Borneo (Sabah & Brunei) by Nicola: Vom Höhen- und Dschungelfieber zur gepflegten Langeweile

Ein weiteres Mal brachte uns der (angeblich beste) Billigflieger mit dem roten Logo zum nächsten Ziel unserer Reise: der Insel Borneo. Voller Vorfreude auf die Heimat der Orang Utans sind wir in Kota Kinabalu gelandet, der grössten Stadt des malaysischen Teils von Borneo mit dem Namen Sabah. Und wir wurden erstmal so richtig enttäuscht: denn Kota Kinabalu ist hässlich, laut (zum ersten Mal in unserem Leben waren wir in einer Stadt, welche wirklich nie schläft) und stinkend (an unserem ersten Abend wollten wir an der Hafenpromenade essen, wurden vom heftigen Fischgestank – welcher wohl bemerkt nicht von unseren Tellern stammte – aber ins Innere des Restaurants getrieben). Dieses Bild konnten auch die hübsch dekorierten Weihnachtsbäume nicht retten, welche in der ganzen Stadt verstreut stehen und oft von Palmen umgeben sind. Positiv überrascht wurden wir hingegen von der grossartigen “Hostel- und Rucksacktouristenkultur”, welche wir im eher backpackerunfreundlichen Indonesien so schmerzlich vermisst hatten. Zwar bedeutet dies, dass man sich Toiletten und Duschen wieder mit anderen teilen muss, dass es den ganzen Tag nach Fussschweiss stinken kann und morgens mit grosser Wahrscheinlichkeit kein (Gratis-) Kaffee mehr da ist, andererseits aber auch, dass man unter Umständen spannende Leute kennenlernt, “Reisemitglieder” für den nächsten Ausflug findet oder eventuell sogar wieder einmal die Kenntnisse der Muttersprache auffrischen kann.

Dass wir trotz dem vorherrschenden Industriecharme der Stadt für einige Tage in Kota Kinabalu geblieben sind, verdanken wir der Vor- und Nachbereitung unseres nächsten grossen Abenteuers: der Besteigung des Mount Kinabalu. Dieser ist mit seinen 4095 Metern Höhe der zweithöchste Berg von Südostasien. Und da er als gut erschlossen und der Aufstieg als technisch anspruchslos gilt, haben auch wir uns zum Ziel gesetzt, noch vor Südamerika einmal einen Sonnenaufgang auf über 4’000 Metern zu sehen. Da wir seit unserer Exkursion in die Tigersprungschlucht in China jedoch wissen, dass “technisch anspruchslos” nicht heisst, dass jeder Bürogummi hochklettern kann, mangelte es uns nicht an Respekt und Vorbereitung (unter anderem aus diesem Grund haben wir in Indonesien die beiden Vulkane bestiegen). Und dies erwies sich als bitter nötig: denn “technisch anspruchslos” bedeutet im Falle des Kinabalu eine zweitägige Tour mit insgesamt 8 Stunden Stufensteigen (teils natürliche Stufen in Form von Steinen, teils von Menschenhand geschaffen), 4 Stunden Wandern im 45-Grad-Winkel und 2 Stunden ungesichertes Klettern. Da es kontinuierlich bergauf geht, legt man am ersten Tag 6 Kilometer mit 1’500 Höhenmetern zurück, in deren Verlauf man ganz verschiedene Vegetationszonen durchquert (Regenwald, Nebelwald, etc.), ruht sich dann zusammen mit einer bunten Horde von Gleichgesinnten für ein paar Stunden in einer Berghütte aus (vom 60-jährigen “Hightech-Chinesen” ohne Kondition, über Vertreterinnen der “Kopftuch-Connection”, bis hin zur indischen Familie mit zehnjährigen Kindern ist alles dabei; wir haben Glück gehabt und unser Zimmer mit zwei netten Schweizern geteilt), bevor man morgens um 02:30 den Gipfelsturm (weitere 2.5 Kilometer mit rund 800 Höhenmetern) in Angriff nimmt. Dass unsere konditionelle Verfassung nicht so schlecht war, wie befürchtet (wir nehmen immer noch unsere Malariaprophylaxe, welche unter anderem die Kondition negativ beeinträchtigt), haben wir daran gemerkt, dass wir als zweite Gruppe auf dem Gipfel angelangt sind…leider bedeutete dies auch, dass der Sonnenaufgang noch weit entfernt und unser vorübergehendes Dasein als Eisblöcke damit besiegelt war (die Temperaturen lagen im Bereich um den Gefrierpunkt) Smiley. Auch die Freude über die vollbrachte Leistung sollte nur kurz währen, denn das Schlimmste stand uns noch bevor: der Abstieg. 8.5 Kilometer und 2’300 Höhenmeter später konnten wir kaum noch gehen, verfluchten jede einzelne Stufe, benutzten jeden Baum und jede Wurzel als Stütze und waren froh, noch einmal zwei Nächte im hässlichen Kota Kinabalu – welches einem ja gar nicht erst einen Reiz bietet, das Haus zu verlassen – gebucht zu haben. Gelohnt hat es sich aber allemal!

Da die Schmerzen auch nach zwei Tagen noch nicht wesentlich nachgelassen hatten und auch zu diesem Zeitpunkt jede 80-jährige Dame schneller und eleganter eine Treppe hinauf- oder hinuntergestiegen wäre, waren wir froh, dass Sandakan, die nächste Destination auf Borneo, ein beschauliches und gemütliches Hafenstädtchen ist, in welchem man gut ein paar Tage mit Shoppen, Essen (unter anderem haben wir auch einige, uns bisher völlig unbekannte Fruchtsorten probieren dürfen) und sogar Ausgehen zubringen kann, ohne das Gefühl zu haben, etwas zu verpassen. Weil all diese “Attraktionen” – von der wunderschönen Bar auf dem Dach des höchsten Hotels einmal abgesehen – ebenerdig liegen oder sehr gut mit Rolltreppen erschlossen sind, blieb uns mühseliges Treppensteigen grösstenteils erspart und unsere geschundenen Beine regenerierten sich allmählich Smiley. Die wiedergewonnene Bewegungsfreiheit musste natürlich sofort genutzt werden und so machten wir uns zusammen mit zwei Holländern und zwei Schweizern auf, um die lokale Orang Utan – Aufpäppelungs- und Forschungsstation in Sepilok zu besuchen. Leider ist diese Sehenswürdigkeiten sehr touristisch, weshalb man sich die Aussichtsplattform während den Fütterungszeiten (= einzige Gelegenheit, die Affen zu sehen) mit gefühlt 100 anderen Menschen teilen und seinen Platz gegen die chinesischen Gruppentouristen verteidigen muss (die sind ausserhalb von ihrer Heimat noch viel die schlimmeren Drängler! Glücklicherweise sind sie aber nach wie vor kleiner als wir Smiley). Zum Glück waren wir eine halbe Stunde vor allen Tourgruppen beim Eingang der Einrichtung, da wir ansonsten den Ausflug eines der Orang Utans auf den Parkplatz verpasst hätten. Und auch nach der Fütterung hatten wir Glück im Unglück: wieder auf dem Parkplatz angekommen mussten wir nämlich feststellen, dass von dem angepriesenen Bus, welcher zwischen Sepilok und Sandakan verkehrt, weit und breit nichts zu sehen war. Da kam uns die Gruppe australischer Internatsschüler, welche im gleichen Hostel einquartiert war und dort die gesamte Atemluft mit ihren Käsefüssen verpestete, ausnahmsweise gerade recht, da sie noch sechs freie Plätze in ihrem Tourbus hatten Smiley

Nach so viel Erholung wollten wir natürlich die Orang Utans und diverse andere Tierarten auch einmal in freier Wildbahn erleben. Und da dies im Osten Borneos entlang des Kinabatangan (längster Fluss auf Borneo) angeblich möglich ist, haben wir bei einem entsprechenden Anbieter ein Zweitagespacket, bestehend aus Übernachtungen, Mahlzeiten, zwei Flussfahrten und zwei Dschungelwanderungen, gebucht. Doch bereits am Besammlungspunkt in einem kleinen Dörfchen folgte die Ernüchterung. Unsere (obligatorische) “Reiseführerin” war geschätzte fünf Jahre jünger als wir, hatte so ein loses Mundwerk, dass es sogar Nicola die Sprache verschlagen hat (kommt nicht oft vor Smiley), glänzte durch äusserst inkompetente Aussagen (“mit Chilli kann man Krebs heilen”), hörte schlecht zu (nachdem Nicola erzählt hat, dass er bereits sieben Monate in Ägypten gearbeitet hat, meinte die Dame, dass man bezüglich Muslimen wissen müsse, dass diese keinen Alkohol trinken würden…aha, haben wir nicht gewusst…) und fiel einem dauernd ins Wort! Und so eine sollten wir die nächsten Tage ertragen, geschweige denn unsere Expertin sein?!?! Da das Fräulein darüber hinaus auch keinerlei Ahnung von Flora und Fauna des Regenwaldes hatte (auf der Flussfahrt las sie uns die Eigenschaften und Merkmale der gesehenen Vögel und Affen aus einem Biologiebuch vor) und darüber hinaus auch an Zerstörungswut zu leiden schien (beim morgendlichen Dschungelspaziergang hat sie mit der Machete völlig grundlos auf Bäume eingehackt), kam es wie es kommen musste: bereits nach einer Nacht verlangten wir, dass die Tour abgebrochen werden würde. Und obwohl die Übernachtung im nächtlichen Dschungel aufgrund der zahlreichen Tierlaute sehr spannend war und wir während der Flussfahrt so einige Tierarten erspähen konnten (seltene Nashornvögel, Makaken und Nasenaffen), waren wir doch froh, die blutsaugenden Moskitos und Egel, sowie unsere Führerin nicht länger ertragen zu müssen… Der Fahrer des Busses, welcher uns am Strassenrand aufgabelte, schien denselben Stalldrang zu verspüren wie wir: anders lässt sich nicht erklären, dass er die Strecke zurück nach Kota Kinabalu in knapp sechs Stunden zurückgelegt hat. Normalerweise benötigt man dafür nämlich deren neun!

Nach zwei moskitofreien Tagen im Westen von Sabah ging es dann per Fähre ins nächste Land: das Sultanat Brunei. Dieses kleine aber reiche Fleckchen Erde ist für uns nach wie vor faszinierend, da wir bisher noch nie an einem vergleichbaren Ort waren: offiziell regiert von einem der reichsten Männer der Welt (Privatvermögen ca. 20 Milliarden), muss hier keiner der knapp 400’000 Einwohner Hunger leiden: alle haben einen (äusserst gemütlichen) Job, auch wenn die Firma selbst unrentabel ist. Denn das Defizit wird vom Staat gedeckt! Die jährliche Krankenkassenprämie wurde dieses Jahr zwar um unverschämte 100% erhöht, beträgt weiterhin aber lediglich einen (!!!) Dollar. Benzin kostet viermal weniger als Wasser (der Liter ist für etwas mehr als 20 Rappen zu haben), das Essen ist äusserst preiswert und Steuern bezahlt hier sowieso niemand! Als Tourist profitiert man von der staatlichen Grosszügigkeit allerdings nur, wenn man Museen besucht. Diese sind nämlich auch gratis. Im Gegensatz dazu stehen die Preise für Unterkünfte (wenn man nicht in einer Bruchbude übernachten will, muss man ca. 60 Brunei-Dollar pro Nacht bezahlen) und geführte Touren (Tagesausflüge für 100 Dollar aufwärts). Die einzige Transportalternative in Form von Bussen ist zwar günstig, dafür aber sehr unzuverlässig und zeitlich von morgens um 06:00 bis abends um 18:00 begrenzt, wodurch man in seiner Flexibilität bezüglich Sightseeing, ausgehen, etc. stark beschränkt ist. Und sollte man darüber hinaus das Pech haben, an einem Freitag Mittag zwischen 12:00 und 14:00 in einem Shoppingcenter fern des eigenen Hotels zu sein, erlebt man die speziellste Regelung dieses Landes hautnah im vollen Ausmass: diese Zeit bezeichnet das wöchentliche Hauptgebet und währenddessen IST ARBEITEN GESETZLICH VERBOTEN! Ja, richtig gehört! Alle Geschäfte, inklusive Restaurants, Hotelrezeptionen, etc. schliessen dann für zwei Stunden und werfen alle Kunden auf die Strasse! Weil auch Busse nicht fahren, hängt man im dümmsten Fall irgendwo in einer Hotellobby herum und sitzt die Zeit ab (so bei uns geschehen). Da überdies auch der Verkauf und Konsum von alkoholischen Getränken strengstens Verboten ist (auf den Konsum stehen 6’000 Dollar Busse, auf den Verkauf sogar die Todesstrafe!), wird Brunei wohl nie unsere Traumdestination werden Smiley

Nun wollen wir uns ja aber nicht nur beklagen, denn Brunei hat (zumindest für ein, zwei Tage) so einiges zu bieten: zwei riesige und imposante Moscheen (Omar-Ali-Saifuddin- Moschee und Jame’Asr-Hassanal-Bolkiah-Moschee) mit goldverzierten Kuppeln und gigantischen Parkplätzen davor (sie haben ein Fassungsvermögen von 1’000 bzw. 4’500 Gläubigen) laden auch Nicht-Muslime zum Besuch, das – auch heute noch bewohnte – traditionelle Dorf “Kampong Ayer” zeigt eindrücklich auf, wie die meisten Menschen auf Borneo früher gelebt haben und die verschiedenen Museen demonstrieren auf beeindruckende Weise den Pomp und die Geschichte des Sultanats. Vom Besuch des Shell-Museums in Seria (die Firma kontrolliert aus unserer Sicht das Land indirekt, da ihr 50% der Aktien der staatlichen Ölgesellschaft gehören) raten wir jedoch ab, da es a) eine zweistündige Busfahrt entfernt ist b) als einziges Museum Eintritt kostet (als ob Shell das nötig hätte…) und c) nur die Firma selbstverherrlicht.

Und wenn einem einmal alle Besichtigungsmöglichkeiten ausgegangen sind, geht man halt in einer der zahlreichen Shoppingmalls ins Kino und schaut sich “the Hobbit” an Smiley Und falls man sogar zu den ganz Glücklichen zählen sollte (so wie wir), wird man von den liebenswerten Einheimischen beim Besichtigen einer Moschee noch gleich zur Teilnahme an einer Hochzeit eingeladen.

PS: Die aktuellste “Brunei-Erfahrung” durften wir gerade soeben machen: Vor ca. eineinhalb Stunden (19:15 Ortszeit) verliessen wir das Restaurant und machten uns auf den Weg zum Taxistand (wir wissen ja bereits, dass Busse nur bis 18:00 fahren…). Dort angekommen mussten wir jedoch feststellen, dass Taxis am Stand ebenfalls nur bis 18:00 verfügbar sind. Und um das Ganze noch zu komplementieren, erhielten wir auch von der angerufenen Taxizentrale die Auskunft, dass man nach 18:00 nicht mehr arbeiten würde… Yeeeeaaah, wir brauchen dringend einen Job in Brunei Smiley

Borneo (Sabah & Brunei) by Jenny: Grosse Höhendifferenzen und noch viel grösserer Reichtum

Mount Kinabalu (4095m)

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Sanfter Anfang durch den Dschungel

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Schon etwas steiniger durch den Nebelwald

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Noch etwas steiler und steiniger

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Letzter Abschnitt vor der Zwischenstation mit Sicht auf das Bevorstehende (3200m)

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Über Schieferplatten ab auf den Gipfel

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Oben angekommen auf 4095m in eisiger Kälte

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Rundumblick

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Beim Abstieg mit wackeligen Beinen

Sandakan (Sepilok Rehabilitationscenter für Orang Utans)

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Ein Angestellter wie aus dem Bilderbuch Smiley

Strenge Parade vor der Haustüre Smiley

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Ausgang auf spezielle Art: Zeitungen als Menükarten und Tanzfläche über Dächern

Kinabatangan-Fluss (Dschungeltrip)

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Auf dem Fluss mit Sicht auf einen Nashornvogel und auf Makaken

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Dschungeltrip ohne wilde Tiere; ausser einem Frosch

Brunei

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Die Strassen von Brunei

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Kampong Ayer (Stelzendorf)

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Wichtigste Mosche des Landes (Mesjid Sultan Omar Ali Saifuddin)

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Besichtigung nur mit schwarzer Kutte

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Königspalast (Istana Nurul Iman)               Museum betreffend die Stelzendörfer

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Kiarong Mosche (grösste im Land)           Eingang sogar mit Rolltreppe

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Halle im Inneren der Mosche                      Waschbereich vor dem Gebet

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Geschenke für das Brautpaar im Gebetsraum          Brautpaar nach der Zeremonie

Kulinarisches von Indonesien bis Malaysia

Daumen hochDaumen hochDaumen hochDaumen hochDaumen hochDaumen hochDaumen hochDaumen hochDaumen hochDaumen hoch Daumen runterDaumen runterDaumen runterDaumen runterDaumen runterDaumen runterDaumen runterDaumen runterDaumen runterDaumen runter
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Was: Frittierte Bananen und Tee mit Kandiszucker
Wo: Yogyakarta
Fazit: Tea-Time, auf indonesische Art
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Was: Mineralwasser aus dem Becher
Wo: Überall in Indonesien
Fazit: Sieht aus wie ein Joghurt, ist aber nur Wasser und äusserst unpraktisch
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Was: Beef Rendang
Wo: Yogyakarta
Fazit: Ein zartes Kälbchen mit viel Geschmack
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Was: Mye Irgendwas
Wo: Bajawa
Fazit: Sieht schei*** aus? Schmeckt auch so…
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Was: Nasi Ayam
Wo: Yogyakarta
Fazit: Kokosreis mit Hühnchen und Gemüse sind eine ausgefallene, aber sehr gut mundende Kreation
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Was: Man nennt es (völlig fälschlicherweise) Kaffee
Wo: Ganz Indonesien
Fazit: Wenn man Schlamm trinken könnte, müsste er ganz ähnlich schmecken
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Was: Avocado-Saft
Wo: Yogyakarta
Fazit: Flüssige Guaccamole; lecker
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Was: Etwas Komisches
Wo: Mount Kelimutu
Fazit: Nach dem Verzehr reitet der Magen Rodeo
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Was: Donuts und Berliner
Wo: Dunkin Donuts’ in ganz Indonesien
Fazit: Dem gelben Typen verging zwar das Lachen, aber geschmeckt hat er Smiley
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Was: Shrimp-Chips
Wo: Moni
Fazit: Fisch in den Bergen ist nie frisch (auch nicht in Form von Chips)
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Was: Palm-Schnaps
Wo: Bajawa
Fazit: Hicks Smiley
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Was: Bananen-Chips
Wo: Moni
Fazit: Die hätten bei der Produktion lieber einmal den Indern zugeschaut…
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Was: Hummer
Wo: Komodo
Fazit: Das er sich totgestellt hat, hat ihm nichts mehr gebracht Smiley
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Was: Schlangenfrucht
Wo: Sandakan
Fazit: Vielleicht kann man die Haut zur Produktion von Uhren brauchen…Schmecken tuts nämlich nicht!
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Was: Mango Saft
Wo: Ganz Indonesien und Malaysia
Fazit: So sollten Mangos auch bei uns schmecken!
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Was: Königsfrucht
Wo: Sandakan
Fazit: Königlich ist höchstens der Anblick, wenn sich der Mülleimer öffnet
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Was: Chips aus Seegras
Wo: Labuan Bajo
Fazit: Man könnte es nicht meinen, aber die Dinger sind köstlich
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Was: Multivitamin-Milch
Wo: Indonesien und Malaysia
Fazit: Brausetablette + Milch = Jede Kuh würde sich im Grab umdrehen (bei uns ists nur der Magen)
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Was: Indonesisches Bier
Wo: Indonesien
Fazit: Obwohl von Moslems gebraut, ganz trinkbar (wie wissen die, wie das schmecken muss, wenn sie selbst nichts davon trinken?)
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Was: Ingwer-Kaffee
Wo: Mount Kelimutu
Fazit: Scharf, aber viel besser als der “richtige” indonesische Kaffee (siehe weiter oben)
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Was: Tintenfisch-Chips
Wo: Moni
Fazit: Ausnahmsweise ein Vertreter der Kategorie “Fisch-Chips”, welcher gut geschmeckt hat
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Was: Avocado mit Seafood-Füllung
Wo: Labuan Bajo
Fazit: Eine echte Alternative zum Crevetten-Cocktail
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Was: Sate Ayam (Hühnerspiesse an Erdnusssauce, Crevetten-Chips und Nudeln mit Ei)
Wo: Überall in Indonesien
Fazit: Kein Wunder, ist dies die beliebteste indonesische Köstlichkeit weltweit
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Was: Salmon-Teriyaki
Wo: Kuala Lumpur
Fazit: Japaner können ja doch nicht nur Sushi machen Smiley
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Was: Chicken-Teriyaki
Wo: Kuala Lumpur
Fazit: Auch die geflügelte Variante kann sich sehen (und schmecken) lassen
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Was: Horlicks (Malz + Tee)
Wo: Mount Kinabalu
Fazit: Da kann jede Ovomaltine einpacken
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Was: Komische Frucht (schmeckt nach Lychee)
Wo: Sandakan
Fazit: Endlich einmal eine komische Frucht, welche nicht auch komisch schmeckt…
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Was: Getrockneter Fisch
Wo: Sandakan
Fazit: Der Esserin hats geschmeckt, das restliche Hostel musste leiden Smiley

Gili Trawangan & Kuala Lumpur by Nicola: Sowohl Fisch, wie auch Vogel

Nach dem ganzen Ärger in Flores haben wir uns ein bisschen Ruhe und Erholung aber wirklich verdient (jaja, wir wissen schon, was ihr denkt Smiley)! Entsprechend kamen uns die nächsten fünf Tage “Entspannungsurlaub” auf Gili Trawangan gerade gelegen. Diese kleine Insel (sie misst ca. 6 Kilometer im Umfang) gehört zusammen mit ihren beiden “Schwesterinseln” Gili Meno und Gili Air zum Bezirk Lombok (ebenfalls eine Insel, aber wesentlich grösser) und ist aufgrund ihrer bekannten Tauch- und Schnorchelmöglichkeiten bei Touristen sehr beliebt. Sie ist – abgesehen von “kraftbetriebenen” Fahrzeugen wie Pferdekarren oder Fahrrädern – komplett verkehrsfrei und nur mit dem Boot zu erreichen (auch alle Waren müssen auf dem Seeweg eingeführt werden; als Anlegestelle dient übrigens kein Pier, sondern der normale Strand).

Gut, zumindest unser Boot hat diese Bezeichnung kaum verdient…etwas treffender wäre wohl “schwimmender 1’000-PS-Luxus-Motor” gewesen. Denn unser Speedboat legte die gut 150 Kilometer Distanz in knapp 2.5 Stunden zurück, vor Abfahrt gabs Kaffee und Tee und sogar während der Fahrt wurden noch Wasser und Tabletten gegen Seekrankheit “serviert”. In Gili angekommen haben wir uns sogleich zu unserer “Luxusresidenz” begeben. Obwohl zwar etwas teurer, als es sich ein Weltreisender normalerweise leisten kann, war es doch jeden Rappen wert: extrem freundliches und hilfsbereites Personal, sehr saubere und geschmackvolle Unterkünfte mit Openair-Bad und als Highlight das beste Frühstück seit langem (Pancakes mit Früchten nach Wahl, Fruchtsalat, Toast mit Butter und Marmelade und Eier nach Wahl), welches darüber hinaus zu jeder beliebigen Zeit zwischen morgens um 07:00 und Nachmittags um 16:00 auf die eigene Terrasse serviert wurde (für uns natürlich DAS Kriterium Smiley)! Einziger Wehrmutstropfen: aufgrund der Hitze und der hohen Feuchtigkeit wurde es in unserer ersten Unterkunft, einem sog. “Lumbung” (traditionelles Holzhäuschen auf Pfählen), so unerträglich heiss, dass wir in ein Bungalow aus Stein wechseln mussten…

Die Attraktionen der Gilis befinden sich natürlich nicht über, sondern viel mehr unter Wasser: die Inseln sind umgeben von Riffen mit einer bunten Vielfalt an Korallen und Fischen und man kann sogar regelmässig Wasserschildkröten beobachten! Durch all diese Versprechungen gelockt, haben wir beschlossen, ebenfalls ein bisschen zu tauchen. Allerdings mussten wir das Ganze bereits am zweiten Tag abbrechen, da wir beide Probleme mit der Atmung und Kopfschmerzen bekamen. Liegt evtl. an dem Antibiotikum, welches wir immer noch zur Malariaprophylaxe einnehmen (Doxicycline)… Da die Riffe glücklicherweise nicht alle tief liegen und auch Wasserschildkröten zum Atmen manchmal nach oben kommen müssen Smiley, haben wir aber bereits beim Schnorcheln viel zu sehen bekommen! Als “Rahmenprogramm” zu Strand und Meer wollten wir natürlich auch wieder einmal vielfältig essen und in einigen der schönen Bars ausgehen. Doch weit gefehlt: das Essen war (wie leider an so vielen Touristenorten) ungeniessbar oder zumindest sehr fade (liegt evtl. auch an unseren – durch die Schärfe fast abgestorbenen – Geschmacksnerven) und die übrigen Touristen (= Kriterium für eine Party) schienen alle von der Schlafkrankheit geplagt zu werden oder zu viele der lokal angebotenen “Magic Mushrooms” konsumiert zu haben; sie waren alle irgendwie lethargisch… Für unsere Erholung wars aber eventuell besser so Smiley

Nach fünf Tagen mussten wir dann aber bereits auch schon wieder abreisen um zu verhindern, dass wir des Landes verwiesen werden (wir haben die dreissigtägige Visumsfrist voll ausgeschöpft). Das Speedboat brachte uns deswegen wieder nach Denpasar, von wo Abends dann unser Flug nach Kuala Lumpur gehen sollte. Dank einer Verspätung von AirAsia und der grossen Entfernung des Flughafens zum Stadtzentrum, sind wir dann erst morgens um 04:00 im gebuchten Hostel eingetroffen. Da es sich bei dieser Unterkunft jedoch um ein “Partyhostel” handelt (wird vom Anbieter selbst auf der Homepage betont, damit sich im Nachhinein kein Gast über zu laute Musik beschweren kann Smiley), konnten wir unser Gepäck abladen und sogleich in der Bar auf dem Dach einen Willkommens-Drink geniessen. Weil die Unterkunft auch sonst sehr modern gehalten ist, konnten wir uns zum ersten Mal seit langer Zeit wieder an einer warmen Dusche erfreuen! Wie ihr seht, braucht ein Langzeitreisender nur heisses Wasser und ein Bierchen, um glücklich zu sein Smiley.

Bezüglich Sightseeing war Kuala Lumpur aus unserer Sicht eher mager. Dies liegt aber wahrscheinlich vor allem daran, dass wir inzwischen keinen Tempel oder ähnliches mehr sehen können… Wir haben uns deswegen lediglich das Wahrzeichen der Stadt angekuckt (Petronas-Türme), waren auf der Aussichtsplattform des Menara-Towers (wenn man in Shanghai auf dem World Financial Tower war, ist die Aussicht jedoch eher enttäuschend) und haben den grössten, frei begehbaren Vogelpark der Welt besucht (die Vögel können sich dank gewaltiger Netze frei bewegen; können wir sehr empfehlen!; der Weg dorthin ist jedoch sehr schlecht ausgeschildert). Und selbstverständlich wollten auch die kulinarischen Reize einer Grossstadt genutzt werden: das grosse Angebot des Foodcorners im grössten Shoppingcenter musste getestet und in “Little India” wieder einmal Paneer gegessen werden.

Abgesehen von Besichtigungen und Genuss, hat uns die Hauptstadt Malaysias vor allem mit seiner religiösen Vielfalt und der Toleranz zwischen den verschiedenen Glaubensrichtungen beeindruckt: obwohl mehrheitlich muslimisch, trifft man auch zahlreiche Hindus, Christen, Buddhisten oder Konfessionslose. Trotzdem wird man so gut wie nie kritisch betrachtet oder fühlt sich gar bedroht!

Gili Trawangan & Kuala Lumpur by Jenny: Schildkröten und Vögel in voller Eleganz

Gili Trawangan

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Mit dem Luxusspeedboat von Bali nach Gili Trawangan

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Tauchressort mit Übernachtung im Lumbung (traditionelles Häuschen auf Stelzen)

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Leider wurde aus dem Tauchen nichts und die Ausrüstung blieb trocken Trauriges Smiley

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Schnorchelnd auf der Suche nach den Schildkröten

Sog. Gili Ente

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Tauchboot                                                  Chillen am Strand

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Taxis auf Gili                                               Hafen

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Gepäckverlad in das Speedboat                Ausreise aus Indonesien

Kuala Lumpur

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Petronas Towers

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Malayische Freizeitbeschäftigung

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Menara Tower mit Aussicht auf die Petronas Towers

Openair-Vogelpark von Kuala Lumpur

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Silberreiher                                                                    Roter Edelpapagei

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Roter Ibis                                  Silberner Fasan

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Posieren wie Statuen

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Goldener Fasan

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Nimmersatt (der heisst wirklich so!)           Liebesvögel

Flores by Nicola: Liebe und Hass können so nahe beieinander liegen

Um nicht unser Leben bei einer Überfahrt mit einem der zahlreichen “absaufgefährdeten” Kutter zu riskieren, haben wir beschlossen, den Weg von Bali nach Flores mit dem Flugzeug zurückzulegen (natürlich mit einer Fluggesellschaft, welche auf der schwarzen Liste steht Smiley; lässt sich in Indonesien jedoch nicht vermeiden, da alle einheimischen Airlines auf dieser Liste sind…). Als wir früh morgens am Flughafen eingetroffen sind, kamen uns dann aber doch erste Zweifel, ob das Boot nicht doch die bessere Wahl gewesen wäre: Check-In war lediglich an einem einzigen Schalter möglich, das Gepäck wurde auf einer alten Postwaage gewogen und dann manuell zu einem Loch in der Wand getragen (kein Fliessband) und das Ticket wurde mangels Drucker von Hand geschrieben. Beim Flugzeug selbst handelte es sich dann zwar auch um eine grössere Propellermaschine, allerdings war sie augenscheinlich ziemlich neu und ausserdem fast leer, wodurch die Wahrscheinlichkeit eines Absturzes aufgrund von Übergewicht sehr gering war Smiley

Wir sind dann auch wohlbehalten in Labuan Bajo – seines Zeichens grösster Ort in Westflores, Backpacker-Ghetto und Ausgangspunkt der meisten Touren nach Komodo – gelandet und wurden von der schwülen Hitze fast erschlagen… Da das Städtchen selbst nichts zu bieten hat, haben wir innert möglichst kurzer Frist versucht, ein paar Mitreisende für einen mehrtägigen Komodoausflug zu finden. Spart Kosten und ist unterhaltsamer… Wir hatten auch gleich Glück und trafen ein deutsches Pärchen, welches dieselben Ideen und Vorstellungen bezüglich dieser Exkursion hatte.

Und nachdem wir noch einen interessanten Abend mit zwei anderen Rucksacktouristen aus der Schweiz verbracht haben, gings am nächsten Morgen dann auch schon los: unser privates Boot inklusive Captain und Koch/Matrose/Mädchen für alles empfing uns im Hafen und nach einer gut dreistündigen Fahrt erreichten wir unser erstes Ziel: die Insel Rinca. Diese ist – neben Komodo selbst – das einzige Verbreitungsgebiet der grössten Echse der Welt. Und zu sehen gab es so einige von diesen Untieren (ein Teil lungerte vor der Küche der Nationalpark-Lodge herum; die weiblichen Exemplare sah man eher beim Bewachen ihrer Nester). Uns haben insbesondere auch die Eigenschaften und Fakten zu diesen Tieren fasziniert: ein Komodowaran kann in seinen knapp 60 Lebensjahren bis zu drei Meter lang werden und mehr als 80 Kg wiegen. Trotz ihrem unbeholfen wirkenden Gang und ihrem trägen Erscheinungsbild sollte man sich aber nicht von ihnen täuschen lassen; sie erreichen beim Sprint nämlich bis zu 20 Stundenkilometer, sind – auf kürzeren Strecken – sehr gute Schwimmer UND sie fressen nur Fleisch und dies regelmässig auch von grossen Beutetieren (Wildschweine, Hirsche und sogar Wasserbüffel stehen auf dem Speiseplan)! Die Wanderungen im Nationalpark müssen deshalb auch mit einheimischen Führern gemacht werden, welche mit einem langen, an der Spitze gegabeltem Holzstock bewaffnet sind, mit welchem sie im Notfall das heranstürmende Ungetüm abwehren sollen. Wir haben jedoch ernsthafte Zweifel, ob das in der Praxis auch tatsächlich funktioniert…

Neben Rinca standen noch das Schnorcheln an drei verschiedenen Plätzen, eine Übernachtung an Deck unseres Bootes, sowie natürlich eine weitere Wanderung auf Komodo auf dem Programm. Können wir alles sehr empfehlen, wobei man jedoch erwähnen muss, dass der Ausflug auf Komodo selbst schon fast etwas enttäuschend ist, nachdem man auf Rinca war. Grund dafür ist die viel niedrigere Populationsdichte der Komodowarane. Wir haben im Laufe des zweistündigen Marsches lediglich zwei Exemplare zu Gesicht bekommen! Wenigstens gabs dafür ein paar wirklich sensationelle “Gruppenfotos” mit Waran (Zitat Guide: “Er hat erst vor vier Tagen gefressen und ist jetzt immer noch satt!”), sowie ein paar romantische Strandbilder (natürlich auch mit Waran).

Nach so viel Küste und Meer wollten wir ins bergige Inselzentrum weiterreisen. Und da die Strassen in Flores sehr schmal und von Schlaglöchern durchzogen sind, besteht die einzige Fortbewegungsmöglichkeit in Minibussen, welche in aller Regel völlig überladen sind. Da wir auf zehnstündige Fahrten mit einem Huhn auf dem Schoss und den Füssen eines Kindes im Genick verzichten können, haben wir uns zwei Plätze in einem “Luxus-Minibus” gegönnt. D.h., man hat reservierte Plätze, es werden nicht mehr Passagiere mitgenommen, als Sitze vorhanden sind, das Gepäck kommt in den Kofferraum und nicht aufs Dach (wichtig, da es in Flores jeden Abend für mindestens eine Stunde sehr stark regnet) und der Bus fährt direkt zum Zielort, ohne in jedem Kaff an der Strecke Leute abzuladen bzw. aufzugabeln. Umsteigen mussten wir dann aber irgendwie trotzdem und Pinkelpausen gab es auch keine! So waren wir froh, in Bajawa, unserem Zielort in den Bergen, angekommen zu sein. Die anfängliche Freude währte allerdings nur solange, bis wir festgestellt hatten, dass die Minibusstation ca. 6 Kilometer ausserhalb des Dorfes lag und das örtliche Transportwesen von der “Rollermafia” beherrscht wurde. Trotz unserer Bitte nach einem vierrädrigen Untersatz wollte man uns nur auf den Rücksitz von Motorrädern verfrachten (inklusive unserer zwei Trekking- und zwei Tagesrucksäcken), ganz zu schweigen von den astronomischen Preisvorstellungen. Sogar die von uns selbst herangewinkten Bemos (= Sammeltaxis) wurden von den aggressiven Motorradfahreren unter Androhungen weggejagt. Erst nach etwa fünf Minuten hatten wir Glück und wurden von ein paar halbwüchsigen mitgenommen (der Fahrer war zweifellos nicht älter als 14!). Die mafiösen Tendenzen setzten sich dann auch im Örtchen selbst nahtlos fort: es existieren hier insgesamt nur fünf einfache Hotels. Und obwohl alle Unterkünfte wegen der Nebensaison praktisch keine Gäste hatten und die Zimmer feucht und miefig waren, gab es keinen Nachlass auf die offizielle Preisliste (aus der Hochsaison!). Wo einem in anderen Ländern spätestens beim Hinausgehen 20-30% Rabatt gewährt werden, wird hier einfach geschwiegen, da alle wissen, dass es die Konkurrenz gleich handhaben wird! Wo bleibt hier eine Kartellbehörde?!

Nächster Knackpunkt sind dann die Sehenswürdigkeiten, bei welchen das Spiel von vorne beginnt: Zu sehen gibts in der Region um Bajawa vor allem die Dörfer der Ngada, dem Urvolk von Flores, welches seine Hütten in einer sehr ausgefallenen Bauweise errichtet, ein natürliches Thermalbad (ist aus dem Zusammenfliessen eines kalten und eines extrem heissen Bergflusses entstanden), sowie ein paar schöne Wanderstrecken. Auch führt seit etwa einem Jahr eine wunderbar geteerte Strasse zu all diesen Dingen (mit Ausnahme der heissen Quellen). Aber selbstverständlich wollen die einheimischen Guides einem weiss machen, dass alle Orte nur unter grossen Entbehrungen zu erreichen sind und man deswegen natürlich auf sie und einen erfahrenen Jeepchauffeur angewiesen wäre. Das eintägige Komplettpaket würde dabei aber “nur” 800’000 Rupien kosten (ca. 80 Franken)… Nun, wir haben dankend abgelehnt und – nach langer Suche und viel Überzeugungsarbeit – einen Roller gemietet, mit welchem wir das Ganze auf eigene Faust und ohne labernde Nervensäge absolvieren konnten. Kostenpunkt: 100’000 Rupien Smiley Von den unsagbar schlechten Strassenverhältnissen, den unfreundlichen Dorfbewohnern oder sogar den vergewaltigenden Räuberbanden, welche es nach Aussagen der Guides hier so geben soll, haben wir aber komischerweise nichts mitbekommen.

Am darauffolgenden Tag sind wir dann mit unserer Lieblingsbusgesellschaft ins 8 Stunden entfernte Moni weitergereist. Auch dabei handelt es sich um ein idyllisches Bergdörfchen, welches am Fusse seiner einzigen Sehenswürdigkeit liegt: dem Mt. Kelimutu (erloschener Vulkan, welcher wegen seiner drei Kraterseen bekannt ist; zwei davon wechseln ihre Farbe dauernd, einer ist konstant türkis). Und wie bereits in Bajawa darf natürlich auch hier die lokale Mafia nicht fehlen: ein Roller ist nur gegen einen viel zu hohen Preis zu bekommen; die Besitzerin der Unterkunft dreht einem das Wasser ab, sobald man bezahlt hat (da wir morgens um vier ausgecheckt haben, mussten wir am Abend vorher bezahlen); der – zu Beginn nette – Typ, welcher einem ein Flugticket besorgt, will am nächsten Tag plötzlich mehr Geld, da er angeblich einen Beamten am Flughafen bestechen musste; Benzin kostet für ausländische Gäste das Dreifache; das bestellte Taxi kommt eine halbe Stunde zu spät, weil der Fahrer am Abend vorher zu viel getrunken hat und noch im Bett liegt (der minderjährige Sohn fährt den Wagen), etc.

Schön wars aber trotzdem. Der Fussmarsch auf den Kelimutu (knapp 40 Kilometer und etwas mehr als 1500 Höhenmeter hin und zurück) war zwar extrem anstrengend aber auch vielfältig, da man durch die verschiedensten Vegetationszonen geht. Ausserdem diente er uns als Training für die Besteigung des Mt. Kinabalu in Borneo. Da wir am nächsten Morgen um 04:00 den Berg noch einmal auf die konventionelle Art – d.h. mit Motorfahrzeug – bezwungen haben, kennen wir jetzt ausserdem die verschiedenen Farbenspiele der Kraterseen bei unterschiedlicher Beleuchtung.

Um uns die knapp 20-stündige Rückfahrt per Minibus zu ersparen, haben wir uns einen Flug von Ende (heisst wirklich so) nach Labuan Bajo gegönnt. Nachdem wir – wie oben bereits erwähnt – beim Kauf des Flugticket übers Ohr gehauen worden sind und das Einchecken aufgrund eines defekten PC’s mehr als zwei Stunden in Anspruch genommen hat, sind wir dann nervlich am Ende, physisch aber gesund, auch tatsächlich in Labuan Bajo angekommen. Um den enormen Frust etwas abzubauen, haben wir uns dann am Abend beim Italiener eine exorbitant teure Platte mit ein paar Scheibchen importiertem Käse bestellt Smiley

Leider sollten wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen, dass der Tiefpunkt bezüglich Verarsche in Flores noch nicht erreicht war! Da unser Rückflug nach Denpasar am nächsten Tag für 15:30 angesetzt war, sind wir schön brav um 13:00 am Flughafen erschienen (falls ihr euch erinnert: es gibt hier lediglich ein Gate!). Leider war bis 14:00 am Schalter von unserer Fluggesellschaft (die heisst Merpati; das soll nur einmal gesagt sein, falls ein weiteres potentielles Opfer sich einmal überlegen sollte, mit diesem Verein zu fliegen) keine Menschenseele zu sehen, weshalb wir dann einmal am Nachbarschalter nachgefragt haben. Der Mitarbeiter dort hat uns dann ins Büro seines Chefs geschickt, wo wir das Büro von Merpati anrufen sollten. Dort bekamen wir die Auskunft, dass unser Flug kurzfristig auf den Morgen verschoben worden sei und man leider nichts machen könne. Einziges Resultat unserer nachfolgenden verbalen Ausrutscher am Telefon war dann, dass die Konkurrenzgesellschaft – welche für denselben Nachmittag den einzigen weiteren Flug nach Bali im Angebot hatte – kurzfristig den Ticketpreis saftig anhob! Da wir leider schon eine Übernachtung in Bali und eine Speedboatüberfahrt nach Gili für den nächsten Tag gebucht hatten, blieb uns keine andere Wahl!

Fazit für Flores: die Insel hat vielfältige und beeindruckende Flora und Fauna zu bieten, das vorherrschende Mass an Abzocke übersteigt aber selbst unsere Schmerzgrenze soweit, dass wir definitiv von einem Besuch dieser Insel auf eigene Faust abraten (geführte Touren sind eventuell eine bessere Alternative)!

Und die lessons learned (abgesehen davon, dass man am Flughafen nicht zu lautstark fluchen sollte, damit die Preise nicht ins unendliche steigen)?

  • Die Landbevölkerung in Flores ohne Bezug zum Tourismus ist extrem freundlich: egal ob im Falle eines heftigen Regengusses, wo einem ein Dach über dem Kopf inklusive Kaffee angeboten wird, beim Fragen nach Richtungen oder beim “Tanken” in den Bergen (das Benzin kommt aus Petflaschen, da es keine Zapfsäulen gibt): es wird einem immer sehr freundlich und ohne Hintergedanken geholfen.
  • Es ist sehr ratsam, Trekkingrucksäcke vor dem Transport in Minibussen oder Flugzeugen in eine extra Schutzhülle einzupacken. In Indonesien wird nämlich immer und überall geraucht, egal ob beim Be- oder Entladen eines Vehikels, beim Mitfahren im Kofferraum (ja, ein Passagier war im Minibus dann doch zuviel dabei…) oder beim Mitfliegen (das Personal auf inner-indonesischen Flügen nimmts mit dem Rauchverbot nicht so genau). Und welcher Ort würde sich besser eignen als ein Rucksack, wenn man seine Zigarette ausdrücken möchte?!