Kangaroo Island by Nicola: So muss Australien sein!

Nach dem ganzen Ärger mit der grossen Beutelratte und unserem Camper hatten wir keine Lust und Energie, Adelaide zu erkunden. Wir beschlossen stattdessen, die zwei Tage auf unserem Luxuscampingplatz am Strand bei gutem Essen und Wein zu verbringen, sowie das verlorene Handy inkl. australischer SIM-Karte zu ersetzen. Abgesehen von einem kleinen Intermezzo beim Kauf der Telefonkarte (der erste Laden jubelte uns eine SIM-Karte unter, welche seit zwei Jahren abgelaufen war!), eine ruhige und gemütliche Sache.

Frohen Mutes und mit neuer Motivation setzten wir daraufhin unseren Weg fort. Unser nächstes Ziel: Kangaroo Island, eine kleinere Insel (145 km x 56 km) vor der Südküste Australiens. Dank der Isolation vom Festland, einem gemässigten Klima (Durchschnittstemperaturen zwischen 13 und 25 Grad) und der Tatsache, dass mehr als ein Drittel der gesamten Inselfläche unter Naturschutz steht, ist eine grosse Vielfalt an ursprünglicher Flora und Fauna erhalten geblieben, welche innerhalb weniger gefahrener Kilometer komplett verschieden sein kann. Entsprechend nutzen wir einen Grossteil der uns zur Verfügung stehenden Zeit auf dem Eiland dazu, die rauen, beeindruckenden Steilküsten mit ihren Leuchttürmen und den, auf unserer Weltreise bisher schönsten Stränden zu bewundern, die Seelöwen und –hunde beim Chillen zu beobachten (typische Australier eben Smiley), an einem einsamen Strand zu campen und am Morgen von Pelikanen geweckt zu werden und den Koalas beim “abhängen” zuzuschauen. Ausserdem sind wir in der “Little Sahara” (heisst wirklich so) auf die höchste Düne geklettert und haben uns bei den “remarkable Rocks” für ein Foto in Szene gesetzt. Von den Namensgebern der Insel ist uns übrigens fast keiner begegnet. Darüber sind wir aber nicht weiter traurig, wollen wir doch ein weiteres Massaker verhindern Smiley

Summa summarum ein kleines und extrem abwechslungsreiches Paradies, welches wir wärmstens empfehlen können! Der einzige Negativpunkt: Hin- und Rückfahrt mit dem einzigen Fähranbieter kostet umgerechnet knapp 400 Franken! Mit einem kleinen Trick kann man diese Unkosten aber um gut 70 Franken drücken und kriegt obendrein noch eine Übernachtung auf einem Campingplatz geschenkt. Und wie geht das? Einfach beim Kauf des Fährtickets noch gleich eine Übernachtung mitbestellen.

Kangaroo Island by Jenny: Vielfältigkeit auf kleinstem Raum

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Erholung nach dem Outback auf einem Campingplatz in Adelaide, direkt am Meer

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Abfahrt am “Cape Jervis” mit der Fähre auf die Kangaroo Island

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Die ersten Eindrücke von der Insel waren wunderschön

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Über Offroad-Strassen zu einem einsamen Übernachtungsplätzchen am Meer…

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….und am Morgen wurde man von den Pelikanen geweckt

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Karge Landschaft mit vielen Bienen; der Honig auf der Insel ist super, mmmhhh

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Die Schwäne blieben schön im Wasser, Glück gehabt!

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Sogar eine “Little Sahra” gibt es auf der Insel

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Am Point Ellen                                            Der schönste Strand bis jetzt

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Achtung! Ein Koala könnte ja beim chillen vom Baum auf die Strasse fallen Smiley

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Am Cape de Couadic

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Beim Admirals Arch am Cape de Couadic

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Die Remarkable Rocks, entstanden aus Lava

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Was ist denn das für eine komische Muschel? Smiley

Outback by Nicola: Gib uns das Handy zurück oder wir fahren dich platt

Die Tür des Fliegers geht auf und…das Zentrum Australiens kippt uns aus den Latschen. Nicht etwa der Schönheit wegen – Alice Springs ist nun wirklich nicht the Place to be – sondern wegen den gefühlten 50 Grad, welche einem kräftig um die Ohren geblasen werden. Sommer im Herzen des roten Kontinents bedeutet also wirklich trockene Hitze, begleitet von starken Winden! Wenigstens ist der Bus, welcher uns zur Autovermietung bringt, ganz angenehm klimatisiert. Die Vorfreude auf unsere Wohnung auf vier Rädern lässt uns ausserdem die Hitze schnell vergessen.

Nachdem wir eine knappe Stunde lang durch so ziemlich jede Ecke des kleinen Örtchens gegurkt sind, um die anderen Touristen bei ihren Hotels auszuladen (was tun die hier am Ar*** der Welt in einem Hotel?), können wir unser “Mönsterchen” zum ersten Mal von weitem begutachten: ein Toyota Hilux 3.0 in der Pickup-Variante bildet die Basis unseres Zuhause für die nächsten drei Wochen. Im Inneren des Aufbaus auf der Ladefläche des waschechten 4×4’s mit gut 200 Pferdestärken, finden dank einem ausgeklügelten System eine vollausgestattete Küche mit Herd, Kühlschrank, Waschbecken und genügend Sitzgelegenheiten für zwei, eine Klimaanlage / Heizung, sowie ein Bett mit 2 x 1.8 Metern Platz. Gasflaschen, Wasser- und Benzintanks, sowie Werkzeuge und die Kabel zum Laden der internen Batterie (speist Kühlschrank und Klimaanlage), sind in Kästchen in der Fahrzeugwand untergebracht. Und für die Sicherheit im Notfall sorgt ein GPS-Sender, welcher bei Aktivierung die Hilfskräfte auf den Plan ruft (im Outback sehr wichtig, da Tankstellen, Wasserlöcher oder auch schon nur die nächste Telefonantenne Tagesfahrten voneinander entfernt liegen können).

Bis zur näheren Inspektion müssen wir dann aber noch einen 20-minütigen Einführungsfilm, viel Papierkram, sowie eine Instruktion des alten Chillers von der Autovermietung (als wir eintreffen, schläft er im Hinterzimmer) über uns ergehen lassen. Die Kreditkartengebühren für das Depot (nicht die Zahlung selbst!!!) sind horrend (knapp 150 Dollar, welche selbstverständlich am Ende nicht zurückgezahlt werden) und das Wägelchen nicht mehr das Jüngste (142’000 Kilometer). Da wir aber endlich los wollen, weil wir uns in Alice Springs ja noch mit allem Lebensnotwendigem eindecken möchten, nehmen wir nicht jedes Kästchen und jede Schraube unter die Lupe, was sich später als grosser Fehler herausstellen sollte. Wahrscheinlich haben wir uns aber auch von den beruhigenden Worten des “Instruktors” einlullen lassen (“bei uns läuft es nicht wie in Amerika! Sondern ganz easy! No worries, mate!”). Weil es sich an diesem Nachmittag aufgrund der fortgeschrittenen Tageszeit nicht mehr lohnt, die erst Teilstrecke in Angriff zu nehmen, nutzen wir die Zeit für den oben erwähnten Grosseinkauf und die Gewöhnung an das Fahrverhalten unseres Panzers (zumindest fährt er sich mit seinen 5.3 x 2 x 2.3 Metern so…).

Beweisen darf sich unser Gefährt dann aber am nächsten Tag, nach einer extrem heissen Nacht, in welcher es sogar Regen gab: in den “Western Macdonell Ranges” wollen wir uns die “Simpsons Gap” (Schlucht), “Standley Chasm” (ebenfalls eine Schlucht), sowie den “Finke Gorge Nationalpark” anschauen, wobei insbesondere Letzterer nur mit einem richtigen Geländewagen befahren werden kann. Der Wagen hält sich gut und die Sehenswürdigkeiten sind schneller abgeklappert, als gedacht. Deswegen beschliessen wir, noch am selben Abend die Strecke bis zum “Kings Canyon”, unserem nächsten Ziel, zu bewältigen. Die 300 Kilometer Staubpiste mit Tankstopp in Hermannsburg (ein Liter Diesel kostet hier das Vermögen von 2.2 Dollar!) haben wir bis zur Dämmerung denn auch geschafft und unterwegs einen ersten Eindruck von der unglaublichen Tiervielfalt Australiens erhalten (Kamele, Pferde, Dingos, diverse Vögel). Die Ernüchterung folgte dann aber bei der angepeilten Raststätte / Campingplatz. Diese war aufgrund eines Buschfeuers geschlossen und man riet uns, es doch bei der nächsten Gelegenheit einige Kilometer weiter zu versuchen. Auf der Fahrt dorthin wuchs in uns jedoch die Überzeugung, dass die Situation auch dort nicht anders sein wird, denn überall schwelten noch kleinere Brände. Unsere Befürchtungen bewahrheiteten sich dann auch und jede Ortschaft unterwegs war evakuiert worden und verlassen. Da es australische Behörden aber anscheinend nicht für nötig halten, Strassen zu sperren oder sonstwie zu informieren (für die Benutzung der oben erwähnten Staubpiste war eine spezielle Lizenz nötig, welche man in einem staatlichen Büro abholen musste; aber auch dort hat uns niemand über die Brände informiert), liessen wir den Kings Canyon links liegen und fuhren bis in den späten Abend hinein weiter. Und bei Eintritt der Dunkelheit ist es dann geschehen: wir sichteten “unser” erstes Känguru. Da die lebensmüden Tiere anscheinend nur nachts ihre Suizidversuche auf den Strassen praktizieren, sieht man sie tagsüber praktisch nie. Nachts springen sie einem dafür vor die Motorhaube oder stehen bereits auf der Strasse. Von den Hopplern fasziniert, hielten wir denn auch immer wieder an, um ein Foto zu schiessen. Und wahrscheinlich haben wir auch in einem dieser Momente eines unserer Handys verloren, weil es aus dem Wagen viel…als wir später den Verlust bemerkten und zurückfuhren, war aber nichts mehr vorzufinden, was die Vermutung nahe legt, dass die grossen Beutelratten nicht nur des Lebens überdrüssig, sondern auch geborene Kleptomanen sind Smiley (wir sind während sieben Stunden keinem einzigen anderen Autolenker begegnet, wodurch das Auffinden des Telefons durch einen anderen Menschen fast ausgeschlossen werden kann).

Unser zweiter “Wüstentag” stand ganz im Zeichen des “grossen roten Felsblocks”, dem Uluru oder auch Ayers Rock genannt. Dieser ist zweifellos beeindruckend und einen Besuch wert, wobei man aber unbedingt auch den Kata-Tjutas oder “Olgas” genügend Aufmerksamkeit schenken sollte, da diese fast noch faszinierender sind. Allerdings sollte man sich auf horrende Eintrittspreise (25 Dollar pro Person) und – zumindest im Sommer – auf Temperaturen wie im Backofen gefasst machen. Als wir dort waren, erreichte das Thermometer fast 55 Grad! Doch Abkühlung und Feierabendbierchen sollten auch an diesem Abend länger auf sich warten lassen, als geplant…der angepeilte Campingplatz war inzwischen nämlich bankrott Smiley

Weil wir endlich einmal noch bei Tageslicht ankommen und kochen wollten, hiess es am nächsten Morgen deshalb, früh aufzustehen und loszufahren. Tagesziel war ein Campingplatz in Mitten der “Painted Desert”, einer wunderschönen Wüste mit den verschiedensten Farbtönen, welche nur mit Geländewagen befahrbar ist. Weil wir uns dank einer unfähigen Tankstellenangestellten aber etwas verfuhren (die gute Frau wusste nicht einmal, wo die Strasse neben ihrer Zapfsäule hinführt), kamen wir in der Wüste zwar in den Genuss eines farbenprächtigen Sonnenuntergangs, den Camping in der Wüste haben wir natürlich aber erst wieder nach Einbruch der Dunkelheit erreicht. Wenigstens hatten wir dann aber unseren eigenen Wachhund (der Hund des Besitzers hat die ganze Nacht vor unserem Camper geschlafen) Smiley

An Tag vier im Outback sollten dann möglichst viele Kilometer gefahren und ein kleiner Abstecher nach Coober Pedy, der Stadt mit den meisten Opalminen auf der Welt, gemacht werden. Dort besuchten wir eine stillgelegte Mine, wobei uns insbesondere die Lebensart der Mineure beeindruckte: diese wohnen nämlich – auch heute noch – im nicht mehr benutzten Teil ihrer Stollen, welche sie zu kompletten Wohnungen mit Bad, Küche, Wohnzimmer, etc. umbauen. Und wo wir schon einmal beim Thema sind: auch wir haben es zum ersten Mal geschafft, uns “wohnlich einzurichten”, bevor es dunkel wurde Smiley

Der nächste Streckenabschnitt sollte uns von der Stadt der Mineure zum “Flinders Range National Park” und dann noch möglichst weit in Richtung Adelaide bringen. Nun, das mit dem Nationalpark hat ganz gut geklappt, von einem kleinen Fehler in der Burkhardt’schen Zeitrechnung einmal abgesehen. Als wir nämlich beim Besucherzentrum des Parks angekommen waren, hatte dieses bereits geschlossen, obwohl nach unserer Uhr erst halb fünf war und das Zentrum entsprechend australischer Arbeitszeit noch geöffnet haben sollte. Erst das verdutzte Gesicht der Kioskverkäuferin von nebenan bei der erbosten Aussage, dass hier ja trotz Uhrzeit keiner mehr arbeite, hat uns auf den Gedanken gebracht, dass bei der Überquerung der Staatengrenze eventuell am Zeiger gedreht wird…Da der Park aber glücklicherweise nicht über eine Barriere oder ähnliches verfügt und es ja noch lange hell war, setzten wir den Weg wie geplant vor. Die schwindende Hitze sorgte dann auch dafür, dass wir viele Kängurus, Wallabies und Emus vor die Linse kriegten und die Fahrt auf der abenteuerlichen Offroad-Piste geniessen konnten. Als wir den Parkausgang schliesslich erreichten war es kurz vor Dämmerung und der Campingplatz in Reichweite. Leider entschied sich eines der vielen Kängurus am Strassenrand trotz unserer (fehlerhaften) Annahme, dass der “Suizidmodus” erst bei Dunkelheit eintritt, sein Leben auszuhauchen und stürzte sich vor unsere Motorhaube. *Peng*! Stossstange im Ar***, Känguru tot und keine Chance mehr, den Campingplatz bei Tageslicht zu sehen Trauriges Smiley Erst eine zweistündige Fahrt mit 30 km/h später waren wir in der nächsten Ortschaft. Da ja aber um 9 Uhr Abends hier keiner mehr wach ist, musste der Schaden bis zum nächsten Tag warten…

Entsprechend früh sind wir aufgestanden und haben die Vermietung informiert (PS: die Meldung eines Unfalls kostet bei denen per se einfach mal 75 Dollar; da ist die Erotikhotline ja noch günstiger!!!). Diese sandte uns zum nächsten Mechaniker, damit der den Schaden einmal begutachten und eine Empfehlung bezüglich Weiterfahrt / Reparatur abgeben kann. Ein paar Ausbeulungen später waren wir dann wieder bereit, unseren Weg zumindest bis Adelaide (nächste Vermietungsstelle) in normalem Tempo fortzusetzen. Dort angekommen, wurde uns mitgeteilt, dass wir leider keinen neuen Wagen bekommen würden, ausser wenn wir weitere fünftausend Dollar Depot anzahlen (will man diese Kaution, welche gleichzeitig auch den Selbstbehalt darstellt, nicht bezahlen, müsste man bei der Vermietungsfirma eine zusätzliche Versicherung für 40 (!!!) Dollar am Tag abschliessen; unsere Versicherung in Deutschland erbringt dieselbe Leistung für 7 Franken täglich, mit dem Nachteil, dass man die 5’000 eben selber vorschiessen muss). Weil unsere Kreditkartenlimite sowas nicht zulässt und wir aufgrund der unkulanten Reaktionen sowieso davon ausgehen müssen, dass extern Versicherte hemmungslos ausgenommen werden (kein anderer Mieter desselben Wagentyps in ganz Australien hat eine so alte Kiste bekommen, wie wir; bei uns begannen bereits am zweiten Tag, gewisse Möbel im Interieur auseinander zu fallen, ohne dass wir diese überhaupt gebraucht hätten!), haben wir schliesslich erwirkt, dass unser Mönsterchen soweit repariert wird, dass die Polizei ein Auge zudrückt. Sprich: die Stossstange wurde mit drei Schrauben einfach wieder besser fixiert, fertig! Nur ruhig, “just chill, mate”.

Outback by Jenny: Eine Sauna voll mit wahnsinnigen Kängurus

Trip in das Outback mit unserem 4 x 4 Campervan (Start in Alice Springs)

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West MacDonell Ranges

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Simpsons Gap                         Dabei wollte ich unbedingt ein Sandbad nehmenSmiley

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Streifenbasilisken, welche nur auf den Hinterbeinen gehen

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Standley Chasm

Finke Gorge National Park

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Ab über die Staubpisten bei 45°, Tagelang keine Menschen, Shops und Tankstellen

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Achtung Wildpferde

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Da stehen die Kamele tatsächlich mitten auf der Strasse

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Dingo (Wildhund)                                        Zackiger Riesentrappe Vogel

Waldbrände statt dem Kings Canyon

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Offene Strassen trotz evakuierten Dörfern?!!!!, wir mussten aus Sicherheitsründen eine Nacht durchfahren!

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Was guckst du, wo hast du mein Natel hingeschleppt?

Kata Tjuta National Park bei ca. 55°

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Uluru

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Olgas

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Glück gehabt: Eine Tankstelle mit Benzin und nicht bankrott!

Painted Desert

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Atemberaubende Wüstenübernachtung beim einzigen Farmer

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Achtung Kühe in der Wüste!

Coober Pedy

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Minen für Opalabbau im ganzen Städtchen (unter jedem Hügel eine Mine)

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Ab in die Mine                                              Eingang zur Mine

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Minenarbeiter                                              Wohnung direkt in der Mine

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Belüftungsfahrzeug für die Minen               Im ganzen Städtchen angeschrieben

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Roadtrain auf dem Highway, ab auf den Pannenstreifen sonst; wird man überrollt!

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Salzsee unterwegs                                     Mister cool

Flinders Ranges National Park

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Nettes Strässchen                                      Überall sind die Papageien

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Achtung! Horden von Kängurus, Wallabies (wie kleine Kängurus), Emus und Ringelschwanz Felsenkängurus

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Ein wahnsinniges Känguru und unsere Stossstange mussten leider daran glauben!

Sydney by Nicola: Budget ade, mate!

Der erste wirkliche Langstreckenflug unserer Weltreise führte uns in typisch australischer Manier von Jakarta nach Sydney: bequeme, breite Sitze für die – im Verhältnis zu Asiaten – etwas höher und breiter gewachsenen Gäste, gutes Fleisch beim servierten Menü und gratis Alkohol die ganze Nacht! Downunder, wir kommen!

Bei der Landung dann die ersten Schock(s): eine strengere Zollkontrolle als hier gibt es wohl nirgends auf der Welt. Man darf nichts, aber auch wirklich nichts Organisches in das Land einführen; keine Esswaren, keine Erde (!!!), keine Naturheilmittel, keine Samen und Kerne und sogar die Badehose ist zu deklarieren, wenn man sie in den letzten drei Tagen in einem anderen Land benutzt hat! Als Weltreisender führt man nun aber eine ganze Menge der oben erwähnten Dinge mit: ein Vorrat an überlebensnotwendigem Instant-Kaffee, diverse Medikamente auf pflanzlicher Basis (in China gekauft) und – oh Schreck – auch benutzte Badehosen Smiley! Zum Glück waren wir auf die Kontrollen einigermassen vorbereitet, haben unsere Schuhe in Jakarta noch gründlich geputzt (da hat es ja Erde dran Smiley), stellten uns beim Ausfüllen des Zollformulars etwas dämlich an (Instant-Kaffe ist doch rein chemisch oder?) und grinsten den Zollbeamten freundlich an. Und vielleicht hat uns auch der CH-Pass noch etwas geholfen…wir wurden auf jeden Fall nicht kontrolliert und auch nicht wegen benutzter Badehose inhaftiert Smiley

Die erste Hürde war damit zwar bewältigt, wirklich angekommen waren wir aber noch lange nicht. Nach fast 8 Monaten Asien war hier alles viel grösser: die Autos, die Sitze im Bus, die Menü-Gänge im Restaurant, die Preise, der Bauchumfang der Leute…Kulturschock pur…Der Einstieg in den neuen Kontinent wurde uns darüber hinaus dadurch erschwert, dass Sydney genau bei unsere Ankunft von einer Hitzewelle getroffen wurde, welche durch starke Winde und schwere Waldbrände in der Umgebung der Stadt hervorgerufen wurden und das Thermometer binnen zwei Stunden von 25 auf 43 Grad ansteigen liessen. Da wir – nach australischen Massstäben – ausserdem “früh” Morgens gelandet waren (zwischen 09:00 und 10:00) und man hier im Hostel zwar bereits um 10:00 aus-, frühestens aber um 14:00 einchecken muss/darf, blieb uns nichts anderes übrig, als den Tag in der Bar nebenan mit einem Bier zu begrüssen. Wer nun denkt, dass wir sicher die Einzigen waren, welche sich diesem Genuss frühmorgens hingaben, der irrt: dank der grossartigen Lage unseres Hostels in Mitten des Rotlichtviertels von Sydney, befanden wir uns mit Prostituierten und Drogenabhängigen in bester Gesellschaft Smiley

Um 14:00 hiess es dann endlich “einchecken” in unser “Luxus-Hostelzimmer”. Luxuriös waren dabei aber nur die Preise: die Nacht kostet 85 Franken; dafür kriegt man etwa 8 m2 und ein Bett. Das Gemeinschaftsbad liegt zwar nebenan, ist aber leider überaus schmutzig und von der beworbenen Klimaanlage – welche wir an diesem Tag auch bitter nötig gehabt hätten – ist leider keine Spur zu finden. Auch der, im Internet angepriesene, Reinigungsdienst besteht nur aus einem versifften Hostelmitarbeiter, welcher morgens um 07:00 (wahrscheinlich der einzige Australier, welcher um diese unmenschliche Zeit schon arbeiten muss) ohne zu klopfen ins Zimmer platzt, den Mülleimer leert und dann wieder verschwindet. Für Leute wie uns, die so lange Zeit asiatische Hostels mit viel besserem Service und zu einem Viertel des Preises gewohnt waren, ein böser Traum! Alle anderen Hostelgäste – überwiegend übergewichtige Teenies mit Käsefüssen – schien das Ganze nicht zu stören.

Nun gut, wir waren ja in einer Grossstadt und hatten entsprechend nicht vor, im Zimmer Wurzeln zu schlagen. Also raus an die frische Luft und los! Und dann war es eigentlich ganz angenehm: man wird als Weisser nicht immer doof angeglotzt, die Strassen sind verhältnismässig sauber, es droht keine Erstickungsgefahr aufgrund hoher Verkehrsdichte und auf den Gehsteigen ist man – im Vergleich zu Asien – fast allein. Sydney ist darüber hinaus eine sehr relaxte Stadt mit vielen coolen Restaurants, welche zwar eher fettiges, qualitativ aber hochwertiges Essen anbieten. Auch das Stadtzentrum selbst hat so einiges zu bieten: botanischer Garten, Harbour Bridge (ursprünglich war eine Besteigung geplant, welche nach Bekanntgabe des Preises von 200 Dollar pro Person aber schnell wieder fallengelassen wurde) und Darling Harbour inklusive überdimensionaler Quietsche-Ente, haben uns gut gefallen. Natürlich darf bei einem Besuch von Sydney auch eine Dosis Opera-House nicht fehlen und so haben wir einerseits eine Führung mitgemacht (32 Dollar pro Person und das Geld nicht wert), sowie eine Breakdance-Show am Abend angekuckt. Damit eine solches Spektakel den finanziellen Rahmen nicht sprengt (die Tickets im “normalen” Vorverkauf werden für 75 Dollar aufwärts angeboten), muss man “früh” aufstehen und sich morgens um 11:00 mit ein paar anderen Bettflüchtigen in eine spezielle Schlange stellen; kriegt dafür im besten Falle aber gute Sitzplätze zum Schnäppchenpreis von 25 Dollar. Dort lernten wir per Zufall auch einen jungen Schweizer Koch kennen, welcher seit ein paar Monaten in der Stadt lebt und uns gleich noch eine private Führung durch die Stadt anbot.

Die restliche Zeit haben wir damit verbracht, die Ausgangsmöglichkeiten im Rotlichtviertel zu nutzen (hiermit sind natürlich nicht die anrüchigen Möglichkeiten gemeint Smiley), einem vergriffenen Campingführer hinterherzujagen, auf welchem die günstigsten Stellplätze im ganzen Land verzeichnet sind, sowie öfters einmal in unserem Lieblingscafé abzuhängen (die Besitzer sind extrem coole und freundliche Menschen).

Nach diesem durchzogenen Start auf dem roten Kontinent, freuen wir uns nun auf “unseren” 4×4-Campervan, mit welchem wir in den nächsten drei Wochen das Land unsicher machen.

Bohol & Boracay by Nicola: Von bösen Bambusböden, Kobolden und wilden Drachen

Nach einer standesgemässen Verabschiedung auf “bruneiische Art” (die Flughafenkontrollen sind wohl die strengsten der Welt und unser Handgepäck wurde mehrfach komplett aus- und wieder eingepackt) sind wir Mitten in der Nacht vom kleinen Sultanat nach Manila – der chaotischen Hauptstadt der Philippinen – geflogen. Dort hatten wir sechs Stunden Zeit, um umzusteigen und einige erste Besorgungen zu machen (Wasser, SIM-Karte, Alkohol). Schliesslich stand Weihnachten vor der Tür und da wir diese im Dschungel von Bohol verbringen wollten, mussten wir uns natürlich vorher komplett eindecken. Und wo ginge dies besser, als im Duty-Free-Shop am Flughafen? clip_image002 Doch bereits beim Kauf der SIM-Karte mussten wir feststellen, dass in den Philippinen in Bezug auf Übervorteilung des Verkäufers wieder ein wesentlich rauerer Wind weht, als in den letzten südostasiatischen Ländern: der Händler wollte uns zuerst nämlich nur eine Karte mit 400 philippinischen Pesos geben, anstelle der bezahlten 500. Na ja, so wies aussieht, ist in diesem Land wieder erhöhte “Abzock-Vorsicht” geboten. Trotzdem soll nicht unerwähnt bleiben, dass die Filippinos – von ihrer “Geschäftstüchtigkeit” einmal abgesehen – ein extrem freundliches und hilfsbereites Volk sind!

Auf der Insel Bohol angekommen, hat sich nach einer abenteuerlichen Fahrt im Tricycle (philippinische Variante des Tuk-Tuks) und in einem Jeepney (ein Sammeltaxi dessen Chassis eine Art “langgezogener Jeep” ist) in unserer Unterkunft schnell einmal das Dschungelfeeling eingestellt: unsere gebuchte Bambushütte lag wunderschön in Mitten des Urwalds, direkt am Ufer eines Flusses. Auch das restliche Ambiente hat vollauf unseren Erwartungen entsprochen – inklusive dem angebauten “Badezimmer” aus Bambus (eine Kloschüssel und ein Schlauch für das Waschen). Allerdings sollte genau der Bambusboden dieses Bads Nicola kurz darauf eine “schöne Bescherung” verschaffen: er glitt auf dem unebenen Boden aus und hat sich beim Sturz tiefe Schnitte im linken Bein zugezogen, welche so stark geblutet haben, dass wir umgehend einen Arzt aufsuchen mussten. Da dies an einem 24. Dezember auf einer Insel ohne Spital eine ziemlich grosse Herausforderung ist, welche am ehesten ein gehobenes Hotel mit fähigem Concierge meistern kann, sahen wir uns leider gezwungen, die Unterkunft zu wechseln. Und so sind wir dann “immerhin” in den Genuss von Weihnachten in einem 5-Sterne-Hotel gekommen: inklusive hervorragenden Buffets und währschaft deutscher À la carte – Küche, grossem Zimmer, Infinity-Pool (konnte leider nur Jenny benutzen), etc. Und dank schneller Genesung, eigenem Fahrer, Rollstuhl und Krücken konnten wir dann sogar noch die beiden Sehenswürdigkeiten der Insel anschauen: die sog. “Chocolate Hills” – unwirklich wirkenden Hügeln in Pralinenform, welche in einer ansonsten völlig ebenen Landschaft liegen – sowie unser persönliches Highlight, die sog. “Tarsier-Affen” oder auch “Koboldmakis”. Dabei handelt es sich um die kleinsten Primaten der Welt (Länge des Körpers ohne Schwanz: 9 bis 16 Zentimeter), welche vor allem durch zwei Merkmale auffallen: ihre riesigen Augen (im Verhältnis zum restlichen Körper die grössten Augen aller Säugetiere; sie sind grösser als das Gehirn clip_image002[1]) und der um 180 Grad schwenkbare Kopf (ist so stark drehbar, weil der Affe seine riesigen Augen nicht bewegen kann…). Die Äffchen gelten darüber hinaus als gewohnheitsorientiert (sie kehren jede Nacht nach der Jagd zum gleichen Baum zurück, um zu schlafen) und als Einzelgänger mit grossem Platzbedarf: wird ihr Lebensraum zu stark eingeschränkt, nehmen sie sich teilweise sogar das Leben, indem sie ihren Kopf gegen einen Baum schlagen oder die Luft anhalten.

Unsere anschliessende Weiterreise nach Boracay, welche drei Autofahrten, einen Bootstransfer auf einem alten, wackeligen Kahn und zwei Flüge inklusive Transfer in Manila umfasste, war sehr anstrengend und abenteuerlich, da Nicola alles mit den Krücken absolvierte und Jenny deshalb die Verantwortung für die doppelte Anzahl an Gepäckstücken hatte. Dank Rollstühlen an den Flughäfen und freundlichen, wenn auch chaotischen und teilweise sogar betrunkenen (!!!) Helfern (der “Rollstuhlschieber” in Manila hatte wohl schon ein paar Bierchen zum Mittagessen getrunken), haben wir diese logistische Meisterleistung dann aber doch geschafft. Ursprünglich war für Boracay geplant, dass wir unsere Kitesurfkenntnisse vertiefen und gediegen ins neue Jahr feiern, was verletzungsbedingt dann doch nicht 100% umsetzbar war, da Nicola während den ersten drei Tagen dem Salzwasser noch fernbleiben musste. Die Silvesternacht selbst entsprach dann aber durchaus unseren Wünschen – inklusive exquisitem Buffet, gutem Rotwein, Prosecco, betrunken Chinesen, Feuerwerken und zünftigen Strandparties – und in den letzen Tagen hat es dann auch mit dem “Drachensurfen” noch geklappt. Dies war auch nötig, denn zumindest von der touristischeren Inselseite waren wir etwas enttäuscht: (zu) viele Pauschaltouristen, ein (eigentlich schöner) weisser Sandstrand, welcher dank massivem Algenteppich in den ersten Tagen ganz grün war und unterdurchschnittliches Essen haben uns in der zweiten Hälfte unseres Aufenthaltes dazu bewogen, unsere Tage auf der windigen Inselseite bei gutem Essen, coolen Leuten und sportlicher Ertüchtigung zu verbringen.

Das allgemeine “Highlight” der Philippinen ist die Bevölkerung: (fast) immer freundlich, lächelnd und sehr hilfsbereit. Als alleinstehender Vertreter der männlichen Gattung wäre man sicherlich auch dem überdurchschnittlichen Aussehen der Filippinas nicht abgeneigt. Allerdings beschert dieser – durchaus ja positive Umstand – dem Land nicht nur Gutes: Sextourismus, teilweise sogar mit Kindern ist fast soweit verbreitet wie in Thailand! Kein Ort, an welchem man keine älteren, übergewichtigen westlichen Herren mit fast schon minderjährigen Begleiterinnen trifft. Entgegen unseren Erwartungen mischen dabei traurigerweise auch unsere Mitbürger aus der schönen Schweiz ganz vorne mit: in keinem Restaurant waren so viele alte “Grüsel” anzutreffen, wie in der Schweizer Beiz. Dabei prahlte die illustre Runde lautstark über ihre “Erfahrungen” mit der ansässigen Jugend. Fremdschämen in den Philippinen! Da tritt eine andere, seltsame Erfahrung, welche wir in den Philippinen gemacht haben, schon fast in den Hintergrund: vor vielen Hotels und den meisten Flughäfen findet man grosse Schilder mit der Bitte, die mitgebrachten Waffen doch bitte nicht ins Gebäude mitzunehmen. Oft steht unter diesem Schild dann auch noch ein Behälter zur Deponierung. Auf diese Tatsache angesprochen, hat uns der Besitzer eines Hostels mit den folgenden Worten zu beruhigen versucht: “Keine Angst! Mein Sohn hat auch eine Waffe. Eine 45-er!” Und am nächsten Tag wollte uns der angesprochene Sohn dann tatsächlich zum Schiessen im Wald mitnehmen clip_image002[2]

Zur Zeit befinden wir uns in einem schönen Designerhotel in Jakarta am Ende eines dreitägigen Reisemarathons, welcher uns von Boracay über Manila und Singapur hierhergeführt hat. Und in ein paar Stunden steigen wir ins Flugzeug nach Sydney und beenden damit offiziell das Reisekapitel in Asien! Es war schön und erlebnisreich, das Essen gut und wir werden sicherlich eines Tages wieder kommen! Spasiba, Sie-Sie, Shukrya, Terymakasi und see ya in Downunder!

Bohol & Boracay by Jenny: Schau mir in die Augen oder flieg durch die Lüfte

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Unfreiwillig aus dem Dschungel in das Luxushotel aufgrund eines Unfalls

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Aussicht vom Hotel                                                       Unsere Terrasse

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Infinity-Pool                                                  Rustikaler Eingangsbereich

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Bar                                                                                Morgenbuffet

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Weihnachtsbuffet (25. Dezember) mit schicker Kleidung und Krücken

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Depressiver und selbstmordgefährdeter Tarsier-Affe (Koboldmaki)

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Chocolate Hills (Pralinenartige Hügel in einer sonst flachen Landschaft)

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Jeepneys in allen Farben (Öffentlicher Busverkehr)

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Tricycle-Taxi (Motorad und Seitenwagen)   Beunruhigender Abfallkübel

Boracay

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Mit dem Fischkutter nach Boracay             Smiley

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White Beach (Touristischer, schöner Badestrand)

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Silvester mit Buffet, Rotwein, Feuerwerk, betrunkenen Chinesen und Beachparties

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Paradies zum Kitesurfen (konstanter Wind und sehr gute Lehrer)

Auf dem Weg nach Australien

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Singapurs Shopingmall           Nettes Outfit von unserem Gepäckschieber in Jakarta

Borneo (Sabah & Brunei) by Nicola: Vom Höhen- und Dschungelfieber zur gepflegten Langeweile

Ein weiteres Mal brachte uns der (angeblich beste) Billigflieger mit dem roten Logo zum nächsten Ziel unserer Reise: der Insel Borneo. Voller Vorfreude auf die Heimat der Orang Utans sind wir in Kota Kinabalu gelandet, der grössten Stadt des malaysischen Teils von Borneo mit dem Namen Sabah. Und wir wurden erstmal so richtig enttäuscht: denn Kota Kinabalu ist hässlich, laut (zum ersten Mal in unserem Leben waren wir in einer Stadt, welche wirklich nie schläft) und stinkend (an unserem ersten Abend wollten wir an der Hafenpromenade essen, wurden vom heftigen Fischgestank – welcher wohl bemerkt nicht von unseren Tellern stammte – aber ins Innere des Restaurants getrieben). Dieses Bild konnten auch die hübsch dekorierten Weihnachtsbäume nicht retten, welche in der ganzen Stadt verstreut stehen und oft von Palmen umgeben sind. Positiv überrascht wurden wir hingegen von der grossartigen “Hostel- und Rucksacktouristenkultur”, welche wir im eher backpackerunfreundlichen Indonesien so schmerzlich vermisst hatten. Zwar bedeutet dies, dass man sich Toiletten und Duschen wieder mit anderen teilen muss, dass es den ganzen Tag nach Fussschweiss stinken kann und morgens mit grosser Wahrscheinlichkeit kein (Gratis-) Kaffee mehr da ist, andererseits aber auch, dass man unter Umständen spannende Leute kennenlernt, “Reisemitglieder” für den nächsten Ausflug findet oder eventuell sogar wieder einmal die Kenntnisse der Muttersprache auffrischen kann.

Dass wir trotz dem vorherrschenden Industriecharme der Stadt für einige Tage in Kota Kinabalu geblieben sind, verdanken wir der Vor- und Nachbereitung unseres nächsten grossen Abenteuers: der Besteigung des Mount Kinabalu. Dieser ist mit seinen 4095 Metern Höhe der zweithöchste Berg von Südostasien. Und da er als gut erschlossen und der Aufstieg als technisch anspruchslos gilt, haben auch wir uns zum Ziel gesetzt, noch vor Südamerika einmal einen Sonnenaufgang auf über 4’000 Metern zu sehen. Da wir seit unserer Exkursion in die Tigersprungschlucht in China jedoch wissen, dass “technisch anspruchslos” nicht heisst, dass jeder Bürogummi hochklettern kann, mangelte es uns nicht an Respekt und Vorbereitung (unter anderem aus diesem Grund haben wir in Indonesien die beiden Vulkane bestiegen). Und dies erwies sich als bitter nötig: denn “technisch anspruchslos” bedeutet im Falle des Kinabalu eine zweitägige Tour mit insgesamt 8 Stunden Stufensteigen (teils natürliche Stufen in Form von Steinen, teils von Menschenhand geschaffen), 4 Stunden Wandern im 45-Grad-Winkel und 2 Stunden ungesichertes Klettern. Da es kontinuierlich bergauf geht, legt man am ersten Tag 6 Kilometer mit 1’500 Höhenmetern zurück, in deren Verlauf man ganz verschiedene Vegetationszonen durchquert (Regenwald, Nebelwald, etc.), ruht sich dann zusammen mit einer bunten Horde von Gleichgesinnten für ein paar Stunden in einer Berghütte aus (vom 60-jährigen “Hightech-Chinesen” ohne Kondition, über Vertreterinnen der “Kopftuch-Connection”, bis hin zur indischen Familie mit zehnjährigen Kindern ist alles dabei; wir haben Glück gehabt und unser Zimmer mit zwei netten Schweizern geteilt), bevor man morgens um 02:30 den Gipfelsturm (weitere 2.5 Kilometer mit rund 800 Höhenmetern) in Angriff nimmt. Dass unsere konditionelle Verfassung nicht so schlecht war, wie befürchtet (wir nehmen immer noch unsere Malariaprophylaxe, welche unter anderem die Kondition negativ beeinträchtigt), haben wir daran gemerkt, dass wir als zweite Gruppe auf dem Gipfel angelangt sind…leider bedeutete dies auch, dass der Sonnenaufgang noch weit entfernt und unser vorübergehendes Dasein als Eisblöcke damit besiegelt war (die Temperaturen lagen im Bereich um den Gefrierpunkt) Smiley. Auch die Freude über die vollbrachte Leistung sollte nur kurz währen, denn das Schlimmste stand uns noch bevor: der Abstieg. 8.5 Kilometer und 2’300 Höhenmeter später konnten wir kaum noch gehen, verfluchten jede einzelne Stufe, benutzten jeden Baum und jede Wurzel als Stütze und waren froh, noch einmal zwei Nächte im hässlichen Kota Kinabalu – welches einem ja gar nicht erst einen Reiz bietet, das Haus zu verlassen – gebucht zu haben. Gelohnt hat es sich aber allemal!

Da die Schmerzen auch nach zwei Tagen noch nicht wesentlich nachgelassen hatten und auch zu diesem Zeitpunkt jede 80-jährige Dame schneller und eleganter eine Treppe hinauf- oder hinuntergestiegen wäre, waren wir froh, dass Sandakan, die nächste Destination auf Borneo, ein beschauliches und gemütliches Hafenstädtchen ist, in welchem man gut ein paar Tage mit Shoppen, Essen (unter anderem haben wir auch einige, uns bisher völlig unbekannte Fruchtsorten probieren dürfen) und sogar Ausgehen zubringen kann, ohne das Gefühl zu haben, etwas zu verpassen. Weil all diese “Attraktionen” – von der wunderschönen Bar auf dem Dach des höchsten Hotels einmal abgesehen – ebenerdig liegen oder sehr gut mit Rolltreppen erschlossen sind, blieb uns mühseliges Treppensteigen grösstenteils erspart und unsere geschundenen Beine regenerierten sich allmählich Smiley. Die wiedergewonnene Bewegungsfreiheit musste natürlich sofort genutzt werden und so machten wir uns zusammen mit zwei Holländern und zwei Schweizern auf, um die lokale Orang Utan – Aufpäppelungs- und Forschungsstation in Sepilok zu besuchen. Leider ist diese Sehenswürdigkeiten sehr touristisch, weshalb man sich die Aussichtsplattform während den Fütterungszeiten (= einzige Gelegenheit, die Affen zu sehen) mit gefühlt 100 anderen Menschen teilen und seinen Platz gegen die chinesischen Gruppentouristen verteidigen muss (die sind ausserhalb von ihrer Heimat noch viel die schlimmeren Drängler! Glücklicherweise sind sie aber nach wie vor kleiner als wir Smiley). Zum Glück waren wir eine halbe Stunde vor allen Tourgruppen beim Eingang der Einrichtung, da wir ansonsten den Ausflug eines der Orang Utans auf den Parkplatz verpasst hätten. Und auch nach der Fütterung hatten wir Glück im Unglück: wieder auf dem Parkplatz angekommen mussten wir nämlich feststellen, dass von dem angepriesenen Bus, welcher zwischen Sepilok und Sandakan verkehrt, weit und breit nichts zu sehen war. Da kam uns die Gruppe australischer Internatsschüler, welche im gleichen Hostel einquartiert war und dort die gesamte Atemluft mit ihren Käsefüssen verpestete, ausnahmsweise gerade recht, da sie noch sechs freie Plätze in ihrem Tourbus hatten Smiley

Nach so viel Erholung wollten wir natürlich die Orang Utans und diverse andere Tierarten auch einmal in freier Wildbahn erleben. Und da dies im Osten Borneos entlang des Kinabatangan (längster Fluss auf Borneo) angeblich möglich ist, haben wir bei einem entsprechenden Anbieter ein Zweitagespacket, bestehend aus Übernachtungen, Mahlzeiten, zwei Flussfahrten und zwei Dschungelwanderungen, gebucht. Doch bereits am Besammlungspunkt in einem kleinen Dörfchen folgte die Ernüchterung. Unsere (obligatorische) “Reiseführerin” war geschätzte fünf Jahre jünger als wir, hatte so ein loses Mundwerk, dass es sogar Nicola die Sprache verschlagen hat (kommt nicht oft vor Smiley), glänzte durch äusserst inkompetente Aussagen (“mit Chilli kann man Krebs heilen”), hörte schlecht zu (nachdem Nicola erzählt hat, dass er bereits sieben Monate in Ägypten gearbeitet hat, meinte die Dame, dass man bezüglich Muslimen wissen müsse, dass diese keinen Alkohol trinken würden…aha, haben wir nicht gewusst…) und fiel einem dauernd ins Wort! Und so eine sollten wir die nächsten Tage ertragen, geschweige denn unsere Expertin sein?!?! Da das Fräulein darüber hinaus auch keinerlei Ahnung von Flora und Fauna des Regenwaldes hatte (auf der Flussfahrt las sie uns die Eigenschaften und Merkmale der gesehenen Vögel und Affen aus einem Biologiebuch vor) und darüber hinaus auch an Zerstörungswut zu leiden schien (beim morgendlichen Dschungelspaziergang hat sie mit der Machete völlig grundlos auf Bäume eingehackt), kam es wie es kommen musste: bereits nach einer Nacht verlangten wir, dass die Tour abgebrochen werden würde. Und obwohl die Übernachtung im nächtlichen Dschungel aufgrund der zahlreichen Tierlaute sehr spannend war und wir während der Flussfahrt so einige Tierarten erspähen konnten (seltene Nashornvögel, Makaken und Nasenaffen), waren wir doch froh, die blutsaugenden Moskitos und Egel, sowie unsere Führerin nicht länger ertragen zu müssen… Der Fahrer des Busses, welcher uns am Strassenrand aufgabelte, schien denselben Stalldrang zu verspüren wie wir: anders lässt sich nicht erklären, dass er die Strecke zurück nach Kota Kinabalu in knapp sechs Stunden zurückgelegt hat. Normalerweise benötigt man dafür nämlich deren neun!

Nach zwei moskitofreien Tagen im Westen von Sabah ging es dann per Fähre ins nächste Land: das Sultanat Brunei. Dieses kleine aber reiche Fleckchen Erde ist für uns nach wie vor faszinierend, da wir bisher noch nie an einem vergleichbaren Ort waren: offiziell regiert von einem der reichsten Männer der Welt (Privatvermögen ca. 20 Milliarden), muss hier keiner der knapp 400’000 Einwohner Hunger leiden: alle haben einen (äusserst gemütlichen) Job, auch wenn die Firma selbst unrentabel ist. Denn das Defizit wird vom Staat gedeckt! Die jährliche Krankenkassenprämie wurde dieses Jahr zwar um unverschämte 100% erhöht, beträgt weiterhin aber lediglich einen (!!!) Dollar. Benzin kostet viermal weniger als Wasser (der Liter ist für etwas mehr als 20 Rappen zu haben), das Essen ist äusserst preiswert und Steuern bezahlt hier sowieso niemand! Als Tourist profitiert man von der staatlichen Grosszügigkeit allerdings nur, wenn man Museen besucht. Diese sind nämlich auch gratis. Im Gegensatz dazu stehen die Preise für Unterkünfte (wenn man nicht in einer Bruchbude übernachten will, muss man ca. 60 Brunei-Dollar pro Nacht bezahlen) und geführte Touren (Tagesausflüge für 100 Dollar aufwärts). Die einzige Transportalternative in Form von Bussen ist zwar günstig, dafür aber sehr unzuverlässig und zeitlich von morgens um 06:00 bis abends um 18:00 begrenzt, wodurch man in seiner Flexibilität bezüglich Sightseeing, ausgehen, etc. stark beschränkt ist. Und sollte man darüber hinaus das Pech haben, an einem Freitag Mittag zwischen 12:00 und 14:00 in einem Shoppingcenter fern des eigenen Hotels zu sein, erlebt man die speziellste Regelung dieses Landes hautnah im vollen Ausmass: diese Zeit bezeichnet das wöchentliche Hauptgebet und währenddessen IST ARBEITEN GESETZLICH VERBOTEN! Ja, richtig gehört! Alle Geschäfte, inklusive Restaurants, Hotelrezeptionen, etc. schliessen dann für zwei Stunden und werfen alle Kunden auf die Strasse! Weil auch Busse nicht fahren, hängt man im dümmsten Fall irgendwo in einer Hotellobby herum und sitzt die Zeit ab (so bei uns geschehen). Da überdies auch der Verkauf und Konsum von alkoholischen Getränken strengstens Verboten ist (auf den Konsum stehen 6’000 Dollar Busse, auf den Verkauf sogar die Todesstrafe!), wird Brunei wohl nie unsere Traumdestination werden Smiley

Nun wollen wir uns ja aber nicht nur beklagen, denn Brunei hat (zumindest für ein, zwei Tage) so einiges zu bieten: zwei riesige und imposante Moscheen (Omar-Ali-Saifuddin- Moschee und Jame’Asr-Hassanal-Bolkiah-Moschee) mit goldverzierten Kuppeln und gigantischen Parkplätzen davor (sie haben ein Fassungsvermögen von 1’000 bzw. 4’500 Gläubigen) laden auch Nicht-Muslime zum Besuch, das – auch heute noch bewohnte – traditionelle Dorf “Kampong Ayer” zeigt eindrücklich auf, wie die meisten Menschen auf Borneo früher gelebt haben und die verschiedenen Museen demonstrieren auf beeindruckende Weise den Pomp und die Geschichte des Sultanats. Vom Besuch des Shell-Museums in Seria (die Firma kontrolliert aus unserer Sicht das Land indirekt, da ihr 50% der Aktien der staatlichen Ölgesellschaft gehören) raten wir jedoch ab, da es a) eine zweistündige Busfahrt entfernt ist b) als einziges Museum Eintritt kostet (als ob Shell das nötig hätte…) und c) nur die Firma selbstverherrlicht.

Und wenn einem einmal alle Besichtigungsmöglichkeiten ausgegangen sind, geht man halt in einer der zahlreichen Shoppingmalls ins Kino und schaut sich “the Hobbit” an Smiley Und falls man sogar zu den ganz Glücklichen zählen sollte (so wie wir), wird man von den liebenswerten Einheimischen beim Besichtigen einer Moschee noch gleich zur Teilnahme an einer Hochzeit eingeladen.

PS: Die aktuellste “Brunei-Erfahrung” durften wir gerade soeben machen: Vor ca. eineinhalb Stunden (19:15 Ortszeit) verliessen wir das Restaurant und machten uns auf den Weg zum Taxistand (wir wissen ja bereits, dass Busse nur bis 18:00 fahren…). Dort angekommen mussten wir jedoch feststellen, dass Taxis am Stand ebenfalls nur bis 18:00 verfügbar sind. Und um das Ganze noch zu komplementieren, erhielten wir auch von der angerufenen Taxizentrale die Auskunft, dass man nach 18:00 nicht mehr arbeiten würde… Yeeeeaaah, wir brauchen dringend einen Job in Brunei Smiley