Mongolei by Nicola: Besser einmal mit eigenen Augen sehen, als tausendmal von anderen hören (mongol. Sprichwort)

Gut 2.75 Mio. Einwohner auf einer Fläche von mehr als 1.5 Mio. km2, durchschnittlich 13 Pferde pro Einwohner, Wüsten, Halbwüsten, Steppen, Berge, eine Hauptstadt mit irrem Verkehr und keinerlei Umweltbewusstsein, ein lediglich 2‘600 km umfassendes Strassennetz und eine glorreiche Vergangenheit…Die Mongolei, unsere nächste Destination, ist wahrlich ein vielfältiges Land mit zahlreichen Gegensätzen.

Die ersten Tage haben wir in der Hauptstadt Ulan Bator verbracht, um uns zu akklimatisieren, an das fettige mongolische Essen zu gewöhnen (es wird hier alles frittiert) und einen Anbieter für eine Wüstentour zu finden. In Ulan Bator selbst gibt es – abgesehen von einem grossen buddhistischen Kloster, in welchem nur Touristen Eintritt bezahlen müssen, einigen Museen und dem riesigen Regierungssitz – nicht viel zu sehen. Der Verkehr ist lebensgefährlich (im Vergleich zu den Mongolen sind sogar Araber noch rücksichtsvolle Autofahrer) und der Smog übel.

Wir waren deshalb froh, als wir endlich einige Mitreisewillige für eine zehntägige Tour in den Süden und Westen des Landes gefunden haben (je mehr Teilnehmer eine Tour hat, desto niedriger sind die Kosten) und aus Ulan Bator entfliehen konnten. Beim Bezahlen der Tour waren wir aufgrund der schwachen mongolischen Währung sogar für eine kurze Zeit Millionäre (ein Schweizerfranken entspricht ca. 1‘400 mongolischen Tugrik).

Zusammen mit Mungo, unserer Reiseleiterin und (exzellenten) Köchin, Dashka (Fahrer, welcher mit seinem alten russischen Van eine eheähnliche Beziehung zu führen scheint, da er ihn täglich gefühlte fünfmal reinigt, repariert und sogar in ihm schläft), einer Britin und zwei Franzosen sind wir losgezogen, um das riesige Land mit seinen zahlreichen Landschaftsformen zu erkunden. Wir haben verfallene Klöster im Nirgendwo erforscht (die Buddhisten mussten sich bis vor einigen Jahren vor den Kommunisten verstecken), 200 Meter hohe Dünen erklommen, Kamele (ja; sogar die „echten“ mit zwei Höckern) und Pferde gebändigt (das klingt schöner, als wenn wir von der „blutigen Wahrheit“, sprich unseren wunden Hinterteilen, schreiben würden J), Wasserfälle ohne Wasser besichtigt (Zitat eines Einheimischen: „Waterfall yes, water no“), vor der „Dusche“ in einem Fluss innerhalb der Gruppe um die Wette gestunken, mongolischen Airag (vergorene Stutenmilch; hat ca. 5%) getrunken, den (nicht so) „grossen Penis“ (Fels in Form eines männlichen Gliedes) besichtigt und vieles mehr.

Ein tägliches Highlight war dabei definitiv die Übernachtung: abgesehen von zwei Nächten haben wir immer in mongolischen Jurten geschlafen. Da die „Gastfamilien“ normalerweise selbst darin schlafen (wenn Touristen da sind, schlafen sie in der „Küchen-Jurte“), konnte man einen guten Eindruck in das (harte) Leben der ländlichen Bevölkerung gewinnen: Die Betten sind gleich hart wie der Boden, geheizt wird mit „Ausscheidungen“ unterschiedlicher (Tier-)Art (Kamele, Pferde, Ziegen, etc.), Toiletten sind – falls überhaupt vorhanden – einfache Löcher im Boden, umgeben von einer Bretterwand, der (höchstwahrscheinlich tollwütige) Wachhund bellt im schlechtesten Fall die ganze Nacht… Alles andere als komfortabel, aber wirklich ein Erlebnis, welches wir nur weiterempfehlen können!

Ein solches hatten wir dann auch bei unserer Ausreise aus der Mongolei: Nachdem das Einchecken und die Passkontrolle am Flughafen von Ulan Bator auf den ersten Blick reibungslos verlaufen sind, haben wir es uns in der überschaubaren Abflughalle (obwohl Ulan Bator knapp 1.5 Mio. Einwohner hat, gibt es am Flughafen lediglich ein (!!!!) Gate) gemütlich gemacht. Nach 10 Minuten erfolgte eine Durchsage mit unseren Namen und der Bitte, uns doch bitte am Gate 1 (wo denn sonst?) einzufinden. Am Treffpunkt nahm uns dann eine freundliche Angestellte des Flughafens in Empfang und führte uns in die Untergeschosse des Gebäudes. In der Gepäcksortieranlage (was sortieren die hier eigentlich, wenn es nur ein Gate gibt?) musste Jenny unter den Blicken von fünf Beamten und eines gelangweilten Drogenhundes (er benutzte das Gepäckförderband als Laufband) ihren Rucksack auspacken…Der Stein des Anstosses waren ihre Ohrringe! Dass wir ausserdem beide Medikamente, Taschenmesser, Pfefferspray, Spritzen, etc. dabei hatten, schien keinem aufzufallen bzw. hat niemanden interessiert. Spricht nicht gerade für den mongolischen Zoll…

Ein Gedanke zu „Mongolei by Nicola: Besser einmal mit eigenen Augen sehen, als tausendmal von anderen hören (mongol. Sprichwort)

  1. Supper gschribe und jo ha glache wine mongol am halb eins churz vorem i pfuse aber ebe s ganze isch very nice witter so und lol past zu däm bricht wirklich (lachtränen aus den augen reimb

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