Bora Bora by Nicola: Insel der Superlativen

Nach dem Besuch zweier nicht wirklich bekannter Gesellschaftsinseln, waren wir dazu bereit, uns den “touristischen Overkill” zu geben: Bora Bora, Traum aller frisch verheirateten Paare, weltbekannt für die blaue Farbe der Lagune, die weissen Strände und die Luxushotels mit ihren Überwasserbungalows. Und obwohl man meinen könnte, dass Ferien auf Bora Bora für Normalsterbliche mit weniger als zehn Millionen auf dem Konto nicht finanzierbar sind (eine Übernachtung in einem der Hotels kostet in der Nebensaison für die günstigste Bungalowkategorie, welche nicht einmal Meerblick hat, mindestens 600 Franken plus 150.- pro Person für die Halbpension!), gibt es bei sorgfältiger Recherche und Planung durchaus charmante und bezahlbare Alternativen. Dank dem gehobenen Standard der Insel kann man bei Selbstversorgung ausserdem von dem breiteren Angebot an Lebensmitteln profitieren und sich ein, zwei Mal ein saftiges Rindsfilet in einem der exzellenten Restaurants gönnen.

Unsere Unterkunft war denn auch wieder eine Pension, betrieben von einer polynesischen Grossfamilie (sieben Kinder!) mit eigenem “Zoo” (drei Katzen, ein Hund und viele Hühner), privatem Weckservice morgens um fünf (diese ****** Hähne), gratis Internetzugang und einem tollen Willkommens- (Perle) und Abschiedsgeschenk (Muschelkette). Und weil, wie bereits erwähnt, auch die Mahlzeiten nicht ausschliesslich mehr aus Dosenfutter bestanden (es gab Barilla-Sauce statt Dosenfleisch, kopierter Import-Emmentaler aus Frankreich und sogar einige Früchte), war es nicht so tragisch, dass es die ersten vier Tage unseres Aufenthaltes praktisch ununterbrochen geregnet hat und wir deshalb leider nie an den Strand konnten. Die Vorbereitungen für Südamerika müssen schliesslich auch irgendwann gemacht werden Smiley

Als es am fünften Tag dann aber endlich wieder schön wurde, gab es kein halten mehr und wir fuhren mit den gemieteten Fahrrädern auf der “schönsten Strasse der Welt” (zwei Meter vom Rand der Lagune entfernt, mit perfekt geschwungenen Palmen) zum bisher schönsten Strand auf einer Hauptinsel (diejenigen auf den Motus sind teilweise noch etwas attraktiver), gingen im blausten Wasser schwimmen und schnorcheln und tranken Bier zum bisher schönsten Sonnenuntergang unserer Weltreise. Von so viel Superlative muss man sich natürlich auch erholen und so gönnten wir uns ab und zu einen leckeren Cocktail auf der Terrasse eines der teuren Schuppen, wobei zu erwähnen ist, dass dies sogleich auch der günstigste Weg ist, um an ein Kajak für Ausflüge zum Vorgelagerten Korallengarten zu kommen, da alle konsumierenden Gäste das Material gratis nutzen können, anstatt es zu mieten…

Ebenfalls in die Kategorie “Trinken für ein günstigeres Leben” fällt auch unser letztes Highlight des Bora Bora – Besuchs. Die unbezahlbaren Unterkünfte veranstalten ca. zweimal wöchentlich einen traditionellen polynesischen Abend, an welchem jeweils eine einheimische Tanz- und Musiktruppe aufspielt. Da dieses Ereignis eigentlich exklusiv den Hotelgästen vorbehalten ist, erhält man nur Zutritt, wenn man gleichzeitig einen Tisch für das Dinner-Buffet reserviert. Kostenpunkt: ab 120.- pro Person! Als mittlerweile “Profi-Langzeitreisende” weiss man sich aber selbstverständlich auch in dieser Situation zu helfen: ganz zufällig geht man an besagtem Abend eine gute Stunde vor Beginn in die Hotelbar und bestellt sich einen Cocktail, an welchem man dann gaaaaaaanz langsam nuckelt, um ja sicherzustellen, dass er auch nach einer Stunde noch nicht leer ist. Da man sich ja auch das Hotel per Zufall so ausgewählt hat, dass die Bar direkt neben dem Restaurant liegt, kann man die Show gemütlich vom Tresen aus beobachten. Und das “schlimmste” was einem dann passieren kann ist, dass man von der lustigen Truppe in die Show integriert wird. Beweise findet ihr in Jennys Fotoreport… So geht das! Smiley

Zum Abschluss noch einige Hinweise speziell für Bora Bora:

  • Wie auf allen polynesischen Inseln herrscht hier ein “Hundeproblem” aufgrund mangelnder Kastrationen und verantwortungsloser Besitzer, welche ihre Vierbeiner speziell Abends nicht anleinen. Im Vergleich zu Ra’iatea und Maupiti ist es hier aber ungleich schlimmer, wodurch das Radfahren insbesondere nach Dunkelheit zu einem wahren Spiessrutenlauf verkommt. Möchte man nicht vorzeitig als Hundefutter enden und sich lange Sprinteinlagen mit dem Velo ersparen, sollte man wissen, dass die meisten Restaurants bei Reservation einen kostenlosen Abhol- und Bringservice anbieten.
  • Auf Bora Bora wird Privateigentum (zu) gross geschrieben, was ärgerlicherweise dazu führt, dass teilweise sogar Strandabschnitte illegaler weise (hier zählt französisches Recht) abgezäunt und von einem unfreundlichen Vierbeiner bewacht werden. Da der einzige einfach zugängliche Strandabschnitt aber sehr schön ist, ist dies nur begrenzt tragisch.
  • Thema Übergewicht: Obwohl viele Polynesier viel und ungesund essen, meinen wir natürlich nicht den Leibesumfang… Viel mehr geht es um Gepäcklimiten beim Fliegen. Wo andere polynesische Check-In-Beamte auch bei zwei, drei Kilo zu viel im Rucksack nichts zu beanstanden haben und einen lieber durchwinken, statt die Kasse zu bemühen, ist für Bora Bora die Verrechnung von Übergewichtszuschlägen wahrscheinlich ein wichtiges wirtschaftliches Standbein; anders können wir uns nicht erklären, weshalb man bereits ab den ersten hundert Gramm zur Kasse gebeten wird. Hat man – wie wir – einige Kilo mehr, geht die Abreise ganz schon ins Geld… Deshalb immer noch eine zusätzliche Tragtasche mitnehmen, welche man vor den Adleraugen des Personals am Check-In verbirgt! Sollte dieses doch entdeckt werden, wird es ebenfalls gewogen, verlieren kann man aber nicht.

Bora Bora by Jenny: Das Tanzbein schwingen und im grossen Pool ein paar Runden drehen

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Bora Bora mit dem beeindruckendsten Strand der Gesellschaftsinseln

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Die schönste Strasse der Welt                 Hüpfende Geckos von der Decke

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Der Luxus auf Stelzen!                               Korallenriff, vom Kayak aus zu sehen

Unterwasserwelt

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Fühlte sich wie ein grosser Pool an

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Traumhafte Sonnenuntergänge

Traditionelle polynesische Tanzshow

Da muss ich noch etwas üben Smiley

Maupiti by Nicola: Zurückgeblieben im Paradies

Ra’iatea und Taha’a waren zwar schön, dem Südsee-Klischee haben die beiden Inseln aber nicht unbedingt entsprochen. Da natürlich auch wir in erster Linie einen Abstecher nach französisch Polynesien gemacht haben, um den perfekten Strand mit weissem Sand, elegant geschwungener Palme und türkisblauem Wasser zu finden, heisst unsere nächste Destination Maupiti. Die kleine Insel mit etwas mehr als 1’000 Einwohner gilt als absoluter Geheimtipp unter den sog. “Gesellschaftsinseln” und ist vor allem wegen ihrer fünf wunderschönen Motus (kleine Wiederholung vom letzten Mal: ein Motu ist ein kleines Inselchen auf dem ringförmigen Riff rund um die Lagune und besteht grösstenteils aus Korallen) bekannt. Das Erste sieht man schon bei der Landung in seiner vollen Pracht: beim Anflug von oben und nach der Landung bei der Gepäckausgabe. Überhaupt haben wir den Flughafen von Maupiti als den schönsten und einer der spektakulärsten bisher empfunden: da er auf einem Motu liegt, ist die Landepiste so kurz, dass das Flugzeug auch bei schönem Wetter nur unter Einsatz einer Vollbremsung rechtzeitig zum stehen kommt; bei schlechtem Wetter kann die Insel gar nicht angeflogen werden. Ausserdem besteht die “Ankunft- und Abflughalle” aus einem überdachten Viereck mit improvisierter Gepäckausgabe, einer Toilette und zwei Schaltern. Und selbstverständlich liegt das Ganze direkt an der türkisfarbenen Lagune! Entsprechend anders gestaltet sich auch der “Flughafentransfer” zum Hauptort der Insel. Wo in anderen Ländern bzw. auf anderen Inseln der öffentliche Bus verkehrt, setzt man hier mit einem Motorboot über, auf welchem – abgesehen von den Touristen – jeweils auch das gesamte Flughafenpersonal (zwei Schalterangestellte, zwei “Gepäckverlader” und ein Feuerwehrmann) mitfährt, da sowieso nur alle drei Tage ein Flugzeug fliegt…

Im einzigen Dorf der Insel angekommen, wurden wir vom Ehemann der Hostelbetreiberin abgeholt und in unsere Unterkunft gebracht. Dort wurde uns dann noch der einzige andere Gast vorgestellt: eine ehemalige Langzeitreisende, welche nach sieben Jahren unterwegs in Maupiti hängen geblieben ist und nun bereits seit acht Jahren alle wichtigen (und unwichtigen) News von Maupiti für die einzige Zeitung in Polynesien zusammenträgt. Da sie sich in der Pension anscheinend sehr wohlfühlt, wohnt sie auch heute noch dort, wobei “hausen” wahrscheinlich der treffendere Begriff wäre, da in ihrem Zimmer und der eigenen kleinen Küche ein heilloses Chaos herrscht. Bei der ersten Besichtigung unseres Zimmers dann die nächste Überraschung: direkt vor dem Fenster liegen die verstorbenen Familienmitglieder unter der Erde. Sorgt zwar bei entsprechender Windrichtung für etwas Mief, dafür hat man aber keine lärmenden Nachbarn Smiley (leider schreien diese auch nicht, wenn ein Einbrecher sein Glück am Fenster versucht; so geschehen am zweiten Abend! Zum Glück waren wir noch wach und konnten ihn mit Rufen schnell in die Flucht schlagen…)

Unser erster Gang nach Deponierung der Rucksäcke führte uns natürlich in einen von zwei Dorfläden (da hier jeder geöffnet zu haben scheint, wann er möchte, ist es oft reine Glückssache, ob man vor geschlossenen Toren steht oder nicht), wo wir zu unserem grössten Entsetzen feststellen mussten, dass das Sortiment in Ra’iatea verglichen mit hier geradezu als erschlagend bezeichnet werden kann: abgesehen von Dosenkarotten und –mais, Instantkaffee, Reis, Nudeln und Cola, gabs nichts zu kaufen! Zwar sollten wir bereits am nächsten Tag den Grund für die nicht vorhandene Auswahl kennen – das Versorgungsschiff, welches nur einmal im Monat anlegt, hat eine Woche Verspätung!!! – von frischer oder gar gesunder Ernährung konnte aber weiterhin keine Rede sein. Das Problem wird zusätzlich noch durch die Tatsache verschärft, dass die Einheimischen wahrscheinlich zu einem Viertel von Hamstern abstammen: anders lässt sich nämlich nicht erklären, weshalb die gut gefüllten Regale zwei Tage nach erfolgter Warenlieferung bereits wieder leer und die Baguettes beim Bäcker bereits morgens um 9 Uhr ausverkauft waren. Wenigstens wissen wir jetzt, dass in den durchschnittlich fünf Kühltruhen pro Haushalt nicht die Überbleibsel letzten Touristen “zwischengelagert” werden.

Die Mangelernährung, welche langfristig unausweichlich ist, könnte zusammen mit der sicherlich weit verbreiteten Inzucht, dem Konsum von “horizonterweiternden Stoffen” (werden direkt hier angebaut) und der erhöhten atomaren Belastung der Umwelt (die Franzosen haben bis 1997 Polynesien zum Test von Kernwaffen genutzt, streiten bis heute aber jegliche Schuld ab) auch eine Erklärung dafür bieten, weshalb die Leute hier alle etwas “verlangsamt” sind und geistigen Halt in einer der zahlreichen Freikirchen (für die 1’200 Einwohner gibt es neben Katholiken und Protestanten noch sechs weitere Institutionen) suchen, welche oft von ausgewanderten Europäern geführt werden. Speziell diese Tatsache ist es leider auch zu verdanken, dass die ursprüngliche polynesische Kultur auf Maupiti – im Unterschied zu Ra’iatea und Taha’a – praktisch nicht mehr gelebt wird.

Was uns ein weiteres Mal erstaunt hat, ist die Tatsache, dass man trotz tropischem Klima mit viel Regen (praktisch jede Nacht, zweimal sogar am Tag) im Supermarkt so gut wie nie frische Früchte kaufen konnte, da die Leute zwar Bananen, Mangos, Guava und Papaya selbst anbauen, in der Regel aber auch alles selbst konsumieren und nur eventuelle Überschüsse direkt an der Strasse verkaufen. Und so gabs halt die tägliche Dosis an Vitaminen einmal mehr in Form von Kapseln…

Hitze, Feuchtigkeit, Einbrecher, Mücken, schlechtes Essen, etc. Sollte man denn Maupiti überhaupt besuchen? Ja doch, unbedingt! Alleine der Besuch der Motus entschädigt einen für viele Mühseligkeiten. Zwar gibt es auf der Hauptinsel selbst auch einen Strand, dieser verblasst aber komplett gegenüber dem “Motu-Feuerwerk”: Postkartenstrände und –wasser, Stachel- und Mantarochen direkt vor dem Ufer (Letztere sieht man leider nur bei klarem Wasser, da sie sich in einer tiefe von acht Metern aufhalten) und die Möglichkeit, mit einem gemieteten Kajak bis zum äussersten Korallenring vorzustossen, lassen einen Blutsauger, Dosenfrass und dumme Menschen schnell vergessen. Und wenn man besonderes Glück hat, wird man von den Vermietern des Kajaks noch zur Degustation der exklusiven Guava-Konfitüre aus Eigenproduktion eingeladen! Obendrauf gibts dann noch gratis einen zünftigen Sonnenbrand, welcher einen auch drei Tage später noch an die grandiosen Erlebnisse erinnert. Ebenfalls ins Gedächtnis brennt sich auch die Besteigung des knapp 400 Meter hohen Felsklotzes im Zentrum der Insel: selbst wir als gestandene Bezwinger des Mount Kinabalu (man erinnere sich an dessen Höhe von knapp 5’000 Metern) haben 15 lausige Meter vor dem “Gipfel” kapituliert. Denn was sich einfach anhört, hat es gehörig in sich: steile Aufstiege über nahezu nicht erkennbare Dschungelpfade wechseln sich mit halsbrecherischen Kletterpartien ab, welche an einigen Punkten so gefährlich sind, dass Seile montiert wurden, um sich provisorisch daran abzusichern. Leider muss man gerade auf den letzten 20 Metern komplett auf diese Hilfe verzichten, obwohl es gerade da speziell nötig wäre… Für passionierte Freeclimber wahrscheinlich ein Klacks, für uns den Weg ins (weit, weit entfernte) Spital nicht wert. Gute Panorama-Ausblicke gab es zum Glück aber schon von unterwegs!

Fazit für Maupiti: wer genügend Mückenspray und Sonnencreme mit hat, sich aus der Studentenzeit noch an Dosenfutter gewohnt ist und sich weder vor Toten noch Einbrechern fürchtet, dem sei die kleine Insel vorbehaltlos empfohlen. Zur Belohnung gibts abschliessend übrigens noch eine Blumenkette, bevor man vom Boot zurückgebracht wird zum schönsten Flughafen der Welt.

Maupiti by Jenny: Spezielles Völkchen inmitten von traumhaften Motus

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Anflug auf die Insel Maupiti (typisches Aussehen der meisten Gesllschaftsinseln)

Ankunft in Maupiti

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Das eingecheckte Gepäck                         Der Flughafen

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Mit Blumenkette und Gepäck beim Wartebereich des Flughafentransfer (per Boot)

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So wohnen die Einheimischen (Steinhaus mit Blechdach und hochklappbaren Fensterläden; oft ohne Fensterglas)

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Dorfmarsch in die Kirche                           Verstorbene Familienmitglieder im Garten

Ausflug auf ein Motu (kleines Inselchen auf dem ringförmigen Riff rund um die Lagune)

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10 minütige Schiffsfahrt zum Motu

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Blick auf die Hauptinsel in der Mitte           Blick auf das Motu

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Schnorcheln in Richtung Pazifik                 Kleines Mittagsschläfchen

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Am liebsten gerade bleiben

Kletterpartie auf den Hügel der Hauptinsel

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Aussicht bei der Kletterpartie                                         Fest auf einer Sandbank

Rundumblick

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Frech zwickender Häuschenkrebs

Ra’iatea & Taha’a by Nicola: Zurück in Frankreich, aber doch am anderen Ende der Welt

Nach etwas mehr als vier Wochen durften wir endlich, endlich das Land der legalen Abzocker und suizidgefährdeten Tiere verlassen… Auf Nimmerwiedersehen Australien, Südsee wir kommen! Smiley Zwischen Hölle und vermeintlichem Paradies lagen dann aber trotzdem noch drei Flüge von Sydney nach Brisbane, Auckland und schliesslich Papeete, der Hauptstadt von französisch Polynesien auf der Insel Tahiti. Der letzte der drei Flüge hat uns dann aber schon einmal auf das eingestellt, was uns erwarten würde: Stewardessen mit hübschen “Hawaii-Kleidchen” verteilten bereits am Eingang zum Flugzeug schöne und stark duftende Blumen. Und das Beste: trotz einem intensiven Reisetag haben wir keine Zeit verloren, sondern sind sogar noch angekommen, bevor wir abgeflogen sind Smiley Ihr denkt nun, dass uns Australien an den Abgrund des Wahnsinns getrieben hat??? Obwohl diese Möglichkeit nicht unbedingt abwegig ist, trifft sie nicht zu. Wir haben ganz einfach die internationale Datumsgrenze überquert und durften unsere Uhren um 24 Stunden zurückdrehen…

Die Einreise in den Inselstaat hielt auch sonst noch so einige Überraschungen bereit: Erstens spielt in der Ankunftshalle eine polynesische Band eine hübsche Willkommensballade, zu welcher eine einheimische Tänzerin elegant die Hüften kreisen lässt (nicht so eine grosse Überraschung, denn eigentlich hatten wir erwartet, dass man noch eine Blumenkette umgehängt erhält; diese “Tradition” scheint aber nur tagsüber Geltung zu haben und nicht, wenn man mit dem letzten Flug landet Trauriges Smiley) und zweitens hätte es zur Einreise zum ersten Mal auf unserer Weltreises keinen Pass benötigt, da französisch Polynesien de facto auch heute noch zu Frankreich und damit zur EU gehört. Es lebe die Personenfreizügigkeit am anderen Ende der Welt Smiley Nachteil an der Geschichte: einen Einreisestempel gabs entsprechend auch nicht…

Nach einer kurzen Nacht im Flughafenhotel von Tahiti und unserem ersten “französischen” Frühstück mit Baguette, kam zum ersten Mal unser gebuchter “Air-Pass” zum Zug: Dabei handelt es sich um ein Flugticket, welches einem den Besuch aller polynesischen Inseln zum fixen Pauschalpreis ermöglicht. Wenn man bedenkt, dass die Schifffahrt hier als sehr unzuverlässig gilt (eine Verspätung von einer Woche ist durchaus üblich) und gewisse Inseln sowieso nur einmal im Monat angefahren werden, die schnellste und günstigste Alternative. Ob fliegen auch die sicherste Option ist, haben wir nach dem ersten Flug, welcher uns von Tahiti via Bora Bora nach Ra’iatea gebracht hat, ernsthaft angezweifelt, da wir auf der gesamten Reise noch nie solche Luftlöcher und Turbulenzen hatten. Aber wahrscheinlich lag es am miesen Wetter, da es den ganzen Tag teilweise heftig geregnet hat.

Ra’iatea ist die Hauptinsel der sog. “Gesellschaftsinseln” und diejenige, mit der zweitgrössten Bevölkerung (rund 12’000 Einwohner). Abgesehen von der “Hauptstadt” Uturoa, welche aus drei Supermärkten, zwei Tankstellen, einer Post, einem Spital und einem Gefängnis besteht und über ganze drei (!!!), parallel zueinander verlaufende Strassen verfügt, leben die Menschen an einem einzigen, die Insel komplett umrundenden “Highway” (kommt einem zumindest so vor, bei dem Tempo, mit welchem die Einheimischen hier entlang brausen…). Daraus ergeben sich extrem langgezogene Dörfer und es scheint deshalb keine Seltenheit zu sein, dass man für den täglichen Einkauf im “Supermarkt” drei bis fünf Kilometer zurücklegen muss. Was für den auto- bzw. rollerfahrenden Polynesier kein Thema ist (die wenigen wahnsinnigen Leute, welche zu Fuss gehen oder mit dem Fahrrad unterwegs sind, scheinen fast ausnahmslos Touristen zu sein), gestaltet sich für uns als “Rucksacktouristen”, welche sich aufgrund des Preisniveaus dazu entschieden haben, Selbstversorger zu werden, d.h. selbst zu kochen, teilweise etwas mühsam, da wir uns nicht jeden Tag Fahrräder zum Preis von 15 Franken pro Stück leisten wollen… In Indien oder Indonesien hätten wir für dieses Geld einen Rolls-Royce inklusive Fahrer gekriegt Smiley

Im Laden dann der Schock: Das einzig frische hier scheinen die Insekten zu sein, welche die ungekühlten Regale unsicher machen. Dafür gibt es hier alles, ja wirklich alles in Dosen: von der Milch bis zum Rindfleisch erhält man, was das Herz begehrt… Leider taugt insbesondere das Dosenfleisch höchstens als Katzenfutter. Da ist man doch froh, wenn zumindest einige Artikel für das Frühstück direkt aus Frankreich importiert werden: es gibt Baguette, “La Vache qui rit” oder Baby Bell, um nur einige zu nennen. Leider ist Dosenfutter nicht nur scheusslich, sondern auch schwer und so haben wir natürlich nicht abgelehnt, als uns ein netter Einheimischer auf dem Rückweg mitgenommen und bis zu unserer “Luxus-Unterkunft” (eigenes Bungalow mit Bad und Küche zu einem Preis, für welchen wir auf anderen Inseln höchstens eine kleine Besenkammer kriegen) gefahren hat.

Weil Ra’iatea nicht aufgebaut ist, wie die “typische” Gesellschaftsinsel in franz. Polynesien (eine fruchtbare Hauptinsel, umgeben von einer Lagune, welche zum Ozean hin durch ein ringförmiges Korallenriff begrenzt ist, welches so hoch “gewachsen” ist, dass teilweise richtige kleine Inselchen – “Motus” genannt – entstanden sind), sondern sich die Lagune mit der Schwesterinsel Taha’a teilt und auch eher für ihre Blumen als Strände bekannt ist, weicht auch das “Sightseeing-Programm” von der Klischeevorstellung (Sonne, Strand und Cocktails) ab: wir haben an einem Tag ein Auto gemietet (ist hier günstiger, als einen Roller auszuleihen) und die Insel auf der 98 Kilometer langen Strasse umrundet. Dabei konnten wir nicht nur unsere Vorräte an herrlichem Dosenfrass auffrischen, sondern auch diverse “Maraes” (Steinhaufen, welche vor der Zeit der Freikirchen angeblich einmal religiöse Bedeutung hatten) besichtigen.

Weil uns das Gesehene nicht wirklich aus den Socken gehauen hat, haben wir dann am nächsten Tag doch noch einen Roller gemietet; allerdings auf der Nachbarinsel Taha’a, welche für ihre Vanille-Plantagen bekannt ist. Entsprechend haben auch wir uns eine solche Farm angeschaut und den Ausführungen des Besitzers – einem dänischen Auswanderer – bezüglich den vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von Vanille (Gebäcke, Zucker, Tee, Kaffee, Schnäpse, Konfitüren, etc.) gelauscht. Dieser hat nach 15 Dienstjahren in der französischen Fremdenlegion sein Gewehr gegen Spaten, Saatgut und polynesische Frau eingetauscht Smiley Das Beziehungsmodell “westlicher Mann und polynesische Frau” ist übrigens auf allen Inseln relativ häufig anzutreffen (umgekehrt in seltenen Fällen auch), wobei aber auffällig ist, dass die Westler immer eher eine dubiose Vergangenheit haben. Südsee = Versteck für Ex-Verbrecher? Vielleicht schon… Den schönen Tag liessen wir an einem lauschigen “Bilderbuch-Strändchen” inklusive gekrümmter Palme, welche ins Meer ragt, ausklingen, bevor wir den Roller seinem südafrikanischen Besitzer zurückbrachten.

Dank viel Wetterglück (angeblich hatte es die letzten zwei Monate praktisch dauernd geregnet) konnten wir am letzten Tag auf Ra’iatea wie geplant noch den höchsten “Berg” (ganze 280 Meter) besteigen, von dessen Gipfel man einen herrlichen Ausblick über das gesamte Atoll (Inseln, Lagune und Motus) hat. Aber seht euch doch selbst die Fotos an… und werdet neidisch Smiley

Ra’iatea und Taha’a by Jenny: Im türkisfarbenen Wasser eine königliche Mahlzeit aus Dosen geniessen

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Flug mit Air Tahiti nach Französisch Polynesien (Südsee)

Polynesische Band bei Ankunft am Flughafen von Tahiti

Ra’iatea (die Hauptinsel der Gesellschaftsinseln)

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Fahrt rund um die Insel, vorbei an einem kleinen Hafen und einer Kirche

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Beschrieben als mystischer Ort mit “Maraes”;glich aber eher einem Steinhaufen Smiley

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Salatzucht in Rohren                                  Die Frucht in Franz. Polynesien “Guava”DSCN2727P1050123

In der Nähe von unserem Bungalow

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Die Blumeninsel Ra’iatea

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Auf dem Hügel von Ra’iatea mit Ausblick auf die Lagune

Taha’a (die Insel gehört zum gleichen Atoll wie Ra’itaea)

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Mit dem Boot auf die verwilderte und einsame Insel Taha’a

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Aussicht auf Bora Bora

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Die Vanille-Insel Taha’a                                                So wächst Vanille am Strauch

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Überall Löcher im Boden?       Da waren die grossen Krebse am Werk

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Ein kleines Bad im glasklaren, türkisfarbenem Meer Smiley

Joggeli auf Weltreise Teil 4

Nach so vielen Städten und historischen Monumenten in Hong Kong und Indien, hatte es unser grosser Reiseführer satt, Tempel zu besichtigen, auf die immer gleich langweiligen Aussichtsplattformen hoch zu fahren und von den doofen Massentouristen blöd angeglotzt zu werden. Kurzum, es war Zeit für mehr Natur und das richtige Abenteuer. Und so trieb er uns trotz seiner kurzen Beinchen gnadenlos auf die höchsten Gipfel Asiens, tauchte mit uns in den tiefen Ozean und stellte sich den gefürchteten Komodo-Waranen. Aber lest selbst.

Surabaya (Indonesien) – Sydney

Surabaya bis Sydney

Surabaya (Indonesien)
P1020474 Dampfbäder sind etwas für Weicheier! Ein richtiger Joggeli suhlt sich im Vulkan!
Bali
P1030171 Ob die Tempel auf der Götterinsel wirklich göttlich sind oder nicht, interessierte unseren Begleiter nicht! Statdessen schickte er uns alleine los…
Auf dem Schiff zur Komodo-Insel (Flores)
P1020975 Wer schon eine blaue Hautfarbe hat, muss für das Wasser geboren sein!
Bajawa (Flores)
P1030032 Die kannibalischen Ureinwohner von Flores haben uns nur dank Joggelis Sprachkenntnissen nicht gekocht.
Moni (Flores)
DSCN2143 Wenn der Vulkan nicht will, gibts statt Dampfbad halt nur einen Pool.
Gili Travangan (Lombok)
P1030181 Unser grosser Held schaut etwas traurig drein, weil keine der hübschen Badenixen Interesse für ihn zeigte…da könnte man fast Mitleid haben
Mount Kinabalu in Sabah auf Borneo (Malaysia)
DSCN2259 Stolz posiert Joggeli vor dem Gipfel des zweithöchsten Berges in Asien. Was er aber keinem erzählt: der faule Sack hat sich von uns hochtragen lassen!
Kinabatangan-Fluss in Sabah auf Borneo (Malaysia)
P1030510 Es hat einen gewaltigen Vorteil, wenn die eigene Haut blau und ledrig ist: die Mücken meiden einen Smiley
Brunei auf Borneo
P1030541 Da grinst er, als wäre er der Sultan persönlich. Das Problem dabei: Joggeli hat keinen Bart, kein Geld und keinen Turban. Dumm gelaufen…
Bohol in den Philippinen
DSCN2390 Weihnachten am Pool…was könnte besser sein?
Boracay in den Philippinen
P1030747 Nach den ganzen Silvestergelagen müssen die zugelegten Kilos beim Kitesurfen dran glauben
Sydney
P1030773 Ab und zu gönnt uns Joggeli auch wieder einen Tag Massentourismus; aber wirklich nur ausnahmsweise!
Ayers Rock im Outback
P1030976 Was ist wohl sein Trick dabei, bei knapp 55 Grad immer noch so fröhlich zu grinsen???
Remarkable Rocks auf der Kangaroo Island
P1040443 Na? Wer ist jetzt bemerkenswerter? Ein doofer Fels oder ein richtiger Joggeli? Blöde Frage!
Bei den Aposteln auf der Great Ocean Road
P1040610 Am Ende unseres “Hardcore-Sightseeings” faselte unser Reiseleiter etwas von “12 Aposteln”… Wahrscheinlich hat er aber doppelt gesehen Smiley

Nur worries in downunder, mate!

Eigentlich sollte an dieser Stelle unser letzter Beitrag aus Australien folgen, welcher sich mit Brisbane, Fraser Island und der berühmten Surferküste rund um Byron Bay beschäftigt. Aufgrund der tragischen Fluten in Queensland Ende Januar und einer Autovermietung, welche ihre Kunden durch Bestrafung korrekter Verhaltensweisen mit hohen Bussen dazu motiviert, grosse Risiken einzugehen, sind wir für die letzten Tage auf dem roten Kontinent jedoch ein zweites Mal in Sydney “gestrandet”. Wie ihr vielleicht auch bemerkt habt, ist von unserer Seite immer wieder Kritik am Land laut geworden. Nach fast neun Monaten Reisezeit, in welcher wir 11 Länder rund um den Globus besucht haben, wovon einige als Entwicklungsländer gelten und gewisse auch nicht immer einfach zu bereisen sind, können wir jedoch sagen, dass Australien unserer Meinung nach am stärksten an den Nerven nagt und noch viel tiefere Löcher ins Budget reisst, ohne wirklich einen grossen Gegenwert zu bieten oder auch nur ansatzweise so “easy” zu sein, wie es sich selbst immer gerne darstellt. Sicherlich hat das Land seine positiven Seiten: beeindruckende und vielfältige Natur, Tiere, welche sonst nirgends auf unserem Planeten vorkommen, frische und schmackhafte Zutaten (die Australier können dank ihrer verschiedenen Klimazonen fast alles im eigenen Land produzieren) und einige herausragende Bars und Restaurants, wie bspw. unser absoluter Lieblingsschuppen “5 Boroughs” an der Darlinghurst Road in Sydney. All dies wiegt aber das exorbitante, allgemeine Preisniveau (gleich teuer oder sogar noch teurer als in der Schweiz), verbunden mit dem gleichzeitig grottigen Service und dem stetigen Ärger über einzelne besonders dreiste Exemplare der Abzocke definitiv nicht auf. Wir können deshalb nicht nachvollziehen, dass die Mehrheit der Leute Australien super toll findet bzw. davon träumt, einmal hierher zu kommen. Wir tun es definitiv nicht (mehr)!

Weil wir ja bekanntlich nicht zu den Leuten gehören, welche unbegründete Anschuldigungen erheben, wollen wir euch die drei schlimmsten Beispiele nennen, weshalb wir nie mehr einen Fuss auf diesen Kontinenten setzen werden (kleinere Übel haben wir ja in den einzelnen Artikeln zur genüge erwähnt):

  1. Die australische Post: Da gewisse Dinge unseres alltäglichen Bedarfs, wie z.B. eine spezielle Reinigungsflüssigkeit für Linsen, in den meisten Ländern nicht erhältlich sind, lassen wir uns regelmässig Pakete mit Nachschub zusenden. So haben wir uns auch Anfang Dezember 2012 von unseren Eltern ein Paket an ein vorgebuchtes Hostel senden lassen. Dieses sollte laut Angaben der CH-Post spätestens Ende Dezember – und damit noch eine Woche vor uns – in Sydney eintreffen. Bei unserer Ankunft im Hostel am 08. Januar befand sich unsere Ware laut Tracking-System seit vier Tagen in Sydney in der Sortierung. Trotz mehrmaliger Anrufe bei der Post änderte sich daran bis zu unserer Weiterreise nach Alice Springs nichts. Mit dem Plan, uns das Päckchen nach Brisbane umzuleiten, haben wir in den folgenden zwei Wochen immer wieder bei der Post angerufen. Aber entweder hiess es, dass man uns keine Informationen geben dürfe, weil wir uns am Telefon nicht als berechtigte Empfänger ausweisen können oder man sagte uns, dass man leider zur Zeit nichts tun könne. Schliesslich wurde uns nach drei Wochen im Land dazu geraten, die CH-Post auf das Ganze anzusetzen. Doch auch dies hat keine Wirkung gezeigt und so haben wir – noch bevor wir von den Fluten in Brisbane erfahren haben – einen 600 Kilometer langen Umweg in Kauf genommen, um in Sydney persönlich bei einer Post vorzusprechen, uns auszuweisen und um eine Auslieferung des Paketes zu bitten. Dort angekommen, teilte man uns mit, dass man als Filiale leider nichts machen könne und wir wiederum der Hotline anrufen müssten. Nicht einmal unserer Bitte nach Bestätigung unserer Identität am Telefon wurde stattgegeben! Also wieder der Hotline angerufen, Situation erklärt und gefragt, ob wir das Paket nicht in Sydney beim Distributionscenter oder einer nahegelegenen Post abholen dürfen. Antwort: man wisse zwar, wo sich das Paket befinde, dürfe uns aber die Adresse nicht angeben, da dort eine Abholung nicht vorgesehen sei. Ausserdem könne man es auch nicht an eine nahe Poststelle senden, da es seinen vorgeschriebenen Weg gehen müsse. Auf unsere Erwiderung, dass der “vorgesehene Weg” aber eine Zustellung vor vier Wochen vorsah, wurde in unfreundlichem Ton reagiert und das Gespräch beendet.
    Kosten: (Höchstwahrscheinlich verlorener) Paketinhalt im Wert von mehr als CHF 600.-, Portokosten von fast 80.-, mehrere lange Telefonate (man wird ja immer noch ca. 10 Minuten in der Warteschlaufe hängen gelassen): 25.-, ein Umweg von 600 Kilometern mit Benzinkosten von ca. 120.-, ein verlorener Tag für den Umweg… Total also mehr als 800.- an Kosten, viel Ärger und ignorante, unfreundliche Mitarbeiter, von welchen keiner für irgendetwas verantwortlich sein will!
  2. Apollo Motorhomes (Mietwagenfirma): Ein völlig veralteter Wagen, dessen Interieur vor der Übergabe soweit in Stand gestellt wurde, dass man den schlechten Zustand erst nach zwei Tagen bemerkt, wenn alles auseinanderfällt; eine Hotline, welche einem bei der Meldung eines Schadens einfach so mal 75.- in Rechnung stellt; unkulante Versicherungskonditionen, welche einem im Falle einer Police bei einem anderen Anbieter einen Ersatzwagen verwehrt; ein idiotisches und fahrlässiges Management, welches einem zwar bestätigt, dass der ursprüngliche Rückgabeort (Brisbane) unter Wasser steht und nur unter sehr hohen Risiken angefahren werden kann, einem gleichzeitig aber zu verstehen gibt, dass eine Rückgabe in einer anderen Stadt trotzdem mit 700.- bestraft wird; nicht autorisierte, eigenmächtige Abbuchungen ab der Kreditkarte; unfähiges und unfreundliches Personal, welches einem sogar die, von der Versicherung geforderte, Quittung für die Schäden verweigert, etc.
    All dies gibt es bei Apollo Motorhomes zum Schnäppchen-Mietpreis von rund 140 Dollar pro Tag, plus 10 Dollar Kreditkartengebühr täglich. Ein Angebot, das einen wirklich umhaut!
  3. Unfreiwillig ein zweites Mal in Sydney gelandet, beschlossen wir, aus der Situation das Beste zu machen und das Ganze etwas zu vergessen. Als wir hörten, dass ein bekannter DJ am Samstagabend in einem Club in der Nähe auflegen würde, wollten wir natürlich hin. Also in Schale geschmissen und los! Im Club angekommen, gönnten wir uns ein paar (sauteure) Drinks und genossen das Ambiente. Als dann der gross angekündigte DJ um 01:30 endlich die Bühne betrat, wollten wir von der Bar zum Dancefloor runter. Weil Jenny noch ein Getränk in der Hand hielt, wurde sie von einem Security unsanft angepackt und ohne weiteren Hinweis in Richtung Ausgang bugsiert. Nicola folgte den beiden und versuchte, die Situation zu entspannen, was auch gelang. Da wir beide drinnen ja noch Getränke hatten, vom “Haupt-DJ” trotz extrem teurem Eintritt keine Sekunde gesehen und aus unerfindlichen Gründen hinausgeworfen wurden, diskutierte Nicola mit einem der Türsteher. Obwohl einer dieser Stiernacken ihn zu handgreiflichem Verhalten provozieren wollte, indem er ihn ohne Grund herumschubste, blieb er ruhig und verlangte den Chef zu sprechen. Irgendwann kam ein junger Schnösel im Anzug und sagte extrem unfreundlich, dass beide keine Rechte mehr hätten, weil sie Alkohol getrunken hatten. Nicola blieb weiterhin hartnäckig aber anständig, was die Typen so auf die Palme trieb, dass der aggressive Türsteher seine Kollegen dazu aufforderte, ihn in eine Ecke zu drängen, wo die Kameras nicht aufzeichneten, um ihn fertig zu machen! Spätestens zu diesem Zeitpunkt hiess es dann, die Flucht zu ergreifen!
    Als Mitglied einer grossen internationalen Club-Kette, welche sich selbst immer rühmt, nur den besten Kundenservice zu haben und sich dies auch entsprechend bezahlen lässt (wir haben für den Eintritt plus Getränke mehrere hundert Franken bezahlt), ein absolutes No-Go! Liebes Pacha, wir werden nie mehr einen Fuss in einen deiner Clubs setzen!!!

No worries, mate? Da ziehen wir noch eher nach Delhi…

Great Ocean Road & Melbourne by Nicola: Da ist nicht nur guter Rat teuer

Wieder zurück auf dem Festland, setzten wir unseren Weg in Richtung der angeblich schönsten Küstenstrasse Australiens, der sog. “Great Ocean Road” fort. Unterwegs wollten wir noch dem Coorong National Park einen Besuch abstatten, da wir bei unserer Recherche im Internet auf die vielversprechende Aussicht gestossen waren, dass wir mit unserem Allrad-Mönsterchen auf einem Strandabschnitt bzw. in einem Stück ausgetrockneter Lagune ein bisschen im Sand wühlen könnten. Das wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen Smiley. Und so durchkreuzten wir, geführt von einem grottenschlechten Reiseführer (es handelt sich um die australische Ausgabe der “Reisebibel”), nicht vorhandener bzw. irreführender Strassenbeschilderung und einem GPS-Gerät, welches aufgrund seines fortgeschrittenen Alters die Hälfte der aktuellen Strassen nicht erkannte (eine weitere Frechheit der Autovermietung, da wir für das Gerät natürlich extra bezahlen mussten!) den Nationalpark, ohne das Gesuchte zu finden. Bei Einbruch der Dämmerung wollten wir schon resigniert aufgeben, als uns ein glücklicher Zufall auf eine Offroad-Piste führte, welche uns aufgrund ihres abenteuerlichen Aussehens reizte. Und wer hätte es gedacht: am Ende der Piste lag ein ausgetrockneter Salzsee vor unseren Rädern; ganz ohne andere Touristen und suizidgefährdete Kängurus Smiley Und das Beste: auf der anderen Seite angekommen, fanden wir einen wunderschönen und menschenleeren Zeltplatz vor, auf dem wir uns für die Nacht häuslich einrichteten.

Nach einem herzhaften Frühstück und einer kurzen Erfrischung unter unserer Solardusche (eigentlich nur ein schwarzer Sack mit Schlauch, in welchem sich Wasser schnell erwärmt) gings dann weiter in Richtung Great Ocean Road, wobei uns zwei Abstecher noch zu den “Naracoorte Caves” – unterirdische Höhlen mit zahlreichen Stalaktiten und –miten – und dem Blue Lake – einem Kratersee eines erloschenen Vulkans, welcher wegen seiner unvergleichlichen Blaufärbung bekannt ist – führten. Kurz vor Einbruch der Dämmerung erreichten wir dann den Beginn der bekannten Küstenstrasse. Weil wir die ungewöhnlichen Felsformationen, für welche diese Strecke berühmt ist, bei gutem Licht sehen wollten, beschlossen wir, den nächstgelegenen Campingplatz aufzususchen und unseren Road Trip am nächsten Tag fortzusetzen. Statt einem gemütlichen Plätzchen gabs aber den nächsten “australischen Preisschock”: obwohl völlig unterbelegt, wollten die Halsabschneider des ersten Campingplatzes für einen Stellplatz ohne Strom und mit lausigen sanitären Anlagen ganze 40 Dollar! Den Vogel abgeschossen haben anschliessend aber die Verbrecher, welche sich Eigentümer des zweiten Campings nennen: eine Übernachtung würde bei ihnen mit unfassbaren 65 Dollar zu Buche schlagen! Wir kennen kein Land, in welchem man ein Stück Rasen mit Steckdose, Wasserhahn und dem Recht, sich auf raststätten-ähnlichen Toiletten zu erleichtern, zu Preisen eines Dreisternehotels vermieten kann! Von so viel Frechheit verärgert, beschlossen wir, ein “Hardcore-Sightseeing-Programm” zu absolvieren, bei welchem selbst ein hartgesottener chinesischer Gruppentourist Angstzustände erhalten würde: die “London Bridge” (eine natürliche Steinbrücke über den Ozean), “the Arch” (Felsbogen) und die “Apostel” (bekannteste Steinformation auf der Strecke) sollten bis zum Sonnenuntergang – welcher noch geschätzte 50 Minuten entfernt war – besichtigt werden. Entsprechend war die folgende Stunde geprägt von quietschenden Reifen, Sprinteinlagen und ängstlich zur Seite springenden Gruppentouristen. Aber wir haben es geschafft; und insbesondere der Sonnenuntergang bei den Aposteln war sensationell und gilt – wenn man die vielen Leute berücksichtigt, welche dort teilweise wahrscheinlich schon seit vielen Stunden auf das Ereignis zu warten schienen – als DAS Highlight der Great Ocean Road. Sollten wir eines Tages einmal keinen Job finden, würde uns sicherlich jedes chinesische Reiseunternehmen mit Handkuss zu Tourguides machen Smiley

Schliesslich fanden wir auch noch einen Platz zum Übernachten, bei welchem der Geldbeutel nur mässig strapaziert wurde und wir konnten unsere Reise am nächsten Tag gut erholt fortsetzen. Geplant war eigentlich, dass wir die Great Ocean Road zu Ende fahren und bis am Abend in Melbourne eintreffen. Weil uns die verbleibenden “Attraktionen” der Küstenstrasse aber ein weiteres Mal durch eine unverschämte Preispolitik vergraulten (die Abzocker wollten 18 Dollar pro Person für eine fünfminütige Besichtigung eines Leuchtturms; Benutzung der Toilette kostete extra…) und sich die Gelegenheit bot, im Landesinneren ganz in der Nähe den südaustralischen Dschungel mit seinen bis zu 50 Metern hohen Bäumen von einem sog. “Canopy-Walk” zu erkunden, kehrten wir der völlig überfüllten Küste den Rücken. Und der Spaziergang durch den Urwald auf einem schmalen Gehsteg aus Stahl in 20 bis 50 Metern Höhe hat sich gelohnt! Die Aussicht und das Bauchkribbeln trotz nichtvorhandener Höhenangst waren gewaltig.

Nicht so gewaltig hingegen war Melbourne. Die ach so viel gelobte Stadt ist eigentlich nur eine weitere Spielwiese der australischen Abzocke: die einfache Fahrt mit dem Tram in die Stadt kostet 8 Franken (kein Wunder, haben die Australier ein so grosses Ozonloch), das Bier in der Bar kostet 10 Franken (wohlbemerkt bei Selbstbedienung) und das Museum für moderne Kunst ist eine wirre Ansammlung von sinnlosen Werken, welche sich Kunst schimpfen. Oder was hat ein Endlosvideo, welches einen Mann zeigt, der mit Krücken eine Treppe hochläuft, mit Kunst zu tun? Nun, zwei Vorteile hatte das Museum: es war kostenlos und nach kurzer Zeit ist man wieder draussen Smiley Die Architektur in gewissen Vierteln ist zwar durchaus ansehnlich, tröstet aber über die restlichen Punkte nicht hinweg… Und das einzige Ereignis, welches unsere Laune dank eines Landsmanns hätte aufbessern können (das Halbfinale des Australian Opens), war vollkommen ausverkauft. Nun gut, im Nachhinein betrachtet hätte wohl auch dieser Event nicht für Freude gesorgt Smiley

Entsprechend froh waren wir am nächsten Tag darüber, raus aus der Stadt und in die Natur zu kommen. Denn wir wollten die “Parade” der Zwergpinguine auf der nahegelegenen “Philip Island” verfolgen. Da aber dummerweise australischer Nationalfeiertag war (von dem wir leider nicht mitbekommen hatten, dass er an diesem Tag ist), war ganz Melbourne unterwegs in Richtung nahegelegenen Küstenorte. Zum ersten Mal waren wir entsprechend nicht undankbar, dass man die schweineteuren Campingplätze in der Regel bis spätestens um 10:00 morgens verlassen haben musste (als ob so ein Teil geputzt werden müsste, wie ein Hotelzimmer…). Trotz Stau waren wir dann aber viel zu früh und mussten an der windigen Küste noch rund vier Stunden auf das Erscheinen der nur 25 Zentimeter grossen Pinguine warten. Diese verlassen am Morgen früh ihre Nester und den Nachwuchs um zu fischen und kehren erst mit der abendlichen Flut zurück. Da sie bei ihrer Rückkehr nicht nur von hunderten Schaulustigen, sondern mindestens auch genau so vielen Möwen erwartet und bedrängt werden (die Vögel wissen, wann es Futter ohne Aufwand gibt), ist das Spektakel nach etwa 10 Minuten schon wieder vorbei. Am spassigsten war für uns deshalb die Rückkehr zum Parkplatz, da man die kleinen Tierchen vom Weg aus noch einmal herrlich beobachten kann. Weil während dieser Jahreszeit auch gerade Fortpflanzung angesagt ist, kamen wir in den Genuss der Beobachtung von so manchem (lautstarken) Schäferstündchen Smiley Da Fotografieren übrigens die gesamte Zeit über strengstens verboten ist und die Ranger eifersüchtig über die Einhaltung dieser Regel wachen, können wir euch aber leider keine erotischen Pinguinfotos oder –filme bieten Smiley 

Um bis zum nächsten Abend in Sydney zu sein, fuhren wir nach einer kleinen Stärkung bei “Macca’s” – so nennt sich MacDonalds in Australien, wobei wir aufgrund des extrem langsamen und unfähigen Services (wir warteten geschlagene 14 Minuten auf einen Burger) MacAss als passender empfinden würden – bis weit in die Nacht hinein, inklusive mitternächtlicher Durchquerung von Melbourne, vollgestopft mit sturzbetrunkenen und lebensmüden Aussies, welche ohne Vorwarnung und bei Rot plötzlich auf die Strasse hüpfen…Mmhhh…Vielleicht sind Kängurus ja nur betrunkene Australier in einem Pelzkostüm???

Great Ocean Road & Melbourne by Jenny: Eisigkalte Nächte mit nur 5 Stunden Dunkelheit

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Auf zum Coorong Nat. Park                      Umweg durch ein gepflegtes Aboriginedorf

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Achtung Riesenente auf der Strasse

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Quer über den Salzsee zu unserem Campingplatz hinter den Dünnen

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Einen Guten Appetit mit den Tanzapfenechsen als Nachbarn

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Naracoorte Caves (Unterirdische Höhle mit Stalaktiten und -miten)

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Tief blauer See, entstanden aus einem Vulkankrater

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Anfang der Great Ocean Road

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Die “Londonbridge”

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Beim “Arch”

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Die Apostel bei Sonnenuntergang

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Kribbelndes Bauchgefühl auf dem Canopy-Walk

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Eindrückliche Bauweise auf dem Federation Square in Melbourne

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Wie kommt der Aborigine in Melbourne zum Schweizerinstrument “Hang”?

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Gute Nacht; und da werden auch schon die Possums aktiv