Istanbul: Tor nach Asien oder Europa–je nach Perspektive

An welchem Ort kann man in kürzester Zeit (ein Wochenende) Moscheen UND Kirchen anschauen, asiatisch, arabisch UND europäisch essen, Schnee am Meer erleben (bei uns nicht der Fall; kommt aber öfters vor), Sultan- UND Königspaläste besichtigen, eine Schifffahrt machen UND die Teilnehmer eines Marathons anfeuern, die grössten Basare der Welt erkunden UND nebenan in den vornehmsten Boutiquen der Pariser Modelabels shoppen, etc. ? Auf diese Frage gibt es wohl nicht allzu viele Antworten. Eine kennen wir nach unserem Weekendtrip in eine der faszinierendsten Städte Europas – oder eben doch Asiens? – nun aber: in Istanbul!

Beide wollten wir schon längere Zeit einmal dorthin, endlich haben wir es geschafft. Und wir werden irgendwann wiederkommen. Bis dahin erfreuen wir uns an den Bildern zu dieser tollen Stadt (weiter unten) und an unserem exklusiven Souvenir, welches irgendwie ebenso schräg ist, wie Istanbul selber: einer Fruchtpresse. Ja, richtig gelesen, eine Fruchtpresse! Solide europäische Werksarbeit (mechanisch und mit Bleisockel; die Presse wiegt 15 Kilo), gepaart mit asiatischem Abenteuer bei Beschaffung und Transport. Wie das?

Inspiriert wurden wir durch ein ähnliches Modell beim Frühstücksbuffet unseres Hotels. Von dieser Presse sehr angetan, begaben wir uns am Tag unserer Abreise noch auf einen der grössten türkischen Basare (nicht den ganz grossen; der ist für Touristen Smiley ). Dort wurden wir rasch fündig und handelseinig. Viel schwieriger gestaltete sich jedoch der Rücktransport in die Schweiz: nach (!!!) der Passkontrolle und damit auch nach der Ausreise aus dem Land, wurde uns die Presse von einem Zollbeamten weggenommen. Trotz heftiger Diskussion und Hinweis darauf, dass der (zugegebener weise etwas seltsame) Transport einer Fruchtpresse im Handgepäck nirgends explizit verboten ist, blieb der Typ stur. Nach Beschwerde beim Informationsstand wurden wir dennoch kreuz und quer von Tresen zu Tresen durch den ganzen Flughafen (inklusive dem Teil, welchen wir aufgrund der Tatsache, dass wir bereits ausgereist waren, gar nicht mehr hätten betreten dürfen) geschickt, vertröstet, ermuntert oder um ein kleines “Trinkgeld” gebeten. Nach mehr als einer Stunde kehrten wir entmutigt zurück an den Ausgangspunkt und hatten dort ausnahmsweise doch noch Glück: der diensthabende junge Polizist, welcher die Oberaufsicht über die Sicherheitskontrolle hatte, war so gelangweilt von seinem Dienst, dass er unsere Geschichte von der konfiszierten Fruchtpresse herrlich unterhaltsam fand. Als wir ihn dann noch auf die – unter den Mitarbeitern der “Infostände” weitverbreiteten – Korruption ansprachen, hatte er Mitleid mit uns und holte die Presse aus dem Lager zurück. Und so geniessen wir regelmässig frisch gepressten Fruchtsaft und träumen von einer weiteren Reise nach Istanbul…

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2 Moscheen und doch so verschieden (Hagia Sophia und Sultan Ahmed)

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Sultan Ahmed (blaue Moschee) ist die Hauptmoschee in Istanbul und klassisch ausgerüstet mit Gebetsteppichen (inkl. dazugehörigem Fussgeruch Smiley)

 

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Hagia Sophia war früher eine byzantinische Kirche, dann eine Moschee und heute ein Museum, weshalb das Aussehnen im Inneren eine Mischung aus Kirche und Moschee ist

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Das spezielle Stadtbild von Istanbul; Kuppeln von Moscheen

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Der Topkapi-Palast, schwer bewacht hinter roten Rosen, war jahrelang Wohn- und Regierungssitz des Sultans, sowie das Verwaltungszentrum des osmanischen Reichs

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Der Hafen von Istanbul mit seinen asiatischen Imbissbuden, welche auf Schiffen stehen und die Bosporusbrücke, welche Europa und Asien verbindet

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Gemütlicher Apéro in der ehemaligen Wasseraufbereitungsanlage von Istanbul (Cysterne Basilica) und super türkisches Essen in einem Restaurant wie in Tausend und einer Nacht