Hong Kong by Nicola: Essen und Shoppen für Fortgeschrittene

Nach einer letzten dreizehnstündigen Zugfahrt in einem Hard-Sleeper-Abteil voller neugieriger (aber erstaunlicherweise sehr gut erzogener) chinesischer Internatsschüler von Guilin nach Shenzhen, haben wir China nach sieben Wochen via einem Fussgänger-Grenzübergang (!!!) wieder verlassen (naja, zumindest nach offizieller chinesischer Ansicht haben wir ja lediglich „Festlandchina“ verlassen; fragt man hingegen einen „Hongkongnesen“, ob er sich als Chinese fühlt, ist die Antwort ein klares, fast schon entrüstetes „Nein“; ausserdem sollen uns die Zollbeamten dann einmal bitte erklären, was genau sie kontrollieren, wenn wir ja lediglich einen anderen Landesteil betreten…).

Und angekommen sind wir im Shopping-Paradies der Welt, wo es nichts gibt, was man nicht kaufen könnte – natürlich unter der Voraussetzung, dass man das nötige Kleingeld mit sich führt (wohl nirgends auf der Welt ist die Dichte an Läden, welche Schweizer Uhren verkaufen, höher als in Hong Kong). Was sofort auffällt: die einzelnen Inseln, aus welchen der Staat besteht, sind alle sehr hügelig und mit dichtem Grün bewachsen. Wie im Falle der Schweiz mit ihren Bergregionen, fällt dadurch ein erheblicher Anteil der Landesfläche für die Besiedlung weg, weshalb die Wohndichte der restlichen Fläche extrem hoch ist (noch viel höher als in der Schweiz, da Hong Kong XXX Einwohner hat, jedoch eine Landesfläche von nur XXX Quadratkilometern). Resultat: In Kowloon und auf Hong Kong Island werden Gebäude mit weniger als 20 Stockwerken als eine nicht vorstellbare Platzverschwendung angesehen. Leider zieht sich dieses Prinzip „effizienter Besiedlung“ auch ins Innere von Gebäuden – in unserem Fall namentlich unseres Hostels – weiter… Unser Zimmer war zwar topmodern und mit eigenem Bad, dafür aber nur gut 10 Quadratmeter gross (inklusive Bad) SmileyAndererseits würde Hong Kongs weltbekannte Skyline ohne die Wolkenkratzer nicht existieren; und das wäre schade, ist sie doch sehr sehenswert und dank der täglich stattfindenden Symphony of Lights (einer Licht- und Lasershow, bei welcher die höchsten Gebäude auf beiden Seiten der Bucht im Rhythmus der musikalischen Untermalung beleuchtet werden) die beliebteste Sehenswürdigkeit der Stadt.

Natürlich sind wir aber nicht nur wegen den beeindruckenden Gebäuden zehn Tage geblieben. Zum ersten Mal hatten wir nämlich für das Land, welches wir als nächstes besuchen (Indien) noch kein Visum organisiert. Die Beschaffung erwies sich jedoch dank dem „Anstell-Wahn“ der Einwohner Hong Kongs (sogar in den – oft völlig überfüllten – Restaurants wird eine Nummer gezogen, wie in der Schweiz bei der Post und auch an der Busstation stellt man sich in die entsprechende Warteschlange) als sehr unproblematisch und nerv schonend. Nicht auszudenken, wie das Ganze abgelaufen wäre, wenn wir das Visum in Peking beantragt hätten Smiley.

Da unsere Haare seit unserer Abreise vor drei Monaten keine Schere zu Gesicht bekommen haben, war es mehr als überfällig, zum Coiffeur zu gehen. Nach längerer Internetrecherche (wenn man einmal die ausgeflippten Frisuren der Leute hier gesehen hat, kann man nicht mehr davon ausgehen, dass jeder Friseur einen „anständigen“ Schnitt im Repertoire hat) ward ein Figaro gefunden, von welchem wir uns einen anschaulichen, praktischen und langanhaltenden Haarschnitt erhofften. Die Sache war zwar (für Hong Konger Verhältnisse) nicht ganz günstig (etwa gleich teuer wie in der Schweiz), wir sind mit dem Resultat soweit aber ganz zufrieden…

Mit so einer schicken Frisur mussten wir uns natürlich sofort auch ins lokale Nachtleben stürzen. Dies war – kurz zusammengefasst – speziell, aber auch teuer: als Europäer muss man sich zwar nicht anstellen, sondern wird von den Türstehern an der Menge vorbeigelotst und in den VIP-Bereich verfrachtet, bezahlt aber exorbitante 400 HK $ Eintritt (ca. 50 Franken) und muss sich den Weg zur Tanzfläche (liegt 4 Stockwerke weiter unten) mühsam erkämpfen und erfluchen (Aussage eines Security, welcher uns den Weg versperren wollte und darauf von uns beiden einige nicht ganz zimperliche Kommentare erhielt: „Please don’t be angry with me!“).

Natürlich wollten wir auch einmal den typischen Sonntag der lokalen Bevölkerung kennen lernen. Da wir bereits in Moskau zwei Geschwister aus Hong Kong kennengelernt haben, beschlossen wir, sie um eine Einführung zu bitten (thanks again to Crystal and Hercules; hope to see you someday in Switzerland). Demzufolge sieht ein freier Tag in Hong Kong wie folgt aus: man geht essen, spaziert ein bisschen, geht was essen, fährt in einen anderen Stadtteil, zieht eine Nummer in einem Restaurant, verbringt die Wartezeit mit Shopping und … na, könnt ihr es euch denken?… natürlich, geht am Ende des Tages noch einmal schön essen Smiley

Dass der Verpflegung in diesem Land ein grosser Stellenwert zugemessen wird und man praktisch jegliche kulinarische Köstlichkeiten aus der ganzen Welt erhält, haben wir aber bereits an unserem ersten Abend herausgefunden: mit einem gewissen Mass an Sättigung bezüglich asiatischer Küche sind wir aus China ausgereist und haben bereits seit Wochen von einem saftigen Cordon Bleu geträumt…und wie es der Zufall so will, befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft zu unserem Hostel ein Schweizer Restaurant Smiley Die Sache war nicht billig (fast so teuer wie zu Hause), aber gut. Und es gab sogar Quöllfrisch Smiley. Übrigens haben wir auch einige typische Hong Konger Spezialitäten gekostet: Gefrorenes Joghurt mit Früchten, „Mooncake“ (traditionelles Gebäck) und Suppe mit Schwein oder Rind (und zwar nicht nur dem Fleisch, sondern dem ganzen Tier: Haut, Innereien und sogar geronnenes Blut).

Und welches sind die Attraktionen der Stadt (neben Essen, Skyline und Shopping)? Nun, eine Hafenrundfahrt bei Nacht gehört sicherlich zum obligatorischen Programm, wenn man in Hong Kong ist. Der Besuch des „Victoria Peak“ (Aussichtsplattform auf einem Hügel oberhalb der Bucht von Hong Kong Island) ist zumindest laut Reiseführer zwar ebenfalls eine Hauptattraktion, aus unserer Sicht aber eher der beste Weg, um die eigenen Aversionen gegenüber chinesischen (Festland-)Gruppentouristen auf einen neuen Höchststand zu schüren und das eigene Portemonnaie gehörig zu schröpfen.

Wir möchten jedoch drei Dinge erwähnen, welche nicht sehr populär sind, uns aber enorm gefallen haben: Da wäre einerseits die Fahrt mit den uralten, doppelstöckigen Trams auf Hong Kong Island. Aus unserer Sicht die schönste Form, den Finanzbezirk mit seinen modernen Wolkenkratzern zu erkunden, ohne sich einen Hitzeschlag mit gleichzeitiger Erkältung einzufangen (Hong Kong ist im Sommer heiss und feucht, die Einkaufszentren und Gebäude hingegen auf ca. 20 Grad herunter gekühlt).

Die beiden anderen Punkte betreffen Hong Kong (das Land) aber nicht unbedingt Hong Kong (die Stadt). Es existieren nämlich noch einige weitere Orte auf den Inseln, welche jedoch längst nicht die Ausmasse des Zentrums selbst erreichen und teilweise schon fast als abgeschieden zu bezeichnen sind. Einer davon ist Sai Kung: dieses Fischerdorf ist ein äusserst beliebtes Ausflugsziel der Stadtbewohner und bietet einige exzellente Seafood-Restaurants, wobei vor allem der Bestellvorgang äusserst aussergewöhnlich ist, da man sich sein späteres Essen noch in lebender Form aus einem der zahlreichen Aquarien aussucht. Will man zwar exotischen Fisch essen, dies aber nicht im Restaurant, dann „bestellt“ man sich das Getier am besten fangfrisch bei Dämmerung bei einem der zurückgekehrten Fischer.

Von Sai Kung aus, kann man per Minibus ein Stück in Richtung Sai Wan fahren. Gestoppt und Ausgestiegen wird dann inmitten eines Nationalparks. Nach einem knapp 40-minütigen Marsch erreicht man dann den ersten von vier traumhaften Stränden. Weisser Sand, türkisblaues Meer, nicht mehr als 30 Personen im Umkreis von 200 Metern…und das alles in nächster Nähe zu einer der pulsierendsten Städte Asiens…wirklich schön.

Hong Kong by Jenny: Imposante Skyline und beindruckende Strände auf kleinstem Raum

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Einreise mit dem Zug und einer Horde Chinesen nach Shenzhen/ Hong Kong (HK)

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Blick auf HK Island (financial district)

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Fähre zwischen den 2 Inseln (HK Island und Kowloon)

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By Nigth mit Lasershow

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Spiel-Oase Smiley                                            In HK zu Hause

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Unser 10 m2 grosses Zimmer                   Der gefürchtete Gnom von HK

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HK Island

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Mit Rock und neuer Frisur ausgerüstet für Indien

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HK von einer anderen Seite in Sai Wan

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Imposantes Exemplar                                                Fischverkauf

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Am Hafen von Sai Kung

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Wiedertreffen mit 2 Hong Kongnesen (ursprünglich in Moskau getroffen)

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Essen, essen und nochmals essen mit den 2 Paparazzos (die beiden aus HK)

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Mit der Zahnradbahn auf den Victoria Peak

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Oberste Sicherheit für meinen ständigen Begleiter

Kulinarisches von Datong bis Guilin

Das lange Warten hat endlich ein Ende und wir freuen uns, euch eine weitere Folge unserer Kulinarik-Reihe präsentieren zu können.

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Was? Nordkoreanisches Bier
Wo? Südkorea
Fazit: Ein feines Bierchen
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Was? Hündchen & Kätzchen
Wo? Shanghai und Kunming
Fazit: So fies sind wir doch nicht Smiley
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Was? Koreanische Nudeln
Wo? Südkorea
Fazit: Gut, aber höllisch scharf
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Was? “Reisbier”
Wo? Südkorea
Fazit: Schmeckt wie Milch mit Bier…
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Was? Koreanischer Tischgrill
Wo? Südkorea
Fazit: Viele Zutaten und super Fleisch
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Was? Teuflischer Apfel
Wo? Sanya
Fazit: Muhahahahahahaha
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Was? Sushi
Wo? Südkorea
Fazit: Mmmmhhh…
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Was? Seafood-Platte
Wo? Sanya
Fazit: Hummer kann ja gut sein (Zitat Nicola)
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Was? “Kuh”-Kekse
Wo? Ganz China
Fazit: Mmmuuuuuuhhh
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Was? Instant-Nudeln
Wo? Überall
Fazit: Des Rucksacktouris beste Freunde
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Was? Drachenfrucht
Wo? Sanya
Fazit: Ist viel besser, als sie aussieht
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Was? “Schweizer Frühstück” (hiess wirklich so Smiley)
Wo? Pingyao
Fazit: Nicht wirklich Schweizerisch, aber gut

Chinas Südwesten by Nicola: Wenn Pandas rot sind, Tiger über Flüsse springen und die Nachbarschaft unter Wasser steht…

…dann ist man entweder reif für die Klapse oder man befindet sich im Südwesten Chinas.

Auf uns trifft letzteres zu, denn unsere zweite (Ein-)Reise nach China führte uns via Shanghai (Zwischenlandung) nach Chongqing, der wirtschaftlich wichtigsten Stadt im Südwesten Chinas. Diese 29-Millionen-Metropole (jaja, Shanghai und Peking sind nicht die grössten Städte in China…) am Ende des Yangtze-Staudamm-Beckens sollte uns als Ausgangspunkt für eine Flusskreuzfahrt zu den drei Schluchten und als Einstiegspunkt in den Südwesten Chinas dienen. Nun, oft kommen Dinge anders als man denkt…

Wir hatten in Südkorea zwar nämlich mitbekommen, dass Peking überflutet wurde, von weiteren Überschwemmungen im Landesinneren vernahm man aber nichts. Und so kam es, dass wir uns im Zentrum einer Megastadt befanden, die zur Hälfte unter Wasser stand. Und das „lustigste“ dabei: keiner wusste davon (zumindest abgesehen von den unmittelbar Betroffenen). Zensur und Nachrichtensperre in Chinas Medien gehen nämlich soweit, dass selbst Naturkatastrophen praktisch keinerlei Erwähnung finden, wenn es nicht absolut unumgänglich ist! In Peking, wo zahlreiche Ausländer leben und arbeiten, war eine solche Katastrophe kaum geheim zu halten. Im Landesinneren sieht die Situation aber anders aus und wir bezweifeln, dass wir irgendetwas von den Überschwemmungen mitbekommen hätten, wenn nicht plötzlich jeglicher Schiffsverkehr auf dem Yangtze eingestellt worden wäre (und unsere Pläne von einer Kreuzfahrt damit im wahrsten Sinne des Wortes „ins Wasser gefallen“ wären)! Von derlei „staatlich verordneter Fahrlässigkeit“ beunruhigt, haben wir uns zu gewissen Zeitpunkten ernsthaft überlegt, das Projekt „China 2“ zu beenden und das Land unmittelbar wieder zu verlassen.

Nach mehrtägigem Nachdenken, gepaart mit intensiver Informationsbeschaffung (teilweise nur dank „illegaler“ Mittel wie einem VPN-Client möglich), haben wir dann beschlossen, unserem ursprünglichen Plan eine zweite Chance zu geben und per Schnellzug nach Chengdu, der Hauptstadt Sichuans, weiterzureisen. Dort angekommen, wurden wir positiv überrascht: Hier im Westen Chinas geht das Leben wesentlich stressfreier voran, die Internetleitungen sind schneller (und teilweise dank hosteleigenem VPN-Client nicht einmal mehr „Facebook-feindlich“) und einige Chinesen stehen ihrer eigenen Regierung sogar sehr kritisch gegenüber (und stehen sogar dazu!!! Namen werden wir an dieser Stelle aus Diskretionsgründen jedoch nicht nennen). Darüber hinaus hat Chengdu auch einiges an Sehenswertem zu bieten, allem voran natürlich die Pandas. Auch wir haben die behäbigen Tiere, welche den grössten Teil des Tages bzw. ihres Lebens mit Fressen und Schlafen verbringen, ins Herz geschlossen (so wie die würden wir auch gerne leben Smiley ). Und was uns noch weit mehr erstaunt hat: es gibt sogar rote Pandas (die sehen – zumindest was ihre Statur anbelangt – zwar nicht aus wie „die richtigen“ Pandas, sollen aber angeblich zur gleichen Art gehören). Die zweite Attraktion in der näheren Umgebung von Chengdu ist der grosse Buddha von Leshan: er ist der weltweit grösste Buddha, welcher direkt aus dem Stein geschlagen wurde. Ein Besuch lohnt sich auch definitiv hier, allerdings erfordert er Nerven aus Stahl und die Bereitschaft, jeglichen westlichen Anstand für einen halben Tag zu vergessen (die – überwiegend in Gruppen reisenden – chinesischen Touristen haben, zumindest dem Anschein nach, nämlich gar nie etwas gelernt, was diese Bezeichnung verdienen würde Smiley ).

Mit einer 27-stündigen Fahrt im Schlafabteil ging es dann von Chengdu nach Kunming, der Hauptstadt der Provinz Yunnan. Da die einzige Attraktion, welche wir dort besichtigen wollten (der Stadtpark), aufgrund von Rennovationen (wer zum Teufel kommt auf die saudumme Idee, einen riesigen Stadtpark komplett auf einen Schlag zu renovieren?) geschlossen war, haben wir unsere Zeit vor allem (wieder einmal) mit Planung und dem Kauf von Zugtickets zugebracht. Einzige Ausnahme war Jennys Besuch einer modern-traditionellen Gesangs- und Tanzshow.

Unsere nächste Etappe führte uns mit dem Nachtbus nach Yuanyang, einer Region mit sehr bekannten, terrassenförmig angelegten Reisfeldern in den Bergen rund um Kunming. Eine Tageswanderung durch die Dörfer und Reisfelder ist zwar schweisstreibend (wegen den steilen Auf- und Abstiegen sowie der sommerlichen Hitze) aber wunderschön und sehr empfehlenswert. Einzig bei der Auswahl der Unterkunft sollte man in diesen ländlichen Gegenden sehr sorgfältig vorgehen (zum ersten Mal seit dem Beginn unserer Reise sahen wir uns gezwungen, wegen hygienischer Unzumutbarkeit das Hostel zu wechseln).

Via Kunming ging es anschliessend weiter nach Lijiang, der letzten grösseren Ortschaft vor den Ausläufern des Himalayas. Da die Altstadt dieses Ortes wegen ihrer gut erhaltenen Gebäude einen hohen Bekanntheitsgrad besitzt und inzwischen auch die chinesischen Schulferien ihren Höhepunkt erreicht hatten, war das Stadtzentrum völlig überlaufen und die Strassen (trotz Fahrverbot) völlig verstopft. Für uns war dies jedoch nicht weiter tragisch, da wir auch hier unserer Lieblingsbeschäftigung (= Zugtickets kaufen) nachgehen mussten und die baldige Weiterreise in die Tigersprungschlucht bevorstand. Dieser zweitägige Ausflug war dann auch definitiv eines der Highlights unserer Chinareise, sowohl in Bezug auf die Anstrengung (eine rund 25 Kilometer lange Strecke; 900 Höhenmeter waren mehrfach zu bezwingen, da es immer wieder bergauf- und -ab ging; das Ganze liegt ausserdem auf einer Höhe zwischen 2‘100 und 3‘000 Meter über Meer), als auch die umwerfenden Ausblicke, extremen Erfahrungen (der Weg ist an einigen Stellen nur einen halben Meter breit, bevor es mehrere 100 Meter senkrecht nach unten geht; drei Abschnitte sind ausserdem von Wasserfällen überflutet, welche es zu durchqueren gilt) und tollen Reisebekanntschaften. Eine ganz spezielle Erfahrung war dann auch die Rückreise, da man nach ein paar Kilometern gezwungen war, den Bus zu wechseln, indem man eine ca. 100 Meter breite Geröllspur „überkletterte“: einige Wochen vor unserer Wanderung war hier ein Teil des Hangs abgerutscht und hat die Strasse einfach mitgerissen…

Zwei weitere Zugfahrten (je 8 und 13 Stunden) später waren wir in unserer letzten Destination in China angelangt. Guilin, die Hauptstadt der Provinz Guangxi, ist bekannt für die sie umgebenden Karstlandschaften, welche vom Li-Fluss durchquert werden. Da Jenny in diesen Tagen an einer Blasenentzündung litt (wahrscheinlich die Folge von unhygienischen Lebensmitteln, welche zu Durchfall führten), hat Nicola die Flussfahrt alleine gemacht. Sein Fazit: Schön, aber im Vergleich zu ähnlichen Landschaften, wie man sie bspw. in Thailand oder Vietnam findet, eher unspektakulär und mit zu vielen Touristen Smiley

Mittlerweile sind wir via Shenzhen nach Hong Kong weiter- und damit aus China ausgereist und geniessen das pulsierende Leben dieser Grossstadt. (Fast) Ohne (Festland-)Chinesen Smiley

Natürlich möchten wir auch in diesem Artikel einige bemerkenswerte Punkte des alltäglichen Lebens in China speziell hervorheben (ja, auch nach rund sechs Wochen ist noch vieles ungewohnt… einer der Gründe, weshalb wir nicht nur traurig sind, dass wir das Land verlassen können):

– Wenn sich ein Schweizer Bankfachmann im Grab umdreht…: …ist er kurz vor seinem Tod wahrscheinlich in China gewesen und seine Visa-Karte wurde aus unerfindlichen Gründen von einem Bankomaten gesperrt und eingezogen. Ist dies nämlich geschehen, erhält man von der betreffenden Bank nach Anfrage mitgeteilt, dass man seine Karte nach fünf (!!!) Arbeitstagen wieder abholen könne. Erst ein sehr übel gelaunter Kommentar, gespickt mit dem Hinweis, dass im eigenen Land das Ganze wesentlich kürzer dauert und man am nächsten Tag weiterreisen müsse, verkürzt die Wartezeit auf 24 Stunden.

– Michael Schumachers neue Karriere als Taxifahrer in Chongqing: Obwohl schon mehrfach erwähnt, wollen wir an dieser Stelle noch einmal auf den Verkehr in China eingehen. Unser heutiges Augenmerk liegt jedoch auf den Taxifahrern: diese Reiter der Apokalypse sind langfristig eines jeden Touristen Todes und wir sind ihnen – entgegen jeder Wahrscheinlichkeit – nur knapp entkommen! Den schlimmsten Vertreter dieser Gattung trafen wir in Chongqing bzw. wir sind in seinen Wagen gestiegen. Und wir sind uns sicher: Herr Schumacher hat sich einer plastischen Gesichts-OP unterzogen und wohnt nun hier! Weshalb? Er hat den Weg vom Flughafen in das Stadtzentrum innerhalb von 40 Minuten geschafft. Normalerweise dauert das ca. 1.5 Stunden! Ach ja, noch etwas: Hat ein Taxifahrer einmal – aus welchem Grund auch immer – keine Lust, einen mitzunehmen, wird man einfach stehen gelassen. Und Gründe gibt es viele: es regnet, er hat Pause, du bist ein Tourist (und nicht Chinese), etc….

– Die Lösung des „Reiseführerproblems“: Reiseführer sind schwer, brauchen viel Platz und man muss sich die Dinger unter Umständen teuer aus dem Heimatland nachschicken lassen (in China sind z.B. viele verboten, da sie Informationen zu Tibet enthalten). Die Lösung all dieser Probleme heisst Tablet. Ein solches haben wir uns in Chengdu gekauft und es ist das Geld wirklich wert. Die Beschaffung des elektronischen Spielzeugs verlief aber nach dem „südkoreanischen Prinzip“, d.h. im Elektrofachmarkt muss man über die Preise verhandeln.

– Scharf, schärfer, Sichuan: Das Essen in dieser Provinz Südchinas wird uns wahrscheinlich eine gute Vorbereitung auf das indische Curry sein: so enthält eines der typischen Gerichte hier bspw. Fleisch und Chilischoten im Verhältnis 20:80 …und sonst nichts.

– Weshalb soll man kriminelle Tätigkeiten ausüben, wenn man auch Zugtickets verkaufen kann? In etwa diese Frage dürfte sich die Mafia auch gestellt haben, bevor sie die Bahn übernahm… Aber jetzt einmal Spass beiseite: In China an ein Zugticket für ein Schlafabteil zu kommen, ist eine fast unmögliche und vor allem nervenaufreibende Aufgabe. Es existiert zwar sehr wohl ein Onlineverkauf, allerdings a) nur in chinesischer Sprache und b) nur für Inhaber einer Union-Pay-Karte (oh, ihr kennt die nicht? Dabei ist es doch wahrscheinlich eine der am weitestverbreiteten Kreditkarten…zumindest wenn man davon ausgeht, dass jeder zweite Chinese eine hat). Und so kommt es, dass man sich regelmässig zum Bahnschalter begibt und jedes Mal ca. 1-2 Stunden Schlange steht, um ein Ticket in einem Schlafabteil zu ergattern. Denn schon zwei bis drei Tage nach Verkaufsbeginn (jeweils 10 Tage vor Abfahrt des Zuges; aber Achtung! Es sind 10 Tage wenn man den heutigen mit einrechnet! Und es kommt auch auf die Stunden an!) sind alle Hard-Sleeper-Plätze weg! Plätze für den Soft-Sleeper gibt es meist nicht einmal zu Verkaufsbeginn (Mafia eben…).

– Und wie, wenn nicht mit dem Zug, kommt man von A nach B? Natürlich mit dem Bus! Dass dabei Bus nicht gleich Bus ist, ist ja logisch. Von der alten Klapperkiste mit rissigen Fenstern bis zum futuristischen Raumschiff auf Rädern, vom „normalen“ Fahrzeug mit Sitzen bis zum „Liegebus“; wenn man ein Ticket kauft, weiss man nie, was einen erwartet. Speziell die Schlafbusse unterscheiden sich dabei erheblich in Ausstattung und Komfort: es gibt solche mit Klimaanlage, solche mit Fenstern und einige mit beidem; gewisse haben Betten mit 170 cm Länge und unergonomischer Form, andere längere und flache; in einigen Bussen gibt es drei Reihen mit Doppelstockbetten, andere haben eine „Doppelbettreihe“ und eine einfache; Toiletten können vorhanden sein, müssen aber nicht (dann dient dann halt eben eine leere Flasche als Nachttopf, bzw. – im Fall von Frauen – ein leerer Plastiksack, welcher nach Gebrauch durch das (hoffentlich vorhandene) Fenster entsorgt wird), etc. Dank engelsgleicher Geduld und viel Glück beim Kauf von Bahntickets, mussten wir jedoch nur zweimal auf Busse zurückgreifen.

Chinas Südwesten by Jenny: Grüne Weiten, steile Abgründe und schmackhaftes, scharfes Sichuan-Essen

Chengdu (Sichuan Provinz)

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Grosser-Buddha von Leshan

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Der Weg zu den Füssen des grossen Buddha

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Mönche beim Beten                                                      “Ich” als Hauptattraktion

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Die Pandas sind wie gefrässige Couch-Potatoes

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Roter Panda                                                                   Viele, viele Kojs

Kunming (Yunnan Provinz)

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Hard-Sleeper-Abteil im Zug       Symptome nach 27 Stunden Platzmangel Smiley

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Chinesische Telefonzelle         Modern-traditionelle Tanz- und Gesangsshow

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Yuanyang (Yunnan Provinz)

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9 Stunden im Sleeper Bus nach Yuanyang

Morgendliches Tai-Chi

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Arztkontrolle beim Tai-Chi                          Zahnarzt beim Bohren auf dem Markt

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Der Riese unter den Zwergen                  Traditionelle Kleidung

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Reisterrassen

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Reisbauern

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Faultier und                              Strassenbarrikade

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Dorf mit unserer Unterkunft                                          Busfahrerin

Lijiang und Tigersprungschlucht (Yunnan Provinz)

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Touristisches, traditionelles chinesisches Dorf

1. Tag in der Tigersprungschlucht (Aufstieg auf dem oberen Weg)DSCN1109P1010119P1010125P1010131DSCN1119P1010126DSCN1121DSCN1114

Bekanntschaften unterwegs aus Ecuador und Österreich und der Packesel

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Rastplatz

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Überquerung der stabilen Brücke               Unsere Unterkunft

2. Tag in der Tigersprungschlucht (Abstieg auf dem oberen Weg)DSCN1125DSCN1139

Start um halb 8 morgens

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Der Weg zum mittleren Tigersprungstein

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Wahl zwischen senkrechter Leiter und steiler Leiter

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Durch Felsspalten bis zum Tigersprungstein

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Auf dem mittleren Tigersprungstein

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Steinschlag beim Rückweg auf dem unteren Weg

Guilin (Guangxi Provinz)

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Auf dem Bambusboot durch die Karstlandschaft am Li Fluss

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Das letzte mal “Gemoste” für auf den chinesischen Zug Smiley

Südkorea (Seoul) by Nicola: “Grenzerfahrung” im Land der Freundlichkeit

Weil die erlaubte Dauer unseres Chinavisums (30 Tage pro Aufenthalt) praktisch vorüber war, mussten (bzw. durften Smiley ) wir das Reich der Mitte für einige Tage verlassen. Da wir von anderen Reisenden gehört hatten, dass Seoul eine sehr lebenswerte asiatische Stadt sein soll, haben wir beschlossen, Südkorea einen einwöchigen Besuch abzustatten. Und wir sind nicht enttäuscht worden…

Das alles verbindende Element, welches einen Trip nach Südkorea bzw. Seoul generell (und speziell nach vier Wochen China) empfehlenswert macht, sind die Menschen hier: sie sind sehr hilfsbereit und zuvorkommend und dies, obwohl Englisch nicht weiter verbreitet ist als in China; darüber hinaus sind alle extrem freundlich, teilweise fast schon etwas ängstlich und zurückhaltend (im positiven Sinne). Kein Geschiebe beim Anstehen, keine ungezogenen Kinder, kein Gespucke…

Auch an Sehenswürdigkeiten hat die Stadt so einiges zu bieten, wobei unser eigentliches „Highlight“ etwas makaberer Natur ist: Seoul ist nur einige Dutzend Kilometer von der Grenze zu Nordkorea entfernt. Dort stehen sich seit Jahrzenten Soldaten der beiden Länder gegenüber, jederzeit bereit für den Ernstfall. Trotz immer wieder auftretender Zwischenfälle, kann man die „Demilitarisierte Zone“ (4 Kilometer breiter Streifen ohne bewaffnete „Bewohner“) mit ihren diversen Sehenswürdigkeiten (Aussichts- bzw. Beobachtungspunkt der südkoreanischen Streitkräfte; in jüngerer Zeit entdeckter Tunnel, welcher von Nordkorea zwecks Invasionsplänen gegraben wurde; letzter Bahnhof auf südkoreanischem Boden) besichtigen. Wir als Nicht-Koreaner hatten gegen einen Aufpreis sogar die Möglichkeit, die sogenannte „Joint Security Area“ (hier verläuft die „bewaffnete Grenze“ ohne entmilitarisierte Zone dazwischen; diese Einrichtung dient primär dazu, Verhandlungen zwischen Nord und Süd unter Aufsicht der UNO – vertreten durch schwedische und SCHWEIZER Soldaten – zu führen) zu betreten, allerdings nur in Begleitung von zwei Mitgliedern der US-Army und unter Beachtung strenger Vorschriften (nach dem Aussteigen aus dem schusssicheren Bus immer in Zweierkolonne marschieren und nicht anhalten, die Vorderseite des Körpers wenn möglich immer in Richtung Nordkorea, keine „Kommunikation“ jeglicher Art mit nordkoreanischen Soldaten, Tragen von Dreiviertelhosen, etc.). Dafür können wir nun behaupten, für einige Sekunden nordkoreanischen Boden betreten zu haben und eingehend von den nordkoreanischen Grenzposten beobachtet worden zu sein (mit Ferngläsern, welche sie so gut nie absetzen; soll nach Aussage eines US-Soldaten anscheinend der Einschüchterung dienen). Wir geben ja zu, dass dies eine ziemlich zweifelhafte „Ehre“ ist, interessant war es aber trotzdem Smiley.

Da Korea schon vor den Zeiten der Kim-Jong-Dynastie das Pech hatte, nicht mit Frieden gesegnet zu sein, war auch ein zweites Monument kriegerischer Natur: die Japaner haben im Laufe der Koreakriege diverse Gefängnisse errichtet, welche für die Einkerkerung, Folter oder gar Eliminierung der koreanischen Aufständischen genutzt wurden (die Koreaner wurden von den Japanern gejagt, wie die Juden von den Nazis). Um diese schrecklichen Geschehnisse im Bewusstsein der Menschen zu halten, kann man einige dieser Institutionen (ähnlich den KZs in Europa) heute besichtigen.

Wenn man die nahe Grenze und die unschöne Vergangenheit einmal beiseitelässt, hat Seoul als verhältnismässig „junge“ Stadt auch so einiges an architektonischen Sehenswürdigkeiten zu bieten: einer der Flüsse, welche die modernsten Viertel der Stadt durchquert, wurde erst kürzlich in einem gross angelegten Milliardenprojekt wieder freigelegt und renaturiert, was einen sehr eindrücklichen Kontrast zwischen Natur und Moderne kreiert. Es existieren auch diverse Viertel, bei welchen Kunst und Architektur in spezieller Weise verbunden wurden. Grund für den zunehmenden Einfluss der schönen Künste findet man unter anderem in den diversen (und angeblich sehr renommierten) Kunstuniversitäten der Stadt. Zumindest in den direkt angrenzenden Vierteln kann man die kreative Energie schon fast mit der Hand greifen (unzählige Bands und Artisten treten den ganzen Tag über gratis vor Publikum auf)…

Von so viel Tatendrang und Optimismus angeregt, haben auch wir uns zu einer romantischen Bekundung inspirieren lassen und bei den „Liebesbäumchen“ auf Seouls Hausberg (Gittergestelle in Form von Tannenbäumen bei welchen verliebte Pärchen über die Jahre hinweg Vorhängeschlösser als Symbol ihrer Verbindung „angekettet“ haben) zwei Schlösschen angebracht (an alle, welche irgendwelche „Wetten“ diesbezüglich laufen haben: nein, verlobt sind wir trotzdem nicht Smiley ).

An unserem letzten Tag in Südkorea haben wir uns auch noch eine sehr eindrückliche Taekwondo- (koreanische Kampfsportart) und Tanz-Show angesehen.

Obwohl Südkorea und seine Einwohner schon fast „westlich“ sind, haben wir auch hier viele interessante und skurrile Dinge entdeckt. Aber urteilt selbst:

– Auch Südkoreaner unterliegen in gewissen Punkten dem „Gruppenphänomen“, welches wir bereits bei den Chinesen entdeckt haben. So kann man, mangels Kirchen und grosser Restaurants, seine Hochzeit auf einem speziell dafür eingerichteten Stockwerk eines Warenhauses (es gibt Kapellen, Restaurants, Ballsäle, etc.) feiern. Um das Ganze effizient zu gestalten, wird natürlich im Turnus geheiratet und gefeiert (eine Gesellschaft ist in der Kapelle, eine zweite beim Festmahl, etc.).

– Der koreanische Volkssport heisst nicht Fussball, Tennis, Leichtathletik, etc. sondern „Star Craft“. Für alle, welche mit diesem Begriff nichts anfangen können: Bei Star Craft handelt es sich um ein Computerspiel. Die besten Spieler sind hier aber nicht nur im Internet bekannt, sondern treten in riesigen Stadien vor hunderten Zuschauern gegeneinander an, begleitet von Kommentatoren und Fernsehkameras (es gibt auch Live-Übertragungen im Fernsehen).

– Der letzte Modeschrei scheinen hier Gummistiefel zu sein; egal ob zum Minirock, zur Hose oder zu Hotpants; ein paar quietschbunter „Festivalschuhe“ darf hier nicht fehlen…

– Das koreanische Essen ist höllisch scharf! Egal ob Nudeln oder eine Form des einheimischen „Tischgrills“; alles wird in einer sehr pikanten Chillisauce serviert und brennt vom Verzehr, über das Verdauen, bis hin zum Toilettengang. Gegessen wird in Korea selbstverständlich auch mit Stäbchen. Im Gegensatz zu ihren chinesischen „Artgenossen“ sind diese jedoch abgeflacht und aus Metall, was das Essen von Nudeln zu einer wahren Herausforderung macht, obwohl wir inzwischen ziemlich routinierte Stäbchen-Esser sind.

– Das Nachtleben in Seoul hat neben Restaurants, Bars und Clubs wie wir sie aus der Schweiz kennen, auch eine etwas andere Form von Lokalitäten zu bieten: bei den „Bar-Clubs“ handelt es sich um eine Art Lounge, bei welcher jede Gruppe von Gästen einen Tisch „mietet“, indem sie mindestens eine Flasche Alkohol inklusive Snacks bestellt (alles zu sehr gemässigten Preisen). Im Gegensatz zu den Schweizer Pendants wird hier jedoch nicht zur (sehr lauten) Musik getanzt, sondern eher „socialising“ betrieben. D.h., insbesondere Männer gehen bevorzugt in solche Lokale, nehmen sich einen Tisch (mit Flasche) und lassen sich von den Türstehern hübsche Damen bringen (keine Prostituierten!), welche ihnen im Tausch gegen Speis und Trank Gesellschaft leisten. Dass dies auch in eine völlig andere Richtung funktionieren kann (Dame reserviert Tisch mit Flasche und zeigt Interesse an anderer Frau), hat Jenny sehr eindrücklich am eigenen Leib erfahren Smiley

– Wir als Anhänger der Marke Samsung haben uns schon eine Weile auf Seoul und seine Techniksupermärkte gefreut. Schliesslich haben wir gehofft, hier ein Gerät der südkoreanischen Marke zum Schnäppchenpreis zu ergattern. Leider weit gefehlt: Erstens sind die technischen Wunderstücke fast so teuer wie bei uns und zweitens wird einem der Kauf durch den Aufbau der Technikmärkte gründlich vermiest: Ein entsprechendes Warenhaus besteht hier zwar aus sieben Stöcken (das Paradies eines jeden Mannes, könnte man denken), leider funktioniert aber hier alles nach einem „Basar-Prinzip“. D.h., es hat zahllose kleine Läden mit ihrer eigenen Auslage…Preise sind Verhandlungssache und eine logische Sortierung (z.B. ein Stock für TV, einer für Mobilkommunikation, etc.) existiert auch nicht.