Bangkok by Nicola: Stadt der (B)Engel?

Nach mehr als einem Jahr Arbeit und „normalen“ Ferien, d.h. in der Nähe unseres Wohnortes und in bekannten Kulturkreisen, ist für drei ganze Wochen endlich wieder einmal eine Kur gegen das dauernde Fernweh angesagt: es geht nach Südostasien!

Unser erstes Ziel dabei ist eine Metropole, welche wir trotz acht Monaten Asien auf unserer Weltreise nie besucht haben: Bangkok, „Stadt der Engel“, voll von Wiedersprüchen: Luxusshopping in den grössten Malls von Südostasien direkt neben traditionellen, ärmeren Vierteln; Buddhistische Tempel in der Nachbarschaft der legendären Kao San Road oder von Bordellen; einfaches Essen an Strassenständen neben 5-Sterne-Palästen mit westlichen Menüs; in der BTS (Magnetschwebebahn) Mönche neben Bankern… Die Aufzählung könnte beliebig fortgesetzt werden.

Da unsere Ferien – im Gegensatz zur Weltreise – auch genügend Erholung bieten sollten, steigen wir während unseres Südostasientrips nicht mehr wie gewohnt in Hostels ab, sondern gönnen uns etwas bessere Hotels. Und weil Bangkok flächenmässig gigantisch ist, gabs als erstes ein Zimmer mit Aublick: im 32ten Stock eines Hotels in der Nähe des Chaopraya-Flusses wurde rundum für unser Wohl gesorgt und sogar vom Pool aus (im 14ten Stock) hatten wir einen sensationellen Blick über die Umgebung. Aber trotz feinem Essen und gutem Service hat es uns natürlich nicht lange im Hotel gehalten.

Dank unmittelbarer Nähe zur BTS sollte die Erkundung der Megacity auf eigene Faust leichtfallen – dachten wir zumindest… Leider hat uns dabei das unlogische Verkehrssystem von Bangkok einen Strich durch die Rechnung gemacht: neben dem Strassenverkehr, dessen Teilnehmer 24 Stunden am Tag im Stau stehen, gibt es die BTS, die südlichen Metrolinien, die nördliche Metro und die Busse, wobei alle Transportmöglichkeiten von einer anderen Gesellschaft betrieben werden, so dass Umsteigen, Tarifsystem, etc. sehr mühsam und intransparent sind. Da Bangkok an den Ufern von zwei grossen Flüssen liegt, werden die ganzen klassischen Transportmittel durch Boote ergänzt, welche regelmässig zwischen fixen Stationen verkehren. Weil die Sehenswürdigkeiten, welche wir anschauen wollten, alle besser per Schiff zu erreichen sind, waren wir auch regelmässige Nutzer dieser Kähne. Damit haben wir den Wat Poh – bekannt für seinen gewaltigen liegenden Buddha – und den Wat Arun besucht, wobei uns insbesondere an den ersten Tagen die Hitze verbunden mit der hohen Luftfeuchtigkeit schon noch etwas Probleme bereitet hat.

Auch den bekannten Königspalast mit seinen vielen goldenen Tempeln und Heiligtümern haben wir auf diesem Weg besucht. Neben den eindrücklichen Gebäuden waren wir aber vor allem über die extrem strenge Durchsetzung der Kleiderregeln erstaunt: obwohl wir – wie überall in Asien – schulter- und kniebedeckende Shirts und Hosen trugen, mussten wir uns „angemessene Kleidung“ ausleihen, weil Jennys Top angeblich transparent und Nicolas Hose zwei Milimeter (!!!) zu kurz waren 🙂 Im Inneren des Palastes sind wir dann aber auf Leute gestossen, welche das Sightseeing richtig anstrengend machen: hunderte von Chinesen auf Gruppenreise!

Von so viel geballter Anstandslosigkeit (spucken, drängeln, schieben) muss man sich zuerst einmal wieder erholen.Und so gings im Anschluss an die Kao San Road, ihres Zeichens Backpacker-Hochburg, Paradies für Fälscher jeglicher Art, Zentrum des Nachtlebens, etc. Allerdings waren wir nach unserem Besuch eher ein bisschen enttäuscht, stimmen aus unserer Sicht viele dieser Klischees doch eigentlich nicht: die angeblichen Backpacker waren (unserem geschulten Auge nach zu urteilen) normale Pauschaltouristen, von Rotlichtmilieu fehlte jede Spur und gefälschte Pässe gabs auch nicht an jeder Ecke… Dafür haben wir ein weiteres kulinarisches Highlight für uns entdeckt: geröstete Heuschrecken. Leicht gesalzen schmecken sie wie Chips, sind aber wesentlich gesünder und enthalten erst noch viel Eiweiss. Die Forderung der WHO nach Verzehr von mehr Insekten können wir hiermit nur unterstützen 🙂

Den letzten Tag verwendeten wir für die Besichtigung des Lumpini Parks (ähnlich wie Central Park in NYC; mit grossem See) und einem Besuch der Sirocco-Skybar auf dem Lebua State Tower. Bekannt aus dem Film „Hangover 2“, war für uns das Ganze eher etwas enttäuschend, weil die Terrasse aufgrund von Regen geschlossen war und man für die Preise der Cocktails in Thailand schon fast ein Auto kaufen könnte! Also nur bei schönem Wetter machen!

2 Gedanken zu „Bangkok by Nicola: Stadt der (B)Engel?

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