Goa, Mumbai & Singapur by Nicola: Gegensätze neu definiert

Indien ist vielfältig und interessant, aber auch ganz schön anstrengend. Was also spricht gegen ein paar Tage Erholung im “un-indischsten” Teil von Indien? Nicht viel, haben wir uns gedacht und auf den Weg nach Goa gemacht. Wie untypisch Goa in einigen Facetten aber wirklich ist, während andere Erfahrungen wiederum perfekt in unser Bild von Indien hineinpassen, haben wir uns jedoch in unseren wildesten Träumen nicht vorstellen können, als wir in den Zug von Mangalore nach Madgaon gestiegen sind…

Entgegen unseren Erwartungen, hat der erste Teil dieses nächsten Reiseabschnittes nämlich typisch indisch begonnen: Als wir die Betten in unserem Zugabteil beziehen wollten, waren diese – wie so oft – bereits besetzt, was nichts Neues wäre, wenn die betreffende Familie nicht auch noch die Unverfrorenheit gehabt hätte, uns in andere Betten umzuquartieren, da sie ja auf die mitreisende Grossmutter und das Kleinkind aufpassen müssen und diese leider nicht in der Lage wären, in die obere Bettenetagen zu klettern. Da die uns bevorstehende Fahrt “nur” 5 Stunden dauern sollte und wir uns nicht mit dem gesamten Waggon anlegen wollten (speziell indische Mütter haben die Fähigkeit, einen lautstark als “rüpelhaften, jungen und verwöhnten westlichen Bengel” darzustellen, welcher ihnen keine Annehmlichkeit gönnen will), haben wir wiederwillig eingewilligt. Wie wir bei der Ticketkontrolle hören mussten, hatte die vierköpfige Familie (Vater, Mutter, Grossmutter, Kind) darüber hinaus lediglich zwei Tickets! Besetzt haben sie aber fünf Betten! “Nur nicht aufregen, bald sind wir am Strand.”

Doch weit gefehlt! Zuerst ging es einmal ins “Dschungelcamp” nach Anjuna: das von uns gebuchte Hostel lag wunderschön inmitten eines tropischen Gartens, war dadurch schön schattig und beim Einschlafen konnte man exotischem Getier zuhören (zum Glück hatte unser Fenster ein stabiles Gitter, sonst hätten wir das teilweise wahrscheinlich nicht als so angenehm empfunden! Smiley). Dass wir hingegen einige Tage vor Saisonbeginn an diesem Ort waren und die Unterkunft noch gar nicht 100%-ig für die Touristen vorbereitet worden war, fanden wir hingegen nicht so toll… Das Personal (abgesehen vom Besitzer) war erst gerade aus Tibet eingetroffen und hatte noch keine Ahnung davon, wo was zu finden war. Ausserdem konnten die Köche noch nicht kochen (sie erhielten täglich “Kochunterricht” vom Chef), was dazu führte, dass vor Ort selbst nur Frühstück angeboten wurde. Aber sogar dieses erhielten wir nur am ersten Tag in der angepriesenen Qualität (unsere Unterkunft wurde im vorigen Jahr als das beste vegetarische Restaurant in Goa ausgezeichnet); am zweiten Tag gabs gar keins (das gesamte Personal hatte frei, da die Saison ja erst in zwei Tagen beginnen würde) und am dritten war der Kaffee verbrüht, das Idli versalzen und das Dosa hatte zuviel Chilli drin (der Besitzer war an diesem Tag nicht da und der Koch hatte anscheinend im Unterricht nicht aufgepasst…). Wir fuhren dann an einen anderen Ort zum Essen. Die amüsanteste Tatsache war jedoch, dass der “Buchhalter” bei unserere Abreise dank fehlendem Taschenrechner nicht in der Lage war, alle aufgelaufenen Kosten korrekt zu berechnen, weshalb wir einige hundert Rupien zuwenig bezahlt haben. Da wir uns jedoch den gesamten Aufenthalt über als eine Art “Testkaninchen” gefühlt haben, hatten wir deswegen kein schlechtes Gewissen Smiley. Anjuna selbst und die umliegenden Örtchen und Strände (welche sich übrigens praktisch alle dadurch hervorheben, dass sie hässlich sind und – abgesehen von einigen Badegästen und kiffenden europäischen Althippies – sich viele Drogendealer und Kühe (!!!) darauf herumtreiben) haben wir mit einem gemieteten Roller erkundet, was sich als richtige Entscheidung herausgestellt hat, da die Distanzen für Fussmärsche zu weit und öffentlicher Verkehr schlicht inexistent sind. Einziger Nachteil bei der Sache: da in Anjuna der Tagesablauf überwiegend darin besteht, sich ein schönes Plätzchen an einer Strandbar zu suchen und dann bei strahlendem Sonnenschein einige köstliche Cocktails zu schlürfen – einige davon werden aus Gründen der guten Laune übrigens ungefragt mit Opium angereichert –, fährt man unter Umständen nicht komplett nüchtern zurück in die Unterkunft.

Von Palolem – unserem nächsten Ziel in Goa – haben wir uns deswegen schon einiges mehr versprochen: dieses ehemals verschlafene Fischerdörfchen ist heute vor allem wegen seines wunderschönen Strandes und der direkt daran angrenzenden Palmhütten bekannt. Eine solche Hütte mit Meerblick wollten wir uns natürlich auch unter den Nagel reissen, um eine Woche lang schön auszuspannen. Wie ihr euch jedoch sicher denken könnt, kam es – wie immer in Indien – etwas anders: da die Touristensaison nach wie vor nicht begonnen hatte und die Strandhütten aufgrund ihrer Beschaffenheit (alles natürliche und biodegenerierbare Materialien) jedes Jahr neu gebaut werden müssen, hatten rund 3/4 aller Ressorts noch gar nicht geöffnet. Und bei denjenigen, welche bereits Besucher akzeptierten, waren die Hütten mit Meersicht natürlich bereits alle restlos ausgebucht Trauriges Smiley Und so landeten wir in einer Hütte in der zweiten Reihe, welche zwar gross, sehr gut ausgestattet und günstig (ca. 16 Franken pro Nacht für beide!) war und sogar über eine kleine Terrasse mit Hängematte verfügte, trotzdem aber halt nicht direkt am Meer lag! Der Strand selbst ist in der Tat sehr schön, das Wasser klar und warm. Restaurants mit akzeptablem Essen (abgesehen von einigen Spezialitäten in ausgewählten Lokalen jedoch lange nicht so gut, wie im Rest Indiens) und kühlen Drinks (in Goa wird vom Staat keine Alkoholsteuer erhoben, weshalb die Getränke sehr günstig sind) findet man auch zuhauf, die Party, auf welche wir nach so langer “fest-freier Zeit” jedoch gehofft hatten, blieb aber mangels Saisonbeginn komplett aus! Und so taten wir nichts weiter, als zu baden, uns zu sonnen, Engländer, Russen und “Möchtegern-Hippies” (erkennt man daran, dass sie sich zwar alle den ganzen Tag die Birne wegrauchen, alternativere Kleidung tragen und mit dem Rucksack anreisen; gleichzeitig aber für jegliche Exkursionen eine geführte Tour buchen, den Müll einfach am Strand liegen lassen, an ihren Rücksäcken ein Schildchen mit dem Kürzel des Flughafens Goa haben, noch nie in Indien Zug gefahren sind und ganz im Allgemeinen keinen Schimmer der indischen Kultur haben) zu beobachten, uns über Sandflöhe im Bett und besonders dreiste Exemplare der Gattung “Spanner-Inder” (kommen zu zweit mit professionellen Spiegelreflexkameras an den Strand: der eine muss sich dann “unauffällig” neben einer Gruppe Touristinnen im Bikini hinstellen und so tun, als würde sein Kollege ihn fotografieren; dieser zoomt jedoch mit voller Stärke nur auf die Damenwelt…) am Strand zu ärgern (wahrscheinlich ist Nicola’s Stinkefinger auf sehr vielen indischen Fotos zu sehen Smiley) und natürlich zu essen, zu essen und noch einmal zu essen. Apropos “Spanner-Inder”: bei unserer Abreise aus Goa haben wir einen Franzosen getroffen, welcher bereits seit sechs Monaten in Indien unterwegs ist. Dieser hat uns erzählt, dass eine Freundin von ihm sogar einmal im Bus neben einem Inder gesessen habe, welcher unverhofft sein bestes Stück ausgepackt und neben ihr masturbiert habe, als sie kurz einschlief! Da haben wir ja noch einmal Glück gehabt Smiley

Um uns nicht vorwerfen lassen zu müssen, dass wir indischen Städten keine Chance gäben, uns ihre angebliche Schönheit zu zeigen, haben wir die letzten zwei Tage vor unserer Ausreise noch in Mumbai verbracht. Nun, was sollen wir sagen? Die Stadt hat zwei Sehenswürdigkeiten, welche uns angesprochen haben (Gateway of India und Elephanta Island: ersteres ist ein Triumphbogen ähnlich dem Arc de Triomphe in Paris, letzteres eine der Stadt vorgelagerte Insel mit alten Shiva-Tempeln, welche direkt aus dem Stein geschlagen wurden), aus den Socken gehauen haben uns aber höchstens ein weiteres Mal die unverschämt hohen Eintrittspreise für Touristen (auf Elephanta-Island um Faktor 25 höher als für Einheimische; neuer Rekord!) und die Hässlichkeit der restlichen Stadt! Indien, du magst zwar faszinierend sein, aber deine Städte werden wir nie mögen!

Ganz interessant / unterhaltsam / ärgerlich waren ein weiteres Mal aber eher die Vorfälle rund um das geplante Geschehen: so wurde unsere Bootsfahrt nach Elephanta Island durch das unmittelbare Auftauchen eines Patrouillenbootes der indischen Küstenwache – welches uns per Drohung mit der Bordkanone zur Kursrichtung zwang – erheblich verlängert…weshalb wissen wir bis heute nicht. Die anderen “Events” fanden dann am Flughafen Mumbai statt:

  • Das Flughafengebäude ist der wohl bestbewachte Ort in der ganzen Stadt. Man darf es nur unter Vorweisen des Reisepasses und des Flugtickets betreten. Sollte man – so wie wir – nur ein E-Ticket auf dem Handy haben, muss man seinen Pass einem Flughafenangestellten übergeben, welcher dann die Tickets am Check-In-Schalter abholt, während man selbst draussen inmitten von vier schwer bewaffneten Soldaten warten muss. Ist man dann drin, muss man zuerst sein Gepäck einchecken, bevor man auch nur auf die Toilette darf! Auch das Einchecken selbst ist nicht ganz unproblematisch, da einem die Angestellten am Schalter noch ziemlich doofe Fragen stellen wie: “Was ist da drin?” (er meint die grauen Säcke, welche unsere Trekkingrucksäcke vor Schaden bewahren sollen) Antwort: “Unser Rucksack” Er: “Aha. Und was ist dort drin?” Wir: “Halt alles, was man im Alltag so braucht.” Er: “Was denn?” Wir: “Kleider, Zahnbürste, etc.” Er: “Kleider?” Wir: “Ja.” Kollege, welcher dazu eilt: “Ja, Kleider eben” Er: “Aha. Ok.”
  • Dumme Fragen muss man sich aber nicht nur beim Check-In anhören. Am Zoll gehts im gleichen Ton weiter: “Nicola?” Ich: “Ja” Er: “Nicola Burkhardt?” Ich: “Ja” Er: “Wie hat Ihnen Indien gefallen?” Ich: “Gut, war schön.” Er: “Sie arbeiten nicht?” (ich war mir nicht mehr ganz sicher, ob ich bei der Einreise angegeben hatte, Student zu sein…) Ich: “Nicht in Indien” Er: “Und sonst?” Ich: “Äääähhh…nein!” Er: “Student. So, so… Welche Studienrichtung?” Ich (völlig aus dem Konzept, weil ich nicht mit diesen Fragen gerechnet habe): “Äääähhhh… Ich weiss nicht… Vielleicht Wirtschaft?!” Er: “Ok, gute Reise” Uffff, Glück gehabt!
  • Nachdem man dann noch die Kontrolle des Handgepäcks geschafft hat, welche ebenfalls extrem streng ist (Nicola musste den gesamten Rucksack auspacken, weil die Aufladekabel seines Notebooks Metall enthalten…ach ja? wirklich?), geht es im Restaurant munter weiter: Nachdem wir fertig gegessen haben, verlangten wir die Rechnung. Nach zehn Minuten ist sie immer noch nicht da (wir waren aber fast die einzigen Gäste)! Auf Nachfrage heisst es dann, dass die Schicht gerade gewechselt habe und man nicht gewusst habe, dass wir zahlen möchten. Also warten wir noch einmal fünf Minuten. Als dann immer noch nichts geschieht, fragen wir ein weiteres Mal nach. Antwort: “Was bitte haben Sie denn gegessen und wieviel müssen sie bezahlen?” Aber hallo?!?! Sollen wir eventuell auch noch selbst abräumen und abwaschen? Vielleicht dann noch andere Gäste bedienen? Trinkgeld hat es dort definitiv keines gegeben!!
  • Der letzte Streich in Indien erfolgt dann in der Bar kurz vor Abflug, nachdem Jenny einen “Martini Rosso” (Liquor mit 15% Alkohol) bestellt hat. Kellner (kommt zurück): “Es tut mir leid, aber wir dürfen Martini Rosso nur gemischt in einem Cocktail verkaufen; nicht pur!” “Wieso?” “Pure Getränke von über 12% bedürfen dem Besitz eines Alkoholausweises!” Waaaaaaasssss?! Ist das ein Ausweis für Alkoholiker oder was? Das gibt es nur in Indien!!!

Damit wir uns vor unserer Weiterreise nach Indonesien noch etwas erholen können (und weil es in unserem RTW-Flugticket so “vorgeschrieben” ist Smiley), haben wir einen zweitägigen Aufenthalt in Singapur eingelegt. Dort wollten wir etwas nachholen, was wir bei unserem letzten Besuch vor drei Jahren aufgrund von Zeitmangel nicht “erledigen” konnten: dem weltberühmten Zoo mit seinen weissen Tigern einen Besuch abstatten (wenn wir schon keinen Tiger in Indien gesehen haben, müssen die armen Tiere halt dort hinhalten, wo sie nicht weglaufen können Smiley). Und der Zoo mit seinen teilweise begehbaren Gehegen und der grossen Tiervielfalt hat uns nicht enttäuscht! Die restliche verfügbare Zeit haben wir dazu genutzt, Rindfleisch und Fisch zu essen! Konkret: wir waren im Burger King und im Sushi-Restaurant Smiley Und es gibt sogar noch eine kleine Anekdote aus dem “perfekten” Singapur: als wir um 21:00 Abends bei dem vorreservierten Hostel ankamen, hat uns auf unser Geklingel am Einfahrtstor niemand geantwortet. Da wir dadurch verunsichert waren und vor dem Haus gleich nebenan ca. 100 Paar Schuhe standen, haben wir einfach einmal dort geklingelt. Die Dame, welche uns die Tür öffnete, erklärte uns in sehr gefasster Weise, dass das Hostel nebenan sei und wir einmal an der Türe nachsehen sollten, ob nicht eine Nachricht da sei (es schien uns, dass wir nicht die ersten “fehlgeleiteten” Gäste waren). Und tatsächlich: in einem versteckten Winkel neben der Haustür (das Gartentor war offen) fanden wir eine Notiz und den Hausschlüssel Smiley

Goa, Mumbai & Singapur by Jenny: Von Hippies und anderen Tieren

Goa

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Im Dschungel-Hostel in Anjuna              Mit Roller von Hippy-Strand zu Hippy-Strand

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An Stränden rund um Anjuna

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Palolem Beach

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Unser Strandhüttchen am Palolem Beach

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Mumbai

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Taxis, in welchen der Kopf kein platz mehr hat Smiley  Typischer Gepäcktransport

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Am Hafen von Mumbai (Gateway of India)

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Mit dem Boot Richtung Elephanta Island in einer eingequetschten Truppe Smiley

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Stark bewachter Hafen und Aufforderung der Küstenwache, den Kurs zu ändern (Drohung mit Bordkanone)

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Elephanta Island                                          Der König im Thron Smiley

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Höhlentempel

Zoo in Singapur

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Nasenaffe                                 Viktoria-Taube

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“Teufelsfrosch”                         Weiss-/Schwarzer-Kragenlemur

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Fuchsfledermaus                        Lemur

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Asiatische Hirschmaus

Weisser Tiger

Kochi, Ooty & Mysore by Nicola: (Fast) Alles anders im Süden

Der nächste Abschnitt unserer Indienreise begann mit dem “Tiefkühlexpress”  (=modernster und deshalb auch bestklimatisierter Zug, welchen wir in Indien bisher hatten), mit welchem wir von Varanasi via Mumbai nach Kochi (Hauptstadt der Provinz Kerala) fuhren. Die insgesamt 60-stündige Reise quer durch den indischen Subkontinent war dabei geprägt von Höhen und Tiefen: So lernten wir im Zug sieben sehr rüstige Rentner kennen, welche seit 35 Jahren einmal jährlich zusammen in den Urlaub fahren. Die vielen Anekdoten (z.B. “In Goa arbeiten die faulsten Inder weit und breit! Wenn ihr etwas von denen wollt, müsst ihr sie zuerst wecken…”; die lieben Leutchen sind selbst übrigens ursprünglich aus Goa Smiley ) und bodenlose Witze (einer der drei verheirateten Männer sagte, angesprochen auf den Grund weshalb der vierte Mann im Bunde single sei: “Seine Mutter hat ihm immer gesagt: Sohn, Kühe sind teuer aber Milch ist günstig!” Smiley ) waren sehr informativ und unterhaltsam und haben uns – zumindest mental – schon einmal darauf vorbereitet, dass der Süden Indiens mit dem Norden nicht allzu viel gemeinsam haben würde. Leider konnten wir beide trotzdem die Reise nicht voll geniessen, da es uns nach mehr als sechs Wochen doch noch erwischt hatte: seit Varanasi litten wir unter Kopfschmerzen, Unruhe, Durchfall und Fieber (im Falle von Nicola knapp 40 Grad!)! So wie es aussieht, hat auch uns die “heilige Kloake” (= Ganges) nicht unberührt gelassen…

Da kam uns unsere erste Unterkunft in Kochi gerade recht: wir hatten ein Zimmer in einem sog. “Homestay”, d.h. bei einer einheimischen Familie, welche zur Finanzierung ihrer Villa einen Teil der Räume an Touristen vermietet, gebucht. Die Gastgeber waren sehr freundliche und zuvorkommende Menschen (sie waren übrigens Christen, wie unsere Begegnungen im Zug auch; im Süden Indiens gibt es ziemlich viele davon, da die Provinzen lange unter portugiesischer Herrschaft standen) und haben uns sogar mit magenschonender Kost versorgt, obwohl sie eigentlich gar keine Mahlzeiten anbieten. In Verbindung mit dem gemütlichen und mediterranen Flair der Stadt selbst und den sehr guten Restaurants mit westlicher Küche (um dem typischen “Indian Food” für einmal zu entfliehen, haben wir einmal ein (massiv überteuertes) Rindssteak (yeeeeaaaahhh) und sogar zweimal Pasta bei einem ausgewanderten Italiener gegessen; zwar immer noch wesentlich würziger als bei uns, aber hey, wer will sich denn nach sechs Wochen schon beklagen!?!?), konnten wir uns wieder einigermassen regenerieren und sogar die örtlichen Sehenswürdigkeiten angucken. Die wären: sog. “chinesische Fischernetze”, d.h. eine spezielle Technik des Fischfangs, ein Strand mit Ölraffinerie Smiley, die Holländer, welche hier seit Jahrhunderten auf der faulen Haut herumliegen (es gibt einen Friedhof, auf welchem nur Familienmitglieder der holländischen Besatzungsmacht bestattet sind), sowie zahlreichen Diskotheken, ääääh pardon, Kirchen wollte ich sagen. Diese sind nämlich mit tausenden von farbigen Glühbirnen geschmückt, welche jede Nacht brennen – erstaunlicherweise sogar dann, wenn der Rest der Stadt gerade wieder einmal Stormausfall hat (dies liegt aber weniger an Wundern, sondern viel mehr an zwei bis drei Dieselgeneratoren, welche für den nötigen Strom sorgen).

Ganz generell tickt der Süden einfach anders: morgens um fünf wird man vom Gebetsaufruf der örtlichen Moschee aus dem Tiefschlaf gerissen; kaum ist man dann wieder eingeschlafen, beginnt der benachbarte Hindutempel mit seinem ohrenbetäubenden “Gebetssong” (jeder Tag der gleiche und definitiv ab Band); und schlussendlich sorgen dann die Gesänge aus der römisch-katholischen Kathedrale dafür, dass man definitiv aufsteht…kurz: da in Indien – und ganz speziell im Süden – zahllose Religionen seit Jahrhunderten auf engstem Raum nebeneinander bestehen, findet man wohl auf der ganzen Welt keine ähnlich tolerante und vielfältige Region. Weitere Unterschiede sind höhere Sauberkeit und mehr Wohlstand, sowie andere “Modetrends”: Frauen kombinieren typisch indische bzw. hinduistische Kleidungsstücke und Gepflogenheiten (wie bspw. Saris oder den “Bindi”, d.h. den roten Punkt auf der Stirn) mit westlichen Einflüssen. Und was machen die Männer? Sie tragen “Röcke” aus umgewickelten Tüchern… Ob sie darunter auch Unterwäsche tragen, entzieht sich leider unserem Wissen Smiley

Ein sehr empfehlenswerter Tagesausflug inklusive Übernachtung führt einen von Kochi aus nach Alleppey, einem eher unscheinbaren Örtchen, welches jedoch als Ausgangspunkt für die bekannten Hausboot-Trips in die Backwaters von Kerala dient. Für umgerechnet 100 Franken kann man sich hier ein Hausboot inklusive dreiköpfiger Crew und Vollpension mieten und sich durch diese “Wasserstrassen” chauffieren lassen. Das Ganze war sehr eindrücklich und entspannend. Und nach entsprechender Nachfrage und einem ordentlichen Trinkgeld gabs sogar Bier (der Koch musste dafür aber extra in das Dorf in der Nähe rudern Smiley). Das einzige Erlebnis der etwas spezielleren Art war die Übernachtung: wir haben am Abend der ersten Tages irgendwo am Ufer festgemacht (es war dunkel) und sind schlafen gegangen, nur um am nächsten Morgen festzustellen, dass die Anlegestelle genau vis-à-vis des Anfangs- und Endpunktes der Flussfahrt war und der Kapitän einfach nur noch wenden musste, bevor er uns von Bord führte Smiley

Nach einer weiteren Nacht in unserem geliebten Homestay liessen wir uns – wie meistens in Indien – von einem Tuk-Tuk zum Bahnhof fahren, um den Zug nach Coimbatore zu erwischen. Normalerweise wäre eine solche Fahrt ja nicht weiter erwähnenswert. Dieses Mal jedoch wurde unser “Mini-Taxi” mit uns an Bord zuerst eingeschifft und auf per Fähre auf das Festland gebracht (auf dem Hinweg nahmen wir die Brücke). Wie wir später feststellten, war dies nur ein kleiner Trick des Fahrers, um etwas mehr zu verdienen (die Überfahrt mit der Fähre ist billiger als das Benzin)… Coimbatore selbst – eine Industriestadt – war lediglich ein kurzer Zwischenstopp, um den frühen Zug (05:15) nach Metupalayam zu erwischen. Wie sich herausstellte, eine gute Entscheidung: denn abgesehen vom Mangel an Sehenswürdigkeiten ist die Hotelsuche in der Nähe des Bahnhofs ein einziges Ärgernis. Obwohl es sicherlich 20 Unterkünfte gibt und wir bereits um 18:30 dort waren, behaupteten alle, dass sie bereits ausgebucht seien (Anmerkung: es gibt dort praktisch keine Touristen und es war ein normaler Wochentag, d.h. kein Wochenende oder Feiertag!). Diese Masche zwingt einen dann in das teuerste Hotel in der Gegend zu gehen (welches dann – oh Wunder – natürlich noch freie Zimmer hat; diese kosten dann etwa drei Mal mehr; plus 20% Steuer natürlich…). Aus unserer Sicht ein abgekartetes Spiel, an welchem die anderen Unterkünfte wahrscheinlich mitverdienen…

Nachdem dann morgens um 03:30 der Wecker bereits wieder geklingelt hat, gings weiter zur Talstation der “Nilgiri-Schmalspurbahn”; konstruiert von einem Schweizer Bahningenieur und geschoben von einer Dampflokomotive aus der Heimat, Baujahr 1899. Und hier ging das “indische Kabarett” in die nächste Runde: obwohl uns jedermann gesagt hatte, dass in der Nebensaison keine Reservation für das Bähnchen nötig sei (Onlinereservation nicht möglich), stand vor uns plötzlich eine ganze Schulklasse an. Da der Zug nur über drei Waggons verfügt und viele Tickets bereits im Voraus von Reiseveranstaltern gekauft werden, kam es wie es kommen musste: der äusserst gereizte Bahnhofsvorsteher gab uns zu verstehen, dass es für diesen Tag keine Tickets mehr zu kaufen geben würde…all unsere Beschwerden, Ausreden (“We’ve travelled all the way from Switzerland, just to see “our” train”) und sogar die Hilfe eines indischen Reiseagenten, welcher uns zwei seiner Tickets verkaufen wollte (in Indien nicht legal, da Tickets auf den Namen des Reisenden ausgestellt werden) brachten nichts…der Bahnhofsvorsteher blieb stur. Da wir ausserdem nicht über einen indischen Polizeiausweis verfügen (beim Vorzeigen gibt es ganz plötzlich wieder Tickets), blieb uns nur die altmodische “Zuckerbrot-und-Peitsche”-Variante: warten, den Schaffner immer wieder darauf hinweisen, dass man auch mitreisen möchte und das Bezahlen einer “Reservationsgebühr” an ihn persönlich in Aussicht stellen…und siehe da, es hat geklappt. Zwar mussten die “offiziell gebuchten” Passagiere, auf deren Sitze wir verfrachtet wurden und welche dann dummerweise doch noch auftauchten, kurzfristig in die erste Klasse “upgegraded” werden (= der Schaffner verfrachtete sie in ein – sowieso schon überfülltes – Abteil im vordersten Wagen), aber wir sind wohlbehalten in Ooty angelangt, haben interessante Bekanntschaften mit betrunkenen jungen Indern geschlossen und dank unserer inoffiziellen Vorgehensweise sogar noch weniger bezahlt als im Falle einer Reservation Smiley.

Ooty – bei den Indern auch Udagamandalam genannt – ist eine Ortschaft in den Bergen von Tamil Nadu und liegt auf knapp 2’000 Metern. Von den Engländern früher zur Abkühlung im Sommer genutzt, hatten wir ebenfalls vor, hier der schwülen Hitze von Indien zu entfliehen. Und Ooty hat – zumindest in dieser Hinsicht – unsere Erwartung mehr als nur erfüllt: es war empfindlich kühl! Da unsere Unterkunft – eine riesige englische Villa aus Kolonialzeiten, deren indische Besitzer einen Teil der Räume vermieten und ein vegetarisches/veganisches Restaurant betreiben – ausserdem nicht über eine Heizung verfügte, war es sogar uns als Schweizer schon fast zu kalt. Unsere andere Erwartung (wandern in Teeplantagen) wurde leider nicht erfüllt. Das Tretbootfahren auf dem örtlichen See, das benachbarte Ashram, dessen Gründer vor Jahrzehnten versuchte, die grössten Religionen der Welt unter einen Hut zu bringen, der Besuch einer Teefabrik, sowie der botanische Garten, welcher diesen Namen nicht wirklich verdient, konnten nur begrenzt darüber hinwegtrösten. Das einzige Highlight war eine Filiale des weltweit grössten Pizzakuriers, dessen Angebot wir (ähnlich wie die zahlreichen Expats, welche hier leben und in den diversen Internaten arbeiten) dafür sogar zweimal nutzten Smiley.

Unsere erste Fahrt in einem indischen “Premium-Bus” (moderner Reisecar nach westlichem Standard, mit komfortablen Sitzen, jedoch “indischer Beinfreiheit”) führte uns von Ooty nach Mysore, einer grösseren Stadt im Bundesstaat Karnataka. Ursprünglich hatten wir geplant, hier den bekannten Maharaja-Palast zu besichtigen und dann in einen der umliegenden Nationalparks zu fahren, um auf Tiger-Safari zu gehen. Nun, wie so oft in Indien haben sich die Pläne geändert: der Palast war eher unspektakulär und die Nationalparks aufgrund eines Beschlusses des obersten indischen Gerichtshofs bis auf Weiteres für Touristen nicht zugänglich… Wir haben das Beste aus der Situation gemacht, uns bei gutem Essen (und Bier) im Hotel erholt, sowie das regionale Hindu-Heiligtum – ein Hügel mit einem riesigen “Kuh-Schrein” (dem Reittier einer indischen Gottheit gewidmet) auf der Spitze – besucht.

Da wir auch nach Abschluss dieses “anstrengenden” Programms noch nicht die gesamten Tage aufgebraucht hatten, welche für den Besuch des Tigerreservats geplant waren, sind wir nach Mangalore weitergereist. Aus unserer Sicht war aber auch diese Stadt nicht wirklich spektakulär und wir haben die Zeit grösstenteils mit Essen und Schlafen verbracht Smiley.

Und nun folgen die neusten Skurrilitäten aus dem unglaublichen Indien:

  • Wenn Inder ihren Geburtstag in einem Lokal (im konkreten Fall der Mc Donalds) feiern, ist jeder anwesende dazu eingeladen, ein Stück des Kuchens zu essen (haben wir nach Aufforderung auch getan). Zuvor sollte man jedoch dem Geburtstagskind ein kleines Stückchen davon in den Mund stecken (haben wir nicht getan, da wir nichts davon wussten Smiley).
  • Dass Essen in Indiens Süden ist komplett anders als dasjenige im Norden. Frischere Zutaten, nicht so scharfe Gewürze, eher leichte und mediterrane Gerichte…und das Beste: es gibt Fleisch! Und am Sonntag sogar Rind (aber nur am Sonntag) Smiley
  • Wie bereits in früheren Beiträgen erwähnt, bezahlen Ausländer für das Besichtigen von Sehenswürdigkeiten mehr, als Einheimische. Dass diese “staatlich verordnete Abzocke” aber Ausmasse erreicht, welche schon fast unverschämt sind (Ausländer bezahlen 10- bis 20-fachen Betrag), haben wir bisher in Nordindien nur im Taj Mahal erlebt. In Südindien hat das Ganze jedoch System und man bezahlt überall mindestens das 5-fache (+ Kameragebühr + ein Trinkgeld für die Verwahrung der Schuhe, wenn man die Sehenswürdigkeit nur Barfuss betreten darf + ein Trinkgeld für denjenigen, der einem den Audio-Guide aushändigt + ein Trinkgeld für den “Türsteher” am Tor, welcher einem den Weg deutet +…)!
  • À propos Abzocke: gerade im Süden sind Tuk-Tuk-Fahrer sehr kreativ, wenn es darum geht, den vereinbarten Preis am Ende der Fahrt noch ein bisschen zu erhöhen (was eigentlich ein absolutes No-Go ist): vom Gepäckzuschlag für grosse Rucksäcke, über die Weiterverrechnung von “Parkgebühren” (z.B. am Bahnhof sehr beliebt), bis hin zum Anfahren eines falschen Ortes mit der Begründung, dass sich das Hotel früher hier befunden habe, findet sich alles im Repertoire. Das ganze Mass der Benachteiligung zeigt sich erst recht, wenn man einmal in einer Stadt wie Mangalore sein sollte, in welcher die Tuk-Tuk-Fahrer gezwungen sind, das Taxometer einzuschalten… Mindestens das Dreifache bezahlt man als Ausländer immer (auch nach harten Verhandlungen und auch ohne “Spezialzuschläge”).
  • Vorausschauendes Denken ist (noch) keine indische Stärke: Egal ob bei der Reservation eines Hotels, bei welcher das Personal oft nur die Zimmerbelegung der nächsten zwei Tage kennt, beim Auftragen des bestellten Essens, wo oft zuerst der Hauptgang serviert wird, bevor die Vorspeise folgt, beim Autofahren, bei welchem mit Vollgas beschleunigt wird, obwohl man unschwer erkennen kann, dass man 50 Meter weiter vorne aufgrund eines Staus wieder voll abbremsen muss oder beim Auschecken aus dem Hotel, wo man genötigt wird, ein Kundenfeedback auszufüllen, obwohl man bereits mehrfach erwähnt hat, dass man sich beeilen müsse, um den Bus noch zu kriegen; jeglicher Sinn für Planung scheint in diesem Land noch nicht allzu weit entwickelt.
  • Was der Schneider mit dem Pöstler gemeinsam hat? Man könnte nun denken, nicht allzu viel… Weit gefehlt: der Versand eines Paketes in Indien ist ein wahres Erlebnis für sich. Zuerst begibt man sich zu einem der Schalter, an welchem keine Menschen anstehen (trifft in der Regel auf alle Schalter bis auf einen zu, obwohl die anderen sehr wohl besetzt sind). Dort wird einem dann mitgeteilt, dass man sich doch bitte hinten an die einzige Schlange im ganzen Saal anstellen sollte, da nur dieser Schalter Post entgegennehmen würde (und was bitte tun dann alle anderen?). Ist man dann endlich vorne und hat der Postbeamte endlich die Schweiz im Computer einmal gefunden, erhält man zwar mitgeteilt, wie viel das Paket in die Schweiz ca. kosten dürfte; damit ist es aber noch lange nicht getan. Denn zuerst muss das Paket fachmännisch verpackt werden: man nehme also einen Karton (nicht obligatorisch; wenn man allerdings einmal gesehen hat, wie die indische Post mit der ihr anvertrauten Ware umgeht, äusserst ratsam Smiley), gehe damit zu einem Schneider, welche das Ganze in einen weissen Baumwollstoff einnäht und die Nähte mit Wachs versiegelt (!!!), beschrifte das eingenähte Paket zweimal mit der Zieladresse (mit Filzstift), fülle drei Zollformulare aus, nähe zwei davon an das Paket und gehe zum Schalter (ja, natürlich der mit der einzigen Schlange davor) zurück. Fertig!
  • Laut, lauter, Indien: Wir haben ja bereits einige Male erwähnt, dass Verkehr und Gehupe auf den Strassen ohrenbetäubend sind. Wer nun aber denkt, dass er in einem Strassencafé oder im Hotel Ruhe findet, der irrt: in Indien scheint nämlich in allen Lebenslagen zu gelten, dass derjenige am besten abschneidet, der am lautesten ist. Die Musikanlage im Tuk-Tuk, welche den gesamten “Kofferraum” füllt, die riesigen Bassboxen im Café, die vier Grossbildfernseher im Restaurant oder derjenige im eigenen Zimmer: alles ist immer auf volle Lautstärke aufgedreht und der geäusserte Wunsch, man möge die Anlage doch etwas herunterdrehen, stösst nur auf unverständliche Blicke.
  • Zum Glück gibt es hier kein Hotel mit mehr als fünf Stöcken: Wir wären nämlich sonst Weltmeister im Treppensteigen… Aber gibt es denn keinen Lift? Doch, doch… nur möchten wir sehr ungern während mehrerer Stunden stecken bleiben, wenn wieder einmal der Strom ausfällt…
  • Wo arm auf reich trifft: Ein Thema, welches wir bisher nicht wirklich angesprochen haben, in Indien jedoch omnipräsent ist, ist der riesige Unterschied zwischen den Ärmsten und den Reichsten der Gesellschaft, welche wohl in den wenigsten Ländern dieser Welt so stark ausgeprägt sind, wie in Indien: auf der einen Seite gibt es eine (verhältnismässig kleine) Oberschicht, welche sich für jede noch so kleine Aufgabe einen Diener hält: Gärtner, Nanny, Fahrer, Koch, Putzfrau, Einkäufer, Vorkoster, Schuputzer, etc. Demgegenüber stehen hunderttausende von sehr armen Menschen, welche in den riesigen Slums der Grosstädte wohnen oder sogar komplett obdachlos sind. Und wie nicht anders zu erwarten, “verdienen” auch einige dieser Menschen ihren Lebensunterhalt mit betteln. Touristen sind dabei besonders beliebte Ziele, welche bevorzugt mit diversen Mitleid erregenden Maschen angegangen werden: man zeigt seine Geschwüre, Amputationen, Gehstöcke, nicht vorhandene Gebisse, etc., trägt ausgemergelte Kinder auf dem Arm oder schickt die älteren Kinder auf eigene Faust zum Betteln. Und wie handhaben wir das Ganze? Da man ja nicht allen etwas geben kann (wir könnten sonst morgen wieder nach Hause reisen, da uns das Geld ausgegangen wäre…), haben wir uns drei Regeln aufgestellt: auch aus unserer Sicht kleine Geldbeträge sind in Indien schon viel wert, weshalb wir nur Kleingeld (konkret: Münzen) verschenken; Kinder, welche alleine betteln kriegen nichts, da sie sonst oft mehr verdienen, als ihre Eltern und genau deswegen eben nicht zur Schule geschickt werden; geht uns das Kleingeld an einem Tag aus, gibt es nichts mehr! Diese Regeln klingen so hart, wie sie sind. Denn oft erhalten nur die ersten zwei, drei Personen etwas und der Rest geht leer aus. Andererseits versuchen wir, unser Geld in einheimischen Hotels, Läden und Restaurants auszugeben und internationale Ketten bis auf wenige Ausnahmen (wir sagen nur: Fleisch Smiley) zu meiden. Würden das alle so halten, ginge es langfristig von alleine bergauf… Und falls man unsere Methode immer noch zu hartherzig finden sollte, schildern wir euch jetzt noch ganz kurz die hinduistische Argumentation, weshalb man einem Bettler nichts gibt: durch das Ansammeln oder den Verlust von Karma, hervorgerufen durch gute oder schlechte Taten, wird man im nächsten Leben in einem besseren oder schlechteren Stand wiedergeboren. Jemand der bettelt, hat entsprechend dieser Logik in seinem früheren Leben eben zu viel schlechtes Karma angehäuft und verdient sein Schicksal, weshalb man ihm auch nichts geben sollte! Und, findet ihr unsere Argumentation immer noch hart? Smiley

Kochi, Ooty & Mysore by Jenny: Wechselbad zwischen Tropenklima und kalter Bergluft

Kochi (Provinz Kerala)

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Unser Homestay bei einer christlichen Familie mit Aussicht auf Palmen

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Kirche oder Disco?

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Die Holländer in Kochi liegen nur auf der faulen Haut

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Weisser Sandstrand mit privater Ölraffinerie

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Chinesisches Fischernetz                                            Indisches Minitaxi Smiley

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Mit dem Hausboot auf den Backwaters (Wasserstrassen)

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Mit dem Tuk-Tuk auf der Fähre

Alle mögen den Fischverkäufer (Katzen, Vögel etc.)

Ooty (Provinz Tamil Nadu)

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Nilgiri-Schmalspur-Dampflok auf Zahnrädern (sog. Toytrain) nach Ooty

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Durch Schluchten und über Abgründe

Fahrt im Toytrain

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Affenhügel                                                   Teeplantagen

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Aussicht von den Nilgiri-Hills                   Hauptsache ein Foto mit Europäerinnen Smiley

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Unser Übernachtungsquartier in britischen Herrenhäusern mit gepflegtem Rasen

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Schweizer Kuh in Ooty Smiley

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Pedalofahrt auf dem von den Briten künstlich erbauten See

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Indische Bakterien machen müde            Fun-Züglein Smiley

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Auf den Strassen von Ooty

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Im Botanischen Garten

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Ashram, gegründet von einem Guru welcher 5 Religionen mischte (Hinduismus, Buddhismus, Christentum, Judentum und Islam)

In einer Teefabrik

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Trocknen der Teeblätter                              Hacken der Teeblätter

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Filtern und Erhitzen                  Sammeln des fertigen Tees

Mysore (Provinz Karnataka)

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Maharaja-Palast                                           Heilige Kuh

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Hindu-Tempel                          Packet, gepackt nach indischem Standard

Jaipur, Agra & Varanasi by Nicola: Grab-Städtereise

Nun sind wir also endlich wieder “on the road” und wir freuen uns, das vielfältige Indien entdecken zu können. Da wir uns aufgrund unseres Hilfsprojektes ja bereits im Bundesstaat Rajasthan befinden, liegt es nahe, unsere Indienreise in dessen Hauptstadt Jaipur zu beginnen. Nachdem wir an unserem ersten Tag in Jaipur ein etwas anderes “Sightseeing-Programm” – bestehend aus einem Festmahl im Mc Donalds (jaaa, endlich wieder Fleisch!!! Ohhh nein, es gibt nur Chicken!!! Smiley ) und ausgiebigem Shopping, bei welchem nun auch Nicola “indisch” eingekleidet wurde – absolvierten, sah unser Plan eigentlich vor, dass wir das Amber Fort (grosse Festungsanlage inklusive Palast auf einem Hügel vor der Stadt) und den Palast der Winde (so genannt, weil seine Front aus 365 Fenstern besteht, welche einerseits das Gebäude kühl halten und andererseits den feinen Damen der Stadt früher dazu dienten, das Geschehen auf der Strasse zu beobachten, ohne dabei selbst gesehen zu werden) besichtigen. Doch wie so oft in Indien kam es anders als wir dachten….

Als wir nämlich – natürlich hart verhandelnd – die Reihen der Tuk-Tuk-Fahrer am Bahnhof abschritten und dabei wohl gar zu dreiste Preisvorstellungen hatten, wurden wir von einem Herrn “aufgegabelt”, welcher einerseits sofort unseren “Dumping-Bedingungen” zustimmte und uns andererseits zu seinem äusserst charmanten Oldtimer (Fabrikat “Hindustan-Motors”, Baujahr 1965) führte. Wie wir uns bereits zu Beginn gedacht hatten, hatte die Sache jedoch einen Haken: er würde uns entweder, wie versprochen, für den äusserst niedrigen Preis zum Palast der Winde fahren und uns in Ruhe lassen oder aber wir könnten uns von ihm einen halben Tag lang zu all den Sehenswürdigkeiten fahren lassen, wo er dann wieder auf uns warten würde. Und das Ganze lediglich für umgerechnet 10 Franken! Allerdings, so informierte er uns, müsste er uns am Ende der Tour noch zu einem Juwelier und in einer Schneiderei bringen…Ob wir dort etwas kaufen oder nicht, sei jedoch uns überlassen. Da wir uns in Sachen Verhandlung für harte Hunde hielten (inzwischen sind wir teilweise eines besseren belehrt worden Smiley), stimmten wir dem Angebot zu. Und der Tag mit Alibaba (so hiess unser Fahrer) hat sich wirklich gelohnt: wir sahen nicht nur das Fort und den Palast der Winde, sondern auch eine wunderschöne, marmorne Grabstätte (Royal Raigor) und den versunkenen Palast (welcher eigentlich gar nicht versunken ist, sondern von einem Maharadja mit Absicht in einen See hineingebaut wurde, sodass ein Stockwerk unter dem Wasserspiegel liegt, das andere darüber. Da Wasser ja bekanntlich ein sehr guter natürlicher Wärme- und Kältespeicher ist, schlief die Herrscherfamilie im unteren Stock, wo es im Sommer angenehm kühl und im Winter etwas wärmer war und lebte im oberen, licht- und winddurchfluteten Bereich). Darüber hinaus führte er uns für das Mittagessen in ein exzellentes und relativ preiswertes Lokal in Jaipur (obwohl es sich wohl hauptsächlich an die indische Oberklasse richtet, kostete das komplette Menü umgerechnet nur gut 2 Franken).

Zum Schluss kamen dann – wie bereits angedroht – noch zwei Shops: Der erste – ein Juwelier – war für uns als Kenner arabischer Basars, keine Herausforderung, d.h. wir haben nichts gekauft (die Händler machten es uns auch verhältnismässig einfach, da sie für durchschnittliche Silberware völlig überrissene Preise verlangten, welche so wohl auch niemand in der Schweiz bezahlen würde…). Die Schneiderei, welche dann als nächstes folgte, war da schon ein härterer Brocken und wir haben einige “Kleinigkeiten” gekauft: ein komplettes Set an Bettwäsche (natürlich in hellblau Smiley), Geschenke für unsere Eltern (was genau, sei an dieser Stelle noch nicht verraten), 2 massgeschneiderte Hemden (Nicola) und einen weiteren – extrem aufwändigen – Punjab für Jenny (traditionelles indisches Gewand, bestehend aus Oberteil, langer Hose und Schal; wurde aus einem 6 Meter langen Sari genäht). Klar haben wir für all dies (und das DHL-Porto für den Versand in die Schweiz) einiges bezahlt (zumindest für indische Verhältnisse), aber die Schneider waren sehr nett, die Stoffe von bester Qualität und Bier gab es auch (indisches “Strong Beer” hat übrigens 8%). Wir würden also allen, welche sich einen Anzug bzw. ein Kleid anfertigen lassen möchten, anraten, dies in Zukunft in Indien zu tun und nicht in Südostasien (die Schneider dort sind nämlich auch alles Inder, sind aber teurer als in ihrem Heimatland selbst).

Nach diesem Shopping-Exzess wurden wir von Alibaba zurück zu unserer Unterkunft gefahren. Er liess es sich darüber hinaus nicht nehmen, uns am nächsten Tag wieder abzuholen und zum Bahnhof zu fahren, sowie uns ausgiebig vor unserem nächsten Ziel (Agra) und dessen “Abzocker” zu warnen: die Stadt selbst sei die schmutzigste und hässlichste in Indien und die Touri-Fänger hätten dort eine ganz fiese Methode entwickelt, mit welcher sie die Leute übers Ohr hauen würden. Sie würden die ahnungslosen Opfer in ein günstiges Hotel fahren (bei welchem sie natürlich den Besitzer kennen), wo ihnen dann verdorbene bzw. vergiftete Lebensmittel vorgesetzt würden. Wenn sie dann krank geworden sind, wird ein (verwandter oder befreundeter) Arzt gerufen, welcher zahlreiche und völlig überteuerte Medikamente verschreibt, um die Krankenkasse des Gastes auszunehmen.

Und wie war Agra wirklich? Die “Touri-Fänger” gibt es natürlich wirklich, allerdings haben wir sie lediglich in ihrer “normalen” Form angetroffen; sprich mühsame Tuk-Tuk-Fahrer, welche einen vom Bahnsteig bis zum Parkplatz verfolgen und völlig überhöhte Fahrpreise verlangen oder einen in das Hotel “eines guten Freundes” fahren möchten. Darüber hinaus waren einige von ihnen betrunken. Auch die “Händler mit arabischen Wurzeln” gibt es rund um das Taj Mahal. Allerdings kann allerhöchstens ein Teil ihrer Grosseltern aus dem arabischen Raum stammen, da sie lange nicht so aufdringlich sind, wie bspw. ihre marokkanischen Kollegen Smiley. Aber nun zu den guten Neuigkeiten: Agra ist lange nicht so schmutzig, wie befürchtet, unser Hostel war einfach der Hammer (modern, günstig, Zimmer mit Klimaanlage, sauber, exzellentes Essen und das Beste…nur 500 Meter vom Osteingang des Taj Mahal gelegen!) und überlebt haben wir es auch (liebe Krankenkassen, ihr könntet uns eigentlich einen Prämienrabatt gewähren, so aktiv wie wir versuchen, euch Kosten zu ersparen Smiley). Und eines sei hier noch speziell hervorgehoben: Das grosse marmorne Grab (= Taj Mahal) ist gewaltig, beeindruckend und jede Rupie Eintrittspreis wert (und dieser beträgt für Touristen völlig überrissene 750 Rupien, wohingegen die Einheimischen lediglich 20 bezahlen!). Da wir bereits morgens um 05:40 vor dem Eingangstor standen und sich der Torwächter dazu berufen fühlte, uns (natürlich gegen ein grosszügiges Trinkgeld) über das Gelände zu führen und die besten Fotopunkte zu zeigen, waren wir ausserdem die Ersten (!!!) vor diesem Weltwunder und konnten einige Bilder schiessen, auf welchen keine Touristen zu sehen sind! Da wir darüber hinaus leider keine Tickets für den gewünschten Zug nach Varanasi erhielten (siehe auch weiter unten), hatten wir noch einen Tag Zeit, die sehenswerten Dinge rund um das Taj zu bewundern, wie etwa den “Taj Nature Trail” (gigantische Parkanlage mit Teichen und zahlreichen Pfauen; ohne jegliche Touristen) oder das (stinkende) Flussufer östlich neben dem Taj Mahal, von welchem man den Sonnenuntergang geniessen kann. Die übrige Zeit haben wir genutzt, um uns (ganz ohne Lebensmittelvergiftung) einige Kilo aufzufuttern und ein, zwei Kingfisher zu trinken Smiley

Weil wir seit unserem Start in Jaipur sowieso in erster Linie Grabstätten besichtigt haben, dachten wir uns, dass wir unsere Reise durch Nordindien mit einem Besuch von Varanasi, der heiligsten Stadt Indiens wenn es ums Sterben geht, abschliessen könnten. Und so haben wir unseren ersten Nachtzug bestiegen uns sind 13 Stunden gen Südosten gefahren. Und auch dieser Nachtzug hat uns ein weiteres Mal von der Qualität der indischen Bahn überzeugt (vorausgesetzt, dass man zuerst einmal ein Ticket dafür erhält…). Seit wir angekommen sind, wissen wir jetzt auch, weshalb es im Englischen den Begriff “Holy Shit” gibt. Dieser umschreibt Varanasi aus unserer Sicht nämlich ziemlich exakt: alles hier ist irgendwie heilig (die Kühe, die Ziegen, die Pfauen, die Pferde, der Fluss, die Toten, etc.), gleichzeitig aber auch heruntergekommen, schmutzig und stinkend (der Müll wird einfach an den Strassenrand geworfen und anschliessend von den Tieren gefressen; Menschen verrichten ihr Geschäft direkt am Flussufer, waschen gleichzeitig ihre Kleider und sich selber aber nur einige Meter davon entfernt im Fluss; die gesalbten Toten werden am Flussufer verbrannt und ihre Asche anschliessend im Strom versenkt; das filtrierte Flusswasser, welches aus dem Wasserhahn fliesst, ist so verschmutzt, dass es Hautrötungen und Jucken verursachen kann, etc.). Trotz diesen Umständen und der Tatsache, dass das Gehen auf den Strassen Varanasis einem Spiessroutenlauf mit geringer Überlebenswahrscheinlichkeit gleichkommt, übt die Stadt eine gewisse Faszination aus: wo sonst auf der Welt werden 24 Stunden am Tag Menschen öffentlich kremiert? Wo sonst kann man jeden Abend eine Gottes-Verehrungszeremonie (sog. “Punjar”) aus nächster Nähe beobachten? Wo sonst reisen Gläubige aus der ganzen Welt hin, um ein Bad in einer Kloake zu nehmen?

Damit man diese Dinge in Ruhe und ohne die meisten der oben genannten Nachteile sehen kann, empfehlen wir je eine Bootfahrt bei Sonnenaufgang (Beobachten der Gläubigen beim Morgenbad und –wäsche, sowie herrliche Stimmung) und Sonnenuntergang (Verfolgen der Zeremonie) zu buchen. Dies erspart einem eventuell auch Begegnungen der unangenehmen Art, wie wir sie erlebten, als wir zu Fuss das Ghat (= Zugang zum heiligen Fluss; meist treppenförmig) erkunden wollten, an welchem die Toten verbrannt werden: wir wurden gleich am Eingang von einem aggressiven (vermutlich unter Drogen stehendem) Mann unfreundlich darauf hingewiesen, dass man den Toten gegenüber Respekt zeigen und auf Fotos verzichten solle (wussten wir bereits und hatten auch nicht vor, Fotos zu schiessen). Er wollte ausserdem, dass wir ihm zu einem “Aussichtspunkt” folgen. Da wir aber bereits genügend solcher “Möchtegern-Guides” gesehen haben und sie sowieso immer nur auf unser Geld scharf sind, haben wir dankend abgelehnt und einen anderen Weg eingeschlagen. Dies schien ihm jedoch überhaupt nicht zu passen. Er stürmte uns hinterher und riss Jenny sogar grob am Arm zurück, worauf wir beschlossen, den Ort wieder zu verlassen! Sollte er doch im Fluss baden gehen Smiley

Kommen wir nun aber wieder zu denjenigen Dingen, welche uns immer wieder auffallen und noch lange in (positiver oder negativer) Erinnerung bleiben werden:

  • Die Sache mit den Zugtickets: Liebe SBB, wir versprechen dir, dass wenn wir wieder heil in die Schweiz zurückgekehrt sind, wir uns nie mehr über Verspätungen, Fahrleitungsstörungen oder unfreundliche deutsche Schaffner beschweren werden (gut, bezüglich Letzterem kann dir zumindest Nicola kein 100%-iges Versprechen geben Smiley)! Indische Züge sind zwar komfortabel und sehr günstig, in der Regel aber verspätet und vor allem nur über ein extrem komplexes Buchungssystem mit gefühlten 9’735 Sonderregelungen buchbar! Abgesehen von den “normalen” Tickets, welche in der Regel schon 90 Tage vor Abfahrt (also am Tag des Verkaufsstarts) restlos ausverkauft sind, gibt es noch “Waitlist-Tickets” (man kommt auf eine Warteliste und wenn man Glück hat, storniert jemand anderes sein Ticket und man rückt vor; ist dies nicht der Fall, verfällt das Ticket automatisch), “Reservation Against Cancellation – Tickets” (ähnlich wie Warteliste, allerdings mit dem Unterschied, dass man (in einer unteren Klasse) fahren muss, wenn niemand einen Platz in der gewünschten Klasse freigibt), “Tatkal – Tickets” (ein prozentualer Anteil der Tickets, welche erst 24 Stunden vor Abfahrt in den Verkauf gegeben werden, dafür aber teurer sind), “Tourist Quota” (gewisse Züge haben Plätze nur für ausländische Touristen), “VIP Quota” (dasselbe, einfach nur für wichtige Politiker, etc.) und “Special Quota” (keine Ahnung, für was die sein soll). Alles klar? Fazit: Wenn man sich erst einmal an das System gewöhnt hat, kommt man zwar schon immer irgendwie an ein Ticket (unter anderem vielleicht auch mit Aussagen wie “ich muss gaaaaaaanz dringend noch heute nach Varanasi, um mich von meinen schrecklichen Sünden zu reinigen” Smiley), dies allerdings nur, wenn man improvisieren kann und in den eigenen Reiseplänen einigermassen flexibel ist.
  • “All the meals are cooked using mineral water”: In welcher Stadt denkt ihr, dass diese Aussage auf die Speisekarte gedruckt wurde? Richtig!!! In Varanasi! Und da sage noch einer, dass dieser Fluss und die Stadt sauber sein soll (kein Inder würde sich getrauen, etwas anderes zu sagen)…
  • “Hoffentlich hat weiter hinten keiner das Fenster geöffnet…”: Dies waren unsere Gedanken, als unser indischer Nachbar im Zugabteil uns zeigte, wo und wie man den Abfall vom Abendessen entsorgt (zu unserer Verteidigung sei gesagt, dass es im ganzen Zug keinen Abfallkübel gibt!): man gehe zur Tür des Waggons, öffne diese in voller Fahrt, lehne sich heraus ohne dabei ganz herauszufallen und werfe den Müll auf die Schienen. Aha…

Jaipur, Agra & Varanasi by Jenny: Marmorgrab in der Sonne und Leichenasche im Gesicht

Jaipur

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Unser Rikschafahrer mit einer von etlichen Bettlerinnen und unser persönlicher Geleitschutz (Polizist)

Einen Tag mit Alibaba im Oldtimer unterwegs

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Der Maharaja und seine Inderin auf einem Ausflug

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Royal Gaitor (Grabstätte)

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Palast von Amber                                        Nahargarh Fort (Festung)

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Eingang zum Palast von Amber

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Hof des Palastes                                                           Aussicht auf Stadtmauer

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Garten des Palastes

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Glitzerndes Mosaik an den Wänden und an der Decke

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Versunkener Palast                                      Palast der Winde

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Anprobe beim Schneider (Hemd, Punjab)

Agra

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Taj Mahal am Morgen um 6 Uhr

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Moschee neben dem Taj Mahal

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Taj Nature Trail (Park)

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Schwere Fracht                                          Indischer Gruppentourismus

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Unser Hostel mit improvisierter “Bierkühlung” (vor Klimaanlage)

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Sonnenuntergang am “stinkenden” Fluss und vom Dach unseres Hostels

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Zu wackelig                                                Zu schrottig

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da warten wir lieber einen Tag länger und nehmen den Zug

Varanasi

Zu Fuss unterwegs

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Heilige Kühe in jeder Gasse und im dichtesten Verkehr von Varanasi

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Kolonialbauten                                           Kostengünstiges Verkehrsmittel

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Ein richtiger Schmaus für die Tiere

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Dasaswamedh Ghat                                   Luft mit Asche oder doch Asche mit Luft?

Auf dem Boot bei Sonnenaufgang

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Assi Ghat

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Dasaswamaedh Ghat

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Morgentoilette und Wäsche waschen in der heiligen Kloake

Auf dem Boot in der Nacht

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Pujas Zeremonie                                        Vollmond mit geopferten Kerzen im Fluss

Pujas Zeremonie

Hilfsprojekt in Bhorugram by Nicola: Wenn Helfern nicht geholfen wird (=”Managed Care”?)

Aufgrund des längeren Ausbleibens eines Berichtes könnt ihr euch wahrscheinlich denken, dass wir trotz unserer Probleme, welche wir zu Beginn in Bhorugram hatten, unser Hilfsprojekt umsetzen konnten. Dies stimmt zwar, wer aber nun denkt, dass das Ganze friedlich abgelaufen sei oder dass wir solange in der ländlichen Gegend von Rajasthan geblieben sind, wie ursprünglich geplant, der täuscht sich gewaltig. Beginnen wir aber ganz von vorne, d.h. mit der Beschreibung unseres Projekts.

Wir hatten ja bereits im letzten Bericht erwähnt, dass wir uns wegen des nicht vorhandenen Spitals dem lokalen Arzt bei seiner Feldvisite in den umgebenden Dörfern angeschlossen haben. Dort konnten wir beobachten, dass zahlreiche ältere Personen an Atembeschwerden und/oder Knieproblemen leiden. Da auch die vom Arzt geführte Statistik diesen Verdacht erhärtete (knapp 15% aller Patienten kommen wegen einer der beiden Problematiken zur Sprechstunde; dies entspricht rund 1’500 Personen pro Jahr) und beide Leiden mit einfachen und kostensparenden physiotherapeutischen Übungen behandelt werden können, haben wir beschlossen, ein passendes Konzept inklusive benötigter Hilfsmaterialien (Poster und Anleitungen; siehe weiter unten für Details) zu erstellen und das Team der “Medical Mobile Unit” – kurz MMU – in der Instruktion der Übungen zu schulen, so dass sie den Patienten in Zukunft eigenständig helfen können. Jenny übernahm dabei in erster Linie den medizinischen Teil, Nicola die Projektkoordination (entsprechend unseren beruflichen Qualifikationen).

Da in Indien – und speziell in der ländlichen Gegend von Rajasthan – viele Menschen unter der Armutsgrenze leben (nach statistischen Angaben im ganzen Land mehr als 400 Millionen) ist Analphabetismus ein weitverbreitetes Problem. Zur Aufklärung und Information der Dorfbewohner werden deshalb sehr oft grosse Poster verwendet, mit welchen Zusammenhänge bildlich und einfach dargestellt werden. Auch wir haben uns diese Idee zu Nutze gemacht und für jedes der beiden Leiden ein Poster entworfen, welches bildlich darstellt, woher die Erkrankung kommt (vor allem Rauchen im Falle von Atembeschwerden bzw. die Sitzhaltung im Falle von Knieproblemen), welche Übung man dagegen machen sollte (Schritt für Schritt erklärt) und in welcher Frequenz, was diese genau bewirkt, welche Präventionsmassnahmen existieren (weniger rauchen, auf Stühlen statt am Boden sitzen, etc.) und welches langfristig die Vorteile sind, wenn man die Übung macht.

Da man ja nicht jedem der jährlich 1’500 Patienten ein (für indische Verhältnisse) teures Plakat nach Hause mitgeben kann und die Sprechstunde der MMU nur alle zwei Monate im gleichen Dorf stattfindet, haben wir darüber hinaus eine kleine Broschüre designt, welche den Dorfbewohnern mitgegeben wird, damit sie nicht alles Gehörte wieder vergessen. Darüber hinaus wurden für beide Übungen einfache und günstige Hilfsmittel ausgeteilt, welche die Übungseffizienz verbessern und die Patienten zusätzlich zum täglichen Training motivieren sollen (ein kurzer Strohhalm für die Atemübung; einfacher Plastiksack für Knieübung). Diejenigen, welche noch mehr Details zum Hilfsprojekt selbst erfahren möchten, können sich hier unseren Abschlussbericht als PDF herunterladen (ist aber nur in Englisch verfasst!).

Die Zeit und das Projekt in Bhorugram waren für uns in vieler Hinsicht sehr bereichernd und wir haben viele Erfahrungen – im Positiven wie im Negativen – machen dürfen. So wurde Jenny beispielsweise von der Frau des Spital-Hauswarts zur vollwertigen Inderin “umgewandelt”, inklusive Kleidung (Sari), Schmuck, Schminke und sogar “Inder-Punkt” Smiley Auch die Schüler und Studenten der Schule in Bhorugram, in deren Kantine wir öfters gegessen haben, waren immer sehr freundlich und neugierig. Teilweise wurden wir auch spontan mit Süssigkeiten beschenkt, wobei dies jeweils nicht immer ganz uneigennützig war: ein Foto mit uns “musste” dafür schon drinliegen Smiley Ein Erlebnis, welches uns ebenfalls noch lange in Erinnerung bleiben wird, war die Einladung zum Abendessen beim Arzt des MMU: wir wurden bedient wie die Könige…unsere Gastgeber selbst haben während der ganzen Zeit jedoch keinen Bissen gegessen! Ausserdem legten sie grossen Wert darauf, dass wir Photos mit ihnen und uns schossen, bei welchen wir ihnen das Gastgeschenk überreichen… Dieses hatten wir ca. eine halbe Stunde vor der Einladung bei einem der Händler im Dorf gekauft. Da wir ursprünglich nicht wussten, “was man in Indien so mitbringt”, haben wir uns von ihm beraten lassen. Es kennt hier sowieso jeder jeden Smiley Abgesehen von dem Geschenk (ein Set Teetassen) hat der Händler uns auch beim täglichen Einkauf stark unterstütz, indem er Dinge, die nicht an Lager waren, einfach aus der nächst grösseren Stadt (35 Km entfernt) für uns besorgt hat. Das nennen wir Service… Unterstützung und Rat erhielten wir auch nicht zuletzt von den anderen Mitarbeitern der Organisation, wobei uns vor allem eine Szene in Erinnerung bleibt, bei welcher fünf (männliche) Mitarbeiter Jenny beim Kauf von traditioneller Kleidung (Punjab; Oberteil und Hose; wurde gekauft, um “indischer” zu wirken, d.h. den hier geltenden Anforderungen an die Sittlichkeit, welche kurze Ärmel und Hosenbeine für Frauen verbietet, zu entsprechen und weniger oft als leichtes “Touri-Opfer” erkannt zu werden) beraten und sorgfältig darauf achten, dass sie nicht vom Händler übers Ohr gehauen wird Smiley

Aber wie bereits im Titel angedeutet, gab es auch viele Dinge, welche uns Kopfzerbrechen bereitet und schlussendlich sogar zu unserer verfrühten Abreise geführt haben. Da wären zum einen sicherlich die “natürlichen” Gegebenheiten eines Hilfsprojektes im ländlichen Rajasthan: Extreme Hitze und Feuchtigkeit (bis zu 40 Grad, verbunden mit ca. 5 Minuten Regen pro Tag), daraus folgend paradiesische Verhältnisse für Mücken (welche hier teilweise auch Malaria übertragen) und zahlreiches anderes “Getier” (jeden Abend haben uns dieselben zwei Kakerlaken besucht), regelmässige Stromausfälle (in ganz Indien ein grosses Problem) welche – wenn man Glück hatte – (auch nachts) mit extrem lauten Dieselgeneratoren (natürlich direkt neben unserem Fenster) überbrückt wurden, extrem scharfes Essen (man schwitzt ja nicht sowieso schon genug…), welches darüber hinaus rein vegan war (als Ergänzung und um zu vermeiden, dass wir noch mehr Gewicht verlieren, haben wir tonnenweise Chips gegessen und Milch aus Milchpulver getrunken) und uns seltsame Träume bescherte, in welchen wir ausgehungert den nächsten MC Donalds überfallen und alles (Hühnchen-)Fleisch klauen (Rinder darf man hier leider ja nicht verspeisen) Smiley, der benachbarte Hindutempel, welcher jeden Morgen um ca. 4 Uhr die Gläubigen mit lauter Musik zum Gebet rief, das Fehlen einer Waschmaschine bzw. von Wäschereien (hatte zur Konsequenz, dass wir die Kleider mit extrem aggressiver Laugenseife selbst rubbeln und waschen mussten, was uns zeitweise an den Fingern die Haut von 80-jährigen verschafft hat) und die Tatsache, dass es hier nicht einmal ein Bierchen zu kaufen gibt (wirklich schrecklich hier Smiley).

Diese Umstände sind nicht gerade prickelnd. Da wir aber natürlich damit rechnen mussten (wir sind ja hier nicht im Luxusurlaub), wären sie nicht weiter schlimm gewesen, wenn da nicht auch noch die wirklich ärgerlichen (projektbezogenen) Probleme gewesen wären! Obwohl sich die Situation aufgrund unseres ersten Mails zwar kurzfristig verbessert hatte und wir zumindest die geforderten Materialien für unser Projekt einigermassen zeitgerecht (d.h. innerhalb von 48 Stunden statt einer Woche) erhielten, hatten wir nie das Gefühl, dass das lokale Management unser Projekt guthiess oder auch nur annähernd verstand! Dies liegt wohl auch daran, dass der “Manager” selbst kein Englisch spricht und der uns zugeteilte Assistent, welcher auch für die Übersetzungen zuständig war, dauernd durch Abwesenheit glänzte und sein Mails und Telefonanrufe nicht beantwortete. Der hauptsächliche Grund ist unsere Meinung nach jedoch die Überheblichkeit und Arroganz dieser Person und teilweise der ganzen Organisation, welche sich zwar mit zahlreichen indischen “Awards” und den Berichten von ausländischen Studenten brüsten, aus unserer Sicht aber jedoch nur sehr begrenztes bzw. gar kein Interesse an Projekten haben, welche von “Praktikanten” in Eigeninitiative durchgeführt werden. Die Situation verschlechterte sich soweit, dass wir in der letzten Woche in Bhorugram weitgehend vom Manager ignoriert wurden, er uns aus unserem Zimmer werfen wollte und sogar versucht wurde, bei uns einzubrechen! Obwohl die Bewohner Rajasthans zwar dringend Hilfe benötigen, hat diese Organisation sie nur sehr begrenzt verdient. Wer mehr Wert auf hierarchische Strukturen und Allmacht des Managements statt auf Diskurs und konstruktive Lösungen setzt, sollte nicht damit werben, ausländische Studenten und Fachkräfte als Praktikanten aufzunehmen!

Als Konsequenz haben wir – wie bereits zu Beginn gedroht – Bhorugram verlassen. Damit die letzten Schritte zur Umsetzung des Projektes trotzdem gelingen und unsere Arbeit wenigstens nicht umsonst war, haben wir den MMU-Arzt, welcher unsere Idee immer unterstützt hat, vor unserer Abreise über das weitere Vorgehen instruiert.

Nach einer fünfstündigen Jeepfahrt (kostet hier inklusive Fahrer umgerechnet 60 Franken Smiley ) sind wir wieder in Jaipur angekommen. Hier möchten wir nun noch die Sehenswürdigkeiten anschauen, bevor wir dann nach Agra weiterreisen.

Da Indien – wie im Werbeslogan erwähnt – einfach unglaublich ist und es auch in diesem Land zahlreiches Skurriles und Unglaubliches zu entdecken gibt, wollen wir auch hier auf die Dinge kurz eingehen, welche uns immer wieder erstaunen:

  • Vom Regen in die Traufe: Zumindest was Schmatzen und Rülpsen anbelangt, stehen die (ländlichen) Inder den Chinesen in nichts nach. Und dies obwohl hier keine Nudeln und Suppen gegessen werden!
  • Wenn man etwas von einem Inder möchte (z.B. Abfallsäcke zur Entsorgung von Petflaschen), dann erhält man es frühestens in zwei Tagen oder gar nie. Wenn umgekehrt die Person aber etwas von einem selbst will, muss dies immer sofort erfolgen und man wird nie vorgewarnt (als wir um einen Transport in die benachbarte Stadt baten, damit wir die Poster drucken lassen könne, wurden wir immer wieder vertröstet. Als dann aber die Möglichkeit da war, wurden wir am Sonntag morgen geweckt und es hat nicht einmal für einen Kaffee gereicht!)
  • Wenn Inder miteinander essen gehen, bleiben sie nur solange am Tisch sitzen, bis sie fertig gegessen haben. Es wird nicht gewartet, bis alle fertig sind geschweige denn noch sitzen geblieben, um etwas zu tratschen…
  • Die indische “ja-nein-könnte sein – Kopfbewegung”: Egal ob man etwas bespricht oder eine Frage stellt, die generelle Reaktion ist ein seitlicher Schlenker mit dem Kopf, den man nicht wirklich deuten kann (ist wahrscheinlich auch das Ziel). Dies kann zu allgemeiner Verwirrung und Missverständnissen führen und ist langfristig äusserst mühsam (“Unser Projekt, bla bla bla” – Schlenker – “Was meinst du?” – Schlenker und nichtssagende Antwort – “Kostet es also 100 Rupien pro Stück?” – Schlenker).
  • Die Beantwortung der Standardfragen des Smalltalks mit neuen Bekanntschaften (“Woher kommt ihr?”, “Was seid ihr von Beruf?”, “Seid ihr verheiratet?” und “Wie viele Kinder habt ihr?”) führt oft dazu, dass die fragende Person ein etwas falsches Bild von uns hat, was nur teilweise beabsichtigt ist. Aus ihrer Sicht sind wir a) Schweizer (=reich), b) Doktor und Spitaldirektor (“Physiotherapeutin” und “Projektleiter im Spital” sind nicht gerade bekannte Begriffe hier), c) verheiratet (ist beabsichtigte Antwort, da dadurch vieles vereinfacht wird) und d) unfruchtbar (wer ist denn schon 27 und hat keine Kinder?)
  • Unser “Fankult”: Egal wo wir auftauchen, wir sind schnell von einer Horde Einheimischer umgeben, welche uns ausgiebig betrachtet (fast schon beglotzt), mit uns spricht (vorausgesetzt, dass genügend Englischkenntnisse vorhanden sind) und mit uns fotografiert werden möchte (wenn einer anfängt, wollen alle ein Bild Smiley). Ein freundlicher junger Mann hat uns darüber aufgeklärt, dass der Grund dieses – bei Begegnungen mit Weissen durchaus übliche – Verhaltens darin liegt, dass jeder gerne mit uns sprechen würde und alle enorm stolz darauf sind, dass wir (als reiche Westler, welche ja alles haben) ihr Land besuchen.
  • Wenn Mitgift, Religion und Status stimmen, sind Gefühle egal: In Indien wird – trotz verbot – noch heute in der Regel innerhalb derselben Kaste/Hierarchiestufe geheiratet, wobei die Ehe meist von den Eltern der zukünftigen Partner arrangiert wird. Auch die erwartete Höhe der Mitgift bestimmt den Wert einer Frau auf dem Heiratsmarkt entscheidend mit (eigentlich ebenfalls verboten). Wie uns ein verzweifelter junger Mann erzählte, ist ausserdem die Liierung zweier Liebender verschiedener Religionen ein komplettes Tabu.
  • Wir verstehen nur Bahnhof: Wir mussten sehr schmerzlich feststellen, dass es in Indien anscheinend Orte gibt, welche mehrere Bahnhöfe mit dem gleichen Namen haben, die aber trotzdem hunderte Kilometer voneinander entfernt sein können. So geschehen in Rajgarh, der Stadt, von welcher wir einen Zug nach Jaipur nehmen wollten. Wir hatten das Ticket gebucht und waren pünktlich am Bahnhof. Als dort der Zug nirgends aufgelistet war, haben wir uns erkundigt, auf welchem Gleis er denn fahren würde. Die freundlichen Bahnangestellten haben uns dann aufgeklärt, dass unser Zug leider nicht an diesem Bahnhof, sondern an einem Zweiten verkehren würde, welcher 130 Kilometer entfernt sei. Da aber bis zur Abfahrt nur noch 15 Minuten verbleiben würden, sollten wir doch auf den nächsten warten (welcher erst in 20 Stunden verkehrt!!!). Wie ihr wisst, haben wir dann doch lieber den Jeep genommen…