Segeltörn Saronischer Golf und Athen by Nicola: göttlich schön

Während Corona den grössten Teil von Europa weiter bzw. wieder im Griff hatte, war Griechenland eines der wenigen Länder, wo man im Oktober ohne Beschränkung hin – und auch ohne Quarantäne wieder zurück – durfte. Und da unser Törn vom Mai auf den Oktober verschoben wurde, durften wir der Kühle des aufziehenden Herbstes entfliehen und noch einmal Temperaturen um die 27 Grad am Tag geniessen (Wassertemperatur: zwischen 21 und 24 Grad).

Die erste Ferienwoche machten wir mit unserem Katamaran und dem – vom letzten Törn bereits bekannten – Skipper Marko den saronischen Golf südlich von Athen unsicher: von der Stadt Methana im Dornröschenschlaf mit ihren heissen Radon-Quellen, über das pittoreske Städtchen Poros, welches durch eine befahrbare Meerenge getrennt ist, bis hin zum notfallmässigen Wechsel des Standplatzes an der Mole in Spetses morgens um 6 Uhr aufgrund 180 Grad gedrehtem Wind wird uns auch dieser Trip gut in Erinnerung bleiben.

Nach Rückgabe unserer schwimmenden Wohnung in Alimos, einem Vorort von Athen, sind wir für fünf Tage in die griechische Mythologie abgetaucht: von unserem Apartment im Zentrum der Altstadt von Athen konnten wir die bedeutendsten Bauten der Antike in maximal 15 Minuten Gehdistanz erkunden. Die Akropolis mit Parthenon, Herodes Atticus- und Dyonisos-Theater, der Zeus-Tempel, die Agora und das Panathenaic-Stadion waren alle nur einen Katzensprung entfernt, was uns bei der Bewältigung der teilweise schnell wechselnden Wünsche unseres Sohnemanns («Uuuusse», wenn wir im Apartment waren; «Ässsseee» kaum sah er das erste Restaurant; «Bett», wenn der Herr kaum draussen wieder rein zum Chillen wollte) doch recht behilflich war. Verbunden mit der kulinarischen Vielfalt, der überdurchschnittlichen Gastfreundschaft und Kinderliebe der Griechen, sowie dem generell entspannten Lifestyle, konnten wir sogar mit Kleinkind diese Grossstadt in vollen Zügen geniessen und es ging schon viel zu früh wieder nachhause.

Segeltörn Nordkroatien und Jesolo by Nicola: alle(s) immer dabei

Nach den allerersten Ferien für Alvin in Korsika im Sommer, stand pünktlich zum ersten Geburtstag ein weiteres Novum auf dem Programm: der erste Segeltörn. Gebucht hatten wir einen Katamaran für eine Woche ab Punat im Norden Kroatiens. Da wir ausserdem über einen auf Familientörns spezialisierten Anbieter gechartert hatten, sind wir davon ausgegangen, dass Schiff, Revier und Skipper auch kinderfreundlich sein würden. Und wir wurden nicht enttäuscht: nach einer langen, von Staus, Unfällen und Nicolas‘ Wutattacken bezgl. italienischem „Fahrstil“ begleiteten Reise über Italien und Slowenien, durften wir unseren Skipper Marko (https://www.deinskipper.at/) begrüssen und unser Boot für die nächste Woche übernehmen. Wobei der Begriff „Boot“ bei einem neuen Katamaran wohl etwas untertrieben ist… „Schwimmende Wohnung mit jedem Komfort“ würde es wohl besser treffen, wenn man neben der Standardausstattung auch einen Geschirrspühler, einen Kaffevollautomaten, Satelliten-TV in Salon und Kajüte (nicht, dass wir den gebraucht hätten), einen speziellen, schiffstauglichen Holzkohlegrill oder so etwas Dekadentes wie eine Eiswürfelmaschine dabei hatten. Ausserdem gab es so viel Platz, dass Alvin seine eigene Kajüte hatte. Damit er in seinen jungen Jahren nicht im Schlaf aus dem Bett fällt und sich am Morgen nicht durch das grosse Doppelbett erschreckt, haben wir sein Baby-Schlafzelt mitgenommen und dieses mit Spanngurten auf der Matratze befestigt. Als Sicherheitsmaterial für Babys haben sich ausserdem das Reisebett (umfunktioniert zum Laufgitter), das an jedem Tisch montierbare Kindersitzchen, sowie die Babyschwimmweste erwiesen. Trotz viel Auslauf auf dem Boot kam es so nie zu brenzligen Situationen und der Kleine konnte sich täglich genug bewegen.

Zum allgemeinen Wohlbefinden und der Erholung hat auch unser Skipper Marko wesentlich beigetragen: geduldig und mit viel Ausdauer hat er uns bezgl. Skills weitergebracht und uns praktisch alle Manöver unter seiner Aufsicht selbst ausführen lassen. Und auch Alvin war von seiner freundlichen und ruhigen Art sehr angetan. An dieser Stelle noch einmal ein herzliches Dankeschön an dich, Marko! Als Randnotiz / Anmerkung: einige der Fotos in Jennys‘ Beiträgen sind auch von Marko und wir dürfen diese mitverwenden.

Etwas Pech hatten wir mit dem Wetter: geregnet hat es zwar selten und grösstenteils schien sogar die Sonne, der liebe Wind aber tat alles andere, als was man für „richtiges“ Segeln gebraucht hätte: vier Tage praktische Windstille waren gefolgt von drei Tagen der gefürchteten Bura/Bora, einem kalten, aus Norden kommendem Fallwind mit Böen von bis zu 250 km/h… mit einem Katamaran oft unmöglich zu segeln. Und so mutierte unser Törn eher zu einem Motorboot-Trip, was dank der abwechslungsreichen Inseln, dem meist spiegelglatten und warmen Meer (wir gingen dreimal baden), der netten Küstenstädtchen und den „Stiegenwirten“ (besitzen ein Restaurant; um Kundschaft anzulocken wurden Bootsstege gebaut, welche man kostenlos über Nacht nutzen darf, wenn man im Lokal isst) aber nicht weiter schlimm war. Und als ob das Wetter unseren Wunsch nach Prüfung der Seetauglichkeit der gesamten Familie gehört hätte, gabs am letzten Tag noch ordentlich Wind (nicht segelbar) und höhere Wellen. Fazit: alle einschliesslich Alvin sind seetauglich, wobei er und Nicola durch das Geschwanke sogar sanft in einen Schlaf gewiegt wurden und einen Teil der Überfahrt verschlafen haben. „Seetaufe“ bestanden, wir segeln als Familie weiter.

Um den Rückweg in Etappen zu unterteilen und noch etwas mediterranes Landleben zu geniessen, haben wir nach dem Törn noch eine Woche Ferien in einem Appartment in Jesolo in der Lagune von Venedig angehängt. Da das Saisonende bereits nahe und das Wetter auch eher nicht mehr für das Baden geeignet war, haben wir die Annehmlichkeiten eines Touristenortes genutzt, Strandspaziergänge und Fahrradtouren gemacht, die zahlreichen Kinderspielplätze erkundet, das örtliche Aquarium besucht oder einfach nur das gute Essen und den Wein genossen. Dank Familienappartment mit getrenntem Schlafzimmer für Alvin und Wohnzimmer ist auch genügend Platz zum Spielen gewesen. Highlight der Woche war sicherlich der Tagesausflug nach Venedig: nimmt man den öffentlichen „Wasserbus“ von Punta Sabbioni aus, kommt man stressfrei direkt zum Markusplatz und fährt dabei erst noch von der schönen Seite der Lagune ein. Wir hatten uns geistig bereits auf die vielseits verwunschenen Touristenhorden in der Lagunenstadt eingestellt, insbesondere da sich an diesem Tag der Herbst von seiner schönsten Seite gezeigt hat. Doch was war denn das? Ja, es waren Leute da und ja, in einigen Gässchen konnte es etwas voller werden aber der Markusplatz selbst war eher spärlich „besiedelt“ und wir konnten sogar spontan den Dogenpalast besuchen, ohne uns anzustellen! Normalerweise soll man hier mehrere Stunden warten müssen. Bei soviel Glück hatten wir auch genug Zeit, um einen Kaffee an der Piazza zu trinken (teuer, dafür kriegt man Livemusik, livrierte Kellner und einen Ausblick auf den Platz geboten), Tauben zu jagen (Alvin), in den Gässchen zu flanieren und uns einen riesen Muskelkater einzufangen (Alvin mitsamt Wagen bei jeder Brücke und Treppe – und davon gibt es in Venedig unzählige – hoch und runter tragen).