Bora Bora by Nicola: Insel der Superlativen

Nach dem Besuch zweier nicht wirklich bekannter Gesellschaftsinseln, waren wir dazu bereit, uns den “touristischen Overkill” zu geben: Bora Bora, Traum aller frisch verheirateten Paare, weltbekannt für die blaue Farbe der Lagune, die weissen Strände und die Luxushotels mit ihren Überwasserbungalows. Und obwohl man meinen könnte, dass Ferien auf Bora Bora für Normalsterbliche mit weniger als zehn Millionen auf dem Konto nicht finanzierbar sind (eine Übernachtung in einem der Hotels kostet in der Nebensaison für die günstigste Bungalowkategorie, welche nicht einmal Meerblick hat, mindestens 600 Franken plus 150.- pro Person für die Halbpension!), gibt es bei sorgfältiger Recherche und Planung durchaus charmante und bezahlbare Alternativen. Dank dem gehobenen Standard der Insel kann man bei Selbstversorgung ausserdem von dem breiteren Angebot an Lebensmitteln profitieren und sich ein, zwei Mal ein saftiges Rindsfilet in einem der exzellenten Restaurants gönnen.

Unsere Unterkunft war denn auch wieder eine Pension, betrieben von einer polynesischen Grossfamilie (sieben Kinder!) mit eigenem “Zoo” (drei Katzen, ein Hund und viele Hühner), privatem Weckservice morgens um fünf (diese ****** Hähne), gratis Internetzugang und einem tollen Willkommens- (Perle) und Abschiedsgeschenk (Muschelkette). Und weil, wie bereits erwähnt, auch die Mahlzeiten nicht ausschliesslich mehr aus Dosenfutter bestanden (es gab Barilla-Sauce statt Dosenfleisch, kopierter Import-Emmentaler aus Frankreich und sogar einige Früchte), war es nicht so tragisch, dass es die ersten vier Tage unseres Aufenthaltes praktisch ununterbrochen geregnet hat und wir deshalb leider nie an den Strand konnten. Die Vorbereitungen für Südamerika müssen schliesslich auch irgendwann gemacht werden Smiley

Als es am fünften Tag dann aber endlich wieder schön wurde, gab es kein halten mehr und wir fuhren mit den gemieteten Fahrrädern auf der “schönsten Strasse der Welt” (zwei Meter vom Rand der Lagune entfernt, mit perfekt geschwungenen Palmen) zum bisher schönsten Strand auf einer Hauptinsel (diejenigen auf den Motus sind teilweise noch etwas attraktiver), gingen im blausten Wasser schwimmen und schnorcheln und tranken Bier zum bisher schönsten Sonnenuntergang unserer Weltreise. Von so viel Superlative muss man sich natürlich auch erholen und so gönnten wir uns ab und zu einen leckeren Cocktail auf der Terrasse eines der teuren Schuppen, wobei zu erwähnen ist, dass dies sogleich auch der günstigste Weg ist, um an ein Kajak für Ausflüge zum Vorgelagerten Korallengarten zu kommen, da alle konsumierenden Gäste das Material gratis nutzen können, anstatt es zu mieten…

Ebenfalls in die Kategorie “Trinken für ein günstigeres Leben” fällt auch unser letztes Highlight des Bora Bora – Besuchs. Die unbezahlbaren Unterkünfte veranstalten ca. zweimal wöchentlich einen traditionellen polynesischen Abend, an welchem jeweils eine einheimische Tanz- und Musiktruppe aufspielt. Da dieses Ereignis eigentlich exklusiv den Hotelgästen vorbehalten ist, erhält man nur Zutritt, wenn man gleichzeitig einen Tisch für das Dinner-Buffet reserviert. Kostenpunkt: ab 120.- pro Person! Als mittlerweile “Profi-Langzeitreisende” weiss man sich aber selbstverständlich auch in dieser Situation zu helfen: ganz zufällig geht man an besagtem Abend eine gute Stunde vor Beginn in die Hotelbar und bestellt sich einen Cocktail, an welchem man dann gaaaaaaanz langsam nuckelt, um ja sicherzustellen, dass er auch nach einer Stunde noch nicht leer ist. Da man sich ja auch das Hotel per Zufall so ausgewählt hat, dass die Bar direkt neben dem Restaurant liegt, kann man die Show gemütlich vom Tresen aus beobachten. Und das “schlimmste” was einem dann passieren kann ist, dass man von der lustigen Truppe in die Show integriert wird. Beweise findet ihr in Jennys Fotoreport… So geht das! Smiley

Zum Abschluss noch einige Hinweise speziell für Bora Bora:

  • Wie auf allen polynesischen Inseln herrscht hier ein “Hundeproblem” aufgrund mangelnder Kastrationen und verantwortungsloser Besitzer, welche ihre Vierbeiner speziell Abends nicht anleinen. Im Vergleich zu Ra’iatea und Maupiti ist es hier aber ungleich schlimmer, wodurch das Radfahren insbesondere nach Dunkelheit zu einem wahren Spiessrutenlauf verkommt. Möchte man nicht vorzeitig als Hundefutter enden und sich lange Sprinteinlagen mit dem Velo ersparen, sollte man wissen, dass die meisten Restaurants bei Reservation einen kostenlosen Abhol- und Bringservice anbieten.
  • Auf Bora Bora wird Privateigentum (zu) gross geschrieben, was ärgerlicherweise dazu führt, dass teilweise sogar Strandabschnitte illegaler weise (hier zählt französisches Recht) abgezäunt und von einem unfreundlichen Vierbeiner bewacht werden. Da der einzige einfach zugängliche Strandabschnitt aber sehr schön ist, ist dies nur begrenzt tragisch.
  • Thema Übergewicht: Obwohl viele Polynesier viel und ungesund essen, meinen wir natürlich nicht den Leibesumfang… Viel mehr geht es um Gepäcklimiten beim Fliegen. Wo andere polynesische Check-In-Beamte auch bei zwei, drei Kilo zu viel im Rucksack nichts zu beanstanden haben und einen lieber durchwinken, statt die Kasse zu bemühen, ist für Bora Bora die Verrechnung von Übergewichtszuschlägen wahrscheinlich ein wichtiges wirtschaftliches Standbein; anders können wir uns nicht erklären, weshalb man bereits ab den ersten hundert Gramm zur Kasse gebeten wird. Hat man – wie wir – einige Kilo mehr, geht die Abreise ganz schon ins Geld… Deshalb immer noch eine zusätzliche Tragtasche mitnehmen, welche man vor den Adleraugen des Personals am Check-In verbirgt! Sollte dieses doch entdeckt werden, wird es ebenfalls gewogen, verlieren kann man aber nicht.

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