Balearentörn & Menorca by Jenny: Fast wie in der Karibik

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Bei Sonnenuntergang einchecken im Segelboot auf Mallorca (El Arenal)

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Unser Skipper und die Rettungswesten sind bereit

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Fahrt in Richtung der Bucht “Cala Mityana (Mallorca)”

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Meine Crew an Bord, da geht es dem blinden Passagier einwandfrei und ich konnte auch ab und zu ein Nickerchen machen Smiley

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Ankunft in der sehr schönen und verlassenen Bucht “Cala Mityana” wo wir den Anker und eine Landleine befestigten, um zu übernachten

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Freie Fahrt nach Menorca

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Übernachtung im Hafen von Ciutadella in Menorca, das Hafenstädtchen ist wie die Miniaturversion von Bonifacio in Korsika

 

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Ankern in der sehr schönen Bucht Maccarella in Menorca, mit unserem 16.5 Meter Segelschiff

 

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Badestopp in einer Bucht der Isla Cabrera; fast wie in der Karibik nur das Wasser war etwas kalt mit 16 Grad, brrrr

 

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15 minütige Wanderung zur Burg auf der Isla Cabrera mit anschliessendem Apero in der Hafenbeiz, der Octopus war super gut

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Landfährtchen auf Menorca mit einem Fiat in meiner Lieblingsfarbe Smiley

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Motorbootsausflug rund um die bucht von Cala Galdana in Menorca; das Düsen auf dem Meer machte richtig Spass jedoch zu einem hohen Benzinpreiss Zwinkerndes Smiley

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Die Seele baumeln lassen in der Bucht von Cala Galdana beim abendlichen Sonnenuntergang; die Balearen waren sehr sehenswert mit den vielen kleinen Buchten.

Segeltörn Kanaren by Nicola: aller Anfang ist schwer

Individualreisender bleibt man wohl ein Leben lang. Erwartungen und Reisestil ändern sich aber zwangsläufig, speziell wenn man nicht mehr den Ferienumfang von Studenten hat und die 5-6 Wochen pro Jahr entsprechend gut geplant sein wollen. Wenn also ausgedehnte Rucksackreisen zeitlich nicht mehr drinliegen und Party und Dorm-Betten der Hostels nicht mehr den gewünschten Erholungswert bieten, man sich aber nicht ausschliesslich in Hotels und mit der Masse begnügen möchte, muss eine neue Form des Reisens her. Und so haben wir im letzten halben Jahr die Fortbewegung auf dem Wasser für uns entdeckt: den nationalen Motorbootschein haben wir bereits in der Tasche, derjenige für das Segeln auf Schweizer Gewässern sollte in den nächsten Monaten folgen und gleichzeitig sind wir bereits in der frühen Phase des Hochseescheins, auch wenn dessen Vervollständigung noch ein, zwei Jahre dauern dürfte, da man nicht nur eine 7-stündige Prüfung in Theorie und Navigation absolvieren, sondern auch 1’000 Seemeilen praktische Erfahrung nachweisen muss. Das Sammeln dieser Meilen erfolgt im Rahmen von Ausbildungstörns und so ist uns die Planung für unseren Weihnachtsurlaub entsprechend leicht gefallen: passendes Segelrevier gesucht (im Winter aufgrund Temperaturen nur Kanaren), Schiff mit Skipper gechartert und Flug gebucht.

Im Nachhinein betrachtet, hätten wir uns wohl etwas eingehender mit der Thematik beschäftigen sollen. Dann hätten wir evtl. auch bemerkt, dass die Kanaren als Starkwindgebiet mit ordentlichem Wellengang zählen (6-8 Beaufort, 2-3 Meter hohe Wellen) und die tägliche Segeldauer aufgrund der grossen Distanz zwischen den Inseln mit 7-9 Stunden relativ hoch ist. Mit diesem Wissen hätten wir uns wahrscheinlich auch die nicht so angenehmen Erlebnisse des ersten Tages erspart, als unsere Speiseröhre aufgrund des Seegangs beschloss, ihre Funktionsweise umzukehren und den Mageninhalt nach oben und über Bord zu befördern. Das kurzfristig eingenommene Medikament konnte am ersten Tag auch keine Abhilfe mehr schaffen und so wurden wenigstens die Fische zwischen Teneriffa und Gran Canaria mit einem vorgekauten Frühstück versorgt. Am zweiten Tag verhinderte die frühe Einnahme der Tropfen gegen Seekrankheit eine Wiederholung des Spasses, führte aber dazu, dass ein Faultier auf Valium mehr körperliche Aktivität zeigte, als wir. Ab Tag drei konnte uns die See dann auch ohne Chemie nichts mehr anhaben und wir konnten das Segelerlebnis geniessen und viel Erfahrung sammeln. Die Fahrstrecken wurden dadurch zwar nicht kürzer, aber wir waren endlich in der Lage, die hier heimischen Delfine und Wale zu sehen, Gespräche mit Skipper und weiterem Gast zu führen, Knoten und Segeltechnik zu vertiefen und ganz allgemein herunterzufahren. Dies hat auch darüber hinweggetröstet, dass die Inseln der Kanaren mit Ausnahme des sehr schönen La Gomera von See aus gesehen ziemlich trist sind und unser Kahn aufgrund seines Alters an einigen Stellen dem hohen Wellengang nicht mehr 100% widerstehen konnte und wir unser Bettzeugs abends manchmal trocknen mussten.

Auch die Hafenerlebnisse sind durchaus erwähnenswert: charmante Schiffsnachbarn wechselten sich mit dauersaufenden Russen ab, kleine Fischerhäfen mit grasvertickenden Hippies mit grossen, industriell ausgerichteten Häfen. Highlight eines jeden Tages im Hafen war das Bestaunen der – sehr oft nicht vorhandenen – Einpark-Fähigkeiten der Schiffsmieter. Und wenn dann noch an der falschen Stelle im Hafen angelegt wurde war eine kleine Prügelei zwischen „Falschparker“ und „Möchtegern-Stegbesitzer“ nicht ausgeschlossen.

Action gabs also genug und nachdem wir nun auch wissen, wo etwas gemässigtere Segelgebiete zu finden sind, wird die Geschichte sicher eine Fortsetzung haben.

Segeltörn Kanaren by Jenny: von rauer See bis zu Joint-rauchenden Hippies

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Abfahrt mit einer Segelyacht Typ “Bavaria 50” im Hafen von Las Galletas (Teneriffa)

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Das erste Mal alleine aus einem Hafen fahren in Gran Canaria nach einer rauen Überfahrt inkl. Seekrankheit und Dauerschlaf nach Einnahme des Medikamentes gegen Übelkeit

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Fahrt entlang der Küste von Teneriffa mit stetigem Blick auf den höchsten Berg von Spanien (Teide)

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Der Ankertrunk nach der Fahrt gehörte immer dazu: der erste Schluck geht an das Meer, zu Ehren von Rasmus, Poseidon und Neptun

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Ein paar Eindrücke vom Segeln auf hoher See

 

Verspielte Delfine am Bug

 

Pilotwale zwischen Teneriffa und La Gomera

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Im Hippie-Ort von La Gomera (Hafen von Valle del Rey) war die Stimmung am Abend wunderschön und am Morgen kam der frische Fisch direkt an einem vorbei, mhhh

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Im sehr schönen Hauptort auf La Gomera (San Sebastian) hatten wir fast 30 Grad bei gleichzeitiger Weihnachtsbeleuchtung im Örtchen

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So gingen unsere erlebnisreichen Ferien viel zu schnell zu Ende, nur das Gefühl vom Schaukeln bleibt uns noch etwas erhalten Smiley

Madeira & Porto Santo by Nicola: Bergwanderungen am Rande der Südsee

Zum ersten Mal seit vielen Jahren haben wir uns entschieden, für die langen Sommerferien nicht ans andere Ende der Welt zu reisen, sondern nach Island auch noch zwei weiteren, uns bis dahin unbekannten europäischen Inseln einen Besuch abzustatten: Madeira und Porto Santo. Grund für diese Entscheidung war übrigens nicht die angespannte internationale Lage, sondern die Aussicht auf ein eher unbekanntes Paradies. Leider waren die Aktivitäten der fundamentalistischen Bartträger im mittleren Osten aber vermutlich dafür verantwortlich, dass neben uns gefühlt halb Frankreich, Deutschland und England dieselben Destinationen ausgewählt haben. Mit der erwarteten kompletten „Touri-Ruhe“ war es entsprechend nicht weit her und beide Inseln nahezu ausgebucht. Da die Hotelinfrastruktur heute glücklicherweise noch gar nicht allzu viele Gäste zulässt, beschränkte sich der Grossauflauf auf einige Hotspots, welche entweder direkt mit dem Bus angefahren oder innert weniger Gehminuten erreicht werden können. Und das ist wohl DER Grund, weshalb wir totale Fans geworden sind: viel Natur, welche weitestgehend unberührt und unverdreckt ist, freundliche Einheimische, welche in Touristen nicht nur wandelnde Geldsäcke sehen, sehr frisches, saisonales und authentisches Essen anstelle des internationalen Einheitsbreis, geringe Unterschiede zwischen arm und reich, moderne aber zweckmässige Infrastruktur, kleinere Individualhotels und verhältnismässig wenig Verkehr. Verbunden mit dem angenehmen, sehr gleichmässigen Klima (tägliche Temperaturen immer zwischen 19 und 28 Grad) eine absolute Top-Destination zu (heute noch) erschwinglichen Preisen.

Ein Trip nach Madeira beginnt dabei bereits am ersten Tag mit einem kleinen Abenteuer, welches nach der Ankündigung des beginnenden Landeanflugs durch den Piloten anfängt: dieser gilt aufgrund der Lage des Flughafens zwischen Bergen und Meer als einer der anspruchsvollsten der Welt und so ist man – trotz spektakulärer Aussicht aus dem Fenster – ein bisschen froh, wenn man nach den Turbulenzen wieder festen Boden unter den Füssen hat und das moderne Gebäude des „Cristiano Ronaldo International Airport“ betritt. Der bekannteste Sohn der Insel hat übrigens nicht nur einen eigenen Flughafen, sondern auch ein Museum, ein Hotel und – wie könnte es anders sein – ein eigenes Fussballstadion. Obwohl wir bezweifeln, dass er selbst allzu oft einen Fuss auf die Insel setzt, darf man das so hier nie sagen, das käme Gotteslästerung gleich…

Dank der geringen Grösse des Flughafens ist ein Mietwagen schnell organisiert und man ist in Nullkommanichts auf den sehr guten Autobahnen unterwegs. Gewöhnungsbedürftig sind dabei lediglich die vielen Tunnels (Madeira hat mehr Löcher als ein Emmentaler Käse), die extremen Gefälle bei den Strassen wenn es einmal keinen Tunnel hat (mehr als 100 PS sind beim Mietwagen anzuraten, wenn man nicht unfreiwillig rückwärtsfahren möchte) und die ultrakurzen Autobahneinfahrten (ein Argument mehr für 100 PS plus; ideal wäre von 0 auf 100 in unter 4 Sekunden). Der unterkunftsmässige Hotspot der Insel ist dabei definitiv die Hauptstadt Funchal: die Häuser von knapp 150’000 Einwohner drängen sich an den Hügeln um den Hafenbereich, welcher übrigens wohl die einzigen paar Quadratmeter flachen Boden der gesamten Insel beinhaltet. Die Hotels sind meist klein aber sehr ausgefallen und befinden sich oft in ehemaligen Landhäusern mit riesigen Gärten darum herum. Apropos Gärten: diese sind hier neben CR7 (Cristiano Ronaldo) wohl die Hauptattraktion: es gibt den „offiziellen“ botanischen Garten, den Orchideengarten, den „Palastgarten“, den tropischen Garten und Dutzende weitere, liebevoll gepflegte Gartenanlagen, in welchen Pflanzen aus der ganzen Welt wachsen – man nennt Madeira schliesslich nicht umsonst „Blumeninsel“. Dieser Vielfalt begegnet man auch auf den zahlreichen, sehr empfehlenswerten Wanderungen auf der ganzen Insel: von den Kakteen an der trockenen Südküste, über die uralten Zedern im hügeligen Zentrum, bis zu Nadelbäumen in den hohen Bergen ist hier alles zu finden. Die Wanderwege sind meist in exzellentem Zustand, gut gesichert und sehr oft spektakulär, man darf sich jedoch nicht vor „Treppen-Marathons“ scheuen, welche jede stundenlange Session auf dem Stepper im Fitnessclub verblassen lassen. Und wo man in Funchal selbst dank alternativer Verkehrsmittel wie diverser Seilbahnen oder den „Carreiros do Monte“ – Holzschlitten, welche von zwei Herren gesteuert und gebremst werden und dank der extremen Steilheit der Strassen für eine rasante Talfahrt gebucht werden können – die Stufen teilweise noch umgehen kann, heisst es auf dem Rest der Insel „Zähne zusammenbeissen und durch“.

Zum Glück kann man sich auf Madeira bei anderen Aktivitäten immer wieder von den Wanderungen erholen: unsere Treks zwischen den zwei höchsten Berggipfeln „Pico do Arieiro“ und „Pico Ruivo“ (hin und zurück ca. 6 Stunden; 12 KM, 1’500 Höhenmeter), dem „Levada dos Cedros“ (ca. 7 KM, 300 Höhenmeter, 3 Stunden) und zum „Ponta do Furado“ (hin und zurück ca. 3 Stunden, 7 KM, 300 Höhenmeter; entlang der Küste) wurden aufgelockert durch Besuche der Natur – Pools von Porto Moniz (die Becken füllen sich durch die hereinbrechende Brandung), dem (kostenlosen) Skywalk von Cabo Girao, einem spektakulären Sonnenuntergang beim Ponta do Pargo und anderen kleineren Aktivitäten. Dabei soll natürlich auch ein weiteres Highlight nicht unerwähnt bleiben: das sensationelle Essen! Obwohl Vegetarier, welche keinen Alkohol trinken, wahrscheinlich verhungern und verdursten müssten, haben wir es uns bei „Espetadas“ (traditionelle Fleischspiesse), frischem Fisch, „Bolo de Caco“ (eine Mischung aus Fladen- und „normalem“ Brot, oft serviert mit hausgemachter Knoblauchbutter), „Poncha“ (Honig- und Zuckerrohrschnaps mit Zucker und Früchten), „Madeira – Wein“ (die hiesige Variante von Portwein), „grünem“ und „blauem“ Wein (wird aus sehr jungen Trauben gewonnen) gut gehen lassen.

Kommen wir zum einzigen Wehrmutstropfen von Madeira: die Insel hat, mit Ausnahme eines einzigen, künstlich angelegten und völlig überlaufenen Strand, keine wirklich schöne Bademöglichkeit. Da wir als routinierte Reisende natürlich sowas schon im Voraus wussten, hatten wir eine Lösung parat: wir fuhren mit der täglichen Fähre auf die – in unseren Kreisen weitestgehend unbekannte – Nachbarinsel Porto Santo. Und obwohl die gut 2-stündige Überfahrt mit nicht seefesten Touristen bei hohem Wellengang eine Tortur für Hör- (Geräusch von erbrechenden Menschen), Geschmacks- (Geruch von Erbrochenem) und Sehnerven (die ausgehändigten Kotztüten sind fast transparent, was einem einen eindrücklichen Einblick in die Mageninhalte der Mitreisenden beschert) war, hat es sich gelohnt: der sauberste, schönste und feinste Sandstrand ausserhalb der Südsee empfing uns. Zwar ist das restliche Angebot der Insel sowohl ess-, wie auch hoteltechnisch aufgrund der Unbekanntheit ziemlich eingeschränkt und unseren Mietwagen hätten wir für die gesamthaft etwa 30 Kilometer Strassennetz wohl auch nicht übersetzen lassen müssen, aber das war es wert! 9 Kilometer Strand für ein paar hundert Touristen! Keine „Liegestuhl an Liegestuhl – Situation“! Keine Zigarettenstummel, Dosen oder Becher am Strand oder im Wasser! Wir haben es sichtlich genossen und hoffen, dass sich die Insel dies noch lange so erhalten kann, auch wenn aufgrund der steigenden Zahl an direkten Charterflügen eine andere Entwicklung zu befürchten ist.

Madeira by Jenny: Abkühlung am schönsten Strand Europas nach spektakulären Wanderungen

Wanderung zum Ponta do Furado (der östlichste Punkt der Insel Madeira) mit genialem Ausblick auf den AtlantikDSC033481_bearbeitet-1DSC033331DSC032631DSCN5491

 

Nach der gemütliche Fahrt mit der Seilbahn von der Hauptstadt Funchal nach Monte mit Ausblick über die hügelige Stadt, folgte eine rasante Abfahrt mit dem Holzschlitten der Carreiros

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Wanderung vom Pico Arieiro zum Pico Ruivo

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Start vom Pico Arieiro (1818m hoch)

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Durch Wolkenfelder

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Entlang skurrilen und verbrannten Bäumen

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Bis zum Pico Ruivo (1862m hoch) mit Ausblick über das Wolkenmeer von Madeira

 

Erholung der Füsse auf dem Barfussweg mit einem Panormaausblick
auf das Meer

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Cabo Girao: Skywalk über der höchsten Klippe EuropasDSC035171

 

Diverse Gärten mit Unmengen von Blumen, “Madeira die Blumeninsel”DSC034181DSC03466DSC034721DSC043561DSC042691DSC043841DSC043781

 

Naturbecken welche mit Meerwasser gefüllt werden, eine kalte und spassige Abkühlung, brrrDSC043301

 

Exzellentes Essen (vor allem die Fleischspiesse) mit Aussicht auf den Sonnenuntergang

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Porto Santo, der Traumstrand in EuropaDSC0443612DSC044531

Island by Nicola: Feuer, Eis und jede Menge Gemütlichkeit

Die „ewigen Südtypen“ ziehen gen Norden… Jedoch nur kurzfristig: nach unserer erfolglosen „Nordlichtjagd“ vor einigen Jahren in Finnland, haben wir einen neuen Anlauf gewagt und sind in den hohen Norden zu den Nachfahren der Wikinger geflogen, ins Land zahlreicher Filmaufnahmen in spektakulärer Landschaften…nach Island.

Weil der einzige Direktflug aus der Schweiz (mit easyJet ab Basel) in aller Herrgottsfrühe geht, waren wir bei der (immer noch sehr frühen) Landung auf dem Flughafen Keflavik wohl so übermüdet, dass wir zwar sehr wohl realisierten, wie die Isländer im Duty-Free Alkoholvorräte für gefühlt mehrere Jahre horteten, uns aber trotzdem nicht viel dabei dachten. Wir waren einfach froh, dass uns ein Vertreter der Autovermietung abholt und wir unseren geländegängigen Mietwagen mit Spike-Bereifung und inklusive „Vulkan-Asche-Versicherung (weniger wegen möglicher Vulkanausbrüche als vielmehr wegen heftigen Orkanböen, welche mittels des Vulkangerölls jedes Auto innert Minuten „blank schleifen“) rasch in Empfang nehmen und dabei mit Mühe und Not unser Gleichgewicht auf den völlig vereisten Strassen und Gehsteigen halten konnten (deshalb auch die Spikes). Auch die enorme Gemütlichkeit und Stressfreiheit der Isländer haben wir wegen der Müdigkeit lediglich am Rand registriert.

Im gemieteten Apartment in Reykjavik angekommen, ist uns bei der ersten Erkundung der Hauptstadt (mit 200’000 Einwohner lebt hier etwa 2/3 der gesamten Bevölkerung Islands) jedoch einiges aufgefallen:

· An einem Herzinfarkt stirbt in Island definitiv niemand: die Öffnungszeiten selbst der grossen Läden sind maximal von 10:00 – 20:00 (die Regel ist eher 11:00 – 16:00), im Restaurant wird alles immer der Reihe nach erledigt (wenn wir z.B. bei unserer Bestellung Kaffee gewünscht haben und bereits sassen, wurde zuerst ohne Hektik der Kaffee serviert und erst dann der nächste Kunde begrüsst, auch wenn eine riesige Schlange gewartet hat) und auf der Autobahn gilt Tempo 90

· Island funktioniert nach einer „Selbstbedienungskultur“: Minibar im Zimmer oder Room-Service? Fehlanzeige. Bedienung im Restaurant am Tisch? Mit Ausnahme von Abendessen in sehr teuren Restaurants ein Unding (nicht einmal einkassiert wird am Tisch, sondern man bezahlt beim Gehen an der Bar). Eine kleine Schale Nüsschen zum Drink an der Bar? Holt man sich in kleinen Gläsern an der Bar. Selbst das (kostenlose) Wasser zum Essen holt man sich oft selbst am Wasserhahn. Wenn man sich erst einmal daran gewöhnt hat, ist das ganz ok.

· Das isländische Essen ist erwartungsgemäss sehr proteinhaltig: Lammfleisch, Fisch und Innereien stehen fast überall auf der Speisekarte, zum Frühstück meist begleitet von einem ordentlichen Schluck Lebertran (heute nicht mehr aus Walfischen gewonnen). Vegetarier haben ausserhalb von Reykjavik einen harten Stand, als richtiger Veganer würde man wahrscheinlich bald an Hungertod sterben.

· Die Preise sind enorm: egal ob im Supermarkt, Hotel oder beim Tanken: günstig ist hier nichts und insbesondere wenn es um Alkohol jeglicher Art geht, überlegt man sich selbst als Schweizer, ob ein Glas Wein die Investition wert ist. Andererseits gilt es auch zu erwähnen, dass das Qualitätsniveau der angebotenen Waren und Speisen im ganzen Land sehr hoch ist.

· Apropos Alkohol: abgesehen von lizenzierten Gastronomiebetrieben (Bars, Hotels, Restaurants) darf Alkohol mit mehr als vier Volumenprozenten nur im „Vinbudin“ verkauft werden. Und obwohl diese staatlich kontrollierten Läden mit Preisen aufwarten, die im Schnitt über dem dreifachen der Schweiz liegen, wird punkt 11:00 zu Ladenöffnung die Budin gestürmt. Böse Zungen würden nun behaupten, dass Steuern zur Suchtprävention wohl nur bedingt taugen…

· „Das Einzige, was auf Island gratis ist, ist das Wasser“. Diesen Kommentar hörten wir an einem der ersten Tage von einer – morgens um 10 bereits nicht mehr ganz nüchternen – isländischen Dame. Und das stimmt: in jedem Lokal gibt es kostenlos einen Krug des exzellenten isländischen Leitungswassers – auch wenn man nichts (!!!) konsumiert. In Hotels wird dieses Angebot sehr oft noch durch kostenlosen Kaffee und Tee ergänzt.

· Und um beim Wasser zu bleiben: im Gegensatz zum kalten Leitungswasser, verbreitet die warme Variante einen extrem abstossenden Gestank nach faulen Eiern. Und zwar immer… Grund dafür ist die intensive Nutzung von Geothermie: 60% der gesamten Primärenergie im Land und 90% des Heiswassers und der Heizenergie werden quasi kostenlos von der Natur zur Verfügung gestellt. Mittels fünf grosser Kraftwerke wird pro Kopf mehr Energie produziert, als irgendwo sonst auf der Welt. Entsprechend sind in Island auch einige stark energieintensive Branchen – wie die Aluminiumverarbeitung – angesiedelt und man geht mit dem heissen Wasser schon fast verschwenderisch um; weil die 60-90 Grad für den direkten Gebrauch im Haushalt zu heiss sind und man nicht das reine Trinkwasser zum Mischen verwenden möchte, wird speziell in Grossstädten das Wasser so lange unmittelbar unter den Strassen hin und hergeleitet, bis es genug kalt ist. Nebeneffekt im Winter: beheizte und damit eisfreie Strassen und Gehsteige. Einer der wenigen Nachteile des sehr günstigen Heisswassers: viele Isländer, welche wir getroffen haben, verbreiten insbesondere am Ende des Tages einen etwas strengen Geruch oder scheinen geradezu in Parfüm gebadet zu haben, um eben genau diesen zu übertönen. Dies liegt jedoch definitiv nicht daran, dass sie nicht geduscht hätten, sondern genau am Gegenteil: ein Deo muss extrem stark sein, um die mit Schwefel gewaschene Haut einen ganzen Tag lang geruchsfrei zu halten.

· Wir waren noch nie in einem Land mit derart stark gelebter Gleichberechtigung. Dies betrifft nicht nur das Verhältnis zwischen den Geschlechtern – es arbeiten mindestens so viele Frauen, wie Männer; auch in Managementpositionen sind sie gut vertreten – sondern auch die Aufgabenteilung innerhalb der Branchen: im durchschnittlichen – eher kleinen – isländischen Hotel arbeiten die 4-6 Angestellten alle im Rotationsprinzip im Service, an der Rezeption, in der Zimmerreinigung oder der Küche.

· Religion ist in Island ein interessantes Thema: wir schlossen aufgrund von Beobachtungen der Infrastruktur, dass Religion wohl einen grossen Stellenwert hat: egal ob in Reykjavik oder im durchschnittlichen 20-Seelen-Dorf auf dem Land: die Kirche steht immer im Mittelpunkt und ist jeweils sehr gut gepflegt und oft minimalistisch-modern gebaut. Gemäss Wikipedia ist diese Annahme insofern zutreffend, dass mehr als 90% der Isländer zwar nie aus der staatlichen Kirche austreten und entsprechend Kirchensteuern bezahlen, laut einer grossen Umfrage aber grösstenteils gar nie oder nur sehr selten zum Gottesdienst gehen. Mit der bezahlten Steuer möchten sie viel mehr die Kirchen und deren Geschichte bewahren.

Nun aber zurück zu unserem Trip: nachdem wir in der ersten Nacht trotz starker Müdigkeit aufgrund der Partymeute, welche vor den Lokalen in der Innenstadt lautstark herumgrölt, nicht viel Schlaf fanden, beschlossen wir am folgenden Abend, Feuer mit Benzin zu bekämpfen und nahmen selbst aktiv am Nachtleben teil. Dieses besteht ausschliesslich aus zahlreichen Bars – so etwas wie Discos gibt es auf Island nicht – welche meist gemäss einem Motto dekoriert sind und im Laufe der Nacht immer mehr zur Tanzfläche werden. Weil man aber überall immer anstehen muss (als Schweizer zum Glück nicht lange; Leute mit isländischem Ausweis mussten wesentlich länger in der Schlange warten), die Musik nicht gerade unserem Geschmack entsprach und der Alkohol so unverschämt teuer ist (ein Bier kostet etwa CHF 12.-), haben wir die Party aber lange vor deren Ende um 05:00 abgebrochen und sind einen kleinen Happen essen gegangen. Wer nun aber an Döner vom Steinengrill für 8.- denkt, liegt weit daneben: unser kleiner Hunger führte uns zwar zu einer Imbissbude und Burger mit Pommes gab es auch, aber statt Mayo oder Ketchup war Sauce Bérnaise drin, die Pommes sind in Paprika und Chilli getaucht und kosten tut das Ganze auch noch ein kleines Vermögen (20.- !!!). Wie zum Henker können sich junge Isländer das alles leisten und jede Woche zwischen Donnerstag und Sonntag Party machen?

Nach den kurzen Nächten wäre uns Wellness – etwas, wofür Island mit seinen vielen Thermalquellen auch bekannt ist – gelegen gekommen. Die „Blue Lagoon“, welche in der Nähe der Haupstadt liegt und in praktisch allen Reiseführern als Heiliger Gral der natürlichen Spas gepriesen wird, wäre dazu eigentlich ideal gewesen, noch dazu bei dem regnerischen Wetter, welches seit unserer Ankunft auf der Insel vorherrschte. Aber auch hier hat uns Island einen Strich durch die Rechnung gemacht: den Eintritt vor Ort zu kaufen kann man dank der riesigen, vornehmlich asiatischen, Menschenmasse, welche sich seit einigen Jahren täglich per Bustour über die Insel wälzt, vergessen. Die Lagune war für die nächsten zwei Wochen komplett ausgebucht, wohlgemerkt bei Preisen AB CHF 90.- pro Person! Gut, evtl. könnte man dies als Wink des Schicksals verstehen, gibt es doch in der Nähe von Reykjavik eine hübsche Alternative (Laugarvatn Fontana; am Wochenende jedoch von Isländern überrannt, welche die Blue Lagoon ebenfalls meiden) und über das Land verteilt noch viele – teilweise schönere und sehr oft kostenlose – Bademöglichkeiten, wo man sich nicht an übergewichtigen englischen oder alles fotografierenden chinesischen Touristen vorbeidrängeln muss. Unser Lieblingsbad ist übrigens das „Myvatn Nature Bath“, welches genau so intensiv blaues Wasser hat, wie die blaue Lagune und darüber hinaus inmitten einer gigantischen Bergkulisse liegt.

Entsprechend ohne Wellness ging unser Island-Umrundungsabenteuer los. Zu allem Unglück waren auch die ersten Tage davon, welche wir im Süden der Insel verbrachten, von weiteren, teils extrem heftigen Regenfällen durchzogen, sodass die Eindrücke durch Gullfoss (riesiger Wasserfall), Strokkur (bekanntester Geysir in Island, weil seine Eruptionen in regelmässigen Abständen von 6-10 Minuten erfolgen) und Skogafoss (weiterer Wasserfall) mehrheitlich getrübt wurden und das Licht für Fotos nicht ideal war. Dieses Wetter hatte aber auch Vorteile: so wurden wir nicht wirklich nässer als wir sowieso schon waren, als wir beim Seljalandsfoss hinter dem Fall durchgingen oder uns bei unserer geführten Gletschertour auf dem Solheimajökull mit Steigeisen und Pickel bewaffnet durch eine enge, wunderbar blau leuchtende Eishöhle quetschten J. Und laut unserem Guide bei der Gletscherbesteigung waren wir auch bei weitem nicht die Einzigen mit diesem Schicksal: so hat es seit August 2016 praktisch nie geschneit, sondern war viel zu warm und hat sehr oft geregnet. Wegen diesem nicht-vorhandenen Winter sind auch die Gletscher Islands noch viel schneller am wegschmelzen, als sowieso schon (50 Meter pro Jahr, statt 20-30 Meter). Und obwohl die isländischen Gletscher in den Vulkangebieten des Kalla und des Vatna die beiden grössten in Europa sind (der Gletscher des Vatna bedeckt 8100 Quadratkilometer und ist durchschnittlich 400 Meter dick; zum Vergleich: der Aletschgletscher bedeckt lediglich etwas mehr als 80 Quadratkilometer), werden sie vom voranschreitenden Klimawandel dahingerafft, sodass Forscher davon ausgehen, dass der Solheimajökull in 80 Jahren vollständig verschwunden sein dürfte. Einziger „Vorteil“ davon: bei einem Ausbruch von Kalla oder Vatna, würde wohl nur Island untergehen und nicht auch noch der Verkehr der gesamten Welt lahmgelegt (der unsägliche Eyjafjalla, welcher bei seinem Ausbruch 2010 Nicolas Heimreise aus Schweden mit seiner eisgeschwängerten Aschewolke um eine Woche verzögert hat, ist mit seinem 200 Meter messenden Krater und einer Eisdecke von durchschn. 50 Metern Dicke ein Winzling gegenüber Kalla und Vatna mit je bis zu 10 Kilometern Kraterdurchmesser und 750 Metern Eisdicke).

Manchmal waren Wetter und Zufall aber auch im Süden Islands wohlwollend gestimmt. Und so entpuppte sich unser Halt an einem „Parkplatz mit vielen leeren Touri-Autos“ als wahrer Glückstreffer: erstaunt über die verlassenen Fahrzeuge sind wir zu Fuss dem einzigen Weg in eine schier endlose Wüste aus schwarzer Lava gefolgt. Nach rund 30 Minuten Fussmarsch war der Parkplatz hinter uns verschwunden und am Horizont sah es immer noch genau gleich aus (eine schwarze Ebene…). Wir wollten schon umkehren, als uns endlich zwei Touristen entgegenkamen und eine gute und eine schlechte Nachricht überbrachten: die Schlechte war, dass der Weg noch 15 Minuten so weitergeht, die Gute, dass an dessen Ende nicht nur ein verlassener schwarzer Sandstrand lag, sondern darauf auch ein Wrack eines abgestürzten Flugzeugs zu finden ist. Die DC3 der US Navy bietet nicht nur ein sensationelles Bildmotiv, sondern ist trotz ihres Alters (abgestürzt ist das Flugzeug am 24. November 1973; alle Insassen haben überlebt) auch überaus gut erhalten. Der Grund dafür ist, dass der Absturz auf dem Privatgrundstück eines isländischen Bauers stattfand, sich dieser aber für seine „Lavawüste“ nie interessierte und das Wrack entsprechend auch nie bergen liess. Die US Navy hatte damals nur mitgenommen, was sie wieder verwerten konnten und den Rest liegengelassen (dieses Vorgehen ist laut Internet für die damalige Zeit „normal“; in Island sind zwischen 1941 und 1973 über 300 Flugzeuge von der nahegelegenen amerikanischen Luftwaffenbasis in Island abgestürzt). Dank den Bildern von Fotografen, sowie einem „Gastauftritt“ des Fliegers in einem Musikvideo von Justin Bieber, ist die DC3 so bekannt geworden, dass bis 2016 zehntausende von Touristen an den Strand gefahren sind. Weil die Strasse unbefestigt ist und sich das Wetter in Island sehr schnell ändern kann, kam es aber zu so vielen – teils tödlichen – Unfällen (im Schneesturm verfahren und erfroren, etc.), dass man heute die gesamten 10 Kilometer zu Fuss gehen muss.

Tödliche Unfälle (von einer Welle erfasst und weggespült), so wie die letzten Auswüchse des „Golden Circle Tourismus“ in Form von riesigen Bustouren, vermiesten uns auch etwas die nächsten zwei Sehenswürdigkeiten, weil Kirkjufjara und Reynisfjara (beides schwarze Strände mit sehr speziellen Gesteinsformationen) entweder geschlossen waren oder der Strand von El Arenal zur Hochsaison dagegen richtig unterbevölkert ausgesehen hat. Die Situation wurde erst besser, als wir weiter Richtung Osten fuhren und dabei hunderte von Kilometer an Ausläufern des Vatnajökull (Gletscher des Vatna) passierten. Die Gletscherabbrüche liegen dabei teilweise so nahe an der Hauptstrasse, dass man aussteigen und hinlaufen kann. Unser Highlight dieser Region war dann auch die Jökullsarlon, eine Lagune, welche bis an den Gletscher heranreicht: die Abbrüche fallen dort direkt in das Wasser und treiben dann als grosse „Eisberge“ gen Meer, wo sie an der Mündung langsam am schwarzen Strand dahinschmelzen.

Als Kontrastprogramm zu so viel Natur gönnten wir uns in Höfn, der grössten Stadt in Ostisland (knapp 2‘000 Einwohner), die lokale Spezialität gleich zu mehreren Mahlzeiten: Hummer/Languste mit Kartoffeln, Hummer/Languste auf der Pizza, ja sogar „Hummer/Langusten-Sandwich-Burger“ im lokalen Fast-Food-Stand. Entsprechend wohlgenährt sieht hier auch die lokale Bevölkerung aus… Zusammen mit der sehr ausgefallenen Unterkunft – wir übernachteten in einer umgebauten ehemaligen Milchfabrik – war dies definitiv eine Abwechslung zu den rauen Naturerlebnissen, welche in den nächsten Tagen kommen sollten.

Zum ersten Mal verliessen wir nämlich die Küste: genauso schnell, wie es bergauf ging, kam der Schnee (man erinnere sich: vorher hatte es immer nur geregnet). Und genauso schnell verschwanden die letzten Bustouren und die meisten der unseligen „Kleinwagentouris“. Dieser Begriff ist hier übrigens definitiv abwertend zu verstehen: obwohl wir zuhause – wenn überhaupt – auch mit einem kleinen Auto unterwegs sind und SUVs aus unserer Sicht in mitteleuropäischen Ländern eher eine begrenzte Daseinsberechtigung haben, sieht die Situation in Island komplett anders aus: abgesehen von Reykjavik und Teilen der Westküste sind die Strassen a) sehr kurvenreich, b) sehr steil und c) meist mit Eis und/oder Schnee so bedeckt, dass man sie kaum mehr sieht. Während a mit dem entsprechenden Können gemeistert werden kann (was bei den meisten Touris auch nicht der Fall ist; geht es gerade aus fahren sie einem extrem dich auf, wird’s kurvig verursachen sie Stau), erfordert b eine gewisse PS-Zahl und c 4×4-Antrieb und idealerweise Spikes. Dummerweise kosten b und c viel Geld, welches bei den jungen Hipstern, welche die teure Modedestination Island anschauen wollen, nicht vorhanden ist (a aufgrund des jungen Alters übrigens genauso wenig). Dies endet des Öfteren wohl in Versicherungsfällen und Rettungsaktionen. Auch wir haben an einem Nachmittag zwei Exemplare der Gattung Kleinwagentouri 1:1 beobachtet, wie sie auf einer schneebedeckten Nebenstrasse schneller unterwegs waren als wir, und prompt in ein zugefrorenes, sehr tiefes Schlagloch gekracht sind, aus dem sie ohne Hilfe nicht mehr herausgekommen sind…

Die „Strasse“ in Richtung des zentral gelegenen Myvatn (alkalischer See) verdient diesen Namen auf weiten Strecken ebenfalls nicht, da sie teilweise unbefestigt und sehr oft schneebedeckt ist. Entsprechend kommt es oft vor, dass man während 30 Minuten oder mehr kein einziges anderes Auto sieht. Sogar bei den bekannten Wasserfällen Dettifoss und Selfoss tritt man sich nicht auf die Füsse. Und die Sonne zeigte sich sogar auch schon ein bisschen!

Für uns waren die Highlights dieser geothermisch überaus aktiven Region aber nicht die Wasserfälle, sondern die heissen Quellen, welche überall am Strassenrand aus Löchern sprudeln und zischen (und dabei den Geschmack von faulen Eiern wieder allpräsent machen), die fantastisch blauen Badegrotten von Griotagja, das Lavafeld von Dimmuborgir (beides bekannt aus Game of Thrones) oder die verschiedensten Vulkane, welche man einfach besteigen kann. Und all dies bei wunderbarstem Sonnenschein! Übertroffen wurde das Ganze nur durch das Spektakel in der Nacht: nach Jahren des „nordischen Frustes“ (wir waren vor einigen Jahren ja hauptsächlich nach Lappland gefahren, um Polarlichter zu sehen) versöhnte uns Island auf einen Schlag mit der Welt und bot ein sensationelles Spektakel am Nachthimmel. Übrigens muss man dazu keine teure Tour buchen, wenn man einen Mietwagen hat: einfach auf den entsprechenden Internetseiten der Wetterdienste (vedur.is) und mit spezialisierten Apps („Aurora“) abchecken, wo die Wolkendecke nach Eindunkeln nicht oder nur sehr begrenzt vorhanden ist und dann in dem entsprechenden Gebiet eine möglichst dunkle Ecke suchen (klare Sicht und Dunkelheit sind die halbe Miete; der Rest ist von den Sonnenwind-Aktivitäten abhängig und nur sehr schlecht prognostizierbar; Ausschau halten nach „Kondensstreifen“ am dunklen Himmel, da oft Beginn von Nordlicht).

Nach einer langen Nacht und wegen des bereits wieder einsetzenden Schneefalls haben wir einen Tag Pause eingelegt und sind zur Erholung ins Myvatn Nature Bath gefahren, um im warmen Wasser zu entspannen. Entsprechend erholt konnten wir die anstehende lange und intensive Fahrt über verschneite und vereiste Pässe und Strassen via Akurery (grösste Stadt im Norden Islands und zweitgrösste das ganzen Landes) nach Borgarnes antreten, was ein grosser Vorteil ist, wenn man bei den herausfordernden Strassenverhältnissen gut vorankommen (auch in den Bergen gilt Tempo 90 J ) und regelmässige Fotostops – z.B. bei den herzförmigen Rotlichtern von Akurery – einlegen will.

Borgarnes liegt lediglich etwas mehr als eine Fahrstunde nördlich von Reykjavik. Wir haben dort eine Unterkunft gebucht, weil es der ideale Ausgangspunkt für mehrere verschiedene Aktivitäten ist, darunter auch wieder die Möglichkeit zu einer Gletscherbesteigung. Da wir diese jedoch bereits im Süden gemacht hatten, verwendeten wir die Zeit lieber für eine Umrundung der Halbinsel Snaefellsnes im Nordwesten. Diese wird von vielen Leuten als „Mini-Island“ bezeichnet, weil sie auf relativ kleinem Raum alle Klimazonen Islands beherbergt: von Gletscher bis Strand, von Vulkanen bis zu fruchtbaren Ebenen ist alles vorhanden. Nachdem wir in den letzten Wochen bereits die „grosse“ Variante von Island gesehen hatten, konnte die Halbinsel bei uns nur mässigen Eindruck hinterlassen. Begeistert haben uns lediglich die schwarzen Sandstrände, welche schneebedeckt waren und an deren Riffen sich imposante Wellen brachen, sowie ein kleiner Abstecher auf einer „richtigen“ Bergstrasse, wo selbst mit unserem Offroader nach ca. 4 Kilometern aufgrund des tiefen Schnees an ein Weiterkommen nicht mehr zu denken war. Und ja: auch hier haben wir die weiter oben beschriebene Gattung junger, leichtsinniger Touristen getroffen, welche mit einem Wohnmobil versuchten, die Strasse zu befahren; wie weit sie gekommen sind, wissen wir nicht, da wir ihnen erst nach dem Umkehren begegnet sind…

Der grösste Vorteil der Lage von Borgarnes waren der starke Wind an der Küste, welcher die Wolken immer rasch weggeblasen hat, sowie die begrenzte nächtliche Lichtverschmutzung aufgrund der Distanz zu Reykjavik. Und so kamen wir in den Genuss einer weiteren faszinierenden Nacht mit Polarlichtern. Diese waren so gut sichtbar, dass wir sie sogar im „Hot Tub“ (ein hölzerner Bottich mit heissem Thermalwasser) auf unserer Hotelterrasse noch geniessen konnten.

Leider waren damit schon unsere beiden letzten Tage in Island gekommen: nach einer relativ unspektakulären Fahrt nach Reykjavik – einziger erwähnenswerter Teil ist ein Strassentunnel, welcher tief unter dem Meer einen Fjord durchquert – nutzten wir die verbleibende Zeit ein letztes Mal für die „Aurora-Jagd“ in der Nacht, wobei diese nicht besonders ergiebig war, was erstens an der erheblichen nächtlichen Beleuchtung durch die Lichter der Stadt auch 15 Kilometer ausserhalb von Reykjavik lag und zweitens wohl auch an unserer frühen Rückkehr ins Hotel, welche auf die dutzenden riesigen chinesischen Bustouren zurückzuführen war, die uns gefühlt auf Schritt und Tritt in der Nacht gefolgt sind. An diesem Beispiel konnte man sehr gut erkennen, dass auch die Touranbieter lediglich Wetterkarten lesen und möglichst dunkle Ecken suchen.

So launisch und rau wie uns Island begrüsst hatte, wollte es uns auch verabschieden: für den Mittag unseres Heimreisetages war ein so schwerer Sturm angekündigt, dass zwischen 12:00 und 17:00 sogar die einzige Strasse von Reykjavik zum Flughafen wegen des Windes gesperrt worden ist. Und obwohl die Crew unseres Fliegers die Passagiere beim Einsteigen regelrecht angetrieben hat, war bis zum (sehr holprigen) Start nicht sicher, dass uns die Insel nicht noch etwas behalten würde. Bei Nicola kamen schon Erinnerungen an vergangene isländische Launen der Natur auf, welche die Heimreise massiv erschweren. Glücklicherweise erhielten wir aber trotzdem noch Starterlaubnis und konnten unseren Rückflug mit etwas Verspätung antreten.

Unser Fazit: Island ist eine Insel der Vielfalt und der Überraschungen. Und auch wenn diese nicht immer positiver Natur sind, hat uns das Erlebte mehr als nur dafür entschädigt. Verbunden mit der stetigen isländischen Stresslosigkeit können wir Island als Reisedestination für Naturliebhaber wärmstens empfehlen.

Island by Jenny: Eisige Insel mit einer Vielzahl an spektakulärer Natur

Reykjavik

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Ausblick über die vielen farbigen Häusern von Reykjavik bis zum Meer

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Reykjavik ist mehr Dorf als Stadt; hier findet das einzige Nachtleben von Island statt

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Mhhhh, war das Isländische Morgenessen gut;  inklusive Lebertran und Blutwurst

Golden Circle

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Rauschende Wasserfälle in einer kargen Landschaft

Die unglaublichen Wassermassen des “Gullfoss”

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Island-Ponys sind sehr neugierig aber auch eifersüchtig: sie buhlen um Streicheleinheiten

Warten, warten, warten und plötzlich spuckt der “Strokkur” Geysir

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Und so endete unser Tag um den Golden Circle

Der Süden

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Wanderung auf dem “Solheimajökull” Gletscher mit Steigeisen und Pickel

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Gigantische Eismassen

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Gletscherhöhle mit Blick in eine Gletscherspalte von unten her

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Knapp hatten wir in dieser Gletscherhöhle/-spalte zusammen Platz

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“Skogafoss” Wasserfall, fast schon wie im Sommer mit seinen kräftigen Farben

“Seljalandsfoss”, ein Wasserfall bei welchem man hinter dem Fall hindurchlaufen kann

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Ein abgestürztes Flugzeug inmitten der Pampas

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Viel ist von dem Flugzeug nicht mehr übrig

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Traumstand mal anders: schwarz, Nebel und mit stürmischen Wellen

Der Osten

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Mit der ehemaligen Milchfabrik als Unterkunft starteten wir im Osten

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Nochmals Unmengen an Eis: Island macht seinem Namen mit dem grössten Gletscher Europas “Vatnajökull” alle Ehre; die Abbrüche treiben als Eisberge durch die “Jökullsarlon” bis ans Meer

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Mystische Natur im Nebel, Spiegelbild der Natur im See, Basaltsäulen, entstanden durch Lavamassen und professionell fotografierende Chinesen (die sind schon überall Smiley)

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Das Nachtessen am Hafen von Höfn; die Langusten waren um weiten besser, als der getrocknete Fischsnack Trauriges Smiley

Umgebung Myvatn

Auf völlig vereisten Strassen nach Myvatn; dank Spikes sind auch knapp 100 KmH kein Problem; ganz anders gestaltete sich das Aussteigen auf der “Kunsteisbahn”

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Der Ausblick von einem Vulkankrater, da sieht unser Auto richtig klein aus.

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Die Erdverschiebungen in dieser Gegend hinterlassen tiefe Spalten, teilweise sogar mit Grotten und Höhlen, hier zum Beispiel mit Wasser, welches durch die Sonnenstrahlen in intensivem Blau erstrahlt

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Rund um den See Myvatn

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Auch da haben wir wieder einen gigantischen Wasserfall gefunden “Dettifoss”

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Myvatn ist ein riesiges Geothermiegebiet; überall brodeln und zischen nach faulen Eiern stinkende Wasserlöcher

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Gemütliches Entspannen in einer Naturquelle mit Ausblick in die ferne Weite

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So ging ein super Tag in Myvatn mit einem Spaziergang über die Lavafelder von Dimmuborgir bei Sonnenuntergang zu Ende.

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Und dann hatten wir Glück und sahen unser erstes Polarlicht in der Nacht: zwar noch teilweise hinter Wolken, aber trotzdem sehr beindruckend. Linkes Bild: Beginn des Polarlichtes, rechtes Bild: Höhepunkt der tanzenden Lichter

Rund um Snäfellsnes (Nähe von Reykiavik)

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Auf dem Weg Richtung Snäfellsnes liess der Schnee langsam nach und in Akurery (grösste Stadt im Norden) entdeckten wir die “herzlichsten” Rotlichter der Welt

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Auch unterwegs kamen wir per Zufall an einem Vulkankrater vorbei

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Angekommen in der Unterkunft fühlte es sich schon fast wie im Frühling an und auch der Ausblick aus dem “Hot Tub” vor dem Zimmer kann sich sehen lassen, herrlich Smiley

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Ausflug auf Klein-Island bzw. “Snäfellsnes”, zeigt viele Naturspektakel von Island auf kleinem Raum. Da wir schon rund um die Insel waren und vieles in gross gesehen haben, hat uns an dieser Halbinsel am besten der schwarze Strand im Kontrast zu den bis ans Meer reichenden Schneebergen fasziniert.

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Und dann hatten wir eine ganz klare Nacht, mit einem riesengrossen Spektakel, der halbe Himmel hell erleuchtet durch die Polarlichter. Einfach super Smiley

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Die letzten Nacht in Reykjvaik vor dem Rückflug sahen wir noch einmal ein kleines Polarlicht. Wegen des aufkommenden Sturmes, welcher die Wolkendecke schnell wieder schloss, mussten wir fast auf der Insel bleiben. Gerade noch einmal Glück gehabt…