strand, welcher alle oben genannten Vorzüge vereint, das Ganze einfach in etwas wilderer Form (statt Plastiktüten werden hier Kokosnüsse und Korallreste angespült) und menschenleer. Wo genau dieses paradiesische Stückchen Sand liegt verraten wir aber nicht; das kaufen wir uns nämlich eines Tages Smiley (jaja, der gute alte Grössenwahnsinn lässt grüssen…).

Doch damit noch nicht genug der Höhepunkte: da wir das Glück hatten, schönes Wetter zu haben, konnten wir endlich auch einmal an einer Bootsexkursion ans andere Ende der Lagune teilnehmen (ist bei allen Tuamotus in der Regel der besser erhaltene, weil unberührtere Teil). Diese umfasst auf Fakarava das Schnorcheln am südlichen Durchbruch zum Pazifik, wo man sich ganz gemütlich mit der Strömung an Napoleon-Fischen und unzähligen Haien vorbeitreiben lassen kann – eben ein richtiges “Hai-Light” – und ein gemütliches Barbecue bei den “Sables Roses”, einigen kleinen Motus mit rosarotem Sand und – natürlich – Haien. Gutes Wetter, gute Laune, gutes Essen, was will man mehr?

Wenn man in französisch Polynesien nur die Zeit hat, um eine Insel zu besuchen, dann MUSS man Fakarava sehen! Die vielfältigste, schönste und trotzdem nicht sehr touristische Lagune in den Tuamotus!

Fakarava by Jenny: So muss die Südsee sein

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Bei der Landung, Ausschnitte von dem Ring um die riesige Lagune

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Die beste Hütte in Polynesien                                und die schönsten Noten der Welt

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Beim rosaroten Strand im Süden von Fakarava auf einem Motu

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Papageifisch: vorher                                 nachher

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Schwärme von kleinen Fischen bis zu Haien

Einige Eindrücke von der Wasseroberfläche

Essen ist serviert

Haifischschwärme

Eindrücke von der Unterwasserwelt

Gut erhaltene Korallen

Überblick entlang den Korallen im Südpass

Haifischattacke

Unser Traumstrand (weisser feiner Sand, viele Palmen bis ins Hinterland, türkisfarbenes klares Wasser und keine Zivilisation )

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Tschüss Südsee

Kulinarisches von Brunei bis franz. Polynesien

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Was: “Sushi-Sandwiches”
Wo: Brunei
Fazit: Da kann jedes Club-Sandwich einpacken
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Was: Wir nennen es “Koma-Reis” (Reis mit Chicken-Korma aus dem Glas)
Wo: Australien
Fazit: Schmeckt, wie es aussieht
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Was: Reisrollen mit einer Füllung aus süssen Bohnen
Wo: Brunei
Fazit: Köstliche Süssigkeit für zwischendurch
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Was: Ein fieses Beutelmonster
Wo: Australien
Fazit: So viel Abneigung gegen das Leben kann nicht gut schmecken
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Was: Deutsche Hausmannskost
Wo: Weihnachtsbuffet auf Bohol
Fazit: Ein Stückchen Heimat in der Ferne
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Was: “Cappuciono”
Wo: Franz. Polynesien
Fazit: Nespresso mit Sahne als Cappucino zu verkaufen, finden wir einfach frech
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Was: Eine arme Sau
Wo: Weihnachtsbuffet auf Bohol
Fazit: Saumässig gut
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Was: Japanische Instant-Nudeln
Wo: Franz. Polynesien
Fazit: Liebe Japaner, esst ihr das wirklich?
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Was: Westliche Desserts
Wo: Weihnachtsbuffet auf Bohol
Fazit: Wenn wir daran denken, läuft uns das Wasser im Mund zusammen
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Was: Karotten aus der Dose
Wo: Franz. Polynesien
Fazit: Ob da wohl noch Vitamine drin sind?
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Was: Riesen-Burger
Wo: Boracay
Fazit: Vergiss Mc Donalds’
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Was: Mais aus der Dose
Wo: Franz. Polynesien
Fazit: Dosen, Dosen, Dosen
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Was: Macadamia-Nüsse
Wo: Australien
Fazit: Nuss ich haben
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Was: Latschiges Baguette
Wo: Franz. Polynesien
Fazit: Das Brot kommt zwar nicht aus der Dose, gut ist es trotzdem nicht
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Was: Camping-Frühstück
Wo: Australien
Fazit: Da kann der Tag beginnen
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Was: Kuchen-Biskuits
Wo: Franz. Polynesien
Fazit: Und wir dachten, Sand gäbe es nur am Strand
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Was: Gewürze aus der Tube
Wo: Australien
Fazit: Die beste Erfindung dieses Landes
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Was: Undefinierbares Gewürm
Wo: Franz. Polynesien
Fazit: Immerhin gabs den beim Wasserkauf umsonst dazu
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Was: Bierchen
Wo: Australien
Fazit: In jeder Situation Gold wert
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Was: Lamington (Zitronen-Erdbeer-Cake, umhüllt von Schokolade und Kokosstreuseln)
Wo: Australien
Fazit: Die beste Art, Pfunde zuzulegen
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Was: Dessert aus Reis und Kokosmilch
Wo: Franz. Polynesien
Fazit: Natürliche Versuchung
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Was: Kochbananen
Wo: Franz. Polynesien
Fazit: Wenn man einmal das Kochrezept gegoogelt hat, sehr fein
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Was: Hinano (Bier)
Wo: Franz. Polynesien
Fazit: Polynesische Schönheit auf und in der Dose
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Was: Guava
Wo: Franz. Polynesien
Fazit: Und weshalb haben wir meistens Früchte aus der Dose gekriegt?
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Was: Maitai
Wo: Hotel Maitai, Bora Bora
Fazit: Guter Tag (Übersetzung von Maitai aus dem Polynesischen)
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Was: Stein eines genmutierten Riesenavocado
Wo: Franz. Polynesien
Fazit: Gross UND Oho!
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Was: Ananassaft
Wo: Franz. Polynesien
Fazit: Ein Grund, mit Air Tahitit zu fliegen (gibts dort immer zur Erfrischung)

Manihi & Rangiroa by Nicola: Franzosen und andere Haie

Nach den vielen Touristen in Bora Bora, war es Zeit, für das pure Gegenteil: zwei Menschen auf einer einsamen Insel mitten im Pazifik, umgeben von Kokospalmen, Haien und dem wilden Meer, abgeschnitten von der Umwelt und auf sich alleine gestellt… Robinson Crusoe – Feeling pur. Naja, ganz so extrem wars dann doch nicht auf Manihi, aber wir waren so nahe an dieser Realität, wie wohl kein zweites Mal im Leben: es gab – uns eingeschlossen – drei Menschen und einen Hund auf der Insel, die Kokospalmen trugen keine Nüsse mehr und auf einen komfortablen Lebensstandard inklusive Kommunikationsmöglichkeiten mit der Zivilisation für den Notfall mussten wir auch nicht verzichten.

Der Rest jedoch war Tatsache: die Lagune von Manihi liegt inmitten des Pazifik und es gibt – im Gegensatz zu den Gesellschaftsinseln – keine Hauptinsel mehr, sondern lediglich Motus. Da wir auch die Lebensmittel aus Bora Bora mitgebracht hatten (eine gute Entscheidung, wenn der nächste Laden 30 Kilometer entfernt auf einem anderen Motu liegt), waren wir, abgesehen von gelegentlichen “Zustupfen” der Pensionsbetreiberin in Form von frischem Fisch oder Papayas, autarke Selbstversorger. Und ach ja, Haie gabs auch! Wer nun aber denkt, dass man dann aber ja nicht einmal das wunderbar türkisfarbene Wasser geniessen kann, der irrt; die kleinen Riffhaie mit einer maximalen Länge von ca. 2 – 2.5 Metern sind eher scheu und für den Menschen völlig ungefährlich. Wenn man einige Essensreste vom Vorabend übrig hat, dienen sie – zusammen mit tausenden anderen Fischen – eher als begehbares lebendiges Aquarium ohne Glasscheibe!

Und so waren die drei Tage auf Manihi mit Sonnbaden, Schwimmen, Schnorcheln und einem “Motu-Rundgang” (dauert keine Viertelstunde und offenbarte uns die karge und wilde Landschaft der pazifikzugewandten Seite eines Motus) im nu vorbei und wir wurden auch schon wieder von der netten Pensionsbetreiberin in ihrem Speedboat zum Flughafen gefahren.

Rangiroa – seines Zeichens zweitgrösste Lagune der Welt und Heimat der grössten “Stadt” (800 Einwohner) der Tuamotus – war dagegen eine schlichte Enttäuschung. Im Reiseführer gross angepriesen für seine angebliche Vielfältigkeit, ist Rangiroa aber “lediglich” ein Tauchmekka und gefühlt grösste Kolonie der Auslandfranzosen: jeder zweite Einwohner hier ist aus der Grande Nation und anderssprachige Gäste haben wir während sieben Tagen keine einzigen gesehen! Strände und Schnorchelmöglichkeiten, Fehlanzeige! Und wenn man nichts zu tun hat, nicht Mitglied der eingeschworenen Tauchcommunity ist, darüber hinaus leider nicht zur Gattung der Frühaufsteher gehört (hier wird um 06:30 aufgestanden und Frühstück gibts nur bis 08:00) und dummerweise auch nicht bereit ist, so zu tun, als ob die allgemein gesprochene Sprache die schönste der Welt sei, bleibt einem nicht viel anderes übrig, als die Planung für den nächsten Reiseabschnitt – in unserem Falle Südamerika – zu machen oder Filme zu gucken. Da kam es uns gar nicht so ungelegen, dass es fast fünf Tage geregnet und gestürmt hat.

Die einzig wirklich nette Abwechslung, an welcher man auch als Nicht-Taucher teilnehmen kann, ist eine Führung durch eine der lokalen Perlfarmen. Hier erfährt man, weshalb die Südseeperlen als so exquisit gelten und welche Phasen bei der “Produktion” durchlaufen werden:

  • Da Austern einen “verschluckten” bzw. künstlich eingeführten Gegenstand über die Jahre mit zahllosen Schichten an Perlmutt überziehen, wird aus Qualitätsgründen eine gelbe Süsswasserperle aus dem Mississippi als Basis verwendet. Diese muss gegen teures Geld in den USA eingekauft werden.
  • Damit die Farbqualität, welche eine Auster hervorbringt, verbessert werden kann, wird immer wieder eine eigentlich exzellente Muschel “geopfert” und ein spezieller Teil ihres Fleisches in andere Austern initiiert.
  • Die Zuchtaustern selbst dürfen laut Gesetz nur aus der Lagune von Manihi stammen, was den dort ansässigen Farmen eine Art Monopolstellung gibt, welche sie natürlich auch ausnutzen.
  • Nach dem Kauf der Auster wird diese für 2 Jahre “grossgezogen”, bevor sie zum ersten Mal mit einer gelben Perle und einem Stück “Fleisch” befruchtet werden kann.
  • Bis zur ersten “Ernte” dauert es dann drei weitere Jahre.
  • War das Ergebnis befriedigend, d.h. möglichst grosse, runde Perle von guter Qualität und Farbe, wird die Operation ein zweites Mal wiederholt.
  • Die besten aller Austern können sogar noch ein drittes Mal befruchtet werden, wodurch sie innerhalb von 11 Jahren drei Perlen produziert haben.

Höchst interessant und uneingeschränkt zu empfehlen. Und selbstverständlich hat man nach der Tour noch die Möglichkeit, den hauseigenen Shop zu besuchen Smiley

Manihi & Rangiroa by Jenny: Glänzende Perlen und völlige Abgeschiedenheit

Manihi

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Speedboot-Taxi zum Motu                          Ankunft auf unserem eigenen Motu

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Endlich geklappt: ein Bungalow mit Meerblick               Essbereich

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Ausblick vom Bungalow

Unser Haustier Smiley

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Beobachtungspunkt der Haifische             Korallenfriedhof

Ganz gefrässige Tierchen

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So verflogen die Tage ganz rasch auf dem einsamen Motu

Rangiroa

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So sieht das Innenleben von einer Auster aus, welche schwarze Perlen produziert

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Operation an der Auster damit sie Perlen produziert   Fertige Perle nach 3 Jahren

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Die Lagune ganz ruhig, wie ein See           Nach Unwetter war das Wasser überall

Eine ruhige Lagune, ganz plötzlich mit hohen Wellen bei einem Unwetter

Da schwappte das Wasser bis auf die Insel

Bora Bora by Nicola: Insel der Superlativen

Nach dem Besuch zweier nicht wirklich bekannter Gesellschaftsinseln, waren wir dazu bereit, uns den “touristischen Overkill” zu geben: Bora Bora, Traum aller frisch verheirateten Paare, weltbekannt für die blaue Farbe der Lagune, die weissen Strände und die Luxushotels mit ihren Überwasserbungalows. Und obwohl man meinen könnte, dass Ferien auf Bora Bora für Normalsterbliche mit weniger als zehn Millionen auf dem Konto nicht finanzierbar sind (eine Übernachtung in einem der Hotels kostet in der Nebensaison für die günstigste Bungalowkategorie, welche nicht einmal Meerblick hat, mindestens 600 Franken plus 150.- pro Person für die Halbpension!), gibt es bei sorgfältiger Recherche und Planung durchaus charmante und bezahlbare Alternativen. Dank dem gehobenen Standard der Insel kann man bei Selbstversorgung ausserdem von dem breiteren Angebot an Lebensmitteln profitieren und sich ein, zwei Mal ein saftiges Rindsfilet in einem der exzellenten Restaurants gönnen.

Unsere Unterkunft war denn auch wieder eine Pension, betrieben von einer polynesischen Grossfamilie (sieben Kinder!) mit eigenem “Zoo” (drei Katzen, ein Hund und viele Hühner), privatem Weckservice morgens um fünf (diese ****** Hähne), gratis Internetzugang und einem tollen Willkommens- (Perle) und Abschiedsgeschenk (Muschelkette). Und weil, wie bereits erwähnt, auch die Mahlzeiten nicht ausschliesslich mehr aus Dosenfutter bestanden (es gab Barilla-Sauce statt Dosenfleisch, kopierter Import-Emmentaler aus Frankreich und sogar einige Früchte), war es nicht so tragisch, dass es die ersten vier Tage unseres Aufenthaltes praktisch ununterbrochen geregnet hat und wir deshalb leider nie an den Strand konnten. Die Vorbereitungen für Südamerika müssen schliesslich auch irgendwann gemacht werden Smiley

Als es am fünften Tag dann aber endlich wieder schön wurde, gab es kein halten mehr und wir fuhren mit den gemieteten Fahrrädern auf der “schönsten Strasse der Welt” (zwei Meter vom Rand der Lagune entfernt, mit perfekt geschwungenen Palmen) zum bisher schönsten Strand auf einer Hauptinsel (diejenigen auf den Motus sind teilweise noch etwas attraktiver), gingen im blausten Wasser schwimmen und schnorcheln und tranken Bier zum bisher schönsten Sonnenuntergang unserer Weltreise. Von so viel Superlative muss man sich natürlich auch erholen und so gönnten wir uns ab und zu einen leckeren Cocktail auf der Terrasse eines der teuren Schuppen, wobei zu erwähnen ist, dass dies sogleich auch der günstigste Weg ist, um an ein Kajak für Ausflüge zum Vorgelagerten Korallengarten zu kommen, da alle konsumierenden Gäste das Material gratis nutzen können, anstatt es zu mieten…

Ebenfalls in die Kategorie “Trinken für ein günstigeres Leben” fällt auch unser letztes Highlight des Bora Bora – Besuchs. Die unbezahlbaren Unterkünfte veranstalten ca. zweimal wöchentlich einen traditionellen polynesischen Abend, an welchem jeweils eine einheimische Tanz- und Musiktruppe aufspielt. Da dieses Ereignis eigentlich exklusiv den Hotelgästen vorbehalten ist, erhält man nur Zutritt, wenn man gleichzeitig einen Tisch für das Dinner-Buffet reserviert. Kostenpunkt: ab 120.- pro Person! Als mittlerweile “Profi-Langzeitreisende” weiss man sich aber selbstverständlich auch in dieser Situation zu helfen: ganz zufällig geht man an besagtem Abend eine gute Stunde vor Beginn in die Hotelbar und bestellt sich einen Cocktail, an welchem man dann gaaaaaaanz langsam nuckelt, um ja sicherzustellen, dass er auch nach einer Stunde noch nicht leer ist. Da man sich ja auch das Hotel per Zufall so ausgewählt hat, dass die Bar direkt neben dem Restaurant liegt, kann man die Show gemütlich vom Tresen aus beobachten. Und das “schlimmste” was einem dann passieren kann ist, dass man von der lustigen Truppe in die Show integriert wird. Beweise findet ihr in Jennys Fotoreport… So geht das! Smiley

Zum Abschluss noch einige Hinweise speziell für Bora Bora:

  • Wie auf allen polynesischen Inseln herrscht hier ein “Hundeproblem” aufgrund mangelnder Kastrationen und verantwortungsloser Besitzer, welche ihre Vierbeiner speziell Abends nicht anleinen. Im Vergleich zu Ra’iatea und Maupiti ist es hier aber ungleich schlimmer, wodurch das Radfahren insbesondere nach Dunkelheit zu einem wahren Spiessrutenlauf verkommt. Möchte man nicht vorzeitig als Hundefutter enden und sich lange Sprinteinlagen mit dem Velo ersparen, sollte man wissen, dass die meisten Restaurants bei Reservation einen kostenlosen Abhol- und Bringservice anbieten.
  • Auf Bora Bora wird Privateigentum (zu) gross geschrieben, was ärgerlicherweise dazu führt, dass teilweise sogar Strandabschnitte illegaler weise (hier zählt französisches Recht) abgezäunt und von einem unfreundlichen Vierbeiner bewacht werden. Da der einzige einfach zugängliche Strandabschnitt aber sehr schön ist, ist dies nur begrenzt tragisch.
  • Thema Übergewicht: Obwohl viele Polynesier viel und ungesund essen, meinen wir natürlich nicht den Leibesumfang… Viel mehr geht es um Gepäcklimiten beim Fliegen. Wo andere polynesische Check-In-Beamte auch bei zwei, drei Kilo zu viel im Rucksack nichts zu beanstanden haben und einen lieber durchwinken, statt die Kasse zu bemühen, ist für Bora Bora die Verrechnung von Übergewichtszuschlägen wahrscheinlich ein wichtiges wirtschaftliches Standbein; anders können wir uns nicht erklären, weshalb man bereits ab den ersten hundert Gramm zur Kasse gebeten wird. Hat man – wie wir – einige Kilo mehr, geht die Abreise ganz schon ins Geld… Deshalb immer noch eine zusätzliche Tragtasche mitnehmen, welche man vor den Adleraugen des Personals am Check-In verbirgt! Sollte dieses doch entdeckt werden, wird es ebenfalls gewogen, verlieren kann man aber nicht.