Kulinarisches von Hong Kong bis Indien

Daumen hochDaumen hochDaumen hochDaumen hochDaumen hochDaumen hochDaumen hochDaumen hochDaumen hochDaumen hoch Daumen runterDaumen runterDaumen runterDaumen runterDaumen runterDaumen runterDaumen runterDaumen runterDaumen runterDaumen runter
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Was: Dessert aus Mango & Gelatine
Wo: Hong Kong
Fazit: Chemie + Früchte kann sogar gut sein!
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Was: Schweinenasen
Wo: Hong Kong
Fazit: Sehen wir so aus, als würden wir das essen?!
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Was: Schokokekse
Wo: Indien
Fazit: Gut, um verlorene Kalorien auszugleichen
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Was: Geronnenes Schweineblut und Innereien
Wo: Hong Kong
Fazit: Schlabber, schlabberSmiley
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Was: Indischer Snack-Mix (fein gehackt und mit Curry)
Wo: Indien
Fazit: Gutes Vogelfutter
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Was: Marmeladenkekse
Wo: Indien
Fazit: Wenn dich der Hunger packt…
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Was: Typisch nordindisches Mittagsmenü: Roti (Fladenbrot), Dal (scharfe Linsensuppe), Curd (salziger Joghurt), Reis, Paneer (Frischkäse)
Wo: Jaipur (Rajasthan)
Fazit: Exzellentes Essen für wenig Geld (ca. CHF 2.-)
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Was: Starkbier
Wo: Indien
Fazit: Ein Bier mit 8%! Muss man mehr sagen?!
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Was: Spezialität aus Kerala mit grilliertem Fisch
Wo: Auf dem Boot in den Backwaters von Kerala
Fazit: Super frischer Fisch!
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Was: Bananenchips
Wo: Indien
Fazit: Die besten Chips weit und breit!
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Was: Indischer Masala-Tee (Milchtee mit viel Zucker und Gewürzen)
Wo: Indien
Fazit: Stärker als Kaffee und überall erhältlich
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Was: Idli (frittierte Reisbällchen, Kokos-Chutney, scharfes Dal und Gemüse-Naan)
Wo: Ooty (Tamil Nadu)
Fazit: Vollwertiges, gesundes Frühstück
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Was: Dosa (gefülltes “Omelett-Brot”, Kokos-Chutney und scharfes Dal)
Wo: Anjuna (Goa)
Fazit: Ein sehr nahrhaftes südindisches Frühstück
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Was: Fischcurry mit ganz frischem Fisch
Wo: Palolem (Goa)
Fazit: Die Leute in Goa wissen wirklich, wie man Fisch zubereiten muss
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Was: Sweet-Lassi (Milch, Joghurt und Zucker)
Wo: Indien
Fazit: Jenny’s Lieblingsgetränk

Kochi, Ooty & Mysore by Nicola: (Fast) Alles anders im Süden

Der nächste Abschnitt unserer Indienreise begann mit dem “Tiefkühlexpress”  (=modernster und deshalb auch bestklimatisierter Zug, welchen wir in Indien bisher hatten), mit welchem wir von Varanasi via Mumbai nach Kochi (Hauptstadt der Provinz Kerala) fuhren. Die insgesamt 60-stündige Reise quer durch den indischen Subkontinent war dabei geprägt von Höhen und Tiefen: So lernten wir im Zug sieben sehr rüstige Rentner kennen, welche seit 35 Jahren einmal jährlich zusammen in den Urlaub fahren. Die vielen Anekdoten (z.B. “In Goa arbeiten die faulsten Inder weit und breit! Wenn ihr etwas von denen wollt, müsst ihr sie zuerst wecken…”; die lieben Leutchen sind selbst übrigens ursprünglich aus Goa Smiley ) und bodenlose Witze (einer der drei verheirateten Männer sagte, angesprochen auf den Grund weshalb der vierte Mann im Bunde single sei: “Seine Mutter hat ihm immer gesagt: Sohn, Kühe sind teuer aber Milch ist günstig!” Smiley ) waren sehr informativ und unterhaltsam und haben uns – zumindest mental – schon einmal darauf vorbereitet, dass der Süden Indiens mit dem Norden nicht allzu viel gemeinsam haben würde. Leider konnten wir beide trotzdem die Reise nicht voll geniessen, da es uns nach mehr als sechs Wochen doch noch erwischt hatte: seit Varanasi litten wir unter Kopfschmerzen, Unruhe, Durchfall und Fieber (im Falle von Nicola knapp 40 Grad!)! So wie es aussieht, hat auch uns die “heilige Kloake” (= Ganges) nicht unberührt gelassen…

Da kam uns unsere erste Unterkunft in Kochi gerade recht: wir hatten ein Zimmer in einem sog. “Homestay”, d.h. bei einer einheimischen Familie, welche zur Finanzierung ihrer Villa einen Teil der Räume an Touristen vermietet, gebucht. Die Gastgeber waren sehr freundliche und zuvorkommende Menschen (sie waren übrigens Christen, wie unsere Begegnungen im Zug auch; im Süden Indiens gibt es ziemlich viele davon, da die Provinzen lange unter portugiesischer Herrschaft standen) und haben uns sogar mit magenschonender Kost versorgt, obwohl sie eigentlich gar keine Mahlzeiten anbieten. In Verbindung mit dem gemütlichen und mediterranen Flair der Stadt selbst und den sehr guten Restaurants mit westlicher Küche (um dem typischen “Indian Food” für einmal zu entfliehen, haben wir einmal ein (massiv überteuertes) Rindssteak (yeeeeaaaahhh) und sogar zweimal Pasta bei einem ausgewanderten Italiener gegessen; zwar immer noch wesentlich würziger als bei uns, aber hey, wer will sich denn nach sechs Wochen schon beklagen!?!?), konnten wir uns wieder einigermassen regenerieren und sogar die örtlichen Sehenswürdigkeiten angucken. Die wären: sog. “chinesische Fischernetze”, d.h. eine spezielle Technik des Fischfangs, ein Strand mit Ölraffinerie Smiley, die Holländer, welche hier seit Jahrhunderten auf der faulen Haut herumliegen (es gibt einen Friedhof, auf welchem nur Familienmitglieder der holländischen Besatzungsmacht bestattet sind), sowie zahlreichen Diskotheken, ääääh pardon, Kirchen wollte ich sagen. Diese sind nämlich mit tausenden von farbigen Glühbirnen geschmückt, welche jede Nacht brennen – erstaunlicherweise sogar dann, wenn der Rest der Stadt gerade wieder einmal Stormausfall hat (dies liegt aber weniger an Wundern, sondern viel mehr an zwei bis drei Dieselgeneratoren, welche für den nötigen Strom sorgen).

Ganz generell tickt der Süden einfach anders: morgens um fünf wird man vom Gebetsaufruf der örtlichen Moschee aus dem Tiefschlaf gerissen; kaum ist man dann wieder eingeschlafen, beginnt der benachbarte Hindutempel mit seinem ohrenbetäubenden “Gebetssong” (jeder Tag der gleiche und definitiv ab Band); und schlussendlich sorgen dann die Gesänge aus der römisch-katholischen Kathedrale dafür, dass man definitiv aufsteht…kurz: da in Indien – und ganz speziell im Süden – zahllose Religionen seit Jahrhunderten auf engstem Raum nebeneinander bestehen, findet man wohl auf der ganzen Welt keine ähnlich tolerante und vielfältige Region. Weitere Unterschiede sind höhere Sauberkeit und mehr Wohlstand, sowie andere “Modetrends”: Frauen kombinieren typisch indische bzw. hinduistische Kleidungsstücke und Gepflogenheiten (wie bspw. Saris oder den “Bindi”, d.h. den roten Punkt auf der Stirn) mit westlichen Einflüssen. Und was machen die Männer? Sie tragen “Röcke” aus umgewickelten Tüchern… Ob sie darunter auch Unterwäsche tragen, entzieht sich leider unserem Wissen Smiley

Ein sehr empfehlenswerter Tagesausflug inklusive Übernachtung führt einen von Kochi aus nach Alleppey, einem eher unscheinbaren Örtchen, welches jedoch als Ausgangspunkt für die bekannten Hausboot-Trips in die Backwaters von Kerala dient. Für umgerechnet 100 Franken kann man sich hier ein Hausboot inklusive dreiköpfiger Crew und Vollpension mieten und sich durch diese “Wasserstrassen” chauffieren lassen. Das Ganze war sehr eindrücklich und entspannend. Und nach entsprechender Nachfrage und einem ordentlichen Trinkgeld gabs sogar Bier (der Koch musste dafür aber extra in das Dorf in der Nähe rudern Smiley). Das einzige Erlebnis der etwas spezielleren Art war die Übernachtung: wir haben am Abend der ersten Tages irgendwo am Ufer festgemacht (es war dunkel) und sind schlafen gegangen, nur um am nächsten Morgen festzustellen, dass die Anlegestelle genau vis-à-vis des Anfangs- und Endpunktes der Flussfahrt war und der Kapitän einfach nur noch wenden musste, bevor er uns von Bord führte Smiley

Nach einer weiteren Nacht in unserem geliebten Homestay liessen wir uns – wie meistens in Indien – von einem Tuk-Tuk zum Bahnhof fahren, um den Zug nach Coimbatore zu erwischen. Normalerweise wäre eine solche Fahrt ja nicht weiter erwähnenswert. Dieses Mal jedoch wurde unser “Mini-Taxi” mit uns an Bord zuerst eingeschifft und auf per Fähre auf das Festland gebracht (auf dem Hinweg nahmen wir die Brücke). Wie wir später feststellten, war dies nur ein kleiner Trick des Fahrers, um etwas mehr zu verdienen (die Überfahrt mit der Fähre ist billiger als das Benzin)… Coimbatore selbst – eine Industriestadt – war lediglich ein kurzer Zwischenstopp, um den frühen Zug (05:15) nach Metupalayam zu erwischen. Wie sich herausstellte, eine gute Entscheidung: denn abgesehen vom Mangel an Sehenswürdigkeiten ist die Hotelsuche in der Nähe des Bahnhofs ein einziges Ärgernis. Obwohl es sicherlich 20 Unterkünfte gibt und wir bereits um 18:30 dort waren, behaupteten alle, dass sie bereits ausgebucht seien (Anmerkung: es gibt dort praktisch keine Touristen und es war ein normaler Wochentag, d.h. kein Wochenende oder Feiertag!). Diese Masche zwingt einen dann in das teuerste Hotel in der Gegend zu gehen (welches dann – oh Wunder – natürlich noch freie Zimmer hat; diese kosten dann etwa drei Mal mehr; plus 20% Steuer natürlich…). Aus unserer Sicht ein abgekartetes Spiel, an welchem die anderen Unterkünfte wahrscheinlich mitverdienen…

Nachdem dann morgens um 03:30 der Wecker bereits wieder geklingelt hat, gings weiter zur Talstation der “Nilgiri-Schmalspurbahn”; konstruiert von einem Schweizer Bahningenieur und geschoben von einer Dampflokomotive aus der Heimat, Baujahr 1899. Und hier ging das “indische Kabarett” in die nächste Runde: obwohl uns jedermann gesagt hatte, dass in der Nebensaison keine Reservation für das Bähnchen nötig sei (Onlinereservation nicht möglich), stand vor uns plötzlich eine ganze Schulklasse an. Da der Zug nur über drei Waggons verfügt und viele Tickets bereits im Voraus von Reiseveranstaltern gekauft werden, kam es wie es kommen musste: der äusserst gereizte Bahnhofsvorsteher gab uns zu verstehen, dass es für diesen Tag keine Tickets mehr zu kaufen geben würde…all unsere Beschwerden, Ausreden (“We’ve travelled all the way from Switzerland, just to see “our” train”) und sogar die Hilfe eines indischen Reiseagenten, welcher uns zwei seiner Tickets verkaufen wollte (in Indien nicht legal, da Tickets auf den Namen des Reisenden ausgestellt werden) brachten nichts…der Bahnhofsvorsteher blieb stur. Da wir ausserdem nicht über einen indischen Polizeiausweis verfügen (beim Vorzeigen gibt es ganz plötzlich wieder Tickets), blieb uns nur die altmodische “Zuckerbrot-und-Peitsche”-Variante: warten, den Schaffner immer wieder darauf hinweisen, dass man auch mitreisen möchte und das Bezahlen einer “Reservationsgebühr” an ihn persönlich in Aussicht stellen…und siehe da, es hat geklappt. Zwar mussten die “offiziell gebuchten” Passagiere, auf deren Sitze wir verfrachtet wurden und welche dann dummerweise doch noch auftauchten, kurzfristig in die erste Klasse “upgegraded” werden (= der Schaffner verfrachtete sie in ein – sowieso schon überfülltes – Abteil im vordersten Wagen), aber wir sind wohlbehalten in Ooty angelangt, haben interessante Bekanntschaften mit betrunkenen jungen Indern geschlossen und dank unserer inoffiziellen Vorgehensweise sogar noch weniger bezahlt als im Falle einer Reservation Smiley.

Ooty – bei den Indern auch Udagamandalam genannt – ist eine Ortschaft in den Bergen von Tamil Nadu und liegt auf knapp 2’000 Metern. Von den Engländern früher zur Abkühlung im Sommer genutzt, hatten wir ebenfalls vor, hier der schwülen Hitze von Indien zu entfliehen. Und Ooty hat – zumindest in dieser Hinsicht – unsere Erwartung mehr als nur erfüllt: es war empfindlich kühl! Da unsere Unterkunft – eine riesige englische Villa aus Kolonialzeiten, deren indische Besitzer einen Teil der Räume vermieten und ein vegetarisches/veganisches Restaurant betreiben – ausserdem nicht über eine Heizung verfügte, war es sogar uns als Schweizer schon fast zu kalt. Unsere andere Erwartung (wandern in Teeplantagen) wurde leider nicht erfüllt. Das Tretbootfahren auf dem örtlichen See, das benachbarte Ashram, dessen Gründer vor Jahrzehnten versuchte, die grössten Religionen der Welt unter einen Hut zu bringen, der Besuch einer Teefabrik, sowie der botanische Garten, welcher diesen Namen nicht wirklich verdient, konnten nur begrenzt darüber hinwegtrösten. Das einzige Highlight war eine Filiale des weltweit grössten Pizzakuriers, dessen Angebot wir (ähnlich wie die zahlreichen Expats, welche hier leben und in den diversen Internaten arbeiten) dafür sogar zweimal nutzten Smiley.

Unsere erste Fahrt in einem indischen “Premium-Bus” (moderner Reisecar nach westlichem Standard, mit komfortablen Sitzen, jedoch “indischer Beinfreiheit”) führte uns von Ooty nach Mysore, einer grösseren Stadt im Bundesstaat Karnataka. Ursprünglich hatten wir geplant, hier den bekannten Maharaja-Palast zu besichtigen und dann in einen der umliegenden Nationalparks zu fahren, um auf Tiger-Safari zu gehen. Nun, wie so oft in Indien haben sich die Pläne geändert: der Palast war eher unspektakulär und die Nationalparks aufgrund eines Beschlusses des obersten indischen Gerichtshofs bis auf Weiteres für Touristen nicht zugänglich… Wir haben das Beste aus der Situation gemacht, uns bei gutem Essen (und Bier) im Hotel erholt, sowie das regionale Hindu-Heiligtum – ein Hügel mit einem riesigen “Kuh-Schrein” (dem Reittier einer indischen Gottheit gewidmet) auf der Spitze – besucht.

Da wir auch nach Abschluss dieses “anstrengenden” Programms noch nicht die gesamten Tage aufgebraucht hatten, welche für den Besuch des Tigerreservats geplant waren, sind wir nach Mangalore weitergereist. Aus unserer Sicht war aber auch diese Stadt nicht wirklich spektakulär und wir haben die Zeit grösstenteils mit Essen und Schlafen verbracht Smiley.

Und nun folgen die neusten Skurrilitäten aus dem unglaublichen Indien:

  • Wenn Inder ihren Geburtstag in einem Lokal (im konkreten Fall der Mc Donalds) feiern, ist jeder anwesende dazu eingeladen, ein Stück des Kuchens zu essen (haben wir nach Aufforderung auch getan). Zuvor sollte man jedoch dem Geburtstagskind ein kleines Stückchen davon in den Mund stecken (haben wir nicht getan, da wir nichts davon wussten Smiley).
  • Dass Essen in Indiens Süden ist komplett anders als dasjenige im Norden. Frischere Zutaten, nicht so scharfe Gewürze, eher leichte und mediterrane Gerichte…und das Beste: es gibt Fleisch! Und am Sonntag sogar Rind (aber nur am Sonntag) Smiley
  • Wie bereits in früheren Beiträgen erwähnt, bezahlen Ausländer für das Besichtigen von Sehenswürdigkeiten mehr, als Einheimische. Dass diese “staatlich verordnete Abzocke” aber Ausmasse erreicht, welche schon fast unverschämt sind (Ausländer bezahlen 10- bis 20-fachen Betrag), haben wir bisher in Nordindien nur im Taj Mahal erlebt. In Südindien hat das Ganze jedoch System und man bezahlt überall mindestens das 5-fache (+ Kameragebühr + ein Trinkgeld für die Verwahrung der Schuhe, wenn man die Sehenswürdigkeit nur Barfuss betreten darf + ein Trinkgeld für denjenigen, der einem den Audio-Guide aushändigt + ein Trinkgeld für den “Türsteher” am Tor, welcher einem den Weg deutet +…)!
  • À propos Abzocke: gerade im Süden sind Tuk-Tuk-Fahrer sehr kreativ, wenn es darum geht, den vereinbarten Preis am Ende der Fahrt noch ein bisschen zu erhöhen (was eigentlich ein absolutes No-Go ist): vom Gepäckzuschlag für grosse Rucksäcke, über die Weiterverrechnung von “Parkgebühren” (z.B. am Bahnhof sehr beliebt), bis hin zum Anfahren eines falschen Ortes mit der Begründung, dass sich das Hotel früher hier befunden habe, findet sich alles im Repertoire. Das ganze Mass der Benachteiligung zeigt sich erst recht, wenn man einmal in einer Stadt wie Mangalore sein sollte, in welcher die Tuk-Tuk-Fahrer gezwungen sind, das Taxometer einzuschalten… Mindestens das Dreifache bezahlt man als Ausländer immer (auch nach harten Verhandlungen und auch ohne “Spezialzuschläge”).
  • Vorausschauendes Denken ist (noch) keine indische Stärke: Egal ob bei der Reservation eines Hotels, bei welcher das Personal oft nur die Zimmerbelegung der nächsten zwei Tage kennt, beim Auftragen des bestellten Essens, wo oft zuerst der Hauptgang serviert wird, bevor die Vorspeise folgt, beim Autofahren, bei welchem mit Vollgas beschleunigt wird, obwohl man unschwer erkennen kann, dass man 50 Meter weiter vorne aufgrund eines Staus wieder voll abbremsen muss oder beim Auschecken aus dem Hotel, wo man genötigt wird, ein Kundenfeedback auszufüllen, obwohl man bereits mehrfach erwähnt hat, dass man sich beeilen müsse, um den Bus noch zu kriegen; jeglicher Sinn für Planung scheint in diesem Land noch nicht allzu weit entwickelt.
  • Was der Schneider mit dem Pöstler gemeinsam hat? Man könnte nun denken, nicht allzu viel… Weit gefehlt: der Versand eines Paketes in Indien ist ein wahres Erlebnis für sich. Zuerst begibt man sich zu einem der Schalter, an welchem keine Menschen anstehen (trifft in der Regel auf alle Schalter bis auf einen zu, obwohl die anderen sehr wohl besetzt sind). Dort wird einem dann mitgeteilt, dass man sich doch bitte hinten an die einzige Schlange im ganzen Saal anstellen sollte, da nur dieser Schalter Post entgegennehmen würde (und was bitte tun dann alle anderen?). Ist man dann endlich vorne und hat der Postbeamte endlich die Schweiz im Computer einmal gefunden, erhält man zwar mitgeteilt, wie viel das Paket in die Schweiz ca. kosten dürfte; damit ist es aber noch lange nicht getan. Denn zuerst muss das Paket fachmännisch verpackt werden: man nehme also einen Karton (nicht obligatorisch; wenn man allerdings einmal gesehen hat, wie die indische Post mit der ihr anvertrauten Ware umgeht, äusserst ratsam Smiley), gehe damit zu einem Schneider, welche das Ganze in einen weissen Baumwollstoff einnäht und die Nähte mit Wachs versiegelt (!!!), beschrifte das eingenähte Paket zweimal mit der Zieladresse (mit Filzstift), fülle drei Zollformulare aus, nähe zwei davon an das Paket und gehe zum Schalter (ja, natürlich der mit der einzigen Schlange davor) zurück. Fertig!
  • Laut, lauter, Indien: Wir haben ja bereits einige Male erwähnt, dass Verkehr und Gehupe auf den Strassen ohrenbetäubend sind. Wer nun aber denkt, dass er in einem Strassencafé oder im Hotel Ruhe findet, der irrt: in Indien scheint nämlich in allen Lebenslagen zu gelten, dass derjenige am besten abschneidet, der am lautesten ist. Die Musikanlage im Tuk-Tuk, welche den gesamten “Kofferraum” füllt, die riesigen Bassboxen im Café, die vier Grossbildfernseher im Restaurant oder derjenige im eigenen Zimmer: alles ist immer auf volle Lautstärke aufgedreht und der geäusserte Wunsch, man möge die Anlage doch etwas herunterdrehen, stösst nur auf unverständliche Blicke.
  • Zum Glück gibt es hier kein Hotel mit mehr als fünf Stöcken: Wir wären nämlich sonst Weltmeister im Treppensteigen… Aber gibt es denn keinen Lift? Doch, doch… nur möchten wir sehr ungern während mehrerer Stunden stecken bleiben, wenn wieder einmal der Strom ausfällt…
  • Wo arm auf reich trifft: Ein Thema, welches wir bisher nicht wirklich angesprochen haben, in Indien jedoch omnipräsent ist, ist der riesige Unterschied zwischen den Ärmsten und den Reichsten der Gesellschaft, welche wohl in den wenigsten Ländern dieser Welt so stark ausgeprägt sind, wie in Indien: auf der einen Seite gibt es eine (verhältnismässig kleine) Oberschicht, welche sich für jede noch so kleine Aufgabe einen Diener hält: Gärtner, Nanny, Fahrer, Koch, Putzfrau, Einkäufer, Vorkoster, Schuputzer, etc. Demgegenüber stehen hunderttausende von sehr armen Menschen, welche in den riesigen Slums der Grosstädte wohnen oder sogar komplett obdachlos sind. Und wie nicht anders zu erwarten, “verdienen” auch einige dieser Menschen ihren Lebensunterhalt mit betteln. Touristen sind dabei besonders beliebte Ziele, welche bevorzugt mit diversen Mitleid erregenden Maschen angegangen werden: man zeigt seine Geschwüre, Amputationen, Gehstöcke, nicht vorhandene Gebisse, etc., trägt ausgemergelte Kinder auf dem Arm oder schickt die älteren Kinder auf eigene Faust zum Betteln. Und wie handhaben wir das Ganze? Da man ja nicht allen etwas geben kann (wir könnten sonst morgen wieder nach Hause reisen, da uns das Geld ausgegangen wäre…), haben wir uns drei Regeln aufgestellt: auch aus unserer Sicht kleine Geldbeträge sind in Indien schon viel wert, weshalb wir nur Kleingeld (konkret: Münzen) verschenken; Kinder, welche alleine betteln kriegen nichts, da sie sonst oft mehr verdienen, als ihre Eltern und genau deswegen eben nicht zur Schule geschickt werden; geht uns das Kleingeld an einem Tag aus, gibt es nichts mehr! Diese Regeln klingen so hart, wie sie sind. Denn oft erhalten nur die ersten zwei, drei Personen etwas und der Rest geht leer aus. Andererseits versuchen wir, unser Geld in einheimischen Hotels, Läden und Restaurants auszugeben und internationale Ketten bis auf wenige Ausnahmen (wir sagen nur: Fleisch Smiley) zu meiden. Würden das alle so halten, ginge es langfristig von alleine bergauf… Und falls man unsere Methode immer noch zu hartherzig finden sollte, schildern wir euch jetzt noch ganz kurz die hinduistische Argumentation, weshalb man einem Bettler nichts gibt: durch das Ansammeln oder den Verlust von Karma, hervorgerufen durch gute oder schlechte Taten, wird man im nächsten Leben in einem besseren oder schlechteren Stand wiedergeboren. Jemand der bettelt, hat entsprechend dieser Logik in seinem früheren Leben eben zu viel schlechtes Karma angehäuft und verdient sein Schicksal, weshalb man ihm auch nichts geben sollte! Und, findet ihr unsere Argumentation immer noch hart? Smiley

Kochi, Ooty & Mysore by Jenny: Wechselbad zwischen Tropenklima und kalter Bergluft

Kochi (Provinz Kerala)

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Unser Homestay bei einer christlichen Familie mit Aussicht auf Palmen

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Kirche oder Disco?

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Die Holländer in Kochi liegen nur auf der faulen Haut

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Weisser Sandstrand mit privater Ölraffinerie

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Chinesisches Fischernetz                                            Indisches Minitaxi Smiley

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Mit dem Hausboot auf den Backwaters (Wasserstrassen)

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Mit dem Tuk-Tuk auf der Fähre

Alle mögen den Fischverkäufer (Katzen, Vögel etc.)

Ooty (Provinz Tamil Nadu)

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Nilgiri-Schmalspur-Dampflok auf Zahnrädern (sog. Toytrain) nach Ooty

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Durch Schluchten und über Abgründe

Fahrt im Toytrain

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Affenhügel                                                   Teeplantagen

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Aussicht von den Nilgiri-Hills                   Hauptsache ein Foto mit Europäerinnen Smiley

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Unser Übernachtungsquartier in britischen Herrenhäusern mit gepflegtem Rasen

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Schweizer Kuh in Ooty Smiley

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Pedalofahrt auf dem von den Briten künstlich erbauten See

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Indische Bakterien machen müde            Fun-Züglein Smiley

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Auf den Strassen von Ooty

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Im Botanischen Garten

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Ashram, gegründet von einem Guru welcher 5 Religionen mischte (Hinduismus, Buddhismus, Christentum, Judentum und Islam)

In einer Teefabrik

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Trocknen der Teeblätter                              Hacken der Teeblätter

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Filtern und Erhitzen                  Sammeln des fertigen Tees

Mysore (Provinz Karnataka)

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Maharaja-Palast                                           Heilige Kuh

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Hindu-Tempel                          Packet, gepackt nach indischem Standard

Jaipur, Agra & Varanasi by Nicola: Grab-Städtereise

Nun sind wir also endlich wieder “on the road” und wir freuen uns, das vielfältige Indien entdecken zu können. Da wir uns aufgrund unseres Hilfsprojektes ja bereits im Bundesstaat Rajasthan befinden, liegt es nahe, unsere Indienreise in dessen Hauptstadt Jaipur zu beginnen. Nachdem wir an unserem ersten Tag in Jaipur ein etwas anderes “Sightseeing-Programm” – bestehend aus einem Festmahl im Mc Donalds (jaaa, endlich wieder Fleisch!!! Ohhh nein, es gibt nur Chicken!!! Smiley ) und ausgiebigem Shopping, bei welchem nun auch Nicola “indisch” eingekleidet wurde – absolvierten, sah unser Plan eigentlich vor, dass wir das Amber Fort (grosse Festungsanlage inklusive Palast auf einem Hügel vor der Stadt) und den Palast der Winde (so genannt, weil seine Front aus 365 Fenstern besteht, welche einerseits das Gebäude kühl halten und andererseits den feinen Damen der Stadt früher dazu dienten, das Geschehen auf der Strasse zu beobachten, ohne dabei selbst gesehen zu werden) besichtigen. Doch wie so oft in Indien kam es anders als wir dachten….

Als wir nämlich – natürlich hart verhandelnd – die Reihen der Tuk-Tuk-Fahrer am Bahnhof abschritten und dabei wohl gar zu dreiste Preisvorstellungen hatten, wurden wir von einem Herrn “aufgegabelt”, welcher einerseits sofort unseren “Dumping-Bedingungen” zustimmte und uns andererseits zu seinem äusserst charmanten Oldtimer (Fabrikat “Hindustan-Motors”, Baujahr 1965) führte. Wie wir uns bereits zu Beginn gedacht hatten, hatte die Sache jedoch einen Haken: er würde uns entweder, wie versprochen, für den äusserst niedrigen Preis zum Palast der Winde fahren und uns in Ruhe lassen oder aber wir könnten uns von ihm einen halben Tag lang zu all den Sehenswürdigkeiten fahren lassen, wo er dann wieder auf uns warten würde. Und das Ganze lediglich für umgerechnet 10 Franken! Allerdings, so informierte er uns, müsste er uns am Ende der Tour noch zu einem Juwelier und in einer Schneiderei bringen…Ob wir dort etwas kaufen oder nicht, sei jedoch uns überlassen. Da wir uns in Sachen Verhandlung für harte Hunde hielten (inzwischen sind wir teilweise eines besseren belehrt worden Smiley), stimmten wir dem Angebot zu. Und der Tag mit Alibaba (so hiess unser Fahrer) hat sich wirklich gelohnt: wir sahen nicht nur das Fort und den Palast der Winde, sondern auch eine wunderschöne, marmorne Grabstätte (Royal Raigor) und den versunkenen Palast (welcher eigentlich gar nicht versunken ist, sondern von einem Maharadja mit Absicht in einen See hineingebaut wurde, sodass ein Stockwerk unter dem Wasserspiegel liegt, das andere darüber. Da Wasser ja bekanntlich ein sehr guter natürlicher Wärme- und Kältespeicher ist, schlief die Herrscherfamilie im unteren Stock, wo es im Sommer angenehm kühl und im Winter etwas wärmer war und lebte im oberen, licht- und winddurchfluteten Bereich). Darüber hinaus führte er uns für das Mittagessen in ein exzellentes und relativ preiswertes Lokal in Jaipur (obwohl es sich wohl hauptsächlich an die indische Oberklasse richtet, kostete das komplette Menü umgerechnet nur gut 2 Franken).

Zum Schluss kamen dann – wie bereits angedroht – noch zwei Shops: Der erste – ein Juwelier – war für uns als Kenner arabischer Basars, keine Herausforderung, d.h. wir haben nichts gekauft (die Händler machten es uns auch verhältnismässig einfach, da sie für durchschnittliche Silberware völlig überrissene Preise verlangten, welche so wohl auch niemand in der Schweiz bezahlen würde…). Die Schneiderei, welche dann als nächstes folgte, war da schon ein härterer Brocken und wir haben einige “Kleinigkeiten” gekauft: ein komplettes Set an Bettwäsche (natürlich in hellblau Smiley), Geschenke für unsere Eltern (was genau, sei an dieser Stelle noch nicht verraten), 2 massgeschneiderte Hemden (Nicola) und einen weiteren – extrem aufwändigen – Punjab für Jenny (traditionelles indisches Gewand, bestehend aus Oberteil, langer Hose und Schal; wurde aus einem 6 Meter langen Sari genäht). Klar haben wir für all dies (und das DHL-Porto für den Versand in die Schweiz) einiges bezahlt (zumindest für indische Verhältnisse), aber die Schneider waren sehr nett, die Stoffe von bester Qualität und Bier gab es auch (indisches “Strong Beer” hat übrigens 8%). Wir würden also allen, welche sich einen Anzug bzw. ein Kleid anfertigen lassen möchten, anraten, dies in Zukunft in Indien zu tun und nicht in Südostasien (die Schneider dort sind nämlich auch alles Inder, sind aber teurer als in ihrem Heimatland selbst).

Nach diesem Shopping-Exzess wurden wir von Alibaba zurück zu unserer Unterkunft gefahren. Er liess es sich darüber hinaus nicht nehmen, uns am nächsten Tag wieder abzuholen und zum Bahnhof zu fahren, sowie uns ausgiebig vor unserem nächsten Ziel (Agra) und dessen “Abzocker” zu warnen: die Stadt selbst sei die schmutzigste und hässlichste in Indien und die Touri-Fänger hätten dort eine ganz fiese Methode entwickelt, mit welcher sie die Leute übers Ohr hauen würden. Sie würden die ahnungslosen Opfer in ein günstiges Hotel fahren (bei welchem sie natürlich den Besitzer kennen), wo ihnen dann verdorbene bzw. vergiftete Lebensmittel vorgesetzt würden. Wenn sie dann krank geworden sind, wird ein (verwandter oder befreundeter) Arzt gerufen, welcher zahlreiche und völlig überteuerte Medikamente verschreibt, um die Krankenkasse des Gastes auszunehmen.

Und wie war Agra wirklich? Die “Touri-Fänger” gibt es natürlich wirklich, allerdings haben wir sie lediglich in ihrer “normalen” Form angetroffen; sprich mühsame Tuk-Tuk-Fahrer, welche einen vom Bahnsteig bis zum Parkplatz verfolgen und völlig überhöhte Fahrpreise verlangen oder einen in das Hotel “eines guten Freundes” fahren möchten. Darüber hinaus waren einige von ihnen betrunken. Auch die “Händler mit arabischen Wurzeln” gibt es rund um das Taj Mahal. Allerdings kann allerhöchstens ein Teil ihrer Grosseltern aus dem arabischen Raum stammen, da sie lange nicht so aufdringlich sind, wie bspw. ihre marokkanischen Kollegen Smiley. Aber nun zu den guten Neuigkeiten: Agra ist lange nicht so schmutzig, wie befürchtet, unser Hostel war einfach der Hammer (modern, günstig, Zimmer mit Klimaanlage, sauber, exzellentes Essen und das Beste…nur 500 Meter vom Osteingang des Taj Mahal gelegen!) und überlebt haben wir es auch (liebe Krankenkassen, ihr könntet uns eigentlich einen Prämienrabatt gewähren, so aktiv wie wir versuchen, euch Kosten zu ersparen Smiley). Und eines sei hier noch speziell hervorgehoben: Das grosse marmorne Grab (= Taj Mahal) ist gewaltig, beeindruckend und jede Rupie Eintrittspreis wert (und dieser beträgt für Touristen völlig überrissene 750 Rupien, wohingegen die Einheimischen lediglich 20 bezahlen!). Da wir bereits morgens um 05:40 vor dem Eingangstor standen und sich der Torwächter dazu berufen fühlte, uns (natürlich gegen ein grosszügiges Trinkgeld) über das Gelände zu führen und die besten Fotopunkte zu zeigen, waren wir ausserdem die Ersten (!!!) vor diesem Weltwunder und konnten einige Bilder schiessen, auf welchen keine Touristen zu sehen sind! Da wir darüber hinaus leider keine Tickets für den gewünschten Zug nach Varanasi erhielten (siehe auch weiter unten), hatten wir noch einen Tag Zeit, die sehenswerten Dinge rund um das Taj zu bewundern, wie etwa den “Taj Nature Trail” (gigantische Parkanlage mit Teichen und zahlreichen Pfauen; ohne jegliche Touristen) oder das (stinkende) Flussufer östlich neben dem Taj Mahal, von welchem man den Sonnenuntergang geniessen kann. Die übrige Zeit haben wir genutzt, um uns (ganz ohne Lebensmittelvergiftung) einige Kilo aufzufuttern und ein, zwei Kingfisher zu trinken Smiley

Weil wir seit unserem Start in Jaipur sowieso in erster Linie Grabstätten besichtigt haben, dachten wir uns, dass wir unsere Reise durch Nordindien mit einem Besuch von Varanasi, der heiligsten Stadt Indiens wenn es ums Sterben geht, abschliessen könnten. Und so haben wir unseren ersten Nachtzug bestiegen uns sind 13 Stunden gen Südosten gefahren. Und auch dieser Nachtzug hat uns ein weiteres Mal von der Qualität der indischen Bahn überzeugt (vorausgesetzt, dass man zuerst einmal ein Ticket dafür erhält…). Seit wir angekommen sind, wissen wir jetzt auch, weshalb es im Englischen den Begriff “Holy Shit” gibt. Dieser umschreibt Varanasi aus unserer Sicht nämlich ziemlich exakt: alles hier ist irgendwie heilig (die Kühe, die Ziegen, die Pfauen, die Pferde, der Fluss, die Toten, etc.), gleichzeitig aber auch heruntergekommen, schmutzig und stinkend (der Müll wird einfach an den Strassenrand geworfen und anschliessend von den Tieren gefressen; Menschen verrichten ihr Geschäft direkt am Flussufer, waschen gleichzeitig ihre Kleider und sich selber aber nur einige Meter davon entfernt im Fluss; die gesalbten Toten werden am Flussufer verbrannt und ihre Asche anschliessend im Strom versenkt; das filtrierte Flusswasser, welches aus dem Wasserhahn fliesst, ist so verschmutzt, dass es Hautrötungen und Jucken verursachen kann, etc.). Trotz diesen Umständen und der Tatsache, dass das Gehen auf den Strassen Varanasis einem Spiessroutenlauf mit geringer Überlebenswahrscheinlichkeit gleichkommt, übt die Stadt eine gewisse Faszination aus: wo sonst auf der Welt werden 24 Stunden am Tag Menschen öffentlich kremiert? Wo sonst kann man jeden Abend eine Gottes-Verehrungszeremonie (sog. “Punjar”) aus nächster Nähe beobachten? Wo sonst reisen Gläubige aus der ganzen Welt hin, um ein Bad in einer Kloake zu nehmen?

Damit man diese Dinge in Ruhe und ohne die meisten der oben genannten Nachteile sehen kann, empfehlen wir je eine Bootfahrt bei Sonnenaufgang (Beobachten der Gläubigen beim Morgenbad und –wäsche, sowie herrliche Stimmung) und Sonnenuntergang (Verfolgen der Zeremonie) zu buchen. Dies erspart einem eventuell auch Begegnungen der unangenehmen Art, wie wir sie erlebten, als wir zu Fuss das Ghat (= Zugang zum heiligen Fluss; meist treppenförmig) erkunden wollten, an welchem die Toten verbrannt werden: wir wurden gleich am Eingang von einem aggressiven (vermutlich unter Drogen stehendem) Mann unfreundlich darauf hingewiesen, dass man den Toten gegenüber Respekt zeigen und auf Fotos verzichten solle (wussten wir bereits und hatten auch nicht vor, Fotos zu schiessen). Er wollte ausserdem, dass wir ihm zu einem “Aussichtspunkt” folgen. Da wir aber bereits genügend solcher “Möchtegern-Guides” gesehen haben und sie sowieso immer nur auf unser Geld scharf sind, haben wir dankend abgelehnt und einen anderen Weg eingeschlagen. Dies schien ihm jedoch überhaupt nicht zu passen. Er stürmte uns hinterher und riss Jenny sogar grob am Arm zurück, worauf wir beschlossen, den Ort wieder zu verlassen! Sollte er doch im Fluss baden gehen Smiley

Kommen wir nun aber wieder zu denjenigen Dingen, welche uns immer wieder auffallen und noch lange in (positiver oder negativer) Erinnerung bleiben werden:

  • Die Sache mit den Zugtickets: Liebe SBB, wir versprechen dir, dass wenn wir wieder heil in die Schweiz zurückgekehrt sind, wir uns nie mehr über Verspätungen, Fahrleitungsstörungen oder unfreundliche deutsche Schaffner beschweren werden (gut, bezüglich Letzterem kann dir zumindest Nicola kein 100%-iges Versprechen geben Smiley)! Indische Züge sind zwar komfortabel und sehr günstig, in der Regel aber verspätet und vor allem nur über ein extrem komplexes Buchungssystem mit gefühlten 9’735 Sonderregelungen buchbar! Abgesehen von den “normalen” Tickets, welche in der Regel schon 90 Tage vor Abfahrt (also am Tag des Verkaufsstarts) restlos ausverkauft sind, gibt es noch “Waitlist-Tickets” (man kommt auf eine Warteliste und wenn man Glück hat, storniert jemand anderes sein Ticket und man rückt vor; ist dies nicht der Fall, verfällt das Ticket automatisch), “Reservation Against Cancellation – Tickets” (ähnlich wie Warteliste, allerdings mit dem Unterschied, dass man (in einer unteren Klasse) fahren muss, wenn niemand einen Platz in der gewünschten Klasse freigibt), “Tatkal – Tickets” (ein prozentualer Anteil der Tickets, welche erst 24 Stunden vor Abfahrt in den Verkauf gegeben werden, dafür aber teurer sind), “Tourist Quota” (gewisse Züge haben Plätze nur für ausländische Touristen), “VIP Quota” (dasselbe, einfach nur für wichtige Politiker, etc.) und “Special Quota” (keine Ahnung, für was die sein soll). Alles klar? Fazit: Wenn man sich erst einmal an das System gewöhnt hat, kommt man zwar schon immer irgendwie an ein Ticket (unter anderem vielleicht auch mit Aussagen wie “ich muss gaaaaaaanz dringend noch heute nach Varanasi, um mich von meinen schrecklichen Sünden zu reinigen” Smiley), dies allerdings nur, wenn man improvisieren kann und in den eigenen Reiseplänen einigermassen flexibel ist.
  • “All the meals are cooked using mineral water”: In welcher Stadt denkt ihr, dass diese Aussage auf die Speisekarte gedruckt wurde? Richtig!!! In Varanasi! Und da sage noch einer, dass dieser Fluss und die Stadt sauber sein soll (kein Inder würde sich getrauen, etwas anderes zu sagen)…
  • “Hoffentlich hat weiter hinten keiner das Fenster geöffnet…”: Dies waren unsere Gedanken, als unser indischer Nachbar im Zugabteil uns zeigte, wo und wie man den Abfall vom Abendessen entsorgt (zu unserer Verteidigung sei gesagt, dass es im ganzen Zug keinen Abfallkübel gibt!): man gehe zur Tür des Waggons, öffne diese in voller Fahrt, lehne sich heraus ohne dabei ganz herauszufallen und werfe den Müll auf die Schienen. Aha…

Jaipur, Agra & Varanasi by Jenny: Marmorgrab in der Sonne und Leichenasche im Gesicht

Jaipur

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Unser Rikschafahrer mit einer von etlichen Bettlerinnen und unser persönlicher Geleitschutz (Polizist)

Einen Tag mit Alibaba im Oldtimer unterwegs

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Der Maharaja und seine Inderin auf einem Ausflug

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Royal Gaitor (Grabstätte)

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Palast von Amber                                        Nahargarh Fort (Festung)

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Eingang zum Palast von Amber

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Hof des Palastes                                                           Aussicht auf Stadtmauer

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Garten des Palastes

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Glitzerndes Mosaik an den Wänden und an der Decke

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Versunkener Palast                                      Palast der Winde

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Anprobe beim Schneider (Hemd, Punjab)

Agra

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Taj Mahal am Morgen um 6 Uhr

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Moschee neben dem Taj Mahal

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Taj Nature Trail (Park)

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Schwere Fracht                                          Indischer Gruppentourismus

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Unser Hostel mit improvisierter “Bierkühlung” (vor Klimaanlage)

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Sonnenuntergang am “stinkenden” Fluss und vom Dach unseres Hostels

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Zu wackelig                                                Zu schrottig

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da warten wir lieber einen Tag länger und nehmen den Zug

Varanasi

Zu Fuss unterwegs

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Heilige Kühe in jeder Gasse und im dichtesten Verkehr von Varanasi

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Kolonialbauten                                           Kostengünstiges Verkehrsmittel

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Ein richtiger Schmaus für die Tiere

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Dasaswamedh Ghat                                   Luft mit Asche oder doch Asche mit Luft?

Auf dem Boot bei Sonnenaufgang

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Assi Ghat

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Dasaswamaedh Ghat

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Morgentoilette und Wäsche waschen in der heiligen Kloake

Auf dem Boot in der Nacht

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Pujas Zeremonie                                        Vollmond mit geopferten Kerzen im Fluss

Pujas Zeremonie