Shanghai by Nicola: Welcome to Shanghai(ss)

Nach unserem einwöchigen Erholungsurlaub stand unser nächster Trip in eine Grossstadt Chinas an: Shanghai, eine der am schnellsten wachsenden Metropolen der Welt, ist eine Stadt der Superlative in vielen Punkten. Mehr als 19 Millionen Einwohner, eine beeindruckende Skyline, die höchste Aussichtsplattform der Welt, das grösste U-Bahnnetzwerk der Welt, der fünftgrösste Flughafen der Welt (nur einer von Zweien; ein Dritter ist in Planung), etc. Nun, zumindest in unserem Falle sollte Shanghai auch bezüglich den klimatischen Verhältnissen in Erinnerung bleiben: Als wir morgens um 02:00 gelandet sind, herrschten 31 Grad und gefühlte 90% Luftfeuchtigkeit. Da sich dies während unseres gesamten Aufenthaltes nicht wirklich verändern sollte, sind wir während fünf Tagen zu mobilen „Luftbefeuchtern“ mutiert Smiley

Entsprechend haben wir versucht, unser „anstrengendes Outdoor-Sightseeing“ – sprich unklimatisiert – auf zwei Tage zu beschränken: Wir waren am „Bund“ (alter Stadtteil am Fluss mit erhaltenen Gebäuden aus der Kolonialzeit; hervorragender Blick auf die Skyline des modernen Finanzbezirks Pudong), haben den Yangtze mit einer kitschigen „U-Bahn“ unterquert und sind zur höchsten Aussichtsplattform der Welt (492m; inklusive Glasboden) im 101 Stock des World Financial Centers gefahren, um den Sonnenuntergang und den Einbruch der Dunkelheit zu beobachten. Den zweiten Tag haben wir genutzt, um den Yu Garten und den Volksplatz zu besichtigen und in den kleinen Läden (verkaufen bspw. lustige Nagelknipser, Handy-Schmuck, gefälschte Pässe und Führerscheine und natürlich jede Menge „original“ Markenkleidung, welche mit Hilfe von Schaufensterpuppen mit riesigen Augen feilgeboten werden, etc.) eines riesigen „Untergrund-Einkaufszentrums“ in der grössten U-Bahn-Station (es treffen zwar „nur“ drei Linien aufeinander, aber irgendwie haben es die Stadtplaner geschafft, die Ausdehnung der Station so gigantisch zu gestalten, dass locker 10 Linien hier zusammentreffen könnten) geschmökert.

Der klimatisch angenehmere Teil unserer Städtebesichtigung (drinnen) bestand aus dem sehr empfehlenswerten „Shanghai Urban Planning Exhibition Center“ (man findet hier ein hallenfüllendes Modell der gesamten bestehenden und geplanten Stadt und kann an einer virtuellen Stadtführung in einem IMAX-Kino „teilnehmen“), der atemberaubenden Akrobatik-Show „ERA“ (bessere Artisten sieht man unserer Meinung nach nirgends auf der Welt; von Schlangenmenschen über Martial-Arts-Experten bis hin zu acht Motocrossfahrern, welche gleichzeitig (!!!) in einer Stahlgitterkugel mit ca. 5 Metern Durchmesser um die Wette fahren) und dem eher enttäuschenden Nachtleben (besteht hauptsächlich aus Expats mit ihren chinesischen Gespielinnen und Studenten der Oberklasseunis).

Das letzte (Shang)Highlight bietet sich einem, wenn man zum Flughafen fährt. Gegen einen Aufpreis von knapp sieben Franken kann man nämlich die Hochgeschwindigkeits-Magnetschwebebahn nehmen, welche auf 430 Km/h beschleunigt und die 36 Kilometer lange Strecke in acht Minuten zurücklegt.

Auch in Shanghai sind uns zwei sehr gewöhnungsbedürftige „Phänomene“ begegnet, welche wir in unsere Kuriositäten einreihen möchten:

– Flüge innerhalb Chinas zu buchen (egal ob inländische oder internationale), kann sich zu einer nervenaufreibenden und teuren Angelegenheit entwickeln: Da wir nach unserem Shanghai-Aufenthalt aus Visumsgründen aus China ausreisen müssen (pro Aufenthalt dürfen wir maximal 30 Tage im Land bleiben), versuchen wir seit mehreren Wochen einen Flug nach Seoul zu ergattern. Im Internet werden diese Flüge von zahlreichen Anbietern (nicht nur chinesische) angeboten und man kann sie dann auch ganz normal buchen, erhält innerhalb von 12 Stunden aber von praktisch allen Anbietern eine Absage oder aber die Aufforderung, 60 Euro mehr pro Person zu bezahlen. Die Begründung: der Flug sei ausgebucht oder die gewählte Sitzkategorie nicht mehr verfügbar. Was dabei besonders frustrierend ist: Obwohl die Portale den Flug nicht mehr zu den genannten Konditionen anbieten können, lassen sie das Online-Angebot unverändert stehen (und zwar auch die deutschsprachigen Anbieter!!!)… Manchmal wünschen wir uns hier wirklich das EU-Fluggastrecht!

– Eine angeblich weitverbreitete Art, Touristen zu überteuerten Teehäusern zu locken besteht darin, dass junge und vornehmlich weibliche „Studentinnen“ mit dem ahnungslosen Opfer ins Gespräch kommen und fragen, ob man(n) nicht mit ihm/ihr etwas trinken und ein bisschen quatschen möchte. Da sich diese Lockvögel zumeist (männliche) Alleinreisende zum Ziel nehmen, wurden wir bis Shanghai verschont. Dort aber wurde die Methode „weiterentwickelt“ und erreicht ein neues Level: ein angebliches Pärchen sprach uns an und bat uns zuerst ein Foto von ihnen (vor einem völlig hässlichen und überhaupt nicht bekannten Hochhaus) zu schiessen. Dann wurden wir in ein Gespräch verwickelt in dessen Verlauf wir darauf aufmerksam gemacht wurden, dass zur Zeit die „weltbekannte Shanghaier Teeausstellung“ sei und man diese doch gemeinsam besuchen könne. Zum Glück haben uns das unsinnige Foto und die Beharrlichkeit, mit welcher auf die Teemesse hingewiesen wurde, frühzeitig gewarnt.

2 Gedanken zu „Shanghai by Nicola: Welcome to Shanghai(ss)

  1. Super dass wir so an eurer Reise „teilnehmen“ können. Spannend und informativ, dazu immer wieder vieles zum Schmunzeln und sich wundern.

    • Wir sind selbst immer wieder erstaunt, was wir alles sehen und erleben dürfen: von eindrücklichen Sehenswürdigkeiten (natürlich oder menschgemacht) über die Lebensweisen bis hin zu den (teils für uns auch nicht nachvollziehbaren) kulturellen Unterschieden bzw. Denkweisen. Manchmal ist es zwar sehr anstrengend und nagt an den Nerven, im Allgemeinen aber trotzdem sehr interessant und toll.

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