Flittern auf Sansibar: Einfach nur geniessen

Weil auch die körperlich anstrengendsten und abenteuerlichsten Flitterwochen per Definition eine erholsame und romantische Seite haben sollten und weil wir nach all den Eindrücken der letzten Wochen wirklich „reif für die Insel“ waren, wollten wir die letzten Tage unserer Ferien an einem Ort verbringen, dessen Name vielen Europäern nur aus Büchern bekannt ist und welcher nach wie vor einen „exotischen Nachgeschmack“ hinterlässt: Sansibar.

Die Insel, welche die verschiedensten Herrscher kommen und gehen sah (Portugiesen, Araber, Engländer) und deren Vergangenheit genauso schillernd wie tragisch ist (sie wird oft „Gewürzinsel“ genannt, war aber auch als eine Hochburg des Sklavenhandels bekannt), lebt heute überwiegend vom Tourismus und hat Strände zu bieten, welche fast an französisch-polynesisches Niveau heranreichen (aber eben nur fast; Fakarava bleibt unsere Nr. 1 J ).

An einem dieser Strände wollten auch wir es uns gutgehen lassen. Und um den romantischen Aspekt noch etwas in den Vordergrund zu rücken, hatten wir in unserem Hotel ein „romantisches Hüttchen“ gebucht, direkt auf den Felsen über dem Meer gebaut.

Da wir mit Meerrauschen, Sonnenbaden, Essen & Trinken allein aber noch etwas freie Kapazitäten hatten und darüber hinaus auch der Wind ziemlich versagt hat, haben wir noch einige Ausflüge unternommen: zuerst ging es nach „Stone Town“, der alten Hauptstadt von Sansibar. Deren alte Kolonialbauten erzählen Geschichten aus längst vergangenen Zeiten. Weil die Gebäude durch mangelnde Pflege und Rennovation extrem verrottet und heruntergekommen sind und wir darüber hinaus auch am ehemaligen Sklavenmarkt nicht sonderlich interessiert waren, beschäftigten wir uns primär mit dem Beobachten des Treibens und ein bisschen Shopping.

Die zweite Gelegenheit, welche uns aus unserem „wohligen All-Inklusive-Hüttchen“ lockte, war der Besuch der Insel „Chumbe“. Diese kleine Insel, welche nahe der Westküste von Sansibar liegt und sich im Besitz einer Non-Profit-Organisation befindet, beherbergt in den umliegenden Gewässern eines der grössten Korallenriffe in der gesamten Region. Wir fanden die Korallen zwar durchaus sehenswert, die Fische und Tiere, welche man beim Schnorcheln sah, können dem Vergleich mit unserer Lieblingsinsel in der Südsee jedoch nicht standhalten ;-). Deshalb empfanden wir die Führung über die Insel als den interessanteren Teil, gibt es hier doch teilweise einzigartige bzw. endemische Flora und Fauna, zu welchen der Ranger viele interessante Geschichten zu erzählen hatte: so ist bspw. die Pflanzenart „Euphorbia Candelabrum“ so giftig, dass früher ein extrem starkes Gift zum Fischen daraus hergestellt wurde. Dumm nur, dass danach auch die Käufer der Fische verstarben…

Die abschliessende halsbrecherische Besteigung des Leuchtturms im Inselinneren belohnt mit einem atemberaubenden Rundumblick. Für den „kleinen Unkostenbeitrag“ von USD 270 pro Person kann man übrigens auch im Öko-Ressort der Insel übernachten. Sah zwar schön aus, wir waren dann aber doch wieder froh, zurück in den Schlemmer-Luxus unseres klassischen Ressorts zu kommen.

Dort erwartete uns einen Tag später auch noch der krönende Abschluss unserer Flitterwochen: das Management des Hotels, welches natürlich über unsere Vermählung informiert war, überraschte uns des Abends mit einem exklusiven 6-Gang-Dinner, serviert auf der Dachterrasse des besten Restaurants. Da Essen und Wein in diesem Ressort generell sehr gut waren, war wohl nix mit abnehmen nach dem Kili J

DSC067091DSC06771DSC069761DSC06731DSC06979Ankunft in unserem Hüttchen direkt auf der Klippe. Der Blick vom Bett geht direkt aufs Meer. Einfach traumhaft!

DSC06931DSC067281DSC067641DSC06851DSC06914DSC067931Je nach Stand der Flut, zeigte sich das Meer in verschiedenen Farben

Suaheli-Nacht am Strand

Ausflug nach Stonetown

DSC067551DSC06751Historischer Torbogen                                                                Palast der Wunder

DSC067451DSC067471Coole Bar auf dem Wasser                           Schiffsbauer, Jambo = Hallo

DSC067561DSC067581Das Treiben auf dem Markt                             So wird in Sansibar die Zeitung gelesen

Ausflug nach Chumbe-Island (Naturreservat mit Korallengärten)

P1100573P1100574Vor der Abfahrt mit dem Schiff fanden wir zwischen dem Seegras wunderschöne Seesterne

P1100592P1100605Zuerst schnorchelten wir um die  25000m2 grosse Insel mit extrem schönen Korallen

Ein schönes Plätzchen zum Mittagesessen

P1100630P11005981Erkundung der Koralleninsel mit vielen kleinen Klippen und versteinerten Muscheln auf den trockengelegten Korallen

P11006281P1100650131 Stufen um auf den Leuchtturm zu gelangen; dafür wurde die Anstrengung mit einem wunderschönen Ausblick belohnt

Zurück in unserem Hüttchen

DSC068311DSC068261Morgenessen inklusive netter Begleitung

DSC068691DSC06860DSC068761DSC072471P11005531P11005551DSC071241DSC06858Einfach nur relaxen am Strand

Beeindruckende Grabtechnik

DSC076731DSC071061Das Treiben am Strand beobachten

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Unvergesslicher Abend auf der Terrasse mit Ausblick auf das Meer und einem 6-Gänge-Menü für frisch Verheiratete

DSC076721DSC07312So schnell sind die 4 Wochen Flittern vorbei, die Erinnerungen bleiben dafür für immer

DSC067151Der Schlüssel zum gemeinsamen Schloss, welches auf dem Kilimanajaro hängt, schwimmt jetzt übrigens irgendwo im Ozean Smiley

Flittern auf Safari by Jenny: Unendliche Weiten mit faszinierenden Tieren

1. Tag im Tarangire Nationalpark

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So viele Elefanten überall

Eine Elefantenfamilie zieht direkt an uns vorbei

Mein Liebling noch ganz lieb

Mein Liebling etwas wild

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Ein scheues Dik Dik                                                                  Der König auf dem Thron

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Der Baobabbaum wird von Elefanten ausgehöhlt weil die Rinde sehr viel Wasser enthält

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Zebras sieht man nie allein. Und gegenüber Küssen scheinen sie auch nicht abgeneigt

2. Tag Massai-Dorf und Südserengeti

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Diese Gegend wird Masai-Paradies genannt   Das sind die Häuser der Masai

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Inmitten der Masai-Frauen versteckt                   Nicola gewinnt den Jumping-Contest

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Ein Bewohner zeigt uns sein Haus mit 3 Räumen (Schlaf-, Kinder- und “Tierzimmer”)

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Kindergarten der Masai, fraglich ob das bei allen Masai so ist oder nur Vorzeigeobjekt

Begrüssungstanz der Masai

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Ausblick in die Serengeti, wo es für die nächsten 3 Tage hin geht

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Tor zur Serengeti-Savanne                                Unser treues Auto auf der Safari

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Das erste Mal männliche Löwen gesehen; sehr beindruckende Tiere

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Die stolzen Giraffen

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Gazellen gibt es überall; sie sind die Hauptbeute für die Raubtiere

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Mit viel Glück sahen wir an diesem Tag auch einen Geparden

3. und 4. Tag Nordserengeti

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Nach einer langen Fahrt über Stock und Stein und einigen Male verfahren, bis hin zur kenianischen Grenze, kamen wir in unserer Tented-Lodge mitten im Busch an

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Gemütliches Essen auf der Veranda und anschliesendes Erholen nach der Fahrt

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Am nächsten Morgen sahen wir zwei Fahrminuten vom Camp entfernt einen Leopard bei seiner Mahlzeit, der Kopf der Gazelle wurde schon verspeist

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Mittagessen direkt am Mara Fluss; unser Fahrer Victor bereitet es vor

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Im Mara-Fluss sahen wir die 6 Meter langen Nilkrokodile

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Eine Elefantenherde überquert den Mara-Fluss; Daneben verspeisen die Geier den Rest eines Gnus, mhhhh

Eine Elefantenherde überquert den Mara-Fluss

Die Geier teilen ihre Beute überhaupt nicht gerne

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Ein Bruchteil der Gnu-Masse, welche bei der grossen Migration nordwärts wandert

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Nach der Safari wurden wir mit einem Honeymoon-Special überrascht; ein Rosenbad auf unserer Veranda mit Ausblick in die Savanne

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Am nächsten morgen vor der Abfahrt wurden wir zur unserer Überraschung eine Stunde früher geweckt und zu einem Honeymoon-Buschmorgenessen auf eine rLichtung eingeladen; einfach fantastisch so ein Sonnenaufgang mitten in der Wildnis mit einem super Morgenessen!

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Bei der Rückreise aus der Nordserengeti hatten wir extrem Glück und sahen ein sehr grosses Löwenrudel

5. Tag Ngorongorokrater

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Auf dem Kraterrand mit einem fantastischen Blick in Krater des Ngorongoro

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Murrige Wasserbüffel                                        Hyänen sind definitiv keine Schönheit Smiley

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Die Nilpferde liegen am liebsten übereinander

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Das Warzenschwein am buddeln                    Gazelle mit ihrem frisch geborenen jungen

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Wunderschöne, farbige Echse

6. Tag Lake Manyara

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Paviane; die stinken, die Viecher

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Der Lake Manyara ist bekannt für seine Vogelarten: Straussen, Perlhühner…

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Stare…                                                           Störche………..

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Kingfisher……                                                 und gekrönte Kraniche

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Nicht zu vergessen: wir assen auf unser Safari auch viele gute Dinge wie Ugali (Maispampe) mit Chicken-Curry und besuchten bei der Rückreise einen Masaimarkt auf dem es nur so gewuselt hat

Flittern auf Safari by Nicola: So viel mehr, als nur die “Big 5” (von welchen wir nur vier gesehen haben)

Frisch geduscht, mit gewaschenen Kleidern und Trekkingschuhen, welche endlich keine Spuren aus Vulkanasche mehr hinter sich herziehen, wurden wir nach zwei Nächten in Moshi von Victor, unserem Guide und Fahrer, für die zweite Etappe unserer Flitterwochen abgeholt. Victor, welcher ursprünglich vom Volk der “Chagga” abstammt (diese leben grösstenteils im Dorf Marangu, welches Ausgangspunkt der Kilibesteigung war), hat mit seinen am Berg lebenden “Stammesangehörigen” nicht viel gemeinsam: eher etwas fest gebaut, vom Typ her gemütlich und darüberhinaus sehr kommunikativ, gibt es nur drei Dinge, die ihn aus der Ruhe bringen können:

  1. Jemand verhält sich gegenüber “seinen” Touristen unprofessionell und erbringt nicht die gebuchte bzw. erwartete Leistung –> es wird lautstark ausgerufen
  2. Er hat sich verfahren (und zwar so stark, dass er es gegenüber uns auch zugeben muss) –> es wird genauso lautstark ins Funkgerät geflucht
  3. Er ist unter zeitlichem Druck und muss deshalb schneller fahren, als seine “80 kmh-Wohlfühlgeschwindigkeit” (z.B. wenn wir zu einer vorgegebenen Zeit einen Nationalpark zu verlassen hatten), was seinem liebevoll gepflegten Toyota-Landcruiser mit aufklappbarem Dach und Tuning der Marke Eigenbau (z.B. Spannungswandler und richtige Steckdosen an jedem Sitzplatz, damit man seine Kamera wieder laden kann) hätte schaden können –> es herrscht Totenstille im Wagen (kam sonst nie vor)

Anhand seiner Redseligkeit und des damit einhergehenden Lautstärkepegels konnte man nicht nur Victor’s Befindlichkeit einschätzen; viel Geschwätz und hohe Lautstärke hatten auch andere Effekte: positive (einige heisse Tips für Tiersichtungen waren Resultat des regen Funkverkehrs zwischen Victor und anderen Fahrern) und manchmal auch negative (wenn z.B. eine ganze Gnu-Herde leiser war, als unser Fahrer oder wenn die vereinbarte Zeit zur Weiterfahrt wieder einmal um 30 Minuten überschritten wurde).

Der erste Safari-Tag führte uns von Moshi via Arusha (drittgrösste Stadt Tansanias und Sitz des internationalen Strafgerichtshof in Afrika) in den Tarangire-Nationalpark. Auch die “Heimat der Elefanten” genannt, bietet dieser Park eine enorme Dichte an Tieren in unmittelbarer Nähe zur Grossstadt. Da die “Touri-Dichte” deswegen noch fast grösser ist und sich die Tiere den Trubel gewohnt sind, kommt es zu teilweise seltsamen Verhaltensweisen: Löwen liegen mitten auf der Strasse und bewegen sich keinen Meter, die “Spatzen Afrikas” (Stare) und die Paviane haben verlernt zu jagen und zu sammeln und bedienen sich lieber an den Lunchboxen der Touristen, etc. Dies ist schade und nicht sehr natürlich, dafür haben wir bereits am ersten Tag fast alle grösseren Tierarten gesehen: Elefanten, Löwen, verschiedene Antilopen und Gazellen (die Viecher stinken echt), einen Geparden (von weit weg), Gnus, Zebras, Giraffen, Warzenschweine, Paviane, Dik-Dik’s (kleinste Antilope der Welt), etc. Auch die Baobab-Bäume, welche ohne Blätter und Früchte aussehen, wie “umgedrehte Bäume” (die feinen Äste sehen im Gegensatz zum dicken Stamm aus wie Wurzeln) waren bereits zu sehen. Deren dicke Rinde ist aufgrund des vielen gespeicherten Wassers bei Elefanten besonders beliebt und wird von diesen darum abgeschabt, so dass regelrechte Löcher in den Bäumen entstehen.

Entsprechend war der “Kilometermarathon” vom Lake Manyara via Ngorongoro-Massiv, Süd- und Zentralserengeti bis hin zum nördlichsten Teil der Serengeti an der Grenze zu Kenia (rund 400 km) am nächsten Tag nicht ganz so mühsam. Für etwas Kurzweil sorgten sicherlich auch die Massai: dieses Nomaden- und Kriegervolk lebt bis heute praktisch ausschliesslich von der Viehzucht. Ackerbau wird so gut wie nicht betrieben und auch ein spezielles Handwerk existiert nicht (in den Städten sind die wenigen sesshaften Masai aufgrund ihrer eher kriegerischen Haltung gefragte Securities). Entsprechend einseitig ist auch die Ernährung: Milch, Milch gemischt mit Reis, Milch gemischt mit Mais und als besonderes vitamin- und eisenhaltiges “Leckerli”: Milch gemischt mit Tierblut (mittels Aderlass gewonnen, so dass Tier überlebt).
Früher lebten die Massai im gesamten Gebiet der Serengeti und der Masai Mara in Kenia. Als diese riesigen Savannen-Ebenen jedoch zum Nationalpark erklärt wurden, wurden die Massai ins Ngorongoro-Massiv umgesiedelt. Sie leben auf dem Kraterrand und den äusseren Hängen des ehemaligen Vulkans und sind die einzigen Menschen, welchen es tagsüber erlaubt ist, ihr Vieh in den fruchtbaren Krater zu führen und dort zu weiden. Da dort sehr viele Raubtiere leben, kommt es aber immer wieder einmal zu Zusammenstössen oder wie es Victor formuliert hat: “If Massai good warrior and lucky – lion dead. If not – Massai dead.”

Da auch in Tansania mit Viehzucht niemand mehr reich wird, viele Frauen zu haben aber teuer ist (bei den Massai ist Polygamie erlaubt und verbreitet, vorausgesetzt, dass der Mann vermögend genug ist), haben sich so einige findige Massai-Familien eine neue Geldquelle erschlossen: für 50 Dollar pro Fahrzeug (bei einem durchschnittlichen Pro-Kopf-BIP von 695 US-Dollar im Jahre 2013 ein kleines Vermögen) kann man ihr kleines Dorf besichtigen. Im Preis inbegriffen sind ein Willkommens-Ständchen, ein “Jumping-Contest” (die Beliebtheit von jungen Massai-Männern bei den Frauen ist umso grösser, je höher sie aus dem Stand springen können; Nicola wäre entsprechend eine miese Partie. allerdings geht er davon aus, dass die Massai aufgrund ihres Schuhwerks aus alten Autoreifen auch einen kleinen Vorteil haben Smiley ) und eine private Führung durch die eher primitiven Hütten (ca. 9 m2 pro Hütte; darin eine Küche/Essraum, ein Kinderzimmer und ein Elternschlafzimmer). Gegen eine weitere Spende kann man auch den Kindergarten in vollem Betrieb besichtigen, wobei wir aufgrund des dichten Taktes an Touri-Autos bezweifeln, dass hier nicht auch noch eine gewisse Prise Show dabei ist. Sonst müssten diese Kinder etwa 10 Stunden am Tag büffeln… Ein Massai-Dorf ist übrigens immer gleich aufgebaut: ein Ring aus einfachen Lehmhütten und einem “Viehstall”, welcher zum Schutz vor wilden Tieren von einer einfachen Holzpalisade umgeben ist.

Nach dem “Massai-Paradies” (Victor’s Ausdruck für die Hänge des Vulkans) ging es hinein in die unendlichen Ebenen der Serengeti. Im Süden aufgrund der beginnenden Trockenzeit bereits heiss und staubig, verdichtete sich das Grün der Graslandschaft immer mehr, je weiter wir nach Norden kamen. Entsprechend nahm auch die Anzahl der Tiere zu. Da die Zahl der Touristen wegen der Distanz zu den Städten glücklicherweise umgekehrt proportional abnahm, verhielten sich die Hyänen, Geier, Krokodile und Nilpferde auch wesentlich natürlicher. Insbesondere die drei jungen männlichen Löwen, welche neben einem Brunnenhäuschen Schatten und Abkühlung suchten, waren ein erhabener Anblick. Dies lag sicher auch daran, dass sie im Gegensatz zu ihren Verwandten im Tarangire-Nationalpark sogar kurz den Kopf hoben, um uns Neuankömmlinge zu betrachten…

Weil Victor aufgrund des typisch afrikanischen Optimismus die Fahrstrecke bis zur gebuchten Unterkunft hemmungslos unterschätzt hatte, kamen wir auch noch in den Genuss einer “Safari by Night”, welche dazu führte, dass wir uns weiter verfahren haben und schlussendlich an einem geschlossenen Grenzübergang zu Kenia standen. Gesehen hat man Nachts – abgesehen von einigen seltsamen, dunklen Gestalten an der Grenze – übrigens nichts, weshalb wir ganz froh waren, als unsere Unterkunft endlich in Sicht kam und wir von Andrew – unserem Butler – in Empfang genommen und zum fürstlichen, 4-gängigen Abendessen auf unserer Veranda geleitet wurden… Ähm, Butler? Veranda? 4-Gänger?
Keine Sorge, wir hatten weder einen Sonnenstich, noch hatten wir zu viel Milch mit Blut getrunken. Es handelte sich einfach um eine sog. “tented Lodge” (riesige und fixe Zelte auf einer Holzplattform), welche wir uns speziell für unsere Hochzeitsreise ausgesucht hatten. Unser “Zelt” war entsprechend eher eine grosse Wohnung, mit grossem Schlafzimmer, einem Bad mit separatem WC und Regendusche und riesigem Outdoor-Bereich mit Esstisch, Sofa-Lounge (statt TV gibt es freie Sicht auf die Savanne) und Whirlpool. Im Preis inklusive ist auch der eigene Butler, mehrere Security-Mitarbeiter (geleiten einen zwischen Dämmerung und Morgengrauen zum Zelt) und alle Mahlzeiten, sowie die Safaris tagsüber. Da man mitten in der Wildnis ist und die Tiere nicht davon abgehalten werden, das “Hotelgelände” zu durchqueren, hört man nachts sehr viele spannende Geräusche. So war der Name unseres Zeltes (Löwe) Programm und wir hörten in einer der Nächte ein ganzes Rudel bei der Jagd.

Nach dem Frühstück konnten wir die Löwen zwar nirgends mehr finden, dafür haben wir aber einen anderen Vertreter der “Big 5” bei seiner ersten Mahlzeit des Tages gestört: keine zwei Minuten vom Camp entfernt stiessen wir auf einen Leoparden, welcher gerade eine Gazelle gerissen hatte und diese genüsslich verzehrte. Als er uns sah, ist ihm der Appetit aber wohl irgendwie vergangen: er ergriff die Flucht und wir waren mit der halben Gazelle allein…
Etwas weniger Glück hatten wir mit den Gnus, welche um diese Jahreszeit aufgrund der beginnenden Trockenzeit in Richtung Norden unterwegs sind: wir haben zwar tausende gesehen, gerochen und gehört…die erhoffte Flussüberquerung, welche zweifellos als eines der Safari-Highlights gilt, weil die nicht sehr intelligenten Tiere in Lemming-Manier durch den Fluss stürmen und damit den wartenden Krokodilen direkt in den Mund, fand trotz stundenlangem Warten nicht statt. Bei Rückkehr ins Camp war die Enttäuschung aber schnell vergessen, da “unser” lieber Andrew seine Honeymooner überraschen wollte und im Whirlpool auf der Veranda bereits ein “Rosenbad” hergerichtet hatte.

Und damit noch nicht genug: vor unserer Abreise am nächsten morgen wurden wir eine Stunde früher als geplant geweckt und “entführt”. Per Jeep ging es auf eine höhergelegene Lichtung, wo bereits ein Buffet aufgebaut war. All diese wundervollen Speisen, ein Gläschen Champagner und der Sonnenaufgang über der Savanne. Einfach perfekt! Entsprechend schwer fiel uns der Abschied, insbesondere da eine lange Rückfahrt zurück zum Ngorongoro-Krater vor uns lag. Die Bedrücktheit war aber nur von kurzer Dauer, überraschte uns doch auch die Natur mit zwei ganz besonderen Momenten: wir sahen einen “kleinen” Teil der Gnu-Wanderung (mehrere Tausend Gnus und Zebras auf einem Haufen) und – als absolutes Highlight – ein riesiges Löwenrudel mit mehr als 20 Weibchen, Jungtieren und einem Pascha, welches von Menschen noch völlig “unverdorben” war und auf unsere Anwesenheit entsprechend ungehalten reagierte. Entgegen unserer Befürchtung wurde Victor nicht gefressen (er hat sein Handy in zwei Metern Entfernung von den Löwen mit ausgestrecktem Arm zum Fenster rausgehalten, um ein Foto zu machen) und wir kamen dieses Mal pünktlich in unserer Unterkunft auf dem Krater des Ngorongoro an.

Nach einer – trotz Kaminfeuer im Zimmer – kalten Nacht auf 2400m ü.M. mit stinkenden Wasserböcken vor dem Fenster fuhren wir in den ca. 600m tiefen Krater. Dieser bildet ein einzigartiges Ökosystem mit einer der grössten Raubtierdichten der Welt. Da dies wohl auch auf die Touristen zutrifft, ist hier aber eher wieder “Zoo-Feeling” angesagt. Immerhin haben wir die Hyänen wesentlich näher gesehen und durften die Geburt einer Thompson-Gazelle beobachten. Ausserdem wurden wir Zeugen der Jagd auf Japaner bzw. deren Lunchbox (durch Adler, welche sich ebenfalls an den Menschen gewohnt haben) und sahen unzählige Nilpferde beim Chillen im Schlamm. Die oft erwähnten Nashörner blieben aber leider in den dichten Wäldern versteckt…

Der letzte Safari-Tag war mit Abstand der unspektakulärste, was sicherlich an einer Art “Sättigung” liegen dürfte (“Oh nein, nicht schon wieder ein Elefant/Löwe/Gnu/Zebra!”), andererseits aber auch am Nationalpark selbst: der Lake-Manyara-Nationalpark ist stark bewaldet, wodurch die Sichtung von grossen Tieren sehr viel schwieriger ist. Andererseits gibt es viele Paviane und zahlreiche exotische Vogelarten, wie bspw. Kingfisher, Pelikane, Störche, gekrönte Kraniche, Sekretärvögel (heissen wirklich so), Perlhühner, etc. zu sehen. Leider sind die Vögel nicht die einzigen geflügelten Tiere hier und so hatten wir auch einige unliebsame Begegnungen mit den – aus Sicht von Menschen in Autos – gefährlichsten Tieren: den Tse-tse-Fliegen. Und obwohl wir werde schwarze, noch blaue Kleidung trugen und überdies gefühlt eine Dose Insektenspray eingesprüht hatten, wurden wir dreimal von den Viechern gebissen. Nachdem wir aber auch drei Wochen nach Safariende keine Symptome der gefürchteten Schlafkrankheit aufweisen, können wir davon ausgehen, dass die Mathematik auf unserer Seite war (Infektionswahrscheinlichkeit 0.1%). Glück gehabt!

Flittern auf dem Kilimanjaro by Nicola: Bestiegen und getrunken

„Wo genau wollt ihr hin?“, „wo liegt das?“ oder „ihr seid ja wieder einmal verrückt!“ waren Sätze, welche wir vor der Abreise in unsere Flitterwochen regelmässig zu hören bekommen haben, wenn uns Bekannte nach unserem Reiseziel gefragt haben: Tansania. Und zwar nicht irgendwo nach Tansania, sondern zuerst auf den höchsten Berg Afrikas aka der höchste freistehende Berg der Welt: auf den Kilimanjaro.

Und so sind wir zwei Tage nach unserer tollen Hochzeit in Zürich in den Flieger nach Nairobi gestiegen, wo wir auf ein Kleinflugzeug umsteigen mussten. Dies wäre nun nicht weiter erwähnenswert, wenn nicht schon dieser Umstieg ziemlich speziell ist: erstens muss man ein Visum kaufen, um umzusteigen (wir wollten ja gar nicht einreisen), zweitens ist es ratsam, einen Flughafenangestellten zu „bezahlen“, damit man von den zahlreichen Kontrollen und Menschenschlangen unbehelligt bleibt und drittens wird der Flug überpünktlich ausgerufen, beim Boarding die Leute wie Vieh regelrecht angetrieben und wenn man dann einmal im Flieger sitzt, muss man trotzdem noch 45 Minuten im Flugzeug warten, dass ein paar Nasen mit Verspätung nachkommen.

Entsprechend waren wir trotz unserer Reiseroutine sehr froh, als wir kurz vor Mitternacht auf dem „Kilimanjaro International Airport“ im hohen Norden Tansanias gelandet sind und von unserem Reiseveranstalter höchstpersönlich UND pünktlich abgeholt wurden. Aufgrund von unseren früheren Erfahrungen in anderen Entwicklungsländern waren wir davon doch sehr positiv überrascht. Die rund einstündige Taxifahrt zu unserem Hotel verlief dann völlig unaufgeregt – ja schon fast eintönig – weil alles dunkel und weit und breit keine Menschenseele zu sehen war und dies obwohl die Grossregion um Arusha und Moshi als die drittstärkst besiedelte des ganzen Landes gilt! Dieser Eindruck sollte sich in den nächsten Tagen noch verstärken, weil die Städte zwar durchaus quirlig und etwas chaotisch, im Vergleich zu ihren asiatischen oder indischen Pendants aber schon fast als „kleinstädtisch“ zu bezeichnen sind, so dass es nicht zu einem Kulturschock kommt.

Etwas weniger positiv empfanden wir unser erstes Zimmer im Hotel: so manches kleines und günstiges Hostel auf unserer Weltreise hat dieses in punkto Grösse, Ausstattung und Sauberkeit um Längen übertroffen. Wir waren aber einfach zu müde, um uns noch in derselben Nacht zu beschweren. Als wir dies dann jedoch am nächsten Morgen nachholten und um ein anderes Zimmer baten, gestaltete sich der Wechsel ganz unkompliziert. Dies ist übrigens auch unser Gesamteindruck von der ostafrikanischen (Service-)Kultur: die Menschen sind immer sehr freundlich, hilfsbereit und eine Lösung wird immer gefunden. Der Knackpunkt liegt eher in der Geschwindigkeit der Problemlösung bzw. Effizienz und der Auffassungsgabe gegenüber „komischen westlichen Vorstellungen“ (z.B. im All-Inklusive-Hotel wollten wir Pizza essen, wir wussten aber, dass wir zu zweit nur eine möchten, da unser Hunger nicht allzu gross war. Da wir bezüglich Belag nicht denselben Geschmack haben und es nicht möglich war, die Hälften der Pizza unterschiedlich zu belegen, haben wir eine Pizza bestellt, welche alle Zutaten hatte. Wir haben dann jeweils diejenigen Dinge, welche wir nicht mochten, weggenommen und auf den Teller des anderen geschoben; dieses Vorgehen rief beim Personal das Gefühl hervor, dass wir die Pizza nicht mögen, dabei wollten wir einfach nichts wegwerfen! Nach der afrikanischen Logik hätten wir zwei Pizzen bestellt und den Rest weggeworfen): die beiden Mottos der Einheimischen sind „Hakuna Matata“ (= kein Problem) und „Pole, Pole“ (= immer schön gemütlich).

Nach zwei Nächten in Moshi, einem umfassenden Briefing durch den Reiseveranstalter und dem letzten Check unserer Ausrüstung ging es dann aber endlich los: wir wurden in Moshi (ca. 800m ü.M.) abgeholt und zum Dorf „Marangu“ an den unteren Ausläufern des Kilimanjaro gefahren (1840m ü.M.). Dort registriert man sich bei der Nationalparkleitung und wartet auf seine Lizenzen. Ausserdem wird das mitgebrachte Gepäck gewogen und auf eine angemessene Anzahl an Trägern verteilt (wir hatten das Gefühl, dass dabei etwas getrickst und uns zwei Personen mehr „untergejubelt“ wurden). Abschliessend werden einem die Guides (pro Person einer), der Koch und der „Kellner“ (besserer Träger, welcher auch serviert) vorgestellt. Die „unwichtigeren“ Personen, d.h. die Träger (bei uns sechs Stück), bleiben namentlich unerwähnt, wenn man nicht explizit auf einer Vorstellung beharrt.

Die Etappe des ersten Tages bis zur „Mandara Hütte“ auf 2720m ü.M. ist ca. 6 km lang und nimmt gute drei Stunden in Anspruch. Entsprechend steil ist der Weg durch den Regen- & Nebelwald manchmal, ansonsten ist er aber völlig unproblematisch und von zahlreichen exotischen Pflanzen gesäumt. Wenn man Glück hat, sieht man hier auch verschiedene Typen an Affen.

In der Hütte angekommen, wird man in das tägliche „Prozedere“ eingeführt: bei Ankunft wird einem vom „Butler“ die Dusche aufs Zimmer gebracht, will heissen eine Schale mit warmem Wasser und Seife. Nachdem man sich dann frischgemacht und die eine edle Kopfbedeckung (Sonnenhut) gegen die andere (Wollmütze) ausgewechselt und sein Himmelbett (Schlafsack und Isomatte) gerichtet hat, wird man in den Kronsaal (Gemeinschaftshütte) geleitet, wo ein wunderbares Amuse-Bouche (Popcorn mit heissem Tee) gereicht und anschliessend vom Chefdiener des Hofstaates das mehrgängige Bankett (Suppe zur Vorspeise, Fisch oder Fleisch mit Reis oder Kartoffeln als Hauptgang und Früchte zur Nachspeise) aufgetragen wird. Das Essen ist dabei erstaunlich frisch und gut und spricht für die exzellenten Köche. Übrigens wird man auch morgens durch den „Kellner“ geweckt und auf Wunsch mit Kaffee, Tee und Waschwasser versorgt. Weil im Hofstaat leider kein Leibarzt dabei ist, wird vom Guide jeden Abend auch Sauerstoffsättigungsgehalt und Puls gemessen, damit die Besteigung im Falle von gesundheitlichen Problemen frühzeitig abgebrochen werden kann.

Beim ersten Abendessen haben wir auch diejenigen Personen kennengelernt, welche gleichzeitig mit uns losgezogen sind und welche wir die nächsten Tage immer wieder sehen sollten. Da wir das Glück hatten, an einem eher ruhigen Tag zu beginnen (zu Spitzenzeiten sind 100 Touristen gleichzeitig mit ihrem Hofstaat unterwegs), konnten wir einen guten Kontakt zu allen aufbauen und hatten sogar mehrmals das Glück, eine ganze Hütte für uns alleine zu haben.

Tag 2 führte uns 12 km durch eine Moorlandschaft, von 2720m ü.M. auf 3770m ü.M. Da der Weg sehr breit und einfach ist, kommt man nach knapp sechs Stunden Wanderung bei der Horombo-Hütte an, von welcher man zum ersten Mal den Gipfel des Kili aus weiter Ferne sieht. Da sich auch der Nebel endlich lichtet, sollte man trotz sinkender Temperaturen unbedingt auf genügend starken Sonnenschutz achten. Nur so kann man verhindern, als halbseitig durchgebratener Hummer anzukommen…

Weil die Horombo-Hütte nicht nur Schlafplatz von „Aufsteigern“ ist, sondern auch den Absteigenden als letzte Unterkunft dient und darüber hinaus noch einen Campingplatz für eine andere Route beherbergt, ist es hier mit der Ruhe definitiv vorbei. Nur dem eisig kalten Wasser ist es zu verdanken, dass man trotzdem in der Dusche (ja, wirklich; die gibt es hier!) alleine ist. Die Hütten sind hier wesentlich grösser und auf mehr Gäste ausgerichtet. Unsere beiden „Mitbewohnerinnen“ aus Österreich kannten wir bereits vom Vorabend. Die Mädels waren sehr locker und sympathisch, was aber evtl. u.a. auch den „Drogen“ (Medikamente gegen die Höhenkrankheit) zu verdanken war, welche fleissig eingeworfen wurden. Wir hatten immer grossen Spass und die beiden sind uns bis zum Ende auch jede Nacht erhalten geblieben.

Der dritte Tag ist der Erholung und Akklimatisierung gewidmet: man übernachtet ein zweites Mal in der Horombo-Hütte und unternimmt tagsüber nur eine Kurzwanderung zu den 400 Metern höher gelegenen „Zebra Rocks“, einer schwarz-weiss gestreiften Felsformation, von welcher man zum aller ersten Mal den gesamten restlichen „Weg“ bis zum Gipfel sehen kann. Oh Schreck, da kommt ja noch ordentlich etwas auf uns zu!

Die ersten knapp 1000 Höhenmeter davon (3770 – 4720) nimmt man am nächsten Tag in Angriff: der (gute und sehr breite) Weg führt einen 9 km lang durch eine alpine Wüste, d.h. Sand und Fels soweit das Auge reicht. Hier ist es trockener und windiger als in der Sahara und das atmen fällt immer schwerer. Die ersten Leute beginnen auch über Kopfschmerzen zu klagen. Weil es hier auch keinerlei Wasservorkommen mehr gibt, muss der gesamte restliche Bedarf von den Trägern hochtransportiert werden. Kurz nach der Ankunft am späteren Nachmittag wird das übliche Nachtessen serviert und die Lichter gelöscht, damit man pünktlich um 23:00 wieder aufsteht.

Leider dauerte der Schlaf für uns nicht ganz solange, was wohl aber auch den Geräuschen zu verdanken ist, welche eine „unserer“ Österreicherinnen bei der panischen Suche nach Medikamenten (alles, was noch nicht geschluckt wurde, wurde jetzt eingeworfen) verursachte. Nach Tee, Keksen und dem sorgfältigen „mumifizieren“ der Teilnehmer (Jenny trug 2 Paar Socken + Wärmepads; 3 Paar Hosen; 8 Oberteile und 2 Paar Handschuhe + Wärmepads) startete um Mitternacht der Gipfelsturm. Die ersten knapp 1000 Höhenmeter zum Gilman’s Point (5681m ü.M.) sind hardcore und nahmen bei uns fünf Stunden in Anspruch: zuerst geht es „nur“ steil bergauf (und mit steil meinen wir richtig steil!), dann setzt sich das Ganze in einem Geröllfeld aus Vulkanasche fort (steil UND man sinkt ein) und am Ende folgt eine längere Klettereinlage über grosse Brocken an Vulkangestein. Nichtsdestotrotz haben wir (leider) noch eineinhalb Stunden vor Sonnenaufgang den Punkt erreicht, bei welchem der Kili als bestiegen gilt. Weil wir unsere Extremitäten aufgrund der Kälte (ca. -20 Grad) und des extremen Windes bereits nicht mehr spüren konnten (auch zwei Wochen nach der Besteigung ist in einigen Fingerkuppen das Gefühl noch nicht 100%ig zurückgekehrt) und der Sonnenaufgang erst für 06:30 angesagt war, haben wir sofort die restlichen Kilometer auf dem Kraterrand entlang der drei Gletscher in Richtung Uhuru-Peak in Angriff genommen. Und dann der grosse Moment: um 06:40 stehen wir auf dem höchsten Punkt Afrikas bzw. auf dem Gipfel des höchsten freistehenden Berges der Welt (5895m ü.M.)! Der Ausblick auf die Gletscher, den Krater und bis hinunter in die Savannen von Kenia und Tansania ist gewaltig und entschädigt für alle Mühen! Trotzdem fällt die Entscheidung schnell, nach einigen Fotos und dem Anbringen unseres „Hochzeitsschlosses“ auf dem Peak den Abstieg sofort wieder in Angriff zu nehmen. Auf dem Weg hinunter begegnen uns auch viele Menschen, welche es nur gestützt von ihren Guides schaffen oder vorher entkräftet aufgeben, ganz zu schweigen von all den Kotz**den am Wegesrand…

Erst einmal zur Kibo-Hütte zurück abgestiegen treffen wir auf die anderen. Mit einer Quote von fast 100% Gipfelerreichung ist unsere kleine Truppe überdurchschnittlich erfolgreich gewesen. Allerdings fordert die Anstrengung speziell bei denjenigen, welche ihren Körper mit Medikamenten ruhiggestellt haben, ihren Preis. Deshalb gibt es auch nur eine kurze Verschnaufpause bevor es für die Übernachtung zurück zur Horombo-Hütte geht.

Nach einer Nacht im Tiefschlaf folgt vor dem Abstieg am nächsten Morgen noch die übliche Trinkgeldzeremonie: da das Personal des Kili-Trekkings oft sehr schlecht bezahlt ist (Träger erhalten i.d.R. gar keinen Lohn), ist es überlebenswichtig, rund 20% der Besteigungskosten zusätzlich in Form von Trinkgeldern zu verteilen (USD 130 für den Guide, je USD 70 für Assistant Guide und Koch, USD 55 für den Kellner und je USD 45 für die Träger). Die Leute danken es einem mit einem traditionellen Tänzchen, bevor der Abstieg zum Ausgang in Angriff genommen wird.

Nach den letzten 19km und der Autofahrt zurück nach Moshi wurde uns im Rahmen einer kleinen Feier („Kilimanjaro-Bier“ für die beiden Guides, den Koch und uns; damit gilt der Kili als bestiegen UND getrunken) ein Besteigungszertifikat, sowie eine Packung speziellen Kaffees (gibt es nur für die Erreichung des Uhuru-Peak) überreicht.

Der Berg war besiegt, unsere Füsse und Glieder zerstört, die Finger abgefroren und die Kleidung aus der Gipfelnacht von der Vulkanasche so schmutzig, dass das Waschen einen ganzen Tag in Anspruch nahm, aber wir haben es geschafft und geblieben sind unvergessliche Erinnerungen, tolle Fotos und ein gewisser Stolz auf die erbrachte Leistung.

Flittern auf dem Kilimanjaro by Jenny: Ein einmaliges Erlebnis auf 5895 m ü.M.

1. Tag

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Wir sind fit und bereit für die Kili-Besteigung              Start beim Marangu-Gate 1840m ü.M.

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Zuerst geht es durch den Dschungel; immer dabei unsere 2 Guides

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Dann geht es durch den Nebelwald

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Auf 2720 m ü.M. ist unsere erste Etappe geschafft

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Wir verbringen eine gute Nacht in unserer Hütte mit lustigem Colobus-Affen-Sound

2. Tag

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Wir sind über dem Nebel in die Moorlandschaft gekommen

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Die Träger sind mit dem doppelten Tempo unterwegs

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Erster Ausblick auf den Kilimanjaro; es liegt noch ein langer Weg vor uns

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Ein riesen Wolkenmeer unter uns

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Wir sind bei der Horombo Hut angekommen auf 3720 m ü.M.

3. Tag (Akklimatisationstag)

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500 Höhenmeter hoch und runter zu den “Zebra Rocks” und zu einem fantastischen Ausblick auf den Kili

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Wir schlafen nochmals im gleichen Camp. Die Hütte teilten wir mit zwei lustigen Österreicherinnen welche viel zu viele Medikamente einnahmen Smiley

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Unser gesamter “Hofstaat”, mit Guides, Koch und Trägern

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Besuch in der Küche, unser Koch kochte einfach Spitze; mhhhhh

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So ging der Akklimatisationstag extrem schnell vorbei, mit stetigem Ausblick auf das Wolkenmeer

4. Tag

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Start der nächsten Etappe, noch hat es Kakteen

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Es wird langsam karger und der Kili kommt immer wie näher, sowie auch die Sicht auf den angsteinflössende Aufstieg für den nächsten Tag

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Der Nachbargipfel Mawenzi

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Ein gigantischer Blick auf den Kilimanjaro

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Uff, geschafft: 4720 m ü.M., letztes Camp bevor wir morgen zum Aufstieg auf den Kili starten

5. Tag (Start um Mitternacht mit Blick auf die Sterne und bis hinunter auf Kenia)

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In eiserner Kälte (ca. – 20 Grad) und extrem starkem Wind sind wir vor dem Sonnenaufgang auf dem Kilimanjaro angekommen, beim Gilmon`s Point (5685 m ü.M.) war es noch stockdunkel

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Wir haben es beide geschafft zum Uhuru Peak, 5895 m ü.M. Smiley, die letzten Höhenmeter waren die anstrengendsten; extrem dünne Luft und so richtig kalt

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Unser Schlösschen, welches wir zur Hochzeit geschlossen haben, hat auf dem Kilimanjaro einen wunderschönen Platz gefunden

Tag 6 (Abstieg)

Ständchen nach der Trinkgeldübergabe

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Erschöpft aber zufrieden sind wir wieder unten angekommen

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Putzaktion zur Entfernung des Vulkanstaubs       Kilimanjaro: bestiegen und getrunken Smiley